Urs Fischer besteht auf einer sportlichen Steigerung

Nach einer 0-4 Niederlage zum Saisonstart gibt es natürlich Kommentare, die sagen, das sei ein Realitäts-Check zur richtigen Zeit und dürfe sich nicht schön geredet werden. Tatsächlich ist so eine Niederlage aber eine gute Erinnerung daran, wie unterschiedlich die Ausgangsposition von Woche zu Woche ist, wenn man als Spitzenmannschaft in einer Liga oder als Mannschaft, die gegen den Abstieg spielt, antritt.

Denn während man sich, um eine Liga zu gewinnen, eher wenige Fehler erlauben darf (okay, außer in der 2. Bundesliga, aber trotzdem), sind Niederlagen wie die von Union gegen Raba Leipzig auf gewisser Ebene egal. Denn es geht nur darum, genug Spiele zu gewinnen, um in der Liga zu bleiben – aber nicht so sehr darum, konstant Ergebnisse einzufahren.

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Mit Mut nach vorn passieren Dinge

Wenn man das Spiel von Union gegen *Leipzig gestern als Unioner*in im Stadion gesehen hat, hat man wahrscheinlich nicht allzu genau auf Taktik geachtet. Außer vielleicht in der ersten Viertelstunde, als man nichts besseres zu tun hatte. Aber danach hat sich nicht nur das geändert, sondern erschien auch das Leistungsgefälle der beiden Mannschaften, zum Beispiel in physischer Geschwindigkeit und Handlungsschnelligkeit, so klar, dass es auf taktische Details nicht anzukommen schien. Die waren aber trotzdem interessant, und wollen wir uns hier in der Taktik-Analyse etwas genauer anschauen.

Union Verteidigung Taktik RB Leipzig

Keven Schlotterbeck und Union mussten viele überfordernde Situation verteidigen. Photo: Stefanie Fiebrig

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Anthony Ujah: “Mir tun immer noch die Ohren weh”

Mein kleines Kind war sichtbar traurig. Es liefen noch die letzten Minuten des Spiels gegen Rasenballsport und er schaute niedergeschlagen und ohne Regung auf den Rasen. Und das mitten in einem Lärm, der sich für diejenigen, die das erste Mal eine Partie im Stadion an der Alten Försterei sahen, merkwürdig anfühlen musste. Als ich fragte, was denn sein, sagte der Junior: “Union verliert. Das finde ich schade. So können die nicht mehr aufsteigen.” Und ich musste daran denken, dass er Union nur als Zweitligist und immer mit einer Sieg-Wahrscheinlichkeit erlebt hatte. Und dann so eine Partie, in der die Mannschaft im Prinzip komplett chancenlos war. “Du musst singen”, sagte ich. “Das machen alle und das gibt Mut, so dass du nicht traurig aus dem Stadion gehst.” Ich nahm ihn dann auf den Arm und wir sangen gemeinsam “Unsere Mannschaft, unser Stolz.”

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11033 Tage und ein paar Stunden

Freudig gespannte Nervosität ist heute Morgen, vor dem ersten Bundesliga-Spiel der Vereinsgeschichte, die bei Union bestimmende Gefühlsregung. Und Ungeduld, noch bis zum Nachmittag warten zu müssen.

Aber diese paar Stunden sind natürlich eine lächerliche Wartezeit im Vergleich zu den 11033 Tagen, die es her ist, dass Union in einem Erstliga-Spiel angetreten ist (und in Sachsen gegen den Meister Dynamo Dresden 5-0 verloren hat, aber lassen wir das.)

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Urs Fischer und elf TV-Kameras

Als ich zum letzten Mal hier war – es kommt einem vor, als sei es eine Ewigkeit her –, zur Pressekonferenz vor den ersten Relegationsspiel gegen Stuttgart, wirkte Unions Trainer Urs Fischer ein wenig nervös. Eine Falte in seiner Wange zuckte ein wenig. Eine Kleinigkeit, aber eine, die man gerade so wahrnehmen kann wenn man genau genug hinschaut. Und die man versteht, wenn man etwas über Fischer liest. Er ist jemand, der besessen davon ist zu gewinnen, und er wusste, dass dieses Hinspiel die Aufstiegsspiele vorentscheiden würde.

1. FC Union Pressekonferenz

Elf Kameras und viele Journalist*innen bei der Pressekonferenz, Photo: Matze Koch

Aber jetzt, vor dem Spiel gegen Leipzig, wirkt Urs Fischer viel entspannter. Er redet ausführlich über seine Spieler, über die technischen Unterschiede zwischen den Sebastians Andersson und Polter, und lobt dabei beide in hohen Tönen. Er spricht darüber, wie hart die Mannschaft gearbeitet hat, wie gut sich die neuen Spieler einfügen, wie man den Gegner beobachtet hat. Er ist locker, leicht zugänglich und lächelt viel. Er sieht aus, als habe er Spaß daran, Witze über die vielen neuen Gesichter in der Pressekonferenz zu machen.

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Urs Fischer and eleven TV-Cameras

Diesen Text von Jacob Sweetman gibt es hier auch auf Deutsch.

When I was last here, what seems like a lifetime ago, in the press conference before the first leg of the first leg-‘Relegationsspiel’ against Stuttgart, Urs Fischer had seemed a little nervous. A muscle in his cheek kept twitching slightly. It was a small thing but ever so slightly perceptible when you looked hard enough. It’s understandable when one starts to read about him. He is a man obsessed by winning, and he knew that the first leg would be the one to define the tie.

Urs Fischer Trainer 1. FC Union

Urs Fischer appeards relaxed at the press conference, Photo: Matze Koch


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Nicht alles ist neu, aber alles ist besser mit Union

Gestern hat die tollste Saison der Bundesliga-Geschichte begonnen. Der Grund für diese Superlativ ist natürlich, dass Union dabei ist. Und bevor man dem jetzt entgegnet, dass der Fußball doch an so vielen Stellen kaputt sei: Ja. Aber früher war auch alles schlecht. Nur eben ohne Union, und deshalb schlechter.

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Ich werde am ersten Spieltag erst weinen, danach schweigen und dann eskalieren

Erinnert ihr euch noch, wie wir alle das letzte Mal im Stadion geheult haben nach dem Relegationsspiel gegen Stuttgart? Weil alle Gefühle, die mit dem Aufstieg kamen, einfach zu viel waren? So ging es mir gestern morgen, als ich mit der U-Bahn zur Arbeit fuhr und mir dieses Video des RBB von der Abholung der Banner für die Ehrung der verstorbenen Unionerinnen und Unioner am ersten Spieltag angeschaut habe.

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Es gibt tatsächlich eine Verlosung der Tickets – aber warum nur von 5500 Karten?

Dass die Tickets für das Spiel gegen Dortmund unter den Mitgliedern ohne Dauerkarte verlost werden, hat der Verein nun gestern auch offiziell kommuniziert. Ein Los ‘ziehen’ kann man im online-Zeughaus zwischen Freitagmorgen und Montagabend.

Tickets 1. FC Union ausverkauft

Dieses Bild wird man in dieser Saison wahrscheinlich oft oder sogar immer sehen, Foto: Matze Koch

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Wenn gegen Dortmund die Tickets verlost werden, ist das wohl die fairste Art der Verteilung

Union reagiert auf die Serverprobleme beim Verkauf der Tickets für das erste Bundesligaspiel gegen Rasenballsport Leipzig und wird wohl die Karten für das zweite Heimspiel verlosen. Dabei kann jedes Mitglied ein Los ziehen (für das Los gibt es 4 Tage Zeit) für einen Platz der Wahl. Dabei muss man sich also schon festlegen. Und dann wird unter denjenigen ausgelost. Das fühlt sich natürlich ungerecht an, weil die Entscheidung für eine Karte jetzt bei einer höheren, nicht greifbaren Macht liegt. Aber andererseits sind nun nicht diejenigen gekniffen, die in der Verkaufszeit arbeiten müssen oder sich an der einen oder anderen digitalen Hürde nicht vorbeimogeln konnten. Von Netzverbindungen und der Serverlast bei Union (und dessen Dienstleister) möchte ich gar nicht erst sprechen. Hier noch einmal ein Screenshot, den ich gestern noch machen konnte, bevor Union die Zeughaus-Website wieder offline genommen hat. Wahrscheinlich wird Union das Verfahren sehr zeitnah offiziell bekanntgeben. Ob das dann bei jedem Spiel zum Einsatz kommen wird, ist nicht bekannt.

Verlosung der Tickets 1. FC Union Berlin gegen Borussia Dortmund

Screenshot: Union-Zeughaus

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