Blog State of the Union

Die Spendenaktion für die Abseitsfalle nimmt richtig Fahrt auf

Die Spendenaktion für die Abseitsfalle hat gestern richtig Fahrt aufgenommen und steht mittlerweile bei über 3800 der anvisierten 5000 Euro. Das hat auch die Aufmerksamkeit der Bild/BZ auf sich gezogen, die heute darüber berichtet. Schwierig dürfte für Betreiber Michael Frank die eingeschränkte Öffnung sein. Denn ausgerechnet rund um Union-Heimspiele muss die Kneipe geschlossen bleiben. Aber zumindest Montag bis Freitag ab 16 Uhr kann man auch so mal vorbeigehen und etwas dort trinken. Für die Abseitsfalle gilt wie für jede eurer Lieblingskneipen oder Bars: Jeder Schluck hilft.

Inhaber Michael Frank vor der Union-Berlin-Fankneipe Abseitsfalle
Inhaber Michael Frank vor der Fankneipe Abseitsfalle, Foto: Matze Koch

Kommen wir zum Sport: Der Kurier fragt sich heute, ob Sebastian Andersson nach seinem 12. Treffer auch mehr Tore erzielen wird, denn in den zurückliegenden zwei Spielzeiten hätte der Angreifer auch jeweils 12 Mal getroffen (jeweils für Kaiserslautern und Union in der Zweiten Liga). Ich habe nichts dagegen, wenn Sebastian Andersson weiter trifft. Und ich nehme auch die allenthalben geschriebenen Gerüchte um mögliche andere Vereine mit Interesse an dem Stürmer gerne. Erstens halte ich sowieso nicht allzu viel von solchen Gerüchten und zweitens sind die mir allemal lieber, als alle Schlagzeilen und Geschichten wie die um Sebastian Polters angebliches unsolidarisches Verhalten. Denn das sind sportliche Themen.

Die gibt es heute auch um 13 Uhr mit Trainer Urs Fischer in der Pressekonferenz (live auf AFTV):

Zuschauer wieder ins Stadion?

Angesichts aktueller Lockerungen wird gerade medial die Frage diskutiert, ob Zuschauer wieder ins Stadion kommen könnten und unter welchen Umständen (Morgenpost, Tagesspiegel, etc.). Ich enthalte mich mal und überlasse Steffi das Wort, die sich einige Gedanken dazu gemacht hat:

Bundesligastadien sind nicht nur an Spieltagen Veranstaltungsorte, sie sind es auch außerhalb der Liga. Das gilt auch für das Stadion An der Alten Försterei. Mit dem vorläufigen Verbot von Großveranstaltungen geht es den Stadienbetreibern aber wie den Clubs – sie dürfen nicht genutzt werden, verursachen aber weiterhin Kosten. Eine Teilöffnung der Bundesligastadien für Publikum an Spieltagen wäre ein kleiner Schritt in Richtung Normalität und ist sicher auch so gemeint.

Den Betreibern fehlen die Einnahmen der Spieltage. Das betrifft neben dem Ticketverkauf besonders die Bereiche Catering und Merchandise. Wenn nun Restaurants, Biergärten und Freiluftkinos öffnen dürfen, liegt es nahe, eine vergleichbare Öffnung unter Auflagen auch für Stadien in Betracht zu ziehen, um unternehmerische Nachteile wenigstens zu Teilen aufzufangen. Aus diesem Gedanken heraus ist es nachvollziehbar, über Spiele vor Publikum – wenn auch sehr viel weniger Publikum als gewohnt – nachzudenken.

Tickets 1. FC Union ausverkauft
Welche Zahl wird Union in Zukunft auf die Anzeigetafel schreiben dürfen? Foto: Matze Koch

Die Hygienekonzepte aus anderen Bereichen – Händewaschen, Desinfektionsmittel benutzen, Mund-Nase-Bedeckung tragen, Abstand halten – sind zumindest im Sitzplatzbereich umsetzbar, wenn sich das Publikum halbwegs diszipliniert verhält.

Vorstellen kann ich es mir trotzdem nicht. Denn von den insgesamt 22.012 Plätzen im Stadion An der Alten Försterei sind nur 3.617 Sitzplätze. Das ist kein Versehen, das ist Absicht: Im Stehen singt es sich besser, lässt sich besser anfeuern, sind wir lauter. Stehplätze erzeugen ein aktives Publikum, das seine antreibende Kraft und seinen Gemeinschaftssinn gerade daraus schöpft, eng beieinander zu stehen und kein bißchen diszipliniert zu sein. Ob es sich mit Mund-Nase-Bedeckung gut singen lässt? Ich zweifle daran. Ob sich mit 1,50 m Abstand zu Nebenmann und Nebenfrau überhaupt eine Art von Dynamik entwickelt? Ich fürchte nicht. Ob es möglich ist, mit 1000 Leuten die Alte Försterei zum Beben zu bringen? Wohl kaum.

Alles, was dem Publikum des Stadions An der Alten Försterei wichtig ist, fehlt also weiterhin, auch wenn ein paar von uns hingehen dürften. Es bleibt geisterhaft. Es ist noch immer nicht unser Fußball. Offen bleiben aber auch ganz allgemeine Fragen der Gerechtigkeit: Wer von den 11.500 Menschen, die eine Dauerkarte haben, darf denn hin? Wird bevorzugt, wer ein teureres Sitzplatzticket hat? Wie gehen wir denn damit um, dass die Anzahl derer, die am Spieltag im Stadion arbeiten – ich denke etwa an freie Journalistinnen und Journalisten, aber auch andere Berufsgruppen – weiterhin beschränkt bleibt?

Es wird Antworten darauf geben, und jede Lockerung der Bestimmungen wird auch angenommen werden – davon bin ich überzeugt. Aber es wird den Fußball verändern. Hoffentlich nicht nachhaltig.

Aktuell dürfen nur für den Spielbetrieb notwendige Personen zu den Spielen des 1. FC Union Berlin, Foto: 1. FC Union/Pool via Matze Koch

Apropos Stadion: Sollte der Nordostdeutsche Fußballverband heute nicht über eine Quotientenregel beim Aufstieg entscheiden und es am Ende für die VSG Altglienicke mit Trainer Karsten Heine und Co-Trainer Torsten Mattuschka für die 3. Liga reichen, dürften sie ihre Flutlichtspiele im Stadion an der Alten Försterei austragen. Vorausgesetzt, dass Union nicht zur gleichen Zeit spielt (Vereinsmitteilung).

Das neue Union-Buch “Wir. Bilder aus der Alten Försterei”

Heute erscheint das neue Union-Buch “Wir. Bilder aus der Alten Försterei”, das viele Bilder von Jan Hollants und einige schöne Geschichten enthält. Ich bin ehrlich gesagt sehr gespannt, denn ich habe in der Hektik des Alltags noch keinen Blick hineinwerfen können und das Buch ist schon wieder aus unserem Haushalt verschwunden. Wenn ihr es gleich bestellen wollt, dann könnt ihr das (wie ich heute morgen) direkt bei der Druckerei VierC machen oder ihr kauft es im Fanshop, wo es ebenfalls ab heute verfügbar sein soll.

Und wer sich noch nicht sicher ist, kann sich diese Podcast-Episode von Wir – Union vereint mit einem Teil der Macherinnen und Macher anhören. Wir werden sicher hier beim Textilvergehen auch noch eine Podcast-Episode und mehr zum Buch veröffentlichen.

Ebenfalls erschienen ist die neue Episode der Alten Podcasterei.

14 Kommentare zu “Die Spendenaktion für die Abseitsfalle nimmt richtig Fahrt auf

  1. In Ungarn wird das Pokalfinale vor 10.000 Zuschauer ausgetragen. Kapazität ist 67,000, dort gibt es nur Sitze. Aber es ist ein Anfang.

    Ich verstehe Steffi’s Meinung, und es sollte keine langfristige Lösung sein. Aber ein paar Tausend Zuschauer ist besser als nichts. Wie man es, vor allem an der AF, organisiert mit den Stehplätzen ist schwieriger. Man könnte vielleicht Stehplätze markieren mit Fußabdrücke und dann mit einem Abstand von 1,5 Meter mit immer eine Stufe dazwischen. Ist keine wasserdichte Lösung, aber gibt einen Rahmen. Dann wäre man wohl bei vielleicht 1/6 der Kapazität.

  2. @ Bas: „Man könnte vielleicht Stehplätze markieren mit Fußabdrücke und dann mit einem Abstand von 1,5 Meter mit immer eine Stufe dazwischen. Ist keine wasserdichte Lösung, aber gibt einen Rahmen. Dann wäre man wohl bei vielleicht 1/6 der Kapazität.“

    Theoretisch gebe ich Dir recht, einen Versuch wäre es vielleicht auch wert und mir wären einige Tausend Fans auch lieber als gar keine. Es wäre zudem denkbar, mehr als eine Person pro Markierung zuzulassen (gleicher Haushalt/eigene Kinder).

    Es funktioniert aber nur, wenn sich alle daran halten und sich ihrer individuellen Verantwortung bewusst wären. Ich befürchte, dass das mit der Eigenverantwortung auch bei uns nicht funktionieren würde und wir ziemlich schnell Szenen wie letzte Woche am Landwehrkanal sehen würden.

  3. @Jacek bei allen Maßnahmen kommt es letztendlich auf die Eigenverantwortung an. Bei einer beschränkten Kapazität ist unerlaubtes Verhalten aber relativ gut zu beobachten und bestrafen. Die Eigenverantwortung war bei den Herren Kalou und Ibisevic ja auch nicht da, trotzdem wurde die Liga wieder hochgefahren

  4. Gorilla_im_Nebel

    Um am letzten Spieltag gegen Düsseldorf im Stadion sein zu können und meine Mannschaft anfeuern zu können, würde ich an einem Experiment teilnehmen und mich anschließend für 14 Tage in Quarantäne begeben.

    Wäre doch interessant und wissenschaftlich relevant herauszufinden, wie sich so eine Großveranstaltung tatsächlich auswirkt.

  5. Frank Butschkau

    Ich will auch ins Stadion gegen Düsseldorf komme dann mit in Quarantäne da wir ja nicht angestiegen sind werden wir die dann auch brauchen. Eisern Prost.

  6. Gorilla_im_Nebel

    Word.

    Eisern.

    Prost.

  7. Jens Otto

    @ Gorilla_im_Nebel: super! Bin dabei! EISERN!

  8. Torsten

    Vielleicht sollte jeder Stadionbesitzer mit “Alte Försterei Aktie” mal endlich einen eigenen Claim abgesteckt bekommen, mit Biermarken und Benachrichtigung zur Wurstabholung. Anders wird es nichts . Da wir (fast) keine Sitzplätze haben, bleiben wir bestimmt nach DFB Überlegungen außen vor.

  9. Totosik

    Ich will hier nicht wieder Beef mit Steffi (war schon) oder Robert (war auch schon) anfangen. Meine Haltung zum C. ist eine gänzlich andere und NEIN ich will und werde niemanden töten…
    Jetzt ist es dringender nötig denn jeh, jede kleine Öffnung mitzunehmen, so absurd die Ausgestaltung auch sein mag. Nur so kann die Angst abgebaut werden. Denn es scheint immernoch eine große Angst zu existieren, was zu beachten und zu respektieren ist. Mach so weit auf, wie Ihr Euch sicher fühlt und das nächste mal ein wenig mehr.
    Nur eine Überwindung dieses Jetzt-Zustandes kann dazu führen, das wir alle wieder unseren Fußball erleben und Nebeneffekt mein Berufsverbot beendet wird und ich endlich, endlich wieder ein Leben bekomme. Ich habe also einen ganz egoistischen Wunsch nach vollen Stadien, das sei mir bitte auch gestattet.

  10. GORILLA_im_Nebel

    @Totosik: I feel you.

  11. Phrandts

    Gewagt, ich weiß: aber bevor ein Großteil der DK-Inhaber ausgegrenzt wird, sollten wir lieber ins Oly gehen. Selbst wenn man dort nur jeden 6ten Platz belegt, sind wir wenigstens wieder mit dabei und können die jungs anfeuern…

  12. Geh doch ins Oly, aber bitte geh allein.

    Wir haben immer wieder um unser Stadion gekämpft. Beispielsweise ProAF. Wir lieben das Stadion an der alten Försterei.

  13. Olympiastadion- nur zum Derby.

  14. Phrandts

    Es geht doch nicht um eine Alternative für die AF, sondern um eine Alternative für diesen sch… Virus!!! Und dann bin ich schon auf eure Kommentare gespannt, wenn nur 1000 Auserwählte in die AF dürfen. Dann ist mir die Familienzusammenführung in der Ferne erträglicher…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.