Denis Prychynenko: Ein Spieler auf der Suche nach einer Fußball-Heimat

Als Denis Prychynenko im Juli 2013 zurück in die Ukraine kam, konnte der junge Deutsche mit ukrainischen Wurzeln nicht ahnen, dass die Stadt seines neuen Vereins acht Monate später von Russland annektiert wird. Es war aber alles andere als überraschend, dass Prychynenko auf die Krim wechselt, denn seine Familie kommt von der mittlerweile umstrittenen Halbinsel. Sein Vater Sergej wurde nicht nur in Simferopol geboren. Er spielte mit seinem Bruder Wladimir zusammen für den bekannten lokalen Verein Tawrija Simferopol – und beide wurden zu Legenden des zukünftigen ukrainischen Meisters.

Wladimir blieb jahrelang der Krim und Tawrija treu. Nach seiner Laufbahn als Spieler betreute er den Verein aus Simferopol in verschiedenen Funktionen als Trainer, sein Sohn Stanislaw spielte auch für Tawrija und ist mittlerweile russischer Staatsbürger. Sergej zog dagegen mit seiner Frau Elena nach Deutschland.


Foto: Matze Koch

Dort kam Denis Prychynenko auf die Welt, der neben der deutschen bis 2010 auch die ukrainische Staatsbürgerschaft besaß. Die hat er nicht zuletzt deswegen aufgegeben, weil er für die deutsche Nationalmannschaft spielen wollte. „Ich habe den deutschen Pass und mein Traum war es immer, für Deutschland spielen zu dürfen“, sagte Prychynenko in einem Interview vom Oktober 2011. Allerdings spielte Denis dreimal für die ukrainische U17, bis er den Pass abgab.

Ausgebildet wurde der gelernte defensiver Mittelfeldspieler bei Energie Cottbus und Tennis Borussia. Prychynenko zeigte schon damals sein Talent und war auf dem DFB-Zettel, doch Berufungen in die deutschen Jugend-Nationalmannschaften kamen nie. 2009 wechselte Prychynenko dann nach Schottland, wo er zunächst für die U19 von Hearts spielte. In seiner zweiten Saison wurde er zum besten Spieler der Saison ernannt – die U19 von Hearts wurde Zweiter hinter Celtic.


Foto: Matze Koch

Wegen vieler Verletzungen konnte sich Prychenenko aber nicht im A-Kader durchsetzen und verließ anschließend Schottland in Richtung Krim. Das Interesse des FC Sewastopol, der gerade in die höchste ukrainische Liga aufstieg, war groß. Auch Denis selbst, der sich mehr und mehr zum Innenverteidiger entwickelte, wollte zurück in die Ukraine – und insbesondere auf die geliebte Halbinsel. Der Wechsel war also von beiden Seiten gewünscht.

Als Mensch konnte sich Prychynenko in Sewastopol gut durchsetzen. Der Potsdamer war sehr kommunikativ und passte ganz gut in das ambitionierte Team, das in der näheren Zukunft fest mit einer Europapokal-Teilnahme rechnete. Doch so einfach war es nicht. Prychynenko wurde wieder vor allem als Innenverteidiger eingesetzt, spielte aber nicht immer fehlerlos und war nicht beweglich genug. Außerdem kämpfte er weiter mit Verletzungen – und dann kam der März 2014, der faktisch das Ende für den FC Sewastopol bedeutete.


Foto: Matze Koch

„Mir haben die ukrainische Liga, der FC Sewastopol und vor allem die Stadt sehr gefallen. Aber die Situation war so, dass das Team nicht mehr existierte. Und ich musste den nächsten Schritt machen“, sagte Prychynenko vor seinem Wechsel nach ZSKA Sofia. In Bulgarien war Denis erfolgreich, auch wenn er nicht viel spielte.

Prychynenko ist mittlerweile 23 und hatte sehr viel Unglück in seiner bisherigen Karriere. Doch am Talent und an der Professionalität wird Denis mit Sicherheit nicht scheitern. Die Position des Innenverteidigers ist ihm momentan viel lieber, es bleibt aber offen, ob sie Prychenenko wirklich mehr liegt als das defensive Mittelfeld. Vielleicht wird die Zeit beim 1.FC Union auch endlich den erhofften Durchbruch bringen, auf den die ganze fußballverrückte Familie von Prychynenko hofft.

Vorbereitung auf die Kalte Försterei

Die Mannschaft ist heute auf dem Weg ins Trainingslager. Die Vorhut ist bereits da:

Die Bild/BZ hat sich auch schon dort umgesehen und erzählt uns haargenau, was die Spieler im Hotel erwartet, wann genau die Ernährungspläne geschickt wurden und so weiter und so fort. Mich lässt das persönlich kalt. Aber wer vorhat, Collin Quaner einen Kuchen zu backen, liest im Text von dessen Glutenunverträglichkeit. Also vielleicht auch hilfreich.

Spannender wäre für mich, was Trainer Norbert Düwel im Trainingslager vorhat. Ich vermute, dass dort mehr Wert auf die spielerischen Elemente gelegt wird. Mich interessiert das Thema Dreierkette/Viererkette und natürlich das Spiel nach vorne gegen einen massiert stehenden Gegner. Mal sehen, was der Trainer da plant.

Den Kollegen wünsche ich an dieser Stelle eine gute Reise nach Österreich!

Getankt und bereit. #RoadtoAustria #camp #fcunion

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Schön zu lesen, dass sich Zugang Dennis Daube schon gut eingelebt hat. Ich bin sehr gespannt, ob er sich auch aus Österreich meldet:

Leider musste ich aufgrund muskulärer Probleme zwischenzeitlich etwas kürzer treten. Das ärgert mich natürlich, aber lieber jetzt, als zu Beginn der Saison. Ansonsten gefällt es mir bei Union richtig gut. Vielen Dank an alle, die mich hier so gut aufgenommen haben!! Es macht richtig Spaß

Transfergerüchte

Laut Kurier soll Union an Bobby Wood von 1860 dran sein. Genau: Der Bobby Wood, der angeblich 1860 eine Ablöse von mindestens einer Million bringen soll. Die Bild schreibt, dass der Berater von Wood von einem Interesse Unions nichts wisse. Und ich sage weiterhin: Nie wird so viel gelogen wie in der Transferzeit.

Halten wir uns an die Tatsachen: Denis Prychynenko hat einen Zweijahresvertrag bei Union unterschrieben. Unter Vorbehalt, dass der bulgarische Verband zustimmt.

So sieht die Alte Försterei aus, wenn ihr mit einem Wasserflugzeug drüber fliegt:

 

Und das hier lasse ich für euch mal so stehen: Sieht nach einer interessanten Parkplatzgestaltung der Kalten Försterei (sorry für das ausgeleierte Wortspiel) in der Winterpause aus.

Danke an Felix für den Hinweis.

Wenn ihr auch Tipps oder schöne Union-Fotos habt oder auf Veranstaltungen mit Union-Bezug hinweisen wollt, dann könnt ihr uns bei Twitter oder Facebook eine Nachricht schicken. Oder ihr schreibt einfach eine Mail an redaktion@textilvergehen.de

Kurze Hosen für alle

Heute nur kurz, weil ich noch ein paar Bahnen durch den heimischen Pool ziehen will … Im Ernst: Die Union-Spieler können froh sein, sowieso nur in kurzen Hosen zu trainieren. Ich dagegen werde mich heute für mein kurzes Beinkleid sicher nicht nur einmal rechtfertigen müssen.

 

Wir verlassen heute mangels News das Thema Stürmer bei Union und widmen uns noch einmal den Torhütern. Mo Amsif hat laut BZ/Bild im Sommer geboxt und macht das auch jetzt noch in der Kabine. Reflexe, sich durchboxen … Die Geschichte kennt ihr. So ein bisschen ist eine Saisonvorbereitung für Fußballer das, was für uns die Zeit zwischen Silvester und dem ersten Arbeitstag ist. Wir nehmen uns viel vor, machen vielleicht sogar etwas dafür. Aber wirklich zählt es erst, wenn es ernst wird.

Ich freue mich für Mo Amsif, dass er sich von der letzten Saison nicht hat runterziehen lassen. Aber ob er besser ist als Daniel Haas? Oder ob Daniel Haas besser ist als Mo Amsif? Ich mag es nicht beurteilen. Nicht jetzt.

Im Kurier lernen wir noch einmal Stephan Fürstner kennen. Dieses Mal den Fakt, dass er sogar schon in der 3. Liga im Jahnsportpark gegen Union gespielt hat. Damals im Schneegriesel gegen die Bayern-Amateure. Und, dass er sich schon den Alex angeschaut hat. Letzteres ging bestimmt schnell. Laut Kurier hat Co-Trainer Sebastian Bönig jetzt die A-Lizenz. Fehlt also “nur noch” der Fußball-Lehrerschein. Gratulation!

And now for something completely different

Das Five Year Plan Fanzine von Crystal Palace hat den Guide to Union Berlin veröffentlicht. Unterstützung dafür gab es von Andrew Cherrie der bei der fabelhaften Seite Union in English mitmacht.

Wer die Leute von Union in English mal näher kennen lernen möchte oder sich auch fragt, warum so viele Briten am Wochenende den Weg zu Union finden, für den gibt es am 8. Juli um 19.30 Uhr im Clash (Mehringhof/Gneisenaustr. 2a) eine Diskussionsrunde zum Thema: It’s getting tickly now – Fankultur im Vereinigten Königreich

Dort diskutieren:

Stephen Glennon: Mitbegründer und Redakteur des englischsprachigen Fußballmagazines NO DICE und Kolumnist beim Tagesspiegel

Jon Darch: Rebell und Erfinder der Safe Standing Roadshow, Initiative zur Wiedereinführung von Stehplätzen in Großbritannien

Mark Wilson: Blogger, Dauerkarteninhaber beim 1.FC Union und Mitbetreiber von Union in Englisch

Kit Holden: Journalist mit Fokus auf den “denglischen” Fußball. Berichtet und schreibt unter anderem für die Daily Mail, Deutsche Welle, Tagesspiegel, 11Freunde

Und wo wir gerade bei England sind: Sebastian Polter ist dorthin geflogen (BZ). Aber eigentlich ist das für uns auch nicht mehr so wichtig. Union fährt/fliegt morgen nach Österreich ins zweite Trainingslager. Das zählt.

Der Abschied von Polter ist kein Abschied vom Saisonziel

Eigentlich könnte ich heute kurz Pause machen, mich stattdessen mit einem Kaffee in den Garten setzen und in die Morgensonne blinzeln. Denn während gestern sowohl in Mainz als auch bei den Queens Park Rangers mit der Saisonvorbereitung begonnen wurde, passierte bei der Personalie Sebastian Polter exakt nichts. Aber es ist ja noch Zeit.

Ich traue mich immer noch nicht, tschüss zu sagen. Ist ja noch nicht offiziell. Aber an eine Polter-Rückkehr glaube ich auch nicht mehr. Durch welche Trauerphase gehe ich jetzt eigentlich, wenn ich wehmütig durch die alten Instagram-Fotos scrolle?

#eisern#rotweiss#union#alteförsterei#sieg#tor#14#sasionende#sommerpause#urlaub#fix#und#fertig#böni

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Währenddessen fragen sich alle, wer denn jetzt im Sturm spielen soll. Der Kurier macht sich da auch seine Gedanken und bringt auch Systemumstellungen ohne echten Stürmer ins Spiel. Ich halte das für gar nicht so absurd, allerdings müsste dann die Riege dahinter auch treffsicher sein. Außer Kreilach und Brandy haben das noch nicht so viele beweisen können. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass sich Düwel darauf verlässt. Da wird sicher noch Verstärkung kommen.

Bild/BZ fragt sich, ob Union auch ohne Polter aufsteigen kann. Die Frage kann ich ganz einfach beantworten: Ja, Union kann auch ohne Polter aufsteigen. Aber leichter wird es sicher nicht. Gute, durchsetzungsfähige Stürmer in der Zweiten Liga zu finden, ist eine Kunst für sich.

Das gleiche gilt auch für Linksverteidiger. Deshalb trainiert jetzt mit Pascal Itter ein Rechtsverteidiger zur Probe mit 😀 Er hat sicher auch eine Testspielgenehmigung. Im Gegensatz zu Denis Prychynenko. Laut Kurier fährt der ukrainische Innenverteidiger am Freitag ins Trainingslager nach Österreich mit, wenn der Zettel von seinem insolventen Noch-Klub aus Bulgarien da ist.

Der aktuelle Dauerkartencount liegt bei 7.000 verkauften Saisontickets.

Sebastian Polter: Jetzt ist Zeit für Unions Plan B

Alle schreiben: Sebastian Polter wird für 2,3 Millionen Euro zum englischen Fahrstuhlteam Queens Park Rangers wechseln (aufgedröselt vom Kurier). Woher diese genaue Summe kommt, die auch der Kicker zitiert? Wahrscheinlich aus der gleichen Quelle, die in den letzten Wochen immer wieder echtes und vermeintliches Interesse an dem Stürmer medial platziert hat. Aber wie immer in der Transferzeit gilt: Es ist nicht vorbei, so lange nichts unterschrieben ist. Das dürfte aber dann heute passieren.

#SebastianPolter#SvSandhausen#FcUnionBerlinn

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Die Lektion für Union: Eine konkurrenzfähige Ablöse kann der 1. FC Union nur zahlen, wenn er mal Erstligist sein sollte. Selbst mit englischen Zweitligisten können die Köpenicker nicht konkurrieren. Zwar bekommen Zweitligisten in England weniger TV-Geld als in Deutschland.

Dafür erhalten die Premier-League-Absteiger aber eine Fallschirm-Finanzierung, damit der Aufprall im harten Zweitliga-Alltag nicht so hart ist. In der ersten Saison gibt es zusätzlich zu den rund 2 Millionen Pfund Fernsehgeldern noch 25 Millionen (!) Pfund aus dem Soli-Fonds der Premier League. Im zweiten Jahr gibt es noch 20 Millionen extra und im dritten und vierten Jahr zehn Millionen. Deutschland kennt diese Fallschirm-Finanzierung (noch) nicht.

Der Umschlag mit der Aufschrift “Plan B” wird geöffnet

Spätestens seit gestern also dürfte Nico Schäfer ein paar Nummern aus seinem Umschlag mit der Aufschrift “Plan B” (“Nur öffnen, wenn Polter nicht kommt”) abtelefoniert haben, um den Angriff bei Union neben Collin Quaner und Steven Skrzybski zu verstärken.

Foto: Matze Koch

Einen so kompletten Angreifer wie Polter wird es wahrscheinlich für das bei Union vorhandene Geld nicht geben (zum Vergleich: Freiburg zahlte gerade ungefähr 2,5 Millionen Euro Ablöse für Nils Petersen). Zumal Sebastian Polter auch als Typ im Team und im Verein in der vergangenen Saison schnell sehr wichtig wurde. Mich würde nicht wundern, wenn statt einem Polter zwei Stürmer kommen.

Laut Bild/BZ gab für Adrian Nikci vor allem die Personalie Norbert Düwel den Ausschlag für einen Wechsel zu Union. Das glaube ich nach Nikcis Krankheitsgeschichte und dem schwierigen Wiedereinstieg in den Profi-Fußball sehr gerne.

Fußball-Physik: Schrödingers Polter

Wir kennen die Fächer Fußball-Arithmetik (“Auswärtstore zählen doppelt”) und Fußball-Lyrik (“Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel”). Heute nehmen wir noch ein Unterrichtsfach auf: Fußball-Physik.

Machen wir doch gleich ein Experiment: Dazu setzen wir Mainz-Manager Christian Heidel und Stürmer Sebastian Polter in eine Kiste und verschließen die. So lange wir jetzt nicht nachschauen, wie es den beiden geht, ist der aktuelle Status des Angreifers perfekt simuliert. Er ist gleichzeitig noch bei Mainz und schon transferiert. Dieses Gedankenexperiment funktioniert natürlich nicht, wenn wir mit dem mitteilsamen Christian Heidel sprechen.

Das hat jemand für die BZ getan. Laut deren Quelle soll Polter angeblich vor einem Wechsel zu einem englischen Zweitligisten (Queens Park Rangers schreibt der Kicker) stehen. Oder zu einem Bundesligisten. Es könnte mir nicht egaler sein. Die Frage, die ich gerne beantwortet wissen möchte: Kommt Sebastian Polter zu Union oder nicht? Dazu äußert sich niemand. Also lassen wir den Stürmer und den Mainzer Manager so lange einfach noch im Karton sitzen und beschäftigen uns mit einem anderen Thema.

Adrian Nikcis Chance ist Union

Union hat den offensiven Mittelfeldspieler Adrian Nikci bis 2016 (also nur ein Jahr) unter Vertrag genommen. Der vielversprechende Offensivmann kam in den letzten zwei Jahren nach einer Hirnhautentzündung nicht mehr richtig in Tritt. Wie so viele Trainer hat auch Norbert Düwel das Fußball-Lehrer-Syndrom. Er ist der Meinung, dass er der richtige ist, um diesen Fußballer wieder hinzubekommen. Ohne dieses Syndrom würde Trainern wohl einiges fehlen.

Falls das klappt, dürften wir alle Beifall klatschen. Wenn nicht, gibt es im Mittelfeld genug andere, die auch diese Position spielen können. Das Risiko ist also vergleichsweise gering. Das finden auch Bild/BZ. Adrian Nikci findet ihr bei Facebook hier.

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Heute ist trainingsfrei. Für den Kurier der Moment, mal ein Fazit aus dem Kurz-Trainingslager zu ziehen. Das fällt positiv aus, aber nicht so überschwenglich wie bei Norbert Düwel.

Vorbereitung bedeutet gemeinsames Kennenlernen: Der Kurier hat sich mit Dennis Daube an einen Tisch gesetzt und die BZ mit Stephan Fürstner. Beides Spieler, die fast schon ewig bei ihren bisherigen Klubs waren.

Stephan Fürstner tief in die grünen Augen geschaut

Im Kurz-Trainingslager in Neuruppin arbeitet das Unionteam weiter an den Grundlagen für die neue Saison. Und das Hotel knechtet die Mannschaft weiter mit einem Sinnspruch des Tages.

Das Schöne an der Vorbereitung ist, dass Zeit bleibt die Neuen mal kennenzulernen. Unabhängig von sportlichem Ergebnissen wie mitten in der Saison. Der Tagesspiegel hat sich mit Stephan Fürstner hingesetzt und ihm tief in die grünen Augen geschaut. Ich bin sehr gespannt, ob er es als Sechser schafft, das teils etwas gelähmt wirkende Aufbauspiel aufzubrechen. Im Konterspiel war das kein Problem für Union. Dafür aber, wenn sich der Gegner gut gestaffelt positioniert hat.


Foto: Matze Koch

Bild/BZ und Kurier haben sich jeweils mit Kenny Prince Redondo unterhalten. Hier geht es vor allem um den Wadenumfang und die Schnelligkeit auf den ersten Metern. Der Junge ist ein Versprechen. Wenn er sich in der Zweiten Liga durchsetzen kann, wäre das einerseits eine Auszeichnung an das Trainerteam, junge Spieler aus niedrigeren Ligen an höheres Leistungsniveau heranzuführen. Und es wäre vielleicht auch ein Zeichen für andere Spieler, über Union den Sprung in den Leistungsfußball zu versuchen.

Mit Maxi Thiel hat das bereits in der letzten Spielzeit gut funktioniert. Wobei das allerdings zunächst eine Leihe war. Eine Verpflichtung über eine Spielzeit hinaus wie bei Redondo ist einganz anderes Risiko für den Verein.

Die DFL hat gestern den Spielplan veröffentlicht. Für mich wichtig war der Start und das Ende mit einem Heimspiel. Gegen wen ist egal, da sowieso gegen alle gespielt werden muss. Ansonsten macht mich das wenig an, da es die Leute in Frankfurt noch nicht geschafft haben, die ersten Spieltage in vier Wochen auf einen genauen Termin festzusetzen.

Ans Herz legen möchte ich euch noch die Dauerkartenübersicht, die das St.Pauli-Blog Der Übersteiger seit Jahren erstellt. Dort listet er die Preise der Dauerkarten in drei verschiedenen Kategorien auf. Diese Statistik hat Schwächen, gibt aber trotzdem einen guten Überblick, wo sich der eigene Klub befindet.

Spoiler: Union liegt bei den Sitzplätzen weiter oben im Preissegment und bei den Stehplätzen im Mittelfeld. Die teuren Sitzplätzen ergeben sich schlicht aus dem Fakt, dass es keine schlechten Sitzplätze (Kurve, Hintertor) bei Union gibt und die schlechteste Kategorie in der Alten Försterei (Haupttribüne) in anderen Stadien bereits gehobene Kategorie ist.

 

Ich wünsche allen viel Spaß, die heute 17 Uhr in Neuruppin den Test gegen den dortigen MSV sehen.

Und noch eine Frage zum Abschluss: Habt ihr Interesse, diese tägliche Übersicht “State of the Union” per Mail zu empfangen? Dann würde ich da etwas basteln. Gebt mal Feedback.

Wo wir herkommen: Union reist in Neuruppin auch zehn Jahre in die Oberliga zurück

Union trainiert bis Sonntag in Neuruppin. Der Kurier erinnert sich an die Zeit vor zehn Jahren in der Oberliga. Als Union gegen Falkensee Punkte liegen ließ und gegen Neuruppin verlor, die damals der härteste Konkurrent um den Aufstieg in die Regionalliga waren. Heute sind beide Teams Sechstligisten und Union in der Zweiten Liga. Ist das wirklich erst zehn Jahre her? Erstaunlich, wie unterschiedlich die Entwicklung zweier Vereine vom nahezu identischen Punkt sein kann.

Bild/BZ kümmern sich heute weiter um die Abwehr. Das ist personell der spannendste Mannschaftsteil, so lange im Angriff die Personalie Polter über allem schwebt (erstes öffentliches Training in Mainz ist am 30. Juni). Spannend einfach dadurch, weil dort der Konkurrenzkampf offensichtlich ist und die 51 Gegentore in der abgelaufenen Saison exorbitant hoch waren. Deutlich zu hoch für hohe Ansprüche.

Heute war Toni Leistner in Bild/BZ dran. Natürlich nimmt er sich vor, sicherer zu spielen und weniger Fehler zu machen. Das ist wenig überraschend und klingt ein bisschen nach meiner Oma, die zu Beginn des Schuljahres gefragt hat, was ich mir vorgenommen habe.

Erinnerung: Morgen um 17 Uhr geht es im Neuruppiner Volksparkstadion gegen den MSV Neuruppin, der laut Märkischer Oderzeitung selbst ein Tor schießen und nicht mehr als sechs kassieren möchte. Die Ziele von Neuruppin gegen Union haben sich in zehn Jahren auch radikal geändert.

Wichtigste Aufgabe: Hinten dicht halten

Für Union geht es heute ins Kurztrainingslager nach Neuruppin. Bis Sonntag bleibt die Mannschaft dort und tritt am Sonnabend um 17 Uhr beim dortigen MSV an.

Vorher gibt es noch eine gute Nachricht von gestern: Collin Quaner kann nach seiner Gesichtsverletzung wieder trainieren (BZ und Kurier).

Seit gestern trainiert noch Denis Prychynenko zur Probe mit. Kommt der Ukrainer tatsächlich, wäre das spätestens der Moment, in dem Fabian Schönheim sich die linke Außenbahn noch einmal genauer anschauen sollte. Wobei ich glaube, dass der Trainer sich da sowieso schon festgelegt hat. Mehr zu Prychynenko gibt’s im Kurier und Bild zu lesen.

Sollte der ablösefreie Ukrainer nicht verpflichtet werden, haben Daniel Haas und Mo Amsif schon eine andere Idee, wie sie hinten dicht halten:

Fussball, Herren,  Saison 2015/16, 2. Bundesliga, 1. FC Union Berlin, Training, v. l. Torwart Steve Kroll (1. FC Union), Torwart Daniel Haas (1. FC Union), Torwart Mohamed Amsif (Union), 24.06. 2015, Foto: Matthias Koch
Foto: Matze Koch

Wen Wasserstandsmeldungen interessieren: Laut dem letzten Satz in der Bild hat Polter Angebote von Rasenballsport Leipzig und dem SC Freiburg ausgeschlagen. Das deckt sich allerdings auch mit seiner Aussage von vor ein paar Wochen, dass er Zweite Liga nur bei Union spielen würde. Nichts Neues also.

Swag-Nachhilfe von Andrea Pirlo

Das sportliche zuerst. Union gewinnt das Testspiel bei Sechstligist Falkensee-Finkenkrug mit 8:1. Zuvor stand das Team im strömenden Regen auf der Autobahn im Stau fest.

Einen Spielbericht gibt es beim Kurier und der BZ. Fotos findet ihr wie gewohnt bei unveu.de und union-foto.de. Ich war währenddessen bei einem Elternabend. Auch schön.

Der Kurier berichtet, dass der Fanshop in die ehemaligen Mannschafts-Container expandiert. Die Lebensdauer dieses Blechprovisoriums am Stadion beeindruckt mich jedes Mal auf*s Neue. Wie lange stehen die Container schon da? Bestimmt über 20 Jahre.

Die Bild hat mit Sören Brandy gesprochen, der ein bisschen so etwas wie eine Seuchensaison (Verletzungen) hinter sich gebracht hat. Wie seine zukünftige Rolle in der Offensive genau aussieht, hängt sicher davon ab, wer neben Collin Quaner noch für den Sturm kommt.

Nicht zurückkommen wird Adam Nemec. Der Angreifer sitzt hier auf dem Bild gerade in New York mit Unions ehemaligen Video-Analytiker Daniel Stenz zusammen.

Wenn 2 berliner sich in NYC treffen.. Geile freie tag 😎😎#stenza#und#ich#nyc#eisernunion#unveu

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Ich finde das schon krass, sollte Nemec tatsächlich in der nächsten Saison mit Andrea Pirlo in einem Team bei New York City FC spielen. Dann kann der Slowake mit dem großen Meister aus Italien gemeinsam den Swag aufdrehen.

Obwohl Adam Nemec dafür eigentlich kein Vorbild braucht:

#ready#for#the#most#crazy#freak#party#ever#hate#me#or#love#me 😂😂😂😂😂😂

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