Schneller als Polti und eine Plauderei mit Urs Fischer

Das Drachenbootrennen auf der Regattastrecke in Grünau war auch gestern ein großer Spaß. Das lag nicht nur am perfekten Wetter, das nicht zu heiß war, sondern auch am 3:1 gegen Borussia Dortmund am Tag zuvor. Dieses unglaubliche Ereignis im Stadion an der Alten Försterei dürfte nicht nur uns am Anfang einige Sekunden gekostet haben. Auf der Hälfte der Strecke versiegte vielen in unserem Boot die Stimme. Und bis in den letzten Lauf widersetzte ich mich dem Takt … Am Ende sprang Platz 43 heraus. Damit haben wir unser Mindestziel “Nicht kentern und nicht Letzter werden” erreicht.

17. Drachenbootrennen der Union-Fans auf der Ruderstrecke in Berlin-Grünau, Foto: Matze Koch

Unser sportliches Highlight war der 3. Lauf gegen das Boot des Zeughauses, bei dem Sebastian Polter mitpaddelte. Wir liefen einen Drachenkopf vor dem Boot ins Ziel ein und können nun von uns behaupten, zumindest auf dem Wasser schneller als Polti zu sein. Das absolute Highlight war allerdings, wie Trainer Urs Fischer sich während unserer Podcast-Aufnahme an den Tisch und ein Headset aufsetzte, um 10 Minuten mit uns zu plaudern. Der Coach hatte sich etwas Zeit für den Besuch des Drachenbootrennens genommen, bevor er sich am Fernseher die Partie des kommenden Gegners Werder Bremen anschauen wollte (Kurier).

Beim Drachenbootrennen nahm Trainer Urs Fischer (1. FC Union Berlin) spontan am Podcast des Union-Blogs Textilvergehen teil

Trainer Urs Fischer (r., 1. FC Union Berlin) nahm spontan am Podcast des Union-Blogs Textilvergehen teil, Foto: Matze Koch

Wir alle hätten noch viel länger mit dem Coach über das Spiel sprechen können. Zumindest hatten wir aber doch so viel Zeit, um den Trainer erzählen zu lassen, wie wichtig das 0:4 am Anfang gegen Leipzig war, weil es auf sehr brutale deutlich gemacht habe, was in der Bundesliga gefordert sei. Und kurz spricht er auch die ungewöhnliche Stimmung im Verein vor der ersten Partie an, die schon sehr aufgeladen war. Wir erinnern uns: es war das erste Bundesliga-Spiel von Union überhaupt, die Aktion mit den Bildern der Verstorbenen war geplant und der Protest gegen Leipzig wurde ausgiebig diskutiert. Die ganze Podcast-Episode könnt ihr hier hören.

Danke an unseren Hörer @Jangrobi, der Urs Fischer zu unserem Tisch leitete.

Und vielen Dank an die Supportersvereinigung Eiserner Virus für die Organisation dieses wahnsinnigen Events. Das war wie immer einfach toll und wir freuen uns schon auf das nächste Jahr.

Rund um Union

Viel diskutiert wird der Polizei-Einsatz im Gästeblock am Sonnabend. Laut Darstellung der Polizei haben Dortmundfans die Unionfans am Verlassen des Daches gehindert. Danach seien von der Polizei Borussia-Anhänger in Gewahrsam genommen wurden. Das wiederum hätte zum Versuch der Gefangenenbefreiung durch weitere Dortmundfans geführt. Damit begründet die Polizei den Pfefferspray-Einsatz im vollen Block. Zur hitzigen Situation dazu kam, dass einige Unionfans von der Waldseite an der Plexiglaswand auf Sektor-4-Seite auftauchten. Das gibt es alles nachzulesen Bild, BZ und Tagesspiegel.

Für Union gibt es aus dieser Situation zwei Hausaufgaben. Erstens muss wohl oder übel ein zweiter Abgang vom Dach geschaffen werden. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass der Gästeblock jemals wieder so leer sein wird, dass ein gefahrfreier Abgang gewährleistet ist. Und auf längere Sicht scheint die Plexiglasscheibe wohl nicht zu taugen. Dabei fand ich, dass sie ein freundlicher Weg ist, die geforderte Trennung der Blöcke zu vollziehen, aber gleichzeitig nicht wie ein Käfig für Gäste zu wirken. Nun hatten wir gegen Magdeburg und Dortmund den Effekt, dass sich die Kontrahenten durch die Scheibe sahen und dagegenboxten. Das ist einerseits komisch, aber sicher auch nicht zielführend. Ich bin gespannt, ob es einen Weg gibt, hier etwas zu verbessern.

Außerdem meldet die Polizei, dass in  Köpenick ein Mann in Fan-Kleidung eine Frau wegen ihrer Hautfarbe rassistisch beleidigt haben soll.

Sportlich konzentriert sich vieles auf Marius Bülter, der gegen Dortmund zwei Tore erzielte (Berliner Zeitung, Kurier) und auf die Entwicklung vom ersten bis zum 3. Spieltag (Tagesspiegel, Morgenpost). Den Kommentar der Morgenpost, wonach Union dem anderen Berliner Klub Hertha zeigen würde, wie Bundesliga geht, verbuche  ich mal unter der Rubrik “Overreaction Monday”. Ist ja nicht so, als hätte Union in allen 3 Spielen die volle Punktzahl mitgenommen oder die Gegner an die Wand gespielt.

Der Kicker berichtet von Marcus Ingvartsens und Grischa Prömels Verletzung. Außerdem soll noch ein Sechser auf der Wunschliste stehen. Dafür wäre aber nur noch heute Zeit. Ebenso wie für den Weggang von Torhüter Jakob Busk oder Verteidiger Nicolai Rapp. Auch bei den Leihen für Lennard Maloney und Cihan Kahraman wird die Zeit knapp.

Auf den anderen Plätzen

Das 1. Frauenteam hat gestern ein sehr respektables 0:0 bei Rasenballsport Leipzig geholt und dabei sogar einen Elfmeter pariert. Nach 3 Unentschieden in 3 Spielen steht die Mannschaft auf Rang 7 in der Regionalliga. Das 2. Frauenteam hat gestern gegen Berolina 2:1 gewonnen und steht in der Berlin-Liga mit  2 Siegen aus 2 Partien auf Platz 6. Natürlich wieder Anlass für ein Siegerselfie des Teams:

Siegerselfie der 2. Frauen des 1. FC Union Berlin nach dem Sieg über Berolina, Foto: 1. FC Union Berlin Frauen

Siegerselfie nach dem Sieg über Berolina, Foto: 1. FC Union Berlin Frauen

Und sonst so?

Toni Leistner feiert das Zusammenkommen amerikanischer Unionfans mit QPR-Anhängern in New York. Und wir auch. Denn: “Erstmal  steigen wir auf. Dan Pokal. International.”

10 Gedanken zu „Schneller als Polti und eine Plauderei mit Urs Fischer

  1. Gibt doch bestimmt ne spiegelnde Folie für sone Plexiglasscheibe, können sich die Mädels im Auswärtsblock immer selbst bewundern und wenn sie Frauen dabei haben die den Lippenstift nachziehen…

  2. @Toni; @ Frank
    Verbuchen wir es einfach unter Ironie, andererseits sind viele Leute genau so narzisstisch gestrickt.

  3. “Und auf längere Sicht scheint die Plexiglasscheibe wohl nicht zu taugen.” – äh, und wieso nicht? Beim Spiel gegen Magdeburg z.B. war die Plexiglasscheibe nicht das Problem, sondern die Tore, die mal kurz aufgingen.

    Und zumindest für den Außenstehenden sind die Balztänze dies- und jenseits der Scheibe ein faszinierendes Spektakel aus dem Tierreich.

  4. @Dennis: :D schöner Kommentar um in die Woche zu starten. Vielleicht würden sich auch einige erschrecken, wenn sie sich selbst sehen.

  5. Vll. Ne Episode für Panda, Gorilla und Ultra. Oder versuch mit Wassergraben. Abkühlung für Kindereien.

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