Nach dem Derby appelliert Dirk Zingler an das Verantwortungsbewusstsein der Mitglieder

Auf mehrere Weisen hat der 1. FC Union gestern seine Sichtweise der Vorfälle am Samstag reagiert. Vor allem gab es einen offenen Brief von Präsident Dirk Zingler an die Mitglieder des Vereins.

In Bezug auf das, was auf Union Seite am Samstag schief gegangen ist, schreibt Zingler:

Unser Stadionerlebnis ist der Kern unseres Daseins als Unioner. Es beinhaltet viel Freiraum zur Entfaltung, beruht aber ebenso auf Regeln, die ein Miteinander der unterschiedlichsten Menschen und Gruppen sichern. Der Verein ist organisatorisch für die Einhaltung dieser Regeln verantwortlich. Wir werden uns daher genau anschauen, welche Entscheidungen am Sonnabend getroffen wurden und welche Veränderungen und Verbesserungen wir vornehmen können. Gleichzeitig ist auch klar: Es kommt auf jeden Einzelnen von uns an. Nur gemeinsam kann es uns gelingen, den Traum von unserem Stadionerlebnis zu erhalten. Dazu gehört auch, sich verantwortlich zu fühlen für das, was in unserem Stadion passiert.

Konsequenzen werden wohl vor allem daraus gezogen werden, dass es, wie Zingler schreibt, “zu einem Durchbruch einer größeren Gruppe am Einlass zu Sektor 2” kam: “Organisatorisch waren wir auf einen solchen Angriff aus den eigenen Reihen nicht vorbereitet, denn er ist bislang noch nie vorgekommen.” Es soll als Reaktion darauf “kurzfristig organisatorische Verbesserungen” geben.

Eine Gelegenheit, die notwendigen Gespräche zu führen, ist vielleicht auch das Fantreffen heute Abend in der Haupttribüne des Stadions. Zu Gast sind dabei Christian Gentner und Keven Schlotterbeck.

Zur Kommunikation nach Außen gehört dieses Interview mit Christian Arbeit bei RadioEins. Ein weiteres Gespräch mit dem Sprecher von Union gibt es im Podcast Union am Ball, den Steffi aus unserem Team gemeinsam mit RadionEins macht.

In beiden Formaten sagt Christian Arbeit, dass niemandem damit geholfen ist, wenn sich der Verein nach außen hin von Verhalten und Personen distanziert, das eben doch offensichtlich insofern zu Union gehört, als es hier passiert ist. Deshalb muss man sich eben damit auseinandersetzen, dass es passiert ist.

In dem Gespräch sagt Christian Arbeit auch, dass man die Tapete ’16 Autos – 12 Herthaner / Der Schwanz im Arsch wird nie zu Rückgrat’ nicht zwingend als homophob verstehen müsse, sondern sie auch als nur eine sexuell konnotierte Beleidigung. Das ist leider unhaltbar, denn die beabsichtigte Beleidigung in diesem Spruch gibt es eben nur, wenn schwule Beziehungen damit herabgewürdigt werden. Die toxischen Vorstellungen von Männlichkeit (und die Hooligan-Strukturen), die dem zu Grunde liegen, thematisiert der Tagesspiegel in einem Interview mit Robert Claus.

Natürlich liegt in der Union am Ball-Folge viel Aufmerksamkeit auf den Begleiterscheinungen des Spiels. Aber es geht auch da ein bisschen um das Spiel selbst und seinen positiven Ausgang.

Und weil ich gestern Abend keine Lust hatte, mich nur mit den unschönen bis skandalösen Aspekten des Spiels zu beschäftigen, habe ich auch noch eine taktische Analyse zu der Partie geschrieben.

Denn Union hat taktisch vor allem in der ersten Hälfte sehr viel richtig gemacht. Die 343-Formation passte perfekt dazu, im Aufbauspiel Vorteile gegen Herthas 442 zu haben und Union viel mehr und besseren Ballbesitz zu ermöglichen als in den bisherigen Spielen. Nur einen stabilen Weg zu wirklich klaren Torchancen gab es dabei nicht. Einige der dabei erwähnten Aspekte greift auch die Statistik-Analyse der Berliner Zeitung auf.

Die Berichte der Berliner Medien

Wenn in manchen Presseberichten die Möglichkeit von Spielen unter Publikumsausschluss aufgebracht wird, fehlt dazu bisher eigentlich die Grundlage. Denn die Zitate von DFB-Vertretern in den Texten sprechen nur von der allgemeinen Haltung des Verbandes, nicht der konkreten Reaktion auf das Derby und erst recht nicht die konkreten Sanktionen für Union im Speziellen.

Union international

Wie hoch das Profil des Spiels war, sieht man übrigens auch darum, dass sich internationale Medien wie The Athletic (mit einem Artikel von Raphael Honigstein) oder The Football Ramble (mit einem Podcast-Feature) ausführlich damit beschäftigen.

Und sonst so

In Bochum haben der VfL und sein Torwart Manuel Riemann bemerkenswert darauf reagiert, dass dem durch Verletzungen in die Mannschaft gerückten Nürnberger Nachwuchs-Torhüter beim 3-1 von Bochum Fehler passiert sind:

64 Gedanken zu „Nach dem Derby appelliert Dirk Zingler an das Verantwortungsbewusstsein der Mitglieder

  1. Guten Morgen,
    ich bin oft und gerne auf eurer Linie, aber bei den Vorkommnissen und speziell der Verarbeitung vom Derby bin ich es nicht. Meiner Meinung nach bringt eine Distanzierung gar nichts, denn wenn man zu einem Thema im eigenen Wohnzimmer auf Distanz geht, dann kann man es nicht mehr in seinem Sinne bearbeiten. Konkret sieht man die Folgen einer Distanzierung beispielsweise bei Hertha. Wie es besser läuft sieht man bei Dresden, wenn man bedenkt wo die schonmal standen.
    Das ein Teil (und die Capos) unserer Ultras in dieser Situation deeskalierend aufgetreten sind ist bestimmt eher ein Erfolg des jahrelangen Dialogs.

    Es ist gut, dass darauf Aufmerksam gemacht wird, dass die Tapete homophob zu verstehen ist, ob es so gemeint war oder nicht ist ja eher unerheblich. Das Thema müsste man aus meiner Sicht ruhen lassen, bis die Ersteller die Möglichkeit haben sich dazu zu äußern. Was dann beim nächsten Spiel der Fall wäre. Bleibt eine Kommunikation aus, dann kann und sollte das Fass gerne wieder geöffnet werden.

    Anderes Thema: Wieso wird ein Tweet verlinkt, der den vereinsinternen Brief komplett abgedruckt nach außen gibt?

    Ansonsten werde ich euch gerne weiterhin lesen und bedanke mich für die viel investierte Arbeit.

  2. Ich lese euch (oft) gern, egal ob besonders die fundierten Spielanalysen, aber eben auch das Drumherum.
    Was mir aber gehörig auf den Sack (ups – homophob?) geht, ist euer Moral-Aposteln! Merkt ihr nicht, dass IHR es seid, die unsere Außendarstellung in den Schmutz ziehen? Weil IHR es so seht, muss das Banner ja homophob sein.
    Gratulation, die BZ hat EURE Auffassung zur Tapete ja dankend angenommen!
    Vielleicht mal ein Tipp: Es ging um derben Wortwitz, um einen Ersatz von Rückgrat. Da hätte man natürlich auch den Stock im Arsch nennen können (komisch, den assoziiert niemand mit Homophobie), der hätte aber nicht zur beschriebenen Situation gepasst. Vielleicht schaut ihr mal, was Boone zu diesem Thema bei Facebook sagte: Es geht um F.cken und Gef.ckt werden. Auch das so gänzlich anders geschrieben “D” in der Botschaft, hätte ja zum Nachdenken anregen können.
    Aber macht ihr mal schön weiter mit dem Saubermachen! Man, man, man – heute redet jeder über “Platzsturm” (lächerlich) und Tapete, statt über gezielte Schüsse auf Menschen, die über zwei Stunden vom kompletten Block toleriert wurden!!!

  3. Da muss ich Fux widersprechen. Das Problem sind ja wohl nicht diejenigen, die auf ein Problem aufmerksam machen, sondern diejenigen, die eine solche Tapete hochhalten. DIE ziehen unseren Verein in den Schmutz (die Wirkung auf Dritte außerhalb ist mir dabei übrigens herzlich egal – und noch egaler ist, was die BZ schreibt). Es geht um uns und darum, was in unserem Stadion passiert. Und da ist ein homophobes Transparent passiert. Darüber muss man reden.

  4. Ich glaube, da erscheint die Überschrift des heutigen state of the union wertender, als sie es tatsächlich ist. Aber dazu kann nur Daniel etwas sagen.

    In dem Brief äußert sich Dirk Zingler ja auch explizit zu den Sachen, die nicht gehen: Das sind das Betreten des Innenraumes und dieses Durchbrechen im Kassenbereich, bei dem andere Unioner verletzt bzw. deren Verletzung in den Kauf genommen wurde.
    Das sind für mich auch die beiden Punkte, die absolut inakzeptabel sind. Auch ein homophobes Transparent (ich verstehe diese Tapete als solche), möchte ich in der AF nicht sehen.

    Der Unterschied zwischen den beiden ersten Punkten und dem letzteren ist aber auch der, dass gegen Durchbrüche und das Betreten des Innenraums man viel leichter sicherheitstechnische Maßnahmen ergreifen kann, als gegen das Zeigen einer solchen Tapete.

    Letzteres zu unterbinden, liegt viel mehr an uns, indem wir klarmachen, dass wir solche Dinge in der AF nicht sehen wollen. Aber auch der Hinweis, dass das Stadionerlebnis am Ende immer das ist, was wir daraus machen, findet sich ja deutlich in Zinglers Brief.

    Für mich enthält also der Brief Distanzierung und Hinwendung zugleich und, meiner Meinung nach, trifft er genau den richtigen Ton. Ich bin mal wieder froh, dass wir genau diesen Präsidenten haben.

    Auch ein ausdrückliches Danke an das textilvergehen für die erneut so wohltuend ruhige und differenzierte Auseinandersetzung mit den Ereignissen rund ums Derby.

  5. @fux

    Warum wird denn so wenig über den wahren Skandal gesprochen? Weil ein paar Idioten der Meinung waren sich über den Verein stellen zu müssen. Und schon gibt es Bilder vermummter Idioten die alle Klischees von tumben Fußballhools erfüllen. Dazu noch ein Banner welches a) direkt als homophobe Beleidigung gesehen werden kann oder b) erst mit ausschweifenden Hintergrundinfos einen plumpen, schlechten Witz ergibt.

    On Top die Nummer am Eingang deren Folgen wir wohl alle spüren können/werden.

  6. Aber es wirkt auf viele Betrachter so. Damit ist jede Diskussion über die eigentliche Message hinfällig. Witze die man erklären muss ziehen halt nicht!

  7. @Fux. Ein richtiger Fuchs bist du wohl nicht!? Die Stock im Arsch Metapher verwendet man, um eine steife/spießige Person zu bezeichnen. Die Tapete hat ganz klar mit homophobe Bilder bedient.

  8. @Schoki, @Pete ich habe die Überschrift geändert, weil sie offenbar missverständlich war. Ich wollte damit nur beschreiben, für welchen Weg der Auseinandersetzung mit dem Thema sich Union entschieden hat. Soweit das im Text kommentiert wird, steht da ja auch, dass eine solche Distanzierung (wie von Hertha, siehe SotU gestern) nichts bringt und unehrlich ist. Siehe, also, höre, dazu auch die aktuelle Folge von Drei90 ab etwa Minute 60.

  9. Ach @Hans – Beim Stock erlaubst du die Metapher, beim Schwanz nicht. Das eine Bild wird halt schon seit Urzeiten verwendet, das andere ist neu und MUSS ja homophob sein! Warum? Vielleicht weil es EUREN Denkmustern entspricht? Ich (und meine schwulen Freunde) haben sofort den Rückgrat-Witz verstanden und herzlich gelacht! Im Stadion wird derbe geredet, auch das macht ein Stadionerlebnis aus! Persönlich finde ich das nicht alles gut, aber ich würde nie auf die Idee kommen, dies ändern zu wollen.
    Noch ein Beispiel: Schiri, du F. – Frauenfeindlich? Macht euch doch nicht lächerlich!

  10. @Daniel Schon mal auf den Gedanken gekommen, dass bezüglich der Sanktionen dir einiges nur unter 3 mitgeteilt wird, daher nicht zitierter ist?

  11. Bei dem Spruch kann ich die Aufregung nicht verstehen. Hätte man lieber “Zucker blasen” nehmen sollen, was da auch sicher gemeint ist. Kommt aber auf das selbe raus.
    Ich bin der Meinung das Pyro strikt aus dem Stadion gehört. Da sollten die Fans vorbildlich sein! Denkt da keiner an die Spieler? für mich um so unverständlich das von dieser Seite nichts entscheidendes kommt. Unsere Helden auf dem Platz liefern Höchstleistungen und japsen nach jedem Gramm Sauerstoff. Wir auf den Rängen erschweren noch die Bedingungen in dem Pyro gezündet wird. Bei der Verbrennung wird eben Sauerstoff gebraucht und das nicht wenig. Und wenn die Schwaden über das Feld ziehen möchte ich nicht wissen was da alles eingeatmet werden muss. Die erweiterten Lungen nehmen da ja alles an Giften auf.
    Die Platzstürmer möchte ich eingeschränkt in Schutz nehmen. Das Fass war durch die Raketen auf die Spieler und die Tribünen übervoll. Ein Glück das da Rafal und andere eingeschritten sind und die Vernunft gesiegt hat.
    Und noch ganz neben bei. Vor kurzem wurde eine Schrottaktion durchgeführt. Wie Bolle heben wir uns gefreut über 2 T€ Ertrag generiert zu haben. Für die Möglichkeit beeinträchtigten Menschen ein Spielerlebnis fernab der Alten Försterei zu ermöglichen.
    Aus dem gleichen Topf werden die Sanktionen bezahlt. Da stimmt doch was nicht. 10 Fans zünden Pyro für die die knapp einheimischen 20 Tausend Zuschauer bezahlen. Einige wenige haben ihren Spaß für die die anderen bezahlen.
    Nichts gegen Pyro. Nur am rechten Fleck. Ich hatte so Gänsehaut beim Empfang der Mannschaft gegen Stuttgart.
    Bitte Fans lasst in Zukunft solche Aktionen im Stadion.
    Bei der Berichterstattung ist leider die sehr gute Choreo unter den Tisch gefallen. Sehr Schade!

  12. @Fux:

    Sehe ich das richtig, dass Du dem Textilvergehen auf der einen Seite vorwirfst die Auffassung der Tapete als homophob zu forcieren, weil sie es so sehen, und das findest Du doof. Auf der anderen Seite aber versuchst Du hier Deine Sichtweise zu forcieren indem Du mit einer Endgültigkeit schreibst “ES IST NICHT HOMOPHOB!”… Merkst Du selber, dass Du gerade das machst, was Du dem Textilvergehen vorwirfst?

    Es ist ja schön, wenn Du “und Deine schwulen Freunde” das Banner als nicht homophob empfinden… Ein großer Teil anderer Leute sehen das aber anders, und das tut man nicht ab mit “Ist aber nicht so… nanana”. Sondern da redet man dann drüber, wie es hier getan wird, denn der Hintergrund und die dazugehörigen Vorkommnisse wurden in Blog/Podcast ja angesprochen und erklärt. Nur ist es auch mit Hintergrundwissen durchaus immer noch legitim das als homophob zu empfinden, denn Menschen empfinden Dinge nunmal unterschiedlich.

  13. @Pepe, so so – die armen Jungs wurden also provoziert? Wie wäre das weiter abgelaufen ohne Rafa? Hätten diese frechen Flitzpiepen die Schuldigen dann schnell ermittelt und zur Rechenschaft gezogen unter Beifall des Stadions? Dir ist schon klar das es sich hierbei wahrscheinlich und die Kassenstürmer handelt, welche einen vollständig vermummten schwarzen Block gebildet hatten? Denkst du wirklich hier brauchte es viel Provokation? Warum dulden wir ein solches Verhalten/Auftreten während des Spiels – wieso unterblieb die direkte Ansprache? Wir sind doch keinen Deut besser als die Blauen, wenn wir hier nicht einschreiten. Ich zitiere frei: sind unsere Idioten jetzt weniger schlimm weil der Gegner noch dümmer ist?

  14. ich kann dem fux nur beipflichten. wer analverkehr automatisch mit homosexualität assoziert, ist selbst schuld! (und wer weiß, vl ja auch homophob?)
    am plakat selbst kann ich keinerlei gender-erwähnung entdecken…
    doof finden kann man es schon trotzdem, aber dann aus ganz anderen gründen.

  15. @Fux

    Glaub mir eins: du bringst mit deinem Kommentar das auf den Punkt was viele denken! Und auch von mir gibts dafür absolute Zustimmung!

  16. Der Auftritt der Vermummten war in meinen Augen riesengroße und unüberlegte Scheisse! Die Blau-Weissen haben es teilweise geschafft, unsere Ultras (die mir eigentlich noch nie wirklich unangenehm aufgefallen sind) auf ihr Niveau runterzuziehen.
    Als auswärtiger Unioner (ich war am Samstag im Stadion) ärgert mich besonders, wie Union jetzt hier in meiner Umgebung (Ostseeküste) wahrgenommen wird: die sind ja auch nicht besser als andere Vereine!
    Da reicht also offensichtlich schon ein einziges Spiel mit Berichten in den verschiedenen Medien aus, um die bisher große Sympathie für Union erheblich abzuschwächen.
    Über diese weitreichenden negativen Effekte auf unser Image und die Wahrnehmung unseres Vereins sollte man zukünftig auf der Waldseite mal schon im Vorfeld nachdenken.
    Ich bin jedenfalls immer noch stinksauer.
    Eisern Union!

  17. Fremdfan mit Bewunderung für euere herausragende Fan- und Vereinskultur hier. Zinglers Aussagen und klare Positionierung passen genau zu dem, was euch in den Augen eines Aussenstehenden so besonders macht. Das wachsweiche Herumeiern bei anderen Vereinen, gegenüber solchen Idioten wie diesen Platzstürmern wäre …gewöhnlich. Im schlechten Sinn. Solche Leute muss man schnellstens isolieren und ausbremsen oder loswerden, bevor sie den eigenen Verein nachhaltig und dauerhaft in den Dreck ziehen. Da bin ich bei euch aber zuversichtlich.

    Zum “Schwanz im Arsch”: Wenn es nicht homophob gemeint ist, findet man sicher auch ein anderes, passenderes Wort. Es sei denn, man will sich unbedingt selbst outen. Als jemand, den das erregt, aber in panische Angst versetzt.

    Bleibt anders, damit wir Rest weiter mit neidischem Respekt gen Försterei staunen.

  18. @cartman
    das Thema, welches von unseren Jungs mit Hilfe der Tapeten angesprochen wurde, hat keinesfalls mit einem Witz zu tun. Und die vereinzelten feigen Ratten beim Stadtrivalen, die mit diesem Spruch und dem dynamischen D damit angesprochen wurden, wissen sehr genau, dass sie damit gemeint waren. Ob jetzt vereinzelte Leute die homophobe Keule rausholen (das zeugt nur von absoluter Unkenntnis der Materie) ist eigentlich Wurst. Wichtig ist, dass die Botschaft beim Empfänger angekommen ist!

    @Fux
    sehr gut geschrieben.

  19. Die Erklärung des Präsidenten klingt erst mal gut. Entscheidend ist aber nicht, was gesagt, sondern wie nun gehandelt wird. Wichtig dabei sind folgende Sätze von DZ:
    “Unser Stadionerlebnis ist der Kern unseres Daseins als Unioner. Es beinhaltet viel Freiraum zur Entfaltung, beruht aber ebenso auf Regeln, die ein Miteinander der unterschiedlichsten Menschen und Gruppen sichern. Der Verein ist organisatorisch für die Einhaltung dieser Regeln verantwortlich. Wir werden uns daher genau anschauen, welche Entscheidungen am Sonnabend getroffen wurden und welche Veränderungen und Verbesserungen wir vornehmen können.”
    Zweifel daran, daß schönen Worten nun auch notwendige Taten folgen, lassen allerdings Aussagen von Sprecher Arbeit aufkommen. Bei Radio1 bügelte er Regelverletzungen auf FCU-Seite verniedlichend runter. Natürlich sind die Attacken aus dem Hertha-Block auf einer ganz anderen Stufe als Verfehlungen auf unserer Seite. Trotzdem bleiben sie unsäglich. Wenn Arbeit sich auf die Verantwortung jedes Einzelnen beruft, dann ist das weltfremd. Wie sollten etwa Leute, die schon im Stadion waren, den Kassensturm verhindern, wie jemand in Sektor 1,3,4 den Platzsturm? Nein! Das sind originäre Pflichten des Vereins und seiner Ordnungskräfte. Beide haben versagt. Wenn Arbeit ernsthaft zum besten gibt, man hätte auf die Stürmer mit Worten wie “kommt lasst das mal lieber” einwirken sollen, dann ist das Kuschelpädagogik und bestenfalls naiv. Eher wohl aber unverschämt und dreist.
    Als Stadionsprecher ist er wirklich gut. Darüber hinaus nicht.

  20. @Frank
    Da tun sich bei mir diese Fragen auf.
    1. Warum muss eine Kommunikation, die ja anscheinend nur einigen “vereinzelten feigen Ratten” galt, in einem Stadion vor 22000 Menschen (bzw. vor Fernsehkameras, die das Publikum noch mal deutlich weiten) geführt werden? Schon das allein birgt ja ein ungeheures Potential für Missverständnisse, wenn all die anderen den Kontext nicht kennen, aber dennoch gerne verstünden, was es mit dem Geschriebenen auf sich hat?

    2. Warum muss ich mich dabei einer Formulierung bedienen, die homophob verstanden werden kann und damit den Kreis derjenigen, die dadurch beleidigt werden können, unnötig weitet? Wenn es nur gegen “vereinzelte feige Ratten” geht, warum es dann nicht auch so direkt benennen? Warum ist es nötig diesen Umweg, über diesen missverständlichen Spruch zu gehen? Es gibt doch so viele schönere und kreativere Möglichkeiten, jemanden zu beleidigen. (Was man ja auch schon in der AF beobachten konnte.)

    Noch was: Hier wurde geklagt, dass nun alle nur über diesen Spruch hier reden, aber keiner was zu den Leuchtraketen der Herthaner sagt. Das liegt, für mich nicht daran, dass das zu ignorieren wäre. Das war eine unheimliche Scheiße!!! Und ist auch in der Sache deutlich schlimmer als diese hier besprochene Tapete. Aber das eine passierte halt bei uns und das andere kam von den anderen. Und deswegen will ich mich zum ersteren äußern, zu letzterem nicht.

  21. Alle Verfechter der Tapete lavieren hier in traumwandlerischer Weise um die Problematik herum. Da wird dann entweder behauptet, es ginge ja garnicht klar hervor, ob die 12 Herthaner nicht vielleicht auch Frauen gewesen sein könnten (slow clap).

    Dann wiederum wäre Anaverkehr passiv ja nicht exklusiv für Homosexuelle reserviert und ja so grundsätzlich gar nicht negativ konnotiert (genau, die Tapete war ja vielleicht gar nicht negativ gemeint sondern nur ein Servicehinweis an die Herthaner wie schön das auch als Hetero-Ultra sein kann mit dem Analverkehr).

    Und anschließend heißt es dann, “ging doch eh nicht an euch, also habt euch mal nicht so”.

    Ganz ehrlich, dann schickt euch eure Provokationen über die Telegram und Signalgruppen, wenn ihr verhindern wollt, dass der Rest des Stadions (und danach die Medien) sich drüber aufregen. Wer solch homophoben Scheiß in die Welt bläst, muss mit Gegenwind rechnen.

    Und an den Spezi Fux direkt adressiert:

    Der Stock im Arsch hat als Metapher historisch betrachtet keine sexuelle Bedeutung, sondern bezieht sich auf die doppelte Bedeutung des Wortes “steif”: im gegenständlichen Sinn “nicht weich, nicht biegsam, starr, unbeweglich”, die im bildlichen Sinn auf menschliche Charaktereigenschaften übertragen werden: unflexibel, unpersönlich, verkrampft, gezwungen.

    Der Schwanz im Arsch ist klar sexuell konnotiert und hat auch eine degradierende Bedeutung. Sehen zumindest ich und meine schwulen Freunde so.

  22. Mit nicht homophob gemeint bei der Tapete verstehen eben nur Insider, alle die das anders sehen oder verstehen wissen nichts von der Fanfreundschaft der Charlottenburger und denen aus Hohenschönhausen. Oder sie wollen es so auslegen.

  23. Da hat Schoki meine Punkte in der Zwischenzeit wesentlich diplomatischer formuliert.

    Danke dafür…

  24. @Fux Wie schon mehrfach gelesen: Es reicht doch aus, wenn sich Menschen aufgrund der Tapete Homophobie im Stadion empfinden, wenn es anders gemeint war, dann ist es bestenfalls verkürzend missverständlich, also schlecht formuliert. Will ich nicht im Stadion haben.

  25. @ Fux und andere Idioten: wenn ihr eure Kämpfe mit wem auch immer ausfechten wollte dann trefft euch irgendwo weit draußen und regelt das OHNE andere zu gefährden und zu verletzen (auch KINDER!!!!), eure scheiß Kleinkriege machen alles kaputt und führen nur dazu dass es bald unmöglich wird bestimmte Spiele durchzuführen oder zumindest extrem teuer und ein Einlass noch länger dauert und man wie am Flughafen kontrolliert wird. OHNE den Mist am Einlass, die Pyro, die Präsentation von Fahnen und anderen Hertha-Devotionalien (die einige von euch feigen Idioten Leuten aus ihrem Kleingarten in der näheren Umgebung geraubt habt) und das sich maskieren und auf den Platz stürmen haben uns allen geschadet und führen auch dazu dass viele Medien nicht vordergründig die kriminellen Aktivitäten aus dem Hertha-Block in den Vordergrund stellen sondern eure bekloppten Aktivitäten!!

  26. @Jens Otto Ich fände es gut, wenn wir uns auch bei unterschiedlichen Auffassungen hier nicht persönlich beleidigen und andere als Idioten bezeichnen. Ich mag es, wenn hier verschiedene Positionen ausgetauscht werden und auch andere Sichtweisen eingenommen werden können. Wir werden alle nicht immer einer Meinung sein und wir müssen das auch nicht. Aber wir sollten uns alle gegenseitig respektieren.

  27. Eine Frage an alle nicht-homophoben “Sport”-Fans bzw. deren Versteher:

    Wo ist der Zusammenhang oder die Unvereinbarkeit zwischen “Schwanz im Arsch” und “Rückgrat zeigen”?
    Ich vermute mal, dass diejenigen, die das Plakat als nicht-homophob sehen, sich selber “mit Rückgrat” bezeichnen, sonst wäre es kein Vorwurf an den Gegner.

    Folglich zeigen also nur diejenigen Rückgrat, die noch nie einen Schwanz im Arsch hatten? (Oder nicht? Wie viele, die das nicht diskriminierend finden, geben das zu? Würde das etwas an der Fähigkeit “Rückgrat zu zeigen” ändern?)

    Ich kenne viele Leute, die offen zu ihrer (in diesem Fall schwulen oder Bi) Sexualität stehen, und damit weit mehr Rückgrat zeigen (müssen) als vermummte(!) Wald&Wiesenboxer mit elitären Eigencodecs, die sich und ihre Fussball-fernen Aktionen für wichtiger als den Verein, das Spiel und alle anderen Fans im Stadion halten.

    Aus meiner Sicht ist also “Schwanz im Arsch” viel eher ein Indikator für Leute, die im Alltag und ausserhalb der eigenen Komfortzone Rückgrat zeigen.

    Trotzdem ist es natürlich ein diskriminierender Vorwurf, genauso wie andere Sexismen, die ein lustiger Rückgrat-Zeiger weiter oben als okay ansieht (wenn das Deine Mutter wüsste…)

    Sorry für die kleine Polemik, aber Inhalt, Kontext und Argumentation wurde so geliefert und aus freien Stücken selbst im Block präsentiert.
    Oder humorkritisch gesehen: Wenn die Pille schon auf’m Punkt liegt, hau ich sie auch rein ;-)

    Don’t shoot the messenger.

  28. @ Sebastian: für sowas wie Fux gibt es keinen Respekt! so etwas versteht nur solche Sprache! Wegen solcher Verbecher sind vor mir im Sektor 4 Familien mit Kindern nur knapp einer Rakete entkommen und haben nur durch Zufall keine schweren Verletzungen erlitten, wenn die ihre Kämpfe ausfechten wollen dann nicht auf unsere Kosten!

  29. @Matze: Biologisch gesehen hat übrigens jeder Mensch einen Schwanz (das letzte Stück der Wirbelsäule), auch Frauen. Auch noch genau “im Arsch”. Und “im Arsch” heißt ja nun auch noch was ganz anders – nämlich “kaputt”.

    Insofern ist die Wortwahl einerseits gut; denn sie ist eben keineswegs so eindeutig homophob wie es manche darstellen. Andererseits weiß man ganz genau, dass das Leute medial ausschlachten werden, während die leute, die es verzapft haben, keine Pressearbeit betreiben und demzufolge auch nicht beeinflussen können, wohin das Ringen um die Deutungshoheit des Spruches sich entwickeln wird.

    Insofern eben andererseits auch eine schlechte Wortwahl.

    Ärgerlich letztlich auch, dass um vermeintlich -phobe Sprüche gestritten und fabuliert wird; aber um ganz klare versuchte Körperverletzung (in Dutzenden Fällen) kaum noch jemand spricht.

  30. @maria draghi: Danke das du es ansprichst. Ja diesen Platzsturm von vermummten Schlägern kann man nicht anders interpretieren. Was ich nicht verstehe, ist wieso diese nicht direkt im Block angesprochen bzw. “enthüllt wurden” durch den Ordnungsdienst, die standen doch hier über das gesamte Spiel? Haben wir unser Hausrecht verloren? Es reicht halt einfach nicht, die Gegner als moralische Messlatte zu nehmen, nein dafür stinkt unser eigener Laden viel zu sehr. Das gleiche Problem wurde übrigens schon beim Pokalspiel von Dynamo sichtbar (wurden doch hier bereits als positives Beispiel genannt). Leuchtfakeln, Verbrennen von Raubgut und Raketen in die Reihen des Ordnungsdienstes..ABER eben keinen Platzsturm oder Pyro-Gegenshow – da schien das Sicherheitskonzept recht solide trotz andere Dimensionen. Vielleicht ist im Westen doch nicht alles schlecht…nun Feuer frei

  31. @maria Draghi: Demnach wäre die Beleidung, dass deren Schwanz oder deren Steiss kaputt ist?

    Es wird nicht besser, aber amüsant finde ich die vielen fantasievollen Rechtfertigungen auf den ungeahnten sinnhaften Tiefgang dieser vulgären Tapete schon ein bisschen ;-)

  32. Moment! Vulgär und homphob sind zwei verschiedene Dinge. Wenn man beides für identisch erklärt zeigt das nur, dass es einem mehr um geplante Entrüstung geht; nicht um Inhalt.

    Die Wortwahl ist sicherlich vulgär, aber semantisch keineswegs blöde. Das ist es wahrscheinlich, was die vermeintlichen Intellektuellen in den Medien am meisten ärgert.

  33. @Schorschi: Auch dort kann man den Graben, das freie Feld, die Laufbahn, die Bande, etc. überwinden um auf’s Feld zu kommen, bevor es ein Ordner überhaupt bemerkt. Bei HBSC gegen Paddelbirnen war ein Flitzer auf dem Feld und weit und breit kein Ordner.

    Dresden sorgte doch vor einigen Jahren bei jedem zweiten Spiel für Schlagzeilen. Das war mit dem positiven Beispiel gemeint. Damit war, wie man es auch lesen kann, nicht gemeint, dass in Dresden alles glänzt.

    @Daniel: Danke für die Headlineanpassung.

  34. An alle Pseudo-Germanisten und Text-Interpretatoren unansehnlicher Rauhfasertapeten: könnten wir diese inzwischen ins Absurde abdriftende “Diskussion” eines bescheuerten Pamphlets jetzt nicht mal einstellen?
    Das erinnert mich sehr an den medialen/öffentlichen Umgang mit AfD-Sprüchen, die erst dann den vollen Drive (im Interesse ihrer Urheber) bekommen, weil alle Welt meint, auch noch einen Spruch dazu absondern zu müssen und so die Idioten erst richtig aufwertet, weil ihnen das entsprechende Podium geboten wird.
    Was Samstag angeht, gibt es doch wirklich wesentlichere Probleme.

  35. PS: Nochmal. Wir Unioner sollten uns natürlich mit allen Vorkommnissen des Sonnabends beschäftigen, deren Wiederholung wir nicht wollen.

    Überparteiliche Medien sollten sich aber mit den eindeutigen und schwerwiegenden Vorwürfen intensiver beschäftigen als mit denen, die weniger schwerwiegend und obendrein inhaltlich diskutabel sind.

  36. @Maria Draghi – “inhaltlich diskutabel” – Platzsturm – Raub – Kassensturm – durchgehende Vermummung – Pyrowurf (bewusst Singular) – was möchtest du denn als erstes inhaltlich besprechen? Ist das Stadion ein rechtsfreier Raum?

    Wir machen uns alle mitschuldig.

  37. Die Reihenfolge ist mir persönlich egal. Wichtiger ist, das alles auf den Tisch kommt und für die Zukunft möglichst vorgebeugt wird.

    Im Übrigen habe ich schon vor dem Hertha-Spiel Redebdarf konstatiert.

  38. Mitschuldig hab ich mich insofern nicht gemacht, weil ich als einer der ersten in meiner Umgebung in Richtung der Platzstürmer geschriehen habe, dass sie sich verpissen sollen.

  39. @Sebastian – Danke für die Sorge um die Chat-Hygiene!
    @Jens Otto – Wenn du wüsstest, mit wem du hier redest… :D
    @Uli49 – ” Wenn Arbeit sich auf die Verantwortung jedes Einzelnen beruft, dann ist das weltfremd.” Da möchte ich einhaken:
    Genau DAS haben wir doch bewiesen! Denn es gab KEINEN wirklichen Platzsturm. Ein paar Hansel sprangen über den Block und die gesamte Union-Familie – Spieler, “Normal”Fans und Ultras machten denen klar, dass das Mist ist. Ergebnis? Sie hüpften gleich wieder zurück! Dafür haben WIR ALLE gesorgt!
    Ich möchte jetzt nicht wieder mit dem Finger auf andere zeigen, es geht mir nur ums Veranschaulichen:
    “KEINE Verantwortung übernehmen” ist, wenn man annähernd zwei Stunden Menschen beschießen darf und niemand etwas dagegen unternimmt!

  40. Die Phobie-Apologeten gehen ja nun langsam durch die Decke und nur weil nicht alle ihrem Dogma “Schwanz+Arsch = schwul” folgen. Witzig wie verengt Sichtweisen sein können. Sie sind diejenigen die diesen Spruch ausschließlich sexuell verstehen und keine andere Deutung zulassen, sie sind die die sich abfällig über andere Meinungen auslassen, und andere als blöde hinstellen. Das wirft schon ein entsprechendes Licht auf diese Leute.

  41. Jens Otto,

    Du bist keinen Deut besser als diejenigen, die du anprangerst. Du bezeichnest einen Menschen, den du nicht kennst, als Verbrecher der Kinder und Frauen angreift und als Idioten. Nur weil er eine andere Meinung vertritt. Unfassbar.
    Du kannst ihn übrigens an jedem Spieltag am Union Barkas treffen (frag einfach nach Fux) und ihm das alles ins Gesicht sagen. Und stell dir vor, du würdest von ihm dafür nichts auf die Fresse bekommen. Obwohl du es verdient hättest für deine verbalen Ausfälle.
    Er ist einer der tolerantesten und friedlichsten Menschen den ich kenne. Wenn du ihm nicht direkt gegenüber treten willst, Auge in Auge, dann kannst du ihn auch einmal jährlich zum Weihnachtssingen treffen, allerdings ist er dann vermummt. Als Weihnachtsmann, der jedes Jahr mit seiner Rede auf der Bühne mittlerweile ca 30 000 Menschen, eine Gänsehaut nach der anderen verursacht und Jung und Alt begeistert.
    Angebracht wäre eine Entschuldigung, aber den Arsch hast du ganz sicher nicht in der Hose.

  42. ich ertappe mich bei dem gedanken (wahrscheinlich, weil ich der ersten empörungswelle aufgesessen bin), dass der spruch auf der tapete doch eher nicht als homophob eingeordnet werden kann. ich komme zu der überlegeung, weil der spruch eine metapher bemüht, die rein gar nichts hinsichtlich sexueller orientierungen aussagt. es ist dies die metapher des in-den-arsch-gefickt-werdens. worum geht es dabei? es geht darum, dass hier einer seine lust ungezügelt auslebt, und der andere recht wenig davon hat. und eben dieser umstand soll uns das verhältnis zwischen den blau-weißen und den unroten illustrieren. das mag derbe, vulgär, daneben, überzogen, geschmacklos usw. sein – homophob ist es tatsächlich nicht. denkt man es zuende, wird hier sogar eine instrumentalisierung dargestellt – eine instrumentalisierung, für die sich eine der beteiligten parteien nur zu gern zur verfügung stellt. ich meine das ernst.

    EISERN

  43. @Doreen

    Danke. Einige dieser ultraorthodoxen Sittenwächter müssen mal von der Palme geholt werden.

  44. Genau so @silberhacke, das ist auch meine Interpretation. Was, wie du zurecht anmerkst, den Spruch nicht sonderlich geschmackvoller macht. Aber er ist nicht homophob.

  45. @daniel Woher nimmst du deine absolute Sicherheit diese Interpretation als haltlos abzutun?

  46. Da die Büchse schon aufgemacht wurde kann man zumin. disskutieren ob der Spruch nicht eher als Heterosexismus einzustufen wäre. Hier kann man darüber tatsächlich diskutieren.

    Der Diskurs sollte dabei dennoch offen bleiben. Ich denke es befinden sich eher wenige sozial Wissenschaftler unter den Lesern oder Schreiberlingen. Ob die eigene Deutnung = eine Deutungshoheit wiederspeigelt oder nur das eigene Gedankenkonstrukt?!

    Äußerungen zu homosexuellen Praktika sind nicht immer gleich, als homophob zu bezeichnen. Hier ist es zumin. ein zweifelhafter Bereich. Egal ob es nun Heterosexismus, Homophobie oder nur ein nicht gelungener Witz ist:
    So sollten alle Seiten mal runterkommen und sich mit Schuldzuweisungen und Bezeichnungen zurückhalten. Ein Diskurs ist eher förderlich, als eine reine Abwehrhaltung.

    Und frei nach:
    “Ich mag verdammen was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzten, dass du es sagen darfst.”, meist
    Voltaire zugeordnet.

    Sollten WIR alle die Meinungen akzeptieren und die Meinungen auch als solche kenntlich machen und nicht als der Weisheit letzter Schluss.

    Ich denke hier ist es eher dem Begriff Heterosexismus zu zuschreiben.
    Die Übergänge sind hier natürlich eher fließend.

    Nach meiner persönlichen Meinung ist der Begriff nicht gleich zwingend abwertend, aber zumin. diskutabel.

    Und Leute bitte:
    Leben und leben lassen.
    Am Ende sitzen wir alle im selben Boot und sollten gemeinsam für eine Besserung einsetzen.

    MfG derStein

  47. So stelle ich mir eine weltfremde Pseudo-Intelektuellen Schwafelrunde von Politiker bei einem Glas Rotwein vor, immer schön über unwichtige Dinge debattieren und das wirklich wichtige einfach ignorieren.
    Es sind am Samstag so viele teilweise wirklich schlimme Dinge passiert und hier wird ernsthaft nur über eine vielleicht geschmaklose Tapete der Ultras diskutiert.

  48. @andreas
    Ganz deiner Meinung… Geht mir auch so… Langsam reicht es… Ich lese jeden Tag gerne TV und auch die Kommentare aber manchmal ist weniger mehr… Klar will jeder und darf jeder seine Meinung hier posten aber immer nur um Homophobie, sexueller Vorlieben, geklaute Orgasmen und Praktiken der schönsten Nebensache der Welt geht mir gehörig aufn Sack… Zack zack…. *Warte auf…. Massregelungen

    ❤️⚪⚽Eisern

  49. Der Hinweis darauf, dass es noch schlimmere Dinge gibt, funktioniert immer umd ist dennoch nicht zielführend.
    Zeigt nicht das Ausmaß der Diskussion hier, dass es wohl doch nicht so eine kleine Sache war?
    Da sollte einer Diskussion ruhig Raum gegeben werden. Nur, und das finde ich bedauerlich, wird hier oft der Weg des Respekts und eines anständigen Umgangs verlassen.

  50. Das schlimme ist doch, dass nun schon damit angefangen wird am Mythos zu weben. Nicht die Union Familie hat diesen Schlägertrupp aufgehalten sondern die Spieler. Der Einsatz wäre nötig gewesen als sich diese Truppe im Block vermummte. Danach zu pfeifen klingt ein wenig was von Alibi. Woher wissen wir das bei den Herthies nicht gepfiffen wurde? Wahrscheinlich lügen die sich jetzt genauso in die Tasche. Das waren auch keine paar Hanseln (klar lass die noch verniedlichen) sondern ein Schlägertrupp, welchen wir als Union Familie nach deren gewaltsamen Eindringens in die AF im Block geduldet hat. Wer hat gepfiffen als die Wimpel und Fahnen von Kutten und Kleingärtnern präsentiert wurden? Nené an deiner Geschichte kannste gerne alleine stricken. Genauso wird sich nie etwas ändern.

  51. Auch ich warte gebannt auf Daniels Schilderung, warum die Interpretation von Silberhacke nicht haltbar ist (und wenn sie es wäre, trotzdem homophob).

  52. @derstein
    kann ich im Großen und ganzen mitgehen (bis auf heterosexismus – das find ich heterophob und diskriminierend) Sexismus ist für alle da!

    @Schorsch
    Verniedlicht und romantisiert wurde Union vorher und jetzt sind einige empört, dass sich die viele Unioner einfach nicht so benehmen wie man es sich in seinen Träumen vorstellte. Sie rauchen, saufen, fressen Fleisch, spucken, sind unflätig, kloppen sich ab und zu, sind sexistisch, manchmal politisch zutiefst unkorrekt UND viele (besonders die Männer) pissen im stehen.

  53. @honeypie et al.: Also erstmal ist die Diskussion darüber hier nicht sehr konstruktiv und vor allem davon geprägt, sich offenbar gewisse Fehler auf der eigenen Seite nicht eingestehen zu wollen.

    Aber da ich nun auf diesen einen Punkt eingegangen bin, bitte sehr. Zuerst der Teil den ich ausgeklammert habe:
    Die Interpretation ist nicht haltbar, weil es offensichtlich ist dass mit der angeblichen Verbündung von angeblichen Männerbünden (ihr könnt gerne mal analysieren, wie oft Leute von Ultra- oder Hoolgruppierungen so genderneutral sprechen) auf eine schwule Beziehung angespielt wird. Und da ist die Diskussion eigentlich schon vorbei, weil der einzige Mechanismus, unter dem es Sinn macht sowas in einem beleidigenden Kontext zu erwähnen, ein homophober ist. Aber das wurde ja in etlichen Kommentaren hier auch schon ausgeführt.

    Und selbst wenn man das ignoriert und sich nur die präsentierte Interpretation anschaut ist diese offensichtlich homophob. Denn es wird ja explizit eine negative Konnotation mit angeblich unmännlichem Verhalten (des “in-den-arsch-gefickt-werdens” bei dem man “recht wenig davon hat”) verbunden. Das ist relativ genau die Definition von Homophobie und Heteronormativität.

    Das ist übrigens auch noch nicht alles, was sowohl an dieser Interpretation als auch an der eigentlichen Aussage der Tapete problematisch ist – Homophobie ist hier nicht die einzige kritisierenswerte Kategorie.

  54. “… weil der einzige Mechanismus, unter dem es Sinn macht sowas in einem beleidigenden Kontext zu erwähnen, ein homophober ist. ” daniel, weil sich dir kein anderer kontext erschließt, heißt das noch lange nicht, dass es keinen anderen gibt. die metapher bezieht sich auf unterwerfung und das jenseits jeglicher geschlechtlicher orientierung.

    EISERN

  55. steht nicht in dem offenen brief des präsidenten (sinngemäß), dass pyro auch bei uns verboten ist?

    wurde hier noch gar nicht erwähnt…?

    offiziell stimmt das natürlich.

    doch jeder weiß, dass das tatsächlich eine phrase ist.
    den ohnehin stets ergebenen ist das sowieso egal.
    und ansonsten haken wir es eben unter realpolitik ab…

    nur weltfremde spinner und eventie-weicheier würden behaupten, dass eine tatsächliche aufarbeitung niemals mit einer weiteren lüge beginnen kann.

  56. Danke @silberhacke, dass du da sachlich dranbleibst. Ich kann dir nur beipflichten.
    Hier wird ein Raster hergenommen in das man Aussagen solange hineinpresst damit sie am Ende genau das Muster ergeben das man haben möchte. Dieses Raster ist natürlich das einzig gültige, das wahre. Das daraus entstandene Muster gilt dann als Beweis der eigenen Theorie. Wenn jemand jedoch dieses starre “einzig gültige” Raster nicht benutzt und sich dadurch ein anderes Bild ergibt kann also dessen Theorie nur falsch sein. Klingt irgendwie … dogmatisch.

  57. Ich möchte hier nichts weiter befeuern, weil ich glaube, dass sich inzwischen genug ausgetauscht wurde.
    Was ich aber noch sagen möchte:
    Es ist wohltuend, so einen Diskussionsverlauf zu erleben, der trotz hochkochender Emotionen schließlich wieder in geordneten Bahnen verläuft.
    Danke!
    Am Ende wollen wir alle “nur” das Beste für UNSEREN Verein!

  58. Was ist das für eine verrückte Zeit, oder die Zeit von Verrückten?
    Fall 1
    Meine Frage seit geraumer Zeit: warum werden jüdische Einrichtungen immer noch besonders beschützt? Ist es nicht Zeit, nach 80 Jahren zur Normalität zurück zu kommen, andere Relegionen haben das auch nicht? Prompt passiert der Anschlag in Halle und bestätigt das besondere Schutzbedürfnis!
    Fall 2
    Da wird ein echtes Derby ausgetragen, mit Emotionen und bei einigen auch mit unerklärlichen Feindbildern, innerhalb einer Stadt wohlgemerkt. Allein durch die Menge der Einwohner ist das ja nicht auszuschließen. Da gibt es zudem ein Pyroverbot, festgehalten in deutschen Stadienordnungen, welches in der Regel auch eingehalten wird. Zu besonderen Anlässen oder bei einigen Fangruppen fast immer, wird trotzdem ein fast immer beeindruckendes Gesamtbild choreografiert! Das sieht nicht nur gut aus sondern ist Teil der Aussendarstellung der Fanclubs. Der Einsatz ist dabei in der Vergangenheit bei den Durchführenden örtlich begrenzt geblieben. Ich hatte große Hoffnung, dass hier in naher Zukunft vielleicht doch Änderungen in den Verboten zu einer Legalität führen. Und dann das Spiel vom Samstag, auch hier wird wieder alles auf Anfang gesetzt. Hier werden nun die Sicherheitsmenschen neue Kontrollmechanismen und mehr Käfige entwickeln, das alles begründet durch einige Wenige.
    Übrigens: ich werde auch in Zukunft zu Union gehen und hinterm Zuckertor stehen!

  59. @wolfgang satkowski Was hat Fall 1, in dem du eine Verschwörungstheorie zumindest suggerierst, auch nur ansatzweise mit den hier in den vergangenen Tagen diskutierten Themen zu tun?

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