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Für Keven Schlotterbeck bleibt die Tür bei Union offen und Dirk Zingler will Zuschauer zurück im Stadion

Es gab zwei große Themen nach dem Klassenerhalt von Union am Dienstagabend samt Party: die Zukunft von Innenverteidiger Keven Schlotterbeck und Dirk Zinglers Rede auf dem Parkplatz. Zuerst zum vom Freiburg ausgeliehenen Verteidiger. Manager Oliver Ruhnert sagte gestern in der Medienrunde, dass Schlotterbeck wie geplant zu Freiburg zurückkehren werde: “Er geht mit einem ganz großen weinenden Auge von uns weg. Aber das ist Part of the Deal. Die Kollegen in Freiburg und ich haben uns darauf verständigt.” (Kicker, RBB, Kurier, BZ).

Keven Schlotterbeck feiert den Klassenerhalt, Foto: Matze Koch

Keven Schlotterbeck hat nicht nur auf dem Platz Steherqualitäten, sondern schaffte es auch trotz Feier nach dem Spiel am nächsten Tag für ein Interview mit FUMS auf Instagram fit genug zu sein. In dem gut halbstündigen Gespräch hielt er sich nicht nur tapfer, sondern zeigte sich auch so offenherzig, dass klar sein dürfte, warum es ihm leicht gefallen ist, in dem einen Jahr in Berlin Fuß zu fassen.

Natürlich ging es auch um seine fußballerische Zukunft, doch da war er im Prinzip mit Oliver Ruhnert auf einer sprachlichen Linie: “Dieses eine Jahr hat mir sehr viel geholfen und ich habe hier sehr, sehr viele Freunde gefunden. Der Verein ist super. Das war so eine Win-Win-Situation für alle. Und für mich um so besser. dass ich hier spielen durfte, hier meine Einsätze bekommen habe.”

Noch einmal auf einen möglichen Verbleib beim 1. FC Union angesprochen sagte er: “Natürlich würde ich hier gerne bleiben. Ich habe die Fans lieben gelernt und den Verein. Aber es war von Anfang an klar, dass es nur ein Jahr sein wird in Berlin. Und damit komme ich klar.”

Klar dürfte sein, dass Union sich bestimmt um Schlotterbeck bemühen dürfte, wenn sich eine Gelegenheit dazu bietet. Aber angesichts der vertraglichen Lage verbietet es sich, jetzt irgendwelchen Druck aufzubauen. Eher dürfte sich im Zweifel etwas ergeben, wenn Freiburg die Saisonvorbereitung absolviert und sich das System und die Spieler darin etwas sortiert haben. Die Türen bei Union Berlin sind für Keven Schlotterbeck jedenfalls nicht geschlossen.

Dirk Zingler will Fußball wieder mit Menschen im Stadion

Bei der Klassenerhaltsparty sprach Dirk Zingler auch zu den anwesenden Fans und sagte dort:

„Unioner, diese Saison haben wir für euch gespielt, und diese Saison ist uns weggenommen worden. Deshalb werden wir noch eine Saison in der Bundesliga spielen. Für euch. Und ihr könnt mir glauben, die Jungs, die heute auf dem Rasen standen, haben genau daran gedacht, für euch noch eine Bundesligasaison zu spielen. Jetzt machen wir Pause, wir gehen zwei Monate in die Pause. Und wir werden uns dafür einsetzen, dass Fußball wieder mit Menschen stattfindet.“

Präsident Dirk Zingler hielt eine kurze emotionale Ansprache an die Fans, Foto: Matze Koch

Ich bin immer wieder überrascht, wie der Union-Präsident manche Dinge auf den Punkt bringt (BZ, Kurier, Bild, Morgenpost). Und ich mochte diese Trotz-Erzählung, dieses “Jetzt erst recht!” Das ist für mich die Union-DNA. Dieses leicht Widerständige gemischt mit der berlinerischen Ja-watt-denn-Haltung. Das wird gerne Wagenburg genannt. Aber es ist vor allem ein Zusammenrücken. Es ist ein sehr starkes Wir, das dazu führt, dass Dinge gemacht werden, von denen andere vorher sagen: “Das schafft ihr nie. Das ist doch Wahnsinn!” Aber wir schaffen das. Das Wir ist dabei unglaublich offen. Die einzige Bedingung ist, dass man Unionerin oder Unioner ist.

Natürlich hätte ich wahnsinnig gerne von Dirk Zingler gewusst, was mit 2 Monaten Pause gemeint ist. Endet danach die Kurzarbeit für die meisten Mitarbeiter? Wie sieht der Fahrplan aus bis zum Start der Bundesliga? Das Datum des Saisonstarts kennen wir nicht, aber vor Mitte bis Ende September wird da nichts passieren. Und vor allem wie will sich der Präsident dafür einsetzen, dass Fußball wieder mit Menschen stattfindet? Und “Fußball mit Menschen” ist sehr weit gefasst. Das bedeutet nicht zwangsläufig ein volles Stadion. Welche Bedingungen ist man bei Union bereit in Kauf zu nehmen dafür?

Wir haben jetzt sehr viele Wochen, uns damit zu beschäftigen. Zumindest hat die Politik eine Hintertür dafür offen gelassen, als sie am Mittwoch Großveranstaltungen zwar bis Oktober verbot, allerdings mit der Ausnahme, wenn Teilnehmer einzeln identifizierbar seien (FAZ) sie doch ermöglichen will. Die Identifikation von Zuschauern ist bei Union gegeben, da die Tickets nur an Mitglieder verkauft werden. Ausweiskontrolle am Eingang und fertig. Andererseits ist das auch ein Thema, was wir als Fans prinzipiell kritisiert haben: personalisierte Tickets und personalisierte Einlasskontrolle.

Das sind die weiteren Artikel der Berliner Medien samt einiger Schulterklopf-Kommentare zum Klassenerhalt:

Podcasts zum Klassenerhalt

Wir haben gestern im Podcast etwas darüber gesprochen, wie wir den Klassenerhalt erlebt haben, diskutieren natürlich trotzdem das 1:0 gegen Paderborn mit zwei recht unterschiedlichen Halbzeiten von Union und wir sprechen darüber, wie das Hygienekonzept der DFL und Klassenerhaltsfeier zusammenpassen. Vor allem fragen wir uns selbst, ob wir mit zweierlei Maß messen, wenn wir Kalous Kabinenvideo kritisieren und uns gleichzeitig über die Feierbilder bei Union freuen.

Und während Pressesprecher Christian Arbeit morgens noch ein Interview bei Radioeins verpasst hat, so ist er im Podcast Union am Ball zu hören.

Und wer gerne live hört, kann sich heute ab 19 Uhr bei Wir – Union Vereint reinschalten.

15 Kommentare zu “Für Keven Schlotterbeck bleibt die Tür bei Union offen und Dirk Zingler will Zuschauer zurück im Stadion

  1. Na da darf düsseldorf sich aber freuen wenn dz verkündet dass jetzt 2 Monate Pause ist. Werder wohl weniger

    • @uli49 So wird es ja wohl kaum gemeint gewesen sein. Ich glaube, dass alle im Team den Ehrgeiz besitzen, so weit oben wie möglich in der Tabelle zu landen.

  2. Und was soll dann ein so banaler wie bestenfalls inhaltsleerer Satz? Gilt ebenso für das BlaBla dass Fußball “wieder mit Menschen” stattfinden solle. Das wollen ja wohl alle. Was DZ dazu als Präsident beitragen will (und kann), bleiben offen. Insofern stimmt Dein Satz von der Überraschung wie DZ immer wieder die Dinge auf den Punkt bringt. Meine Überraschung ist da aber eine andere. Manchmal ist Nicht-Reden eben doch besser als Spürechblasen zu produzieren.

    • @uli49 Mir fallen da sofort zwei Wege ein, wie sich der Union-Präsident dafür einsetzen kann, dass wieder Fußballspiele mit Zuschauern stattfinden. Einerseits über die DFL und andererseits über die persönlichen Kontakte in die Berliner Landespolitik. Da Bund und Länder gemeinsam über das Vorgehen entscheiden, sind beide Wege durchaus erfolgversprechend.

  3. Zingler war voller Emotionen, hatte vielleicht schon ein Bierchen mehr und hat das zu den paar Unionern da am Parkplatz gesagt, am Abend des Klassenerhalts.
    Also mal locker bleiben und nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, meine Fresse.

  4. Hat DZ dazu konkret was gesagt? Nein. Hast Du ihn danach gefragt, hat er Deine Vermutungen bestätigt? Vermutlich auch Nein. Also nicht mehr als Kaffesatzleserei. Von den Erfolgsaussichten einer möglichen Zinglerschen Initiative ganz abgesehen.

    • @uli49 Ich habe doch gar nicht behauptet, dass Zingler das so macht oder gesagt hat, sondern lediglich gesagt, welche Wege mir dazu sofort einfallen würden, wie ein Union-Präsident Einfluss nehmen kann. Ansonsten was Marjus sagt: Ich würde aus dieser Ansprache auch nicht jedes Wort überinterpretieren. Das fiel aus der Emotion heraus, als schon ein bisschen was getrunken wurde. Dass das Thema Fußball mit Zuschauern aber die grundsätzliche Haltung von Union ist, hat der Pressesprecher gestern noch einmal bestätigt.

  5. AndreasM

    ” Ich bin immer wieder überrascht, wie der Union-Präsident manche Dinge auf den Punkt bringt (BZ, Kurier, Bild, Morgenpost). Und ich mochte diese Trotz-Erzählung, dieses “Jetzt erst recht!” ….”
    und das im Zusammenhang mit Zinglers Satz
    “Und wir werden uns dafür einsetzen, dass Fußball wieder mit Menschen stattfindet”
    Ernsthaft?!
    Wann wir wieder ins Stadion dürfen sollte hauptsächlich durch eine Risikoeinschätzung der Wissenschaftler entschieden werden und nicht durch die DFL oder Zinglers “Kontakte in die Berliner Landespolitik”.
    Zinglers Aussage ist reine Polemik und der heutige Kommentar dazu ebenfalls.
    “Ausweiskontrolle am Eingang und fertig” …. Ich bitte euch. Was soll das werden? Volle Stadien um jeden Preis?

    • @AndreasM Wenn du schreibst “Zinglers Aussage ist reine Polemik und der heutige Kommentar dazu ebenfalls.
      “Ausweiskontrolle am Eingang und fertig” …. Ich bitte euch. Was soll das werden? Volle Stadien um jeden Preis?” verkürzt du schon, was ich heute geschrieben habe, denn ich habe genau erwähnt, dass wir das nicht haben wollen “Personalisierte Tickets und personalisierte Einlasskontrolle”.

  6. Waschweib*r

    Mein Hinweis an den FC Freiburg: Warum ist euch die Rückkehr des Spielers Schlotterbeck so wichtig. Ihr habt doch schon einen! Und viele Köche verderben doch den Brei. ;-) Also last ihn doch das machen was er (hoffentlich) will – Unioner sein. Eisern
    Als Sportsmann drücke ich Freiburg die Daumen für eine internationale Spielzeit 2020/2021

    Den Vergleich mit dem Video des Kalou finde ich nicht passend. Damals waren andere Bedingungen und es ging zu der Zeit um die Entscheidung Außenstehender: Spielen oder nicht.!
    Alle reden von Lockerungen im alltäglichen Umgang. Warum soll man nicht auch mal Grenzen ausloten. Bisher waren die Bestimmungen heilig und zielführend. Keiner fragte ob es nicht auch einfacher geht.
    Wenn man die die Entwicklung so ansieht ist doch eine Veränderung zu beobachten. Wurde doch am ersten Spieltag noch fleißig der Ellbogen genutzt, waren es Spieltag zu Spieltag doch immer mehr die eingefahrenen Riten des Jubels:. Anspringen, Umarmen ( auch den Schiedsrichter), Rudelbildung
    Die regelmäßigen Test geben doch eine gewisse Sicherheit. und doch warum soll das gefährlich sein? Die viel umworbene App regiert doch auch erst nach 15 min.

  7. “Dass das Thema Fußball mit Zuschauern aber die grundsätzliche Haltung von Union ist, hat der Pressesprecher gestern noch einmal bestätigt.”
    Na wunderbar. Noch so ein sinnentleerter Satz. Zeig mir doch mal einen im deutschen Fußball, der nicht für Fußball mit Zuschauern, sondern dagegen ist.
    Es bleibt dabei: wertlose Sprechblasen sollte niemand absondern. Kein angetüterter Präsi, kein Sebastian F. und kein uli49. Ich versuche mich dran zu halten

  8. @ AndreasM “Wann wir wieder ins Stadion dürfen sollte hauptsächlich durch eine Risikoeinschätzung der Wissenschaftler entschieden werden und nicht durch die DFL oder Zinglers “Kontakte in die Berliner Landespolitik”.”

    Na prima, muß man ja nur noch die richtigen Wissenschaftler aussuchen, je nach gewünschtem Ergebnis

  9. Gibby Mbasela

    @Uli49,du versuchst dich dran zu halten? Gelingt dir aber nicht. Dein frustriertes Gesülze lässt auf das Ausbleiben des morgigen Stuhlgangs schließen. Oder bist du immer so ein Kotzbrocken?

  10. Tschechow

    Hui, ist das eine gereizte Stimmung hier.
    Wenn wir dann irgendwann wieder ins Stadion dürfen, treffen wir uns alle am Stadionbauerdenkmal und vertragen uns bei Erbsensuppe und Bier!

  11. crucialtommy

    Ehrlich gesagt habe ich mich über den Klassenerhalt gefreut. Wie Bolle sogar. Aber nicht über die Bilder vom Parkplatz mit DZ und den Fans. War eher verwundert darüber und dachte mir das wieder viele darauf rumreiten und sinnlose Diskussionen führen. Mit erhobenem Zeigefinger , Moral und so……

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