Für Oliver Ruhnert wird dieser Sommer extra lang

Rafal Gikiewicz wurde offiziell beim FC Augsburg als neuer Torhüter bestätigt (Vereinsmitteilung) und ich habe die Augenbraue gelupft, als ich gesehen habe, dass sie  zeitgleich auch die Verpflichtung von Tobias Strobl und Daniel Caligiuri bekanntgegeben haben. Das dürfte wohl der Unterschied zwischen dem nun zehnten Jahr Bundesliga für Augsburg und Unions zweitem Jahr sein. Gewundert habe ich mich über die Vertragsdauer von 2 Jahren. Die ist zwar einerseits typisch für Rafal Gikiewicz, aber andererseits hätte ich erwartet, dass er zum Karriereende auf Nummer sicher geht und versucht 3 Jahre zu bekommen. Wenn ich in die Kristallkugel schaue, würde ich vermuten, dass neben dem Gehalt vor allem auch die Vertragsdauer ein Punkt war, bei dem es keine Einigung gab zwischen Union und dem Keeper.

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Rafal Gikiewicz weint zum Abschied und Micha Parensen hört auf

Unter allen Möglichkeiten eines Saisonendes ohne Fans war das 3:0 gestern wohl das beste Finish, das Union hätte hinlegen können. Ich lag im Strandbad Lychen in der Uckermark und war nach diesem Spiel einfach nur glücklich. Links und rechts bedankten sich Werderfans für die Schützenhilfe, denen wir allerdings erklären mussten, dass wir uns auch ohne das Ergebnis aus Bremen gefreut hätten. Denn es spielt ja schließlich immer noch der 1. FC Union Berlin. Und der ist auf Platz 11 gelandet. PLATZ 11! Könnt ihr das glauben? Der einzige Platz 11, den wir sonst gesehen haben, wenn Bremen im Spiel war, lag im Schatten des Weserstadions und der Gegner hieß dann Werder II (Danke Marko Briesemeister für diese Erinnerung).

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Union hat rasiert und feiert die wohl dezentralste Klassenerhalts-Party überhaupt

“Komm Rob, erste Worte. Was fällt dir sofort ein?”, wurde Robert Andrich bei AFTV gefragt, als er noch eine Flasche Berliner am Hals hatte. “Bier!”, antwortete der Mittelfeldspieler, der beim 1:0 gegen Paderborn ohne Gelbe Karte vom Platz ging. Es war wahrscheinlich dezentralste Klassenerhaltsparty, die Union je gefeiert hat. Ich hatte das Gefühl, dass wir alle mit Abpfiff auf den Balkon oder auf die Terrasse gehen mussten, um gedanklich den Platz zu stürmen und gleichzeitig draußen ein paar Tränen der Freude die Wange herunterlaufen zu lassen. Dieses Video, das Union direkt nach Abpfiff gepostet hat war ein bisschen das, was sicher bei allen als Kopfkino lief.

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Der Klassenerhalt für Union mag sensationell sein, aber der Saisonverlauf ist noch sensationeller

Ich kann gar nicht in Worte fassen, was der Klassenerhalt für mich bedeutet, sollte Union den heute Abend im Heimspiel gegen Paderborn schaffen. Sportlich bin ich schon bei Urs Fischer, dass der so etwas wie eine Sensation wäre. Erst recht so zeitig, ganz ohne Zittern am letzten Spieltag. Stellt euch das vor, es wäre wirklich so gekommen, dass wir am 34. Spieltag gegen Düsseldorf darauf hätten hoffen müssen, dass uns Steven Skrzybski nicht in die Zweite Liga schießt. Da ist uns echt etwas erspart geblieben.

Steven Skrzybski wird nach seinem Tor von einem Ordner umarmt.

2018 schoss Steven Skrzybski Union zum Klassenerhalt in der Zweiten Liga. Dieses Jahr kann er keinen Einfluss auf Unions Platzierung nehmen. Foto: Stefanie Fiebrig

Jetzt würde ich mir wünschen, dass Union ebenso konzentriert wie in Köln auch gegen Paderborn zu Werke geht. Nicht dabei sein wird Christopher Lenz, der weiter individuell trainiert. Aber Sheraldo Becker konnte das Spielersatztraining mitmachen, so dass durchaus eine Chance besteht, dass er in den Kader kommt, sagte Urs Fischer in der Pressekonferenz vor dem Spiel (AFTV).

Wer übrigens verstehen möchte, warum sensationell genau das richtige Wort für Unions Saison ist, sollte sich einfach diesen Verlauf anschauen. Am 1. Spieltag war Union auf einem direkten Abstiegsplatz. Danach nie wieder. Und nur am 7. Spieltag einmal auf dem Relegationsplatz. Das ist sensationell.

Das sind die Vorberichte der Berliner Medien:

Fans vor dem Stadion

Das große Thema neben dem Spiel ist tatsächlich, ob sich Fans vor dem Stadion treffen werden oder nicht (Morgenpost, Kurier, Bild/BZ). Ich kann dazu nur sagen, dass es dieses Mal nicht ganz so notwendig erscheint wie beim Schalkespiel. Und es ist angesichts der Regeln der DFL für die Geisterspiele durchaus sinnvoll, nicht zum Stadion zu kommen, damit das Spiel wirklich durchgeführt wird. Zumal es im Ernstfall wirklich ein leichtes für die Polizei ist, den Waldweg abzusperren.

Wichtiger wäre mir, dass wir einen guten (und sicheren) Weg finden, nach dem letzten Spieltag mit der ganzen Mannschaft den Klassenerhalt zu feiern und Spieler zu verabschieden, die ihren Anteil am sportlichen Erfolg der vergangenen zwei Jahre hatten. Das darf gerne mit etwas zeitlichem Abstand zum Düsseldorfspiel passieren, denn ich möchte auf gar keinen Fall, dass die Fortuna irgendeine Möglichkeit bekommt, ein wie auch immer geartetes sportliches Ergebnis anzufechten.

Podcast über die Eiserne Hilfe

Sehr ausführlich über die Eiserne Hilfe erzählen Anwalt Dirk Gräning und Andreas Lattemann, Vereinsvorsitzender, in der aktuellen Episode des Podcasts Wir – Union vereint. Erstmals habe ich da gehört, wie viele Personen überhaupt Mitglied sind, nämlich 458 Unionerinnen und Unioner. Sehr genau erzählen die beiden, wie fehlgeleitet die Annahme ist, immer die gleichen Personen würden in Konflikt mit Polizei und Staatsanwaltschaft kommen und wie solidarisch die Eiserne Hilfe funktionieren würde.

Da geht es darum, bestimmte Einstellungen von Verfahren so hinzubekommen, dass sie nicht als einschlägige Vorstrafe herangezogen werden können bei späteren Konflikten. Es geht schlicht und einfach darum, dass Unionerinnen und Unioner die Möglichkeit bekommen, sich mit den Mitteln des Rechts zu wehren, die sie vielleicht sonst aus Kostenängsten nicht wahrnehmen können. Aber die Eiserne Hilfe arbeitet auch präventiv, was ich ebenso wichtig finde, weil das allen Kosten und Nerven sparen kann.

Das war sehr interessant und ich hätte den beiden noch viel länger zuhören können. Mitglied bei der Eisernen Hilfe könnt ihr mit nur 3 Euro im Monat werden. Hier geht es zum Mitgliedsantrag.

Ebenfalls gerade noch rechtzeitig vor dem Spiel heute kam gestern die aktuelle Episode von Union am Ball heraus, in der es vor allem um die Frage ging, wie sicher der Klassenerhalt nun sei. Stand jetzt können wir das klar beantworten: Noch nicht sicher.

Und sonst so?

So leid es mir für Dresden tut (weil ich finde, dass der Verein mindestens in die Zweite Liga gehört), so sehr habe ich mich für Arminia Bielefelds nahezu sicheren Aufstieg gefreut nach dem 4:0 gegen Dynamo im Nachholspiel. Ich freue mich für Uwe Neuhaus, der damit bewiesen hat, dass er als Trainer nicht darauf reduziert werden sollte, Mannschaften aus der 3. Liga in die Zweite Liga zu führen. Und ich freue mich für Marcel Hartel, der nun das zweite Mal in zwei Jahren in die Bundesliga aufsteigt und jetzt hoffentlich auch mit Erstligaspielen dafür belohnt wird.

Zum Saison-Finish bekommt Urs Fischer wieder mehr Optionen für die Offensive

Auf der Pressekonferenz am Donnerstag (AFTV), die weiter mit eingeschickten Fragen ohne die Möglichkeit von Nachfragen auskommen muss, sagte Urs Fischer über die Einsatz-Chancen von Christopher Lenz auf der linken Flügelverteidigerposition: “Ich glaube, es wird knapp. Er ist angeschlagen.” Es dürfte am Sonnabend gegen Köln also sehr wahrscheinlich sein, dass wir wieder Marius Bülter dort sehen werden (Kurier/Berliner Zeitung). Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass Urs Fischer wieder mit 2 Stürmern spielen wird, denn Suleiman Abdullahi ist auf dem Flügel voll einsatzfähig. Aber eben auch im Sturmzentrum. Es gibt also neben Anthony Ujah und Sebastian Andersson, der von seiner 5. Gelben Karte bedroht ist, noch Optionen.

Trainer Urs Fischer und Pressesprecher Christian Arbeit beim Beantworten der Medienfragen, Screenshot: AFTV

Trainer Urs Fischer und Pressesprecher Christian Arbeit beim Beantworten der Medienfragen, Screenshot: AFTV

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Union bittet Fans, bei den nächsten Spielen nicht zum Stadion zu kommen

Nachdem beim Spiel von Union gegen Schalke einige Fans die Mannschaft hörbar von außerhalb des Stadions angefeuert haben, stellte sich natürlich die Frage, ob das zu einem problematischen Beispiel werden könnte, und es demnächst zu Versammlungen kommen könnte, bei denen Abstandsregeln nicht mehr eingehalten werden. Deshalb gibt es von Union jetzt die öffentliche Bitte an Fans, zu Spielen nicht zum Stadion zu kommen. Das schreibt die BZ, die Christian Arbeit entsprechend zitiert. Auch die Berliner Zeitung schreibt darüber.

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#421 – Ich bin nicht Christian Seifert

Union zeigt sich gegen Schalke wieder spielstärker, erreicht aber nur ein 1:1. Wir reden außerdem noch über Gesänge im Wald, Nadelspieler, die neue Frisur von Uwe Neuhaus und Unterstützung für Black Lives Matter.

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Suleiman Abdullahi fällt wegen Gehirnerschütterung erst einmal aus

Suleiman Abdullahi bleibt weiterhin vom Pech verfolgt in der Bundesliga-Saison. Er hat tatsächlich eine Gehirnerschütterung und eine Platzwunde im Test gegen Holstein Kiel erlitten. Manager Oliver Ruhnert befürchtet laut Bild, dass der Angreifer bis zu zwei Wochen ausfallen könnte. Außerdem zeichnet der Kurier nochmal nach, wie unglücklich für Suleiman Abdullahi die Zeit seit dem Aufstieg verlaufen ist, an dem er zum Beispiel mit dem Tor in Stuttgart großen Anteil hatte.

Suleiman Abdullahi erlitt eine Gehirnerschütterung im Test gegen Holstein Kiel, Foto: Matze Koch

Suleiman Abdullahi erlitt eine Gehirnerschütterung im Test gegen Holstein Kiel, Foto: Matze Koch

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Ein fast perfektes Außenseiter-Spiel

Union hat gestern gegen den FC Bayern verloren, und dass das nach dem Spielverlauf nicht völlig selbstverständlich war, sagt schon einiges über dieses Spiel, und über Union in der Bundesliga. Denn in dem Spiel, das 2-1 für Bayern ausging, hatte Union eben echte Chancen auch Punkte zu holen.

Union in München

Union war in München auf dem Platz konkurrenzfähig und auf den Rängen dominant, Photo: Matze Koch

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Es ist normal, dass Union in Leverkusen verliert. Aber nicht so.

Dass der 1. FC Union in Leverkusen 2:0 verliert, ist die Bundesliga-Normalität, von der manchmal die Rede ist, wenn es um Unions Ankommen in dieser Liga geht. Aber eben auch nur, was das Ergebnis betrifft. Die Art und Weise, wie Union zu keiner Zeit eine Chance in dem Spiel hatte, war dagegen sehr enttäuschend. Und das ist nicht normal. Auch nicht gegen Leverkusen.

Kai Havertz von Bayer 04 Leverkusen und Christian Gentner vom 1. FC Union Berlin imm Duell

Kai Havertz und Christian Gentner, Foto: Matze Koch

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