Auch Unions beste Leistung gibt Union gegen Gladbach nur eine kleine Chance

Union spielt heute im dritt-letzten Auswärtsspiel der Saison in Gladbach. Und das, natürlich, immer noch ohne Unioner*innen im Gästeblock. Ja, es ist inzwischen nichts neues mehr, dass die Spiele der Bundesliga ohne Publikum stattfinden. Aber gerade mit Blick auf ein solches Spiel, und die Auswärtsfahrt, die uns damit entgeht, muss man eben hin und wieder sagen, dass das Mist ist – ob notwendig oder nicht.

Union Bremen Auswärtsblock

Union auswärts. Photo: Daniel Roßbach

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Sebastian Polter tut sich mit einer Gegendarstellung keinen Gefallen

Das Zerwürfnis mit Sebastian Polter, das sich seit seinem Interview vor einigen Monaten angedeutet hat und dessen Zuspitzung in den letzten Tagen mit zwei Mitteilungen des Vereins öffentlich wurde, wird Union noch lange nachhängen. Denn Sebastian Polter war eben ein prägender Spieler bei Union in den letzten sechs Jahren. Das sieht man daran, dass er seit 2014 für Union 101 Mal gespielt, und dabei 44 Tore geschossen hat (im Schnitt 0,55 Tore pro 90 Minuten – sowohl für seine Union-Karriere insgesamt als auch für diese Saison). Dass Union immer eine bessere Torbilanz hatte, wenn Sebastian Polter auf dem Platz stand, als wenn er nicht gespielt hat. Aber auch daran, dass jemand wie unser Freund Jacob Sweetman diesen Text über ihn geschrieben hat.

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Der Fall Sebastian Polter: Das Ende einer Beziehung oder der Anfang vom Ende im Abstiegskampf?

Eigentlich wollte ich heute schreiben, was mir am Mittwoch Mut gemacht hat beim 1:1 von Union gegen Mainz trotz Unterzahl. Ich wollte schreiben, wie sich jeder für jeden in Zweikämpfe geworfen hat. Wie Bälle geblockt wurden. Da war eine Mannschaft als Einheit auf dem Platz. Das hat mich beeindruckt und das hätte ich heute gerne ausgeführt. Aber Union veröffentlichte gestern Nachmittag eine Mitteilung mit dem Titel: “Union verzichtet ab sofort auf Sebastian Polter”.

Sebastian Polters Jubel nach seinem Tor zum 2:1 gegen Kaiserslautern am 16.04. 2017, Foto: <a href="http://matzekoch.com/" target="_blank" rel="noopener">Matze Koch</a>

Sebastian Polters Jubel nach seinem Tor zum 2:1 gegen Kaiserslautern am 16.04. 2017, Foto: Matze Koch

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Union gegen Mainz: Anstrengend und ohne richtige Belohnung

Irgendwann gestern Abend gab es auf Twitter den Moment, in dem das Spiel gegen Mainz die Erinnerung an den Aufstieg als Hauptthema abgelöst hat. Aber auch während des dritten Geisterspiels konnte man vielleicht hin und wieder Bezüge dazu herstellen, wie Union damals um ein Unentschieden gekämpft hat.

Aber natürlich könnten die Gefühle, mit denen man diese Spiele verfolgt hat, irgendwie dann doch nicht unterschiedlicher sein. Denn dieses schlussendliche 1-1 war einfach nur sehr anstrengend anzusehen, natürlich ohne die Unterstützung der Mannschaft als Kanal für die eigenen Emotionen, aber auch ohne die Momente, die dafür entschädigt hätten, dieses Spiel durchzumachen. Also, abgesehen von dem ersten Tor für Union in diesen seltsamen Spielen, das dann auch sehr seltsam gefallen ist, und vor allem eine Erleichterung war.

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Jetzt ist die Zeit für ein neues “Kopf aus, Herz an – Alles kann, nix muss!”

Was das Spiel heute Abend um 20.30 Uhr gegen Mainz bedeutet, dürfte allen klar sein. Dabei würde die Welt nicht untergehen, sollte Union nicht erfolgreich sein. Aber es geht um das Gefühl. Das Wissen, dass die Mannschaft für das letzte Kapitel im Kampf um den Klassenerhalt bereit ist. Es geht um eine Selbstvergewisserung. Für die Mannschaft und für uns Fans. Kurz, es ist gerade eine gute Zeit, an dieses Plakat zu erinnern. Es wurde zum Ende der vergangenen Saison am Trainingsplatz aufgehängt, in der Zeit des ständigen Drucks im Aufstiegskampf.

Das Banner "Kopf aus, Herz an - Alles kann. Nix muss!" am 9. Mai 2019, Foto: Matze Koch

Das Banner “Kopf aus, Herz an – Alles kann. Nix muss!” am 9. Mai 2019, Foto: Matze Koch

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Nein, das sind nicht die neuen Uniontrikots

Heute fragt sich die Bild, ob die seit ein paar Tagen herumgeisternden Bilder, die neuen Trikots des 1. FC Union Berlin darstellen. Von Vereinsseite wurde das auf Anfrage der Zeitung hin verneint. Und ein paar Minuten Recherche können diese Aussage problemlos bestätigen. Denn die Bilder wurden als Konzept von einem französischen Grafikdesignbüro am 21. Mai auf Twitter gepostet. Wir können also davon ausgehen, dass die neuen Trikots für die nächste Spielzeit anders aussehen.

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Was kann Union bis Mittwoch reparieren?

Auch wenn Urs Fischer nach dem Spiel am Freitag vor allem von individuellen Fehlern gesprochen hat – die Niederlage gegen Hertha hatte auch einige systematische Gründe. An diesen systematischen Problemen müssten Mannschaft und Trainer nun eigentlich arbeiten, aber mitten in einem eng getakteten Spielbetrieb mit englischen Wochen wie dieser wird das alles andere als einfach. Ich bin daher gespannt, welche Anpassungen wir am Mittwoch im Spiel gegen Mainz sehen werden. Genau darüber haben wir gestern auch im Podcast gesprochen, in dem Till Oppermann (RBB, Cavanis Friseur) zu Gast war:

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Mit aller Gewalt Klassenerhalt!

Der Morgen nach dem mit 0:4 verlorenen Derby gegen Hertha ähnelte dem nach einem heftigen Gelage. Es war alles wie in Watte. Die Vögel zwitscherten. Wie jeden Morgen testete das Taubenpärchen die dünnen Äste im Baum vor unserem Balkon und war wie jeden Tag davon überrascht, dass diese nachgaben. Während es also hektisch raschelte im Baum, trank ich meinen Kaffee und immer wieder kamen Erinnerungen vom Abend zuvor. 0:4. Die Gegentreffer kamen auch Stück für Stück zurück. Aber trotzdem fühlte sich das ganz weit weg an. Cunha tanzt. Herthas Mannschaft macht eine Welle vor der leeren Ostkurve. War das wirklich alles so passiert?

Flagge zeigen, Foto: Sebastian Fiebrig

Flagge zeigen, Foto: Sebastian Fiebrig

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Wir wären trotzdem gern da gewesen

Und ich dachte, ich hätte vor dem Spiel wenig Lust auf dieses Derby gehabt. Nun, Union hat das Derby gestern sehr klar und verdient mit 4-0 verloren. Aber obwohl die negativen emotionalen Ausschläge dieses Spiels sehr viel stärker gewesen wären, wenn ich gestern in Charlottenburg gestanden hätte, wäre ich trotzdem viel lieber dort gewesen, um die Mannschaft in diesem Spiel zu unterstützen. Selbst nach so einem Spiel.

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Wehmut im leeren Olympiastadion und ein abgesagter Derby-Urlaub

“Es geht in erster Linie um Ligaerhalt und nicht um Stadtmeisterschaft”, sagte Urs Fischer gestern in der Geisterpressekonferenz vor dem Geisterspiel bei Hertha BSC am Freitag (AFTV). Und damit spricht er genau meine Gefühle aus. Ich denke momentan nur an den Klassenerhalt und null an die tiefere Bedeutung von einzelnen Spielen. Das heißt nicht, dass mir ein Spiel gegen Hertha unwichtig wäre. Und ich glaube auch, dass Urs Fischer bei einer Überschrift wie “Unions Fischer pfeift auf die Stadtmeisterschaft” eher die Stirn in Falten legen würde.

Urs Fischer auf der Pressekonferenz vor dem Berliner Derby gegen Hertha BSC, Foto via AFTV

Urs Fischer auf der Pressekonferenz vor dem Berliner Derby gegen Hertha BSC, Foto via AFTV

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