Ein fast perfektes Außenseiter-Spiel

Union hat gestern gegen den FC Bayern verloren, und dass das nach dem Spielverlauf nicht völlig selbstverständlich war, sagt schon einiges über dieses Spiel, und über Union in der Bundesliga. Denn in dem Spiel, das 2-1 für Bayern ausging, hatte Union eben echte Chancen auch Punkte zu holen.

Union in München

Union war in München auf dem Platz konkurrenzfähig und auf den Rängen dominant, Photo: Matze Koch

Union hat gestern die Aufgabe, als Außenseiter in München zu spielen, fast best-möglich erfüllt. Der einzige Aspekt, in dem das nicht der Fall war, ist die Chancenverwertung. Denn dass aus der Offensivpräsenz, die Union hatte, zwei Elfmeter resultierten war schon so etwas wie der optimale Ausgang. Dass Manuel Neuer dann aber den durchaus ordentlich geschossenen Elfmeter von Sebastian Andersson gehalten hat, ist die Tragik des gegen Bayern Spielens.

Diese Tragik bestimmte auch für Unions Abwehr das Spiel. Denn Unions Defensivkonzept funktionierte insgesamt (bis zu den offenen letzten 20 Minuten) sehr gut. Viele Unioner gewannen immer wieder wichtige, schwierige Zweikämpfe. Das galt vor allem für Marvin Friedrich, der allein fünf Schüsse geblockt und sechs Bälle aus dem Abwehrzentrum geklärt hat, oft mit relativ hohem Risiko aber sehr gutem Timing.

Aber dann fiel eben ein eigentlich geklärter Ball Robert Lewandowski in den Lauf, der so auch gegen Union, wie gegen jede Mannschaft, ein Tor schoss. Obwohl Neven Subotic und Friedrich ihm das Spiel durchaus schwer gemacht haben.

Dass es ausgerechnet Felix Kroos war, von dem vor dem 2-0 der Ball so ungünstig abgeprallt ist, war sehr schade. Denn Kroos hat in dem ersten Spiel in dieser Saison, in dem er von Beginn an spielen durfte, eine gute Leistung gezeigt.

Dass Kroos, der bisher kaum eine Rolle gespielt hat, gerade in diesem Spiel das Vertrauen von Urs Fischer gezeigt bekam, ist auch ein wichtiges Signal an die ganze Mannschaft. Ein positives: dass auch bisher marginalisierte Spieler ernsthafte Bewährungschancen bekommen. Und ein forderndes: dass alle ihr Level so hoch halten müssen, in so einer Situation eine echte Alternative zu sein. Sowohl für die Motivation der Mannschaft als auch den Zug und die Qualität der täglichen Arbeit im Training kann das nur positiv sein.

Die Spielberichte der Berliner Medien:

Viel Lob gab es gestern auch wieder für den Auftritt der Unionerinnen und Unioner im Auswärtsblock.

Aber natürlich ist die Stimmung in einem Union-Block immer noch nicht dazu da, die Bundesliga schöner zu machen. Sondern um die Mannschaft und den Verein zu unterstützen. Dass das nun auch auf so einer großen Bühne wie der in München stattfinden kann, ist schon ganz nett. Aber wenn das auffällt und sich vom Rest eines Stadions oder anderen Vereinen abhebt, hat das nichts mit Union zu tun, sondern ist es deren Problem.

Im Auswärtsblock haben gestern auch Stephan Fürstner und Maxi Thiel das Spiel gesehen. Beide sind gerade langzeit-verletzt, auch wenn es für ihre Vereine okay läuft.

Instagram Maxi Thiel

Auch die ehemaligen Union-Spieler Maxi Thiel und Stephan Fürstner haben das Spiel in München im Auswärtsblock gesehen. Screenshot: Maxi Thiel auf Instagram

Auf den anderen Plätzen

union frauen

Der Ausflug für die Frauen nach Aue hat sich gelohnt. Screenshot: Instagram Hauptstadtarroganz

Die Frauen von Union am Sonntagnachmittag in Aue mit … 9-1 (!) gewonnen.

Indes hat die U19 unentschieden gespielt und die U17 verloren:

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