Was Fürstners Verpflichtung für Parensen, Polter und Jopek bedeutet

Das nenne ich mal eine ganz schnelle Einigung. Nur eine Woche nach dem Besuch von Stephan Fürstner im Stadion an der Alten Försterei kam die Unterschrift unter den Vertrag zwischen dem defensiven Mittelfeldspieler und Union. Persönlich hätte ich bei einem 27 Jahre alten Profi durchaus eine längere Vertragslaufzeit als zwei Jahre erwartet. Aber wahrscheinlich wollen beide abwarten, ob der gemeinsame Wunsch Aufstiegskampf (nicht nur oben mal anklopfen) auch verwirklicht werden kann. Für diesen Fall gibt es eine leistungsbezogene Option auf ein weiteres Jahr. Artikel dazu findet ihr bei Kurier und Bild.

Union - F¸rth 2014/15Foto: Matze Koch

Mein Lieblingskommentar zu Fürstner kommt von Benjamin, der auf unserer Seite bei Facebook kommentiert hat:

Fürstner ist so ein Spieler den man lieber im eigenen Team hat. Er geht dahin, wo es weh tut und langt mal zu. Ähnlich wie Brandy. Bei uns kann er alles machen, wofür wir ihn woanders hassten.

Mit der Verpflichtung dürfte die ständig vakante Stelle des Sechsers seit dem Weggang von Markus Karl wieder eindeutig besetzt sein. Ja, Damir Kreilach hat dort lange gespielt und kann das auch, doch wäre dadurch das offensive Potential des Kapitäns verschenkt. Der Vertrag hat aber noch weitere Bedeutungen neben der Besetzung einer offenen Planstelle. Für die möglichen Gespräche mit Stürmer Sebastian Polter ist das ein deutliches Zeichen, dass Union sich qualitativ verstärken möchte, um oben anzugreifen. Könnte ein Mosaiksteinchen dafür sein, um Polter zum Bleiben zu überreden, wenn Mainz ihn nicht haben möchte. Ich hebe mal die Kurier-Prognose für einen Polterverbleib von 20 auf 21 Prozent ;)

Union Training 2014/15Foto: Matze Koch

Sehr direkte Auswirkungen hat die Verpflichtung auf die Verhandlungen mit Michael Parensen (28) über eine Vertragsverlängerung. Dabei wäre wichtig zu wissen, was der Allrounder in seiner Karriere als Fußballprofi noch vorhat. Ich kann mir eine Verlängerung gut vorstellen. Dann allerdings nicht mehr als klare Nummer eins auf einer Position, sondern als Backup für viele. Schnelligkeit und Kopfballstärke sind nicht seine Stärke, was einen Einsatz auf der linken Abwehrseite immer mehr zu einem Risiko macht. Einen Abschied halte ich aus objektiver Sicht ebenfalls für möglich (die Morgenpost auch), auch wenn das emotional sehr schwer wäre. Kaum jemand hat sprichwörtlich so seine Knochen für Union hingehalten wie Michael Parensen. Aber vielleicht geht er und bleibt gleichzeitig. Das wäre dann das, was Torsten Mattuschka nicht geschafft hat.

Bleibt noch Jopek. Dem Jungen alleine für die Doppelsechs einen neuen Vertrag geben, halte ich für verschenkt. Gemessen an dem Potential. Woran es liegt, dass er es momentan nicht abrufen kann, weiß ich nicht, doch mir blutet das Herz ein bisschen. Vor allem, wenn ich an seine Leistungen vor seinem Kreuzbandriss denke. Die Mannschaft wird solche Leute im Team brauchen, wenn es darum geht, sich gegen massiert stehende Vereine durchzuspielen. Norbert Düwel, übernehmen Sie!

Weitere Nachrichten: Im Kicker stand, dass Präsident Dirk Zingler und Trainer Norbert Düwel die Top20 bzw. Top21 (Relegationsplatz) anpeilen. Das ist nicht neu, aber wichtig für alle bei Union, sich dieses Ziel noch einmal in Erinnerung zu rufen: Wenn extern (Sponsoren/mögliche Anteilseigner einer noch auszugliedernden Kapitalgesellschaft) nicht mehr Geld zufließt, können die Einnahmen durch sportliche Erfolge gesteigert werden. Ich mag die etwas offensivere Herangehensweise im Vergleich zum ewigen “oben mitspielen und mal sehen, was dann geht” unter Uwe Neuhaus. Vom finanziellen Volumen hatte Union schließlich 2013/14 einen Aufstiegskader.

Sonst so: Christopher Trimmel war wieder nicht im Kader für Österreich (BZ). Und Simon Terodde will in die Bundesliga (Kicker). Dafür hätte er aber auch bei Union bleiben können.

Die BVG plant an der Straßenbahn-Haltestelle am Stadion herum (Berliner Zeitung). Ich lese vor allem viel “soll” und andere Absichtserklärungen, garniert mit etwas “wenn” und “könnte” heraus. Am Ende läuft es bestimmt darauf hinaus, dass Dirk Zingler persönlich den Betonmischer vorfährt, um die Haltestelle zu verlängern und die BVG fährt zur Eröffnung mit dieser Straßenbahn vor …

herthatramFoto: Sebastian Fiebrig

Stadionverbote fordern statt sich mit den Ursachen beschäftigen

Bernd Schultz ist Präsident des Berliner Fußballverbands. Eigentlich könnte nach diesem Satz Schluss sein, weil er mit dem Profifußball in Berlin nichts zu tun hat und über die Attraktivität des Amateurfußballs in unserer Stadt schweige ich lieber. Aber Bernd Schultz hat eine starke Meinung zu dem Überfall auf das Kleinfeld-Spiel der AK40 zwischen Union und BFC am Freitag Abend:

Im Gegensatz zu Stimmen beim 1. FC Union bin ich der Meinung, dass konsequent durchgeführte Stadionverbote durchaus ein Mittel sind.

Das sagt er in der Bild. Wie Stadionverbote den Vorfall am Freitag Abend verhindert hätten, verschweigt Bernd Schultz. Aber ich helfe ihm da gerne aus: Sie hätten nichts verhindert. Das häufige Mittel eines bundesweiten Stadionverbots ist nicht bis zu Spielen der AK40 gültig. Im Zweifelsfall hätte ein lokales Betretungsverbot da mehr Wirkung gehabt. Allerdings bringt das auch nichts bei Spielen ohne Ordnungsdienst und Sicherheitskonzept. Im Falle einer Festnahme von Tätern könnten diese höchstens noch für den Verstoß gegen das Verbot belangt werden. Aber als Präventivmaßnahme bringt das soviel wie ein Schild am Sportplatz, auf dem steht “Schägerei verboten!”

Foto: Matze Koch

Im Kurier relativiert Schultz die Forderung nach Stadionverboten, indem er dort sagt: “Die sind zwar nicht das allein seligmachende Mittel. Aber es wäre ein klares Zeichen gewesen.” Ein Zeichen setzen, auch wenn es nichts bringt. Nichts verdeutlicht die Erfolge des Berliner Fußballverbandes mehr als dieser Satz. Das ist pure Hilflosigkeit gepaart mit Aktionismus.

Kommen wir zum nächsten, dem BFC Dynamo. Der Klub schreibt auf seiner Website: “Der BFC Dynamo verurteilt diesen feigen Überfall und fordert eine lückenlose Aufarbeitung der Vorfälle durch den 1. FC Union.” Wieder so eine Forderung. Ich verurteile diesen Überfall auch, wie ich jede Schlägerei verurteile. Apropos lückenlose Aufklärung: Wie hat der BFC den Einsatz von Feuerlöschern seiner Anhänger gegen die Polizei bezeichnet, der für den Großteil der verletzten Polizisten beim Regionalliga-Derby verantwortlich war? Hier haben wir es: “Beim Verlassen des Gästeblocks, nach Ende der Partie, kam es aufgrund der versperrten Abgangswege vereinzelt zu Auseinandersetzungen zwischen Fans des BFC Dynamo und den Ordnungskräften, wobei es leider mehrere Verletzte gab.”

Und auch der 1. FC Union sollte nicht zu kurz kommen. Unabhängig von strafrechtlichen Aufarbeitung durch die Polizei hätte ich gerne eine Auseinandersetzung im Verein darüber, wie der Umgang mit dem BFC in Zukunft aussehen soll. Wo ist denn die Grenze, wenn ein paar provozierende Nasen bei einem Altherrenspiel zu solch einer Selbstjustiz führen? Gilt das demnächst auch für Jugendspiele? Auch die Dimensionen sollte sich jeder vor Augen führen. Was hat der 1. FC Union durch solche Vorfälle zu verlieren?

Und dann noch dieser Kommentar im Kurier, in dem Bunki einen Traum aufschreibt, in dem alle dem BFC die kalte Schulter zeigen. Ein anderer sei ihm gerade zerstört wurden:

Der, dass ich mit meiner Tochter, der Bunkine, ungestört in die Alte Försterei gehen kann. Und nicht immer vorsichtig in den Busch gucken muss, ob da irgendwelche Kasperköppe daraus hervorspringen. Danke dafür!

Ich weiß ja nicht, in welche Försterei Bunki geht, aber ich gehe seit Jahren mit meinen Kindern ins Stadion. Und zwar immer Stehplatz. Von Sektor 3 bin ich in den inoffiziellen Familienblock Sektor 4 umgezogen. Weil dort einfach mehr Platz ist. Der gefährlichste Moment, den ich erlebe, ist der, wenn ich die “Purzelchen” vergessen habe. Ernsthaft Bunki, komm doch mal rüber und schau es Dir an.

Podcast zum Thema Kollektivstrafen beim 1. FC Köln

Anlässlich der Auseinandersetzungen zwischen organisierter Fanszene und dem 1. FC Köln war ich gestern Abend beim Bockcast zu Gast. Neben mir sprachen zwei Effzeh-Fans und Maik vom Fanzine Übersteiger des FC St. Pauli. Je länger ich über dieses Gespräch nachdenke, desto mehr bin ich der Meinung, dass die Haltung des 1. FC Union nicht naturgegeben ist und wir sie auch schützen müssen. Vor Leuten wie Bernd Schultz und Leuten, die deutlich mehr Druck ausüben können.

Den ganzen Podcast gibt es hier.

Jede Schlägerei schadet Union

“Wo Dummheit auf verletztes Ehrgefühl trifft”, hätte eine gute Überschrift für die Schlägerei beim Punktspiel zwischen der AK40 des 1. FC Union und des BFC Dynamo auf dem Kunstrasenplatz neben der Ballspielhalle Hämmerlingstraße sein können. Aber von Anfang an:

Am Freitag Abend griffen ungefähr 20 bis 30 Union-Anhänger die Fans der Gästemannschaft der AK40 des BFC Dynamo an. Das Spiel musste unterbrochen werden. Verletzt wurden zwei Gästefans und ein Spieler des BFC.

Foto: Matze Koch

Soweit die Fakten. Union verurteilt diesen Angriff in einer offiziellen Mitteilung. Es ist nun bereits das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass Union-Anhänger BFC-Fans angreifen. Welche Auswirkungen das auf das größere Gefüge haben wird, kann sich jeder ausrechnen. Es wird Union auf jeden Fall schwerer fallen, bei Politik und Polizei für seine Anhänger einzutreten und dabei Erfolge zu erzielen. Vor Inkrafttreten des neuen Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes (ASOG) in Berlin wird im Tagesspiegel beispielsweise die Verlängerung der möglichen Inhaftierung von möglichen Straftätern vor möglichen Auseinandersetzungen mit den Randalen beim Derby Union II gegen BFC begründet. Es muss jedem bei Union klar sein, dass jede noch so kleine Schlägerei mit dem 1. FC Union in Verbindung gebracht werden wird. In diese Richtung zielt auch der Tagesspiegel-Artikel: Der Ruf wird ruiniert

Und dabei ist es egal, wie hirnbefreit man sein muss, um Schmähgesänge gegen Union anzustimmen, wenn nur wenige Meter entfernt in der Fankneipe “Abseitsfalle” beim Quiz “Wer wird Unionär” eine nicht unbeträchtliche Zahl von Anhängern der organisierten Fanszene anwesend ist. Als ob ich zum “Dü-dü-dü-Lied” ins Sportforum nach Hohenschönhausen fahren würde.

Das entschuldigt die Schlägerei bei einem Punktspiel nicht. Mir fehlt immer noch ein Weg, sich mit dem BFC auseinanderzusetzen ohne gleich in Polizeiberichten zu landen. Daran hat sich seit dem Spielabbruch in Stockholm Anfang des vergangenen Jahres nichts geändert. In die Richtung geht auch der Kommentar im Berliner Kurier. Diejenigen, die mit dem BFC Dynamo noch Rechnungen offen haben, sollten sich genau überlegen, wie sie diese Auseinandersetzung in Zukunft führen wollen. Denn wenn diese weiter so wie bisher laufen, sehe ich eine mögliche Bruchlinie zwischen Verein und organisierter Fanszene und auch innerhalb der Fanszene.

Eine andere Sicht auf die Ereignisse hat Marko auf Facebook:

Screenshot 2015-03-29 13.15.17

Die Verantwortung von Polizeimeldungen und der Sinn von Recherche

Unabhängig davon gab es gestern auch wieder zu beobachten, was passiert, wenn Polizeimeldungen komplett kopiert werden. So sprach die Polizei in der ersten Meldung von einem Freundschaftsspiel zwischen BFC und Union und einem kompletten Spielabbruch. Entsprechend lautete die Zeile der Polizeimeldung “Den Begriff Freundschaftsspiel wohl nicht verstanden”.

Heraus kam zunächst so etwas:

Der Tagesspiegel ist hier nur ein Beispiel. In dem Fall reagierten die Onlineredaktionen aller Berliner Medien ähnlich. Publizieren statt recherchieren. Erst nach Intervention mindestens eines Berliner Journalisten änderte die Berliner Polizei ihre Meldung. Weitere Berichterstattung zum Fall findet ihr hier: Berliner Zeitung, Morgenpost, Kurier

Wenn ihr Lust auf angenehme Unterhaltung habt, kommt doch 13.30 ins Zoschke-Stadion zum Regionalliga-Spiel der U23 gegen Viktoria oder 15 Uhr zur Autogrammstunde von Sebastian Polter und Christopher Quiring ins Forum Köpenick.

Stephan Fürstner aus Fürth könnte Unions neuer Sechser werden

Der Kurier berichtet, dass Union an Stephan Fürstner interessiert ist. Wobei “interessiert” noch eine Untertreibung ist. Schließlich war der defensive Mittelfeldspieler aus Fürth am Montag zu Besuch bei Union. Die Verpflichtung des 27-Jährigen wäre ein guter Schritt, um die Mannschaft für künftige (vielleicht höhere) Aufgaben zu komplettieren. Ein fester Sechser, der sowohl das schnelle Konterspiel beherrscht, als auch den Spielaufbau gegen einen tief gestaffelten Gegner, fehlt aktuell. Die Frage ist, was Stephan Fürstner noch in seiner Karriere erreichen will. Mal im Stadion an der Alten Försterei Heimspiele austragen, tatsächlich in die Bundesliga aufsteigen … Ich weiß es nicht. Aber der neue Vertrag dürfte für den Profi aus Fürth der sogenannte letzte große Vertrag werden.


Foto: Matze Koch

Für Wirbel sorgt weiter der Versuch des Verfassungsschutzes, bei Union V-Leute anzuwerben. Die Berliner Zeitung bezeichnet den Anbahnungsversuch als dilettantisch. Das ist allerdings kein Argument, das gegen den Verfassungsschutz spricht. Der Dilettantismus des Geheimdienstes im Umgang mit V-Leuten ist legendär. Laut BZ wird der örtliche Bundestagsabgeordnete von Treptow-Köpenick mit dem Innenministerium Kontakt aufnehmen.

Und sonst so: Maxi Thiel trainiert wieder und soll bei gutem Verlauf im Mai noch ein paar Spiele machen, vermeldet die Bild. Kosovo verliert 0:2 gegen Bremen. Mitgespielt hat nur Valmir Sulejmani. Morgen um 11 Uhr spielen die Union-Frauen auch gegen Werder. Zweite Bundesliga Nord im Stadion Dörpfeldstraße.

Der Geheimdienst interessiert sich für Unions Fanszene

Ich bin etwas fassungslos und stehe vor einem Rätsel. Gestern gab die Eiserne Hilfe bekannt, dass es mehrfache Anwerbungsversuche des Verfassungsschutzes bei einem Unionfan gegeben habe. Mal davon abgesehen, wie die Einstellung zu V-Leuten ist, frage ich mich, warum die Fanszene des 1. FC Union Ziel des Inlandsgeheimdienstes wird.

Bisher tauchten Anhänger von Union nur einmal im brandenburgischen Verfassungsschutzbericht auf. Das war vor zwei Jahren und es ging um die Gruppierung Crimark, die kurz danach Auftrittsverbot bei Union erhielt. Seitdem tauchte die Gruppe und damit Union nicht mehr in Berichten des Geheimdienstes auf. Im letzten Tätigkeitsbericht des Berliner Geheimdienstablegers vom Juli des vergangenen Jahres (pdf) tauchen keine Berliner Fußballvereine auf. Deshalb würde mich schon interessieren, welche gesellschaftlichen Umstürze bei Unionfans aktuell angeblich geplant werden. Die offiziellen Beobachtungsfelder in Berlin sind übrigens: Rechtsextremismus, Linksextremismus, Ausländerextremismus und Spionage.

Der einzige Zusammenhang, den ich mir aus Ereignissen der letzten Monate erklären könnte, wäre der Versuch eines als Union-Anhänger bezeichneten Hooligans, Hogesa-Strukturen in Berlin aufzubauen.

Testspiel in Erkner bringt Spielpraxis und viele Tore

Mein Vorschlag als Zeile über das 14:1 beim Landesligisten FV Erkner wäre: “Torjäger aus Union-Nachwuchs schon jetzt besser als Sebastian Polter”. Der A-Junior Nils Stettin traf bei dem Test gleich fünf Mal und damit einmal mehr als Sebastian Polter (4 Treffer). Wo wir gerade beim Stürmer sind, macht die Bild aus dem Konjunktiv der Kicker-Meldung aus Mainz (Trainer Martin Schmdit sagte: “Wenn er so weitertrifft, ist er durchaus denkbar.”) ganz schnell eine Tatsache: “Dort ist er jetzt Teil der Kaderplanung für die nächste Saison geworden.”

Zurück zum Test gegen Erkner. Die Eisernen haben ein paar Bewegtbilder vom Spiel:

Kämpfen Benny!

Einen Gruß aus dem Krankenhaus schickte Benjamin Köhler. Wir sind weiter bei Dir, Benny!

koehler

Steven Skrzybski bleibt bei Union und Erkner ruft

Bei Sportkommentatoren ist Steven Skrzybski bestimmt genau so beliebt wie in den 90ern Michael Rzehaczek vom VfL Bochum. Der wurde dann einfach “Ratschi” genannt. Für Skrzybski hat sich noch kein einfacher Name gefunden. Aber dafür ein Vertrag bis 2018.

Union Training 2014/15Foto: Matze Koch

Der Stürmer hatte unter dem vorherigen Trainer Uwe Neuhaus immer ein bisschen Pech. In der Wintervorbereitung zerschoss er im Training die Netze, um sich dann im Frühjahr, wenn die Unionstürmer traditionell schwächeln, sich eine Verletzung einzutreten. In der Zeit hat er an seinem “sexy Body” gearbeitet und ist dadurch sehr robust geworden. Kein Vergleich mit dem schmächtigen Skrzybski von vor drei Jahren.

Über die Vertragsverlängerung berichten: Kurier, BZ/Bild

Obwohl vor allem das defensive Gerüst der Mannschaft eine Baustelle ist, auf der Norbert Düwel und sein Team genug zu tun haben, ist immer wieder der Sturm ein Thema. Die BZ bringt einen Text, der mit “Terodde, der Torjäger den Union nicht mehr wollte” überschrieben ist.

Ich bin voll bei dieser Antwort:

Und als ob Wasserstandsmeldungen Bewegung in den Fall Polter bringen würden, zitiert der Kicker Mainz-Trainer Martin Schmidt zur Frage, ob Sebastian Polter ein Kandidat für die nächste Saison in Mainz wäre, mit: “Wenn er so weiter trifft, ist er durchaus denkbar.” Das ändert natürlich alles ;)

Wer es heute 16.30 nach Erkner schafft, wird wahrscheinlich ein Team ohne Fabian Schönheim (Adduktoren), Björn Jopek (Infekt) und Steven Skrzybski (Sprunggelenk) sehen.

erkner

 

Update von 11:25 Uhr: Beim Tagesspiegel gibt es noch etwas mehr zum Spiel der Unionprofis Zejnullahu, Nebihi und Sulejmani für Kosovo gegen Eintracht Frankfurt (0:0) zu lesen. Sehr schön, dass uns wenigstens mal ein kleiner Einblick gegeben wird, wie es ist, Sport für ein kleines Land zu machen. Vor allem, wenn ein Großteil gar nicht in dem Land lebt. Ich bin sehr gespannt, wie es für Kosovo weitergeht und wie sich die Identität ausprägt. Litauen als größeres Land hat ebenfalls über die Welt verstreute Landsleute und macht deshalb so etwas wie die Weltspiele der Litauer (Lithuanian World Games), um eine gemeinsame Identität über den Sport beizubehalten.

Auf Wiedersehen, 11mm!

Auch das beste Festival geht mal zu Ende. Mit der Shortkicks-Gala sagt 11mm für dieses Jahr Auf Wiedersehen. Es war mir eine große Freude, dabei sein zu dürfen! Ich freue mich auf 2016.

Drei Unioner beim 0:0 des Kosovo gegen Eintracht Frankfurt auf dem Platz

Gestern Abend spielte Kosovo mit drei Unionern im Team im Freundschaftsspiel gegen Eintracht Frankfurt 0:0. Angesichts der Thomas-Schaaf-Defensive bei den Hessen weiß ich gar nicht, welcher Mannschaft ich mehr zu den null Gegentoren gratulieren soll.

Kosovo - Frankfurt 2015
Foto: Matze Koch

Von den Unionern stand nur Valmir Sulejmani in der Startelf. Matze Koch war sogar vor Ort.

#fcunion international. #Kosovo #eintrachtfrankfurt. Nur die Harten sind vor Ort.

A photo posted by Matze Koch (@matzekoch_) on

In der zweiten Halbzeit kamen noch Eroll Zejnullahu und Bajram Nebihi auf das Feld. Wer Interesse an bewegten Bilder hat, bitte sehr:


Eintracht Frankfurt vs Kosovo 0-0 Full… von enteritament

Medial bin ich etwas gelangweilt. Wer Interesse an der Torwartsituation bei Union hat, wird bei BZ/Bild und Kurier sicher fündig. Achtung Spoiler: Noch ist nichts entschieden.

Und ob der VfR Aalen nun zwei Punkte wegen Verstößen gegen die Lizenzbedingungen erhalten hat oder nicht, dürfte zumindest aus sportlicher Sicht bei Union niemand interessieren. Auch wenn die BZ anderes behauptet. Zehn oder zwölf Punkte Vorsprung auf Aalen machen für Union keinen Unterschied. Denn hier gilt allein: Vor dem Erreichen der 40 Punkte jubelt niemand. Noch zwei Siege also.

Es sind die kleinen Dinge

Da wir uns auch sonst so an kleinen Dingen erfreuen können, möchte ich an dieser Stelle behaupten, dass der Union-Fanshop mindestens die schönsten Kartons der Liga verschickt. Ach was, das sind die schönsten überhaupt.

Wow! Was für stylishe Kartons der #FCUnion verschickt.

A photo posted by Thilo (@thilo2000) on

Sebastian Polter auf Trabi-Safari

Erst einmal die niedrig hängenden Früchte pflücken. Das könnte die Strategie von Union in Person von Manager Nico Schäfer sein, wenn er an die vom Trainer gewünschte Kaderzusammenstellung für die nächste Saison geht. Am ehesten klarzumachen sind dabei die Verlängerungen auslaufender Verträge (Beispiel Christopher Quirings neuer Vertrag bis 2017 aus der vergangenen Woche) und das Ziehen von Kauf-Optionen in Leihverträgen (das wären Martin Kobylanski und Maxi Thiel). Währenddessen geht es auch darum, ablösefreie Spieler anzusprechen und nicht nur finanziell von Union zu überzeugen. Für Vorort-Führungen bietet sich die aktuelle Länderspielpause an. Checkt als die Webcams im Stadion. Vielleicht war der neue Sechser gestern schon zu Besuch und hat sich alles angeschaut …

Union - St. Pauli 2014/15Foto: Matze Koch

Als letztes oder vorletztes steht Sebastian Polter auf dem Programm. Dass sein sportlicher Ehrgeiz und seine Karriereziele für ihn Vorrang haben, ist klar. Die Frage ist, ob Union ihm Bundesliga wird bieten können. Im lesenswerten Interview mit der BZ/Bild macht der Angreifer das auch deutlich:

Einerseits will ich mich sportlich weiterentwickeln und irgendwann vielleicht in der Nationalelf oder in internationalen Wettbewerben spielen. Da ist es sinnvoller in der 1. Bundesliga zu spielen. Als Zweitligaspieler kann man nicht Nationalspieler werden. Andererseits weiß ich es zu schätzen, was ich an Union habe.

 

Ich werde am Ende der Saison alles abwägen und mit dem engsten Familien- und Berater-Kreis eine Entscheidung fällen. Ich hoffe, dass es die richtige ist. Die sportliche Zukunft ist mir am wichtigsten.

Am besten gefällt mir das Bild mir Sebastian Polter vor dem himmelblauen Trabant und sein Vorhaben, sich im Sommer eventuell mit seiner Frau ein Trabi-Cabrio auszuleihen. Vielleicht sollte sich die gesamte Mannschaft als Event zum Teambuilding für eine Trabi-Safari (hier oder hier) anmelden. Zweitakter gibt es in Mitte genug.

Union endlich auch einmal von der Länderspielpause betroffen

Martin Kobylanski spielt mit Polens U21 und Christopher Trimmel ist für Österreich auf Abruf. Bajram Nebihi, Eroll Zejnullahu und Valmir Sulejmani sind für den Kosovo im Einsatz. Über das kosovarische Trio berichten Kurier und Morgenpost. Das Land ist nicht komplett anerkannt, weil der Weg zur Unabhängigkeit umstritten war. Details bitte woanders nachlesen, dafür reicht hier der Platz nicht. Aber ein Amselfeld spielt eine nicht ganz unwichtige Rolle darin.

Steffi hat übrigens gestern beim 11mm-Fußballfilm-Festival Torsten Mattuschka in der Kurzfilmjury getroffen:

 

Fußballfilme für die Ewigkeit.

Es gibt eine Handvoll Fußballfilme, die Fußballfan oder nicht, das Leben eines jeden Menschen bereichern. Weil sie klüger machen, und glücklicher auch. Zwei davon habe ich am Wochenende beim 11mm-Fußballfilmfestival gesehen, “Superjews” und “Next Goal Wins“.

11mm-programm

Berlin ist in diesem Jahr Austragungsort der europäischen jüdischen Sportwettkämpfe, der Maccabi Games. Deshalb hat 11mm den Schwerpunkt “Jüdische Fußballwelten” ins Programm genommen und eine Filmreihe gezeigt, die sich mit jüdischen und israelischen Fußballgeschichten beschäftigt. In dieser Reihe lief auch “Superjews” – ein Dokumentarfilm über die Fans von Ajax Amsterdam. Die aus Israel stammende Regisseurin Nirit Peled hat Israel verlassen. In Amsterdam findet sie die Symbole ihres Heimatlandes in einem ganz fremden Kontext wieder: Im Fußball. “Superjuden” nennen sich die Ajax-Fans, die zunächst als Juden beschimpft wurden und die Bezeichnung daraufhin für sich übernommen haben. Nirit Peled ist verwundert, erschrocken, irritiert – und dann fragt sie sich durch. Wie meinen die das?, möchte sie wissen. Und muss kulturelle Aneignung etwas negatives sein? Sie sammelt Standpunkte, lässt ihre Protagonisten ausreden und versucht, ihre eigene Position dabei zu finden. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, belehrt zu werden. Dennoch wissen am Ende alle Beteiligten etwas über die Kraft von Symbolen, das sie vorher nicht wussten.

Der zweite Film und mein Favorit des Festivals ist “Next Goal Wins”, der die Nationalmannschaft von Amerikanisch-Samoa bei dem Versuch begleitet, sich für die WM in Brasilien zu qualifizieren. Das Team war über Jahre hinweg das schlechteste der Welt. Dann übernahm Thomas Rongen das Traineramt und formt eine Mannschaft – und, was noch ein bißchen schöner ist: Die Mannschaft formt ihn. Ein weißer Atheist, der an gar nichts mehr glaubt, weil sein Kind gerade tödlich verunglückt ist, gerät in ein spirituelles, polynesisches Land. Ein Mann, der es gewohnt ist, Männerfußballteams zu trainieren, findet sich damit zurecht, dass in seinem Team eine Fa’afafine spielt, eine Transgender-Spielerin, die in der dortigen Gesellschaft komplett akzeptiert ist. Am Ende rettet sie den ersten Sieg des Teams, weil sie eben auch ein knallharter Innenverteidiger ist. Ein Torwart, der über die gesamte Dauer seiner Karriere hinweg niemals ein Spiel gewonnen hat, kehrt in die Mannschaft zurück und besiegt sein Trauma. Mit leichter Hand porträtiert der Film Spieler und Trainer und zeigt, wie leicht es sich lebt, wenn man nicht so viele Vorurteile durch die Gegend schleppt. Das gesamte Kino hat am Ende vor Glück geheult. Ein unfassbarer und ganz großartiger Film!

Wer heute Abend noch nichts vorhat: Es ist der letzte Abend des 11mm-Festivals, das traditionell mit einem Kurzfilmabend endet. Die “Short Kicks” sind etwas Besonderes, und ich habe die Ehre und das Vergnügen, Knut Kircher in der Jury zu vertreten und neben Torsten Mattuschka auf der Bühne zu stehen.