Es ist endlich an der Zeit, Grischa Prömel zu loben

Achselzucken. Das ist ein bisschen meine Reaktion auf das 1:1 in Bielefeld. Nicht, weil mich das Spiel nicht interessieren würde. Sondern weil nicht allzu viel passiert ist. Union hat nicht großartig anders gespielt als in den vergangenen Wochen. Und die Mannschaft hat nicht den Kopf verloren, als sie den Ausgleich kassierte. Wieder einmal hat sich das Team gesagt, es sei besser, den Punkt mitzunehmen, als zu verlieren. Das stimmt. Aber wenn wir die Punktausbeute der vergangenen Partien mit nun drei Unentschieden in Folge betrachten, dann hätten ein Sieg und zwei Niederlagen den gleichen Ertrag gebracht. Wobei ich mir sicher bin, dass dann die Betrachtung deutlich negativer wäre als jetzt. Es waren individuelle Fehler gegen Duisburg, die den sicher geglaubten Sieg gekostet haben. Und es war die Entscheidung von Rafal Gikiewicz, doch nicht die sehr gut geschlagene Flanke abzufangen, die am Ende den Sieg in Bielefeld gekostet hat. Das sind 4 Punkte weniger als von der Leistung her drin waren.

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Woher kommt eigentlich Unions Defensivstärke, und wo war sie in der zweiten Halbzeit?

In Bielefeld spielt Union schon wieder, und nun schon zum dritten Mal in Folge, unentschieden. Und das, anders als zuletzt gegen Duisburg, ohne Drama. Aber auch ohne neue Impulse im Offensivspiel, das diesmal von nach vorn stoßenden Außenverteidigern, Dribblings von Akaki Gogia, und Abschlüssen von Grischa Prömel geprägt wird.

Doch die andere Seite von Unions stagnierendem Offensivspiel ist, dass die Defensive stabil genug ist, Spiele mit durchschnittlicher Produktion im Angriff zumindest nicht zu verlieren. Gegen Bielefeld war auf den ersten Blick deutlich sichtbar, dass Unions Defensive effektiv ist: Die Ostwestfalen waren bisher mit 17 Schüssen pro Spiel das Team mit den meisten Abschlüssen in der Liga. Gegen Union hatten sie nur sechs. Und von diesen sechs Schüssen entstanden nur zwei aus dem Spiel. Woher kommt nun diese defensive Stabilität?

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Sebastian Bönig macht sich unabhängig

Das Thema des Spiels nachher von Union in Bielefeld (Anpfiff 13 Uhr) können wir ganz gut unter starke Offensive (Bielefeld schießt unglaublich häufig auf das Tor, mehr dazu hat Daniel gestern an dieser Stelle geschrieben) gegen starke Defensive (Union) zusammenfassen. Das Gefühl eine stabile Verteidigung zu haben (und das bezieht sich nicht nur auf die Verteidiger, wie die Berliner Zeitung zurecht herausarbeitet), beruhigt unglaublich. Ich bin aber tatsächlich gespannt darauf, wie die Mannschaft von Urs Fischer sich heute auf der Alm schlägt. Das waren in der Vergangenheit ja durchaus kuriose Spiele (ich erinnere mich noch an das 4:4 vor zwei Jahren).

Die Union-Mannschaft nach dem 4:4 in Bielefeld am 28.08. 2016, Foto: Matze Koch

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André Hofschneider wird Cheftrainer ohne eine Mannschaft

Die wichtigste Nachricht aus Urs Fischers Spieltagspressekonferenz ist für die Berliner Medien, dass Sebastian Polter nicht mehr weit davon entfernt zu sein scheint, wieder für die Mannschaft in Frage zu kommen. Auch wenn Polter wieder im Mannschaftstraining ist, dürfte das aber noch nicht in Bielefeld oder gegen Kiel am Dienstag der Fall sein. Und dank der Leistungen von Sebastian Andersson besteht eigentlich auch keine zu große Hektik, Polter vielleicht zu früh wieder spielen zu lassen. Dass Union offensiv noch Probleme hat, liegt eher nicht an der Besetzung des Sturmzentrums.

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Andy Gogias Ausflug auf den Kreuzberg und die glaziale Serie

Kurz vor der Spieltags-Pressekonferenz heute um 12 Uhr (live auf AFTV oder Facebook) ist es ruhig bei Union. Mir fast ein bisschen zu ruhig. Bild/BZ erklärt uns die Tattoos von Robert Zulj und der Kurier freut sich immer noch am Flügeleinsatz von Marcel Hartel. Dazu hat vor dem Auswärtsspiel in Bielefeld am Samstag die dortige Polizei einen Fanbrief für die Gästefans geschrieben.

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Ken Reichel findet, dass sich Berlin seit 2004 wahnsinnig verändert hat. Das gleiche können wir von Union sagen

Unions U21 (so eine Mannschaft gibt es offiziell nicht, aber der Name passt am besten) verlor gestern 2:3 gegen Aalborg BK. Mal wieder mit einem schönen Freistoß zeigte sich dabei Beko Taz. Von den Profis spielten sonst noch Jakob Busk, Eroll Zejnullahu und Lennard Maloney mit. Den ganzen Spielbericht gibt es auf der Union-Website und Highlights vom Spiel auf AFTV.

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Andy Gogia spielt langsam so, wie wir es uns schon letzte Saison erhofft haben

Ich habe mir gestern in Vorbereitung des Auswärtsspiels am Sonntag Sonnabend das 0:0 von Bielefeld in Magdeburg angeschaut. Dabei war ich nicht allein, denn zumindest auch Rafal Gikiewicz schaute sich das Spiel an und bezeichnete das Schauen in seiner Insta-Story als “Hausaufgabe”. Bielefeld empfand ich als das spielerisch bessere Team mit direkterem Zug zum Tor. Aber statt die Arminia noch intensiver zu beobachten, schaute ich gerade in der ersten Hälfte mehr auf die Gastgeber. Denn die machten den Eindruck, als ob sie mit Messern zwischen den Zähnen den ersten Sieg der Saison holen wollten, so aggressiv kamen sie herüber. Speziell Dennis Erdmann war etwas drüber, als er nach einer heftigen Grätsche seinem Mitspieler auch noch Weinerlichkeit unterstellte.

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Als sei Rafal Gikiewicz an allem Schuld

Die Berliner Medien beschäftigen sich einige Tage nach dem Spiel noch mit dem 2:2 gegen Duisburg, dass alle trotz des späten Ausgleichs als verschenkten Sieg einsortieren. Dabei geht es insbesondere darum, dass Rafal Gikiewicz Verantwortung für das Zustandekommen des 1:1 (und ein bisschen auch für das 2:2) übernimmt:

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#344 – Eben war das Spiel noch unser, dann gehste pullern … und zack! alles weg

Union spielt gegen Duisburg 2:2. Das war vom Spielverlauf her eher nicht zu erwarten, aber am Ende waren wir doch froh, dass es zumindest beim Unentschieden geblieben ist. Wir machen das Beste draus und freuen uns über Andy Gogias tolle Leistung.

Kenny Prince Redondo im Spiel gegen Duisburg, Foto: Stefanie Fiebrig

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Es kommt nicht darauf an, wo du herkommst, sondern wo du bist

Simon Hedlund lächelt, streckt seinen Arm nach hinten über das Sofa aus und schlägt die Beine übereinander. Er sinkt in die Kissen als wären sie Treibsand. Neben ihm sitzt Sebastian Andersson, den Rücken deutlich gerader haltend, etwas nach vorn gelehnt und mit seinen Knien eng aneinander. Es ist ein kleines Sofa. Ihre Beine berühren sich nicht, aber fast. Andersson trägt Straßenklamotten, Hedlund einen Trainingsanzug. Beide lächeln weiter. Ob sie es wirklich sind oder nicht: Aber immerhin erscheinen Unions Schweden entspannt, zufrieden und so, als hätten sie Spaß. “Wetter wie in England”, sagt Hedlund. Und er hat recht damit. Es liegt eine Feuchtigkeit in der Luft, die die Trainingseinheit gerade eben sehr viel angenehmer gemacht hat.

Simon Hedlund nach seiner Verpflichtung durch Union 2016, Foto: Matze Koch

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