Doppelt Probleme auf den Außen für Union?

Der SC Freiburg kommt morgen zwar auf einem Champions League Platz stehend an die Alte Försterei. Aber trotzdem fühlt sich dieses Spiel wie eines an, in dem Union durchaus realistische Chancen auf einen Sieg hat. Und der Verlauf sowie die Gegner der gewonnen Spiele von Freiburg bisher sprechen auch zumindest nicht dafür, dass das Spiel eine ganz klare Angelegenheit wird.

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Zum direkten Duell der Brüder Schlotterbeck wird es auf dem Feld eher nicht kommen

“Aber jetzt wird’s mal wieder Zeit, dass wir auf jeden Fall punkten.” Das sagt Keven Schlotterbeck in einem Interview mit Stephanie Baczyk vom RBB. Das ist natürlich einerseits eine Selbstverständlichkeit. Aber tatsächlich steht der 1. FC Union am Samstag gegen Freiburg unter mehr Druck, zu gewinnen, als der leistungsmäßige Vergleich der beiden Mannschaften eigentlich rechtfertigen würde. Sportlich ist diese Freiburger Mannschaft für Union schon eine recht schwere Aufgabe. Aber dieses Heimspiel ist auch eines, das Union fast schon gewinnen muss, um nicht mit zu großem Rückstand ab Mitte November in die Spiele gegen direkte Konkurrenten um den Abstieg zu gehen.

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Florian Hübners Knie hält und Christopher Trimmels langersehnter Einsatz für Österreich

Es gibt mehrere Lesarten für das 0:0 im Test gegen Dynamo Dresden, in dem zu Beginn kein Startelfspieler aus dem vergangenen Spiel in Wolfsburg stand. Die eine schließt sich der allgemeinen sportlichen Kritik an der Mannschaft in den vergangenen Spielen an: Es werden zu wenig sehr gute Chancen herausgearbeitet. Das Team ist zu hektisch im Spiel mit dem Ball und zu unpräzise im Abschluss. Im Gegensatz zu den letzten Bundesligaspielen kam Union gegen Dresden aber zu Abschlüssen aus vielversprechenden Positionen und hätte mindestens zwei, drei Tore erzielen müssen. Als ich mir die Zusammenfassung auf AFTV angesehen habe, erwischte ich mich, wie ich noch mitfieberte und “Ohhh” und “Aaah” sagte. Das ist vielleicht nicht der stärkste Indikator für die Qualität von Chancen, aber ich sah, dass wirklich nicht viel fehlte und muss Trainer Urs Fischer recht geben, wenn er sagt: “Man hat dann aber auch Missverständnisse bemerkt. Wir waren zu unpräzise. Mit dem Aufwand, den die Jungs betrieben haben, bin ich einverstanden. Mit dem Ball waren wir phasenweise zu hektisch.” (Kicker)

Die Capo-Plätze auf der Waldseite des 1. FC Union Berlin wurden beim Test gegen Dresden vom Nachwuchs benutzt, allerdings ohne Mikros

Die Capo-Plätze wurden beim Test gegen Dresden vom Nachwuchs benutzt, allerdings ohne Mikros, Foto: Matze Koch

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Man kann die Mitgliederzahlen von Union und Hertha vergleichen, erfährt dabei aber wenig

Im Rest der Bundesliga gab es gestern ein paar Ergebnisse, die ein ‘huch’ auslösen, wenn man sie liest. Aber:

Auffällig ist in den letzten Wochen aber ja schon, dass es viele gute Ergebnisse für Auswärtsmannschaften gibt. Und auch, dass dank der vielen Unionerinnen und Unioner dort die Atmosphäre in Wolfsburg wohl nicht sehr Auswärtsspiel-haft sein wird, spricht dafür. Die Gefahr, Wolfsburg wirklich mit der Wuhlheide zu verwechseln und das Spiel für ein Heimspiel für Union zu halten, ist schließlich minimal.

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Sehr unterschiedliche Meinungen zum möglichen Berliner Derby am 9. November

Ich bin nach dem gestrigen Tag tatsächlich etwas müde, weil auf meine Meinung, dass Union an dem Derbyplänen von Hertha zum 30. Jahrestag des Mauerfalls nicht mitwirken solle, weil das dem Datum nicht gerecht wird, sehr vieles geäußert wurde, was mit meinem Punkt nichts zu tun hatte. Und es drehte sich um Laufe des Tages vieles im Kreise. Ganz nach dem Motto: Es ist zwar bereits alles gesagt, aber noch nicht von jedem.

Mir ging es nicht um Kommerzialisierung (als ob Union unkommerziell wäre) und erst recht nicht um irgendwelches Ost-West-Gedöns. Ich wohne seit September 1989 in Berlin und mir liegt nichts ferner, als Leute in solche Kategorien einzusortieren oder dies zur Leitlinie meiner Gedanken zu machen. Außerdem dürften auch Hertha und Union nicht so einfach in Ost und West einzusortieren sein, wie das vielleicht von außen gerne gemacht wird. Berlin ist Berlin. Aber Berlin ist auch an jeder Ecke anders und voll mit unterschiedichen Haltungen und Gedanken. Wir sind nicht irgendeine brandenburgische Kreisstadt mit einer Tageszeitung, wo sich alle zum Stadtfest treffen und die gleiche Meinung äußern, weil sie sonst als Nestbeschmutzer dastehen würden.

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Union braucht kein Derby am 9. November, um dem Spiel Bedeutung zu verleihen

Wir schildern in den vergangenen Tagen immer mal wieder Momente, in denen uns bewusst wird, dass Union nun Bundesligist wird. Unser Leser Ronny hatte vor Kurzem auch so einen Moment, in dem er kurz vergessen hat, dass er nun ein Regal höher greifen muss. Und ganz ehrlich, mir geht es immer noch jeden Tag genauso.

Screenshot: Ronny

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Low Key Derby

Ob wirklich Sicherheitsbedenken im engeren Sinn der Grund waren, ein Testspielderby so low key wie möglich auszutragen, oder eher der Wunsch, den Aufwand dazu minimal zu halten, ist Ansichtssache. In jedem Fall führte das dazu, dass die beiden Mannschaften gestern in Herthas Amateurstadion nur vor Vereinsverantwortlichen, ein paar Journalisten und einer Gruppe von Kindern aus einem Jugendprojekt von Hertha gegeneinander (miteinander) testeten.

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Lennard Maloney und Atsuto Uchida beim Jubel nach dem 0:2; Photo: Matthias Koch

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Manchmal muss es der Sportplatz sein.

Wiese, Tore, Eckfahnen, Trainerbänke und Geländer zum Festhalten. Mehr ist gar nicht nötig. Der Friedrichhagener SV hat mich gestern daran erinnert, wie der Fußball bei Union war, bevor wir drüben in der Alten Försterei zu bauen anfingen. Nein, ich möchte nicht zurück in die Oberliga, aber trotzdem mag ich solche Sportplätze wie den in Friedrichshagen, wo alles ist, wie es soll, und ich mich mühelos zurechtfinde. Jungs und Mädels – es war toll bei euch. Danke!

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Faktensuche und offene Fragen

Und ich hatte noch prognostiziert, dass wir das Torwart-Thema jeden Tag bis zum Spiel über uns ergehen lassen müssen. Das war wohl nichts. Meine seherischen Fähigkeiten sind damit wohl ungefähr genauso gut wie Norbert Düwels glückliches Händchen bei der Keeperwahl.

Das Thema sind stattdessen die Ausschreitungen beim Regionalliga-Spiel Union II gegen den BFC Dynamo im und um das Stadion. Zunächst die Zahlen: 8.192 Zuschauer sahen die Viertliga-Partie, die von gut 300 Polizisten und zusätzlich auch von Ordnern geschützt wurde. Es gab laut Polizei 175 Festnahmen, die nicht unterschieden werden nach Fanfarben oder Ort der Festnahme, obwohl das bei der Aufarbeitung der Vorfälle durchaus helfen würde. 112 Beamte wurden verletzt, davon mussten laut Polizei zwei ambulant behandelt werden. Eine Aussage über Art und Schwere der Verletzungen gibt es auch nicht.

Was passierte im Stadion?

Ich sehe zwei verschiedene Sachverhalte: Die Ausschreitungen im Stadion und dann die Scharmützel außerhalb. Es geht nicht um die Bewertung der einzelnen Fangruppen, sondern nur um die Frage, ob Union als Verein etwas daran hätte ändern können. Entscheidend dafür ist die Zahl derjenigen Union-Fans, die von der Waldseite auf die Haupttribüne stürmten und dort die BFC-Anhänger zu vertreiben. Einen versuchten Sturm des Gästeblocks können wir sicher ausschließen. Die Polizei nennt 300 Union-Fans, die auf die Haupttribüne rannten:

Screenshot 2015-03-17 06.37.51Foto: Screenshot der PM der Berliner Polizei

Union dagegen beziffert die Zahl derjenigen auf 30:

Screenshot 2015-03-17 06.56.14

Es fehlt leider eine Totale aus dem Stadion, aber hier auf dem Bild kann ich keine 300 Unionfans beobachten, die auf die Haupttribüne strömten. Gemeint sind die vorwiegend in schwarz gekleideten Anhänger, die unten an den Sitzen entlang laufen:

Union II - BFC Dynamo 2014/15
Foto: Matze Koch

Diese Unionfans wurden von Ordnern aufgehalten. Das belegen Fotos:

Union II - BFC Dynamo 2014/15
Foto: Matze Koch

Erst danach kam es zum Polizei-Einsatz jeweils vor dem Gästeblock und an der Waldseite. Und vor und nach dem Spiel kam es zu wohl teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Fangruppen und der Polizei.

Interessant ist, dass bis auf den Tagesspiegel und den Kurier alle anderen Berliner Medien ungeprüft die Angaben der Polizei übernehmen, nach der 300 Unionfans die Haupttribüne gestürmt hätten (BZ/Bild, Morgenpost, Berliner Zeitung). Hier zeigt sich eine Schwierigkeit in der Polizei-Berichterstattung, in der die Kontakte zu Beamten, die Information weitergeben (wie gestern der unveröffentlichte Polizeibericht an die Polizeireporter der Berliner Zeitung und der Bild/BZ), vielleicht wichtiger sind als das Zwei-Quellen-Prinzip im Journalismus, nach der für eine Behauptung mindestens zwei voneinander unabhängige Quellen aufzutun sind. Wenn die sich widersprechen, muss man es so machen wie der Tagesspiegel:

Neben den Stehplatzrängen der Union-Ultras auf der Waldseite hatten sich zehn Minuten vor dem Abpfiff rund 40 teilweise vermummte Personen – die Polizei sprach von 300 – versammelt und mit ihrem Sturmlauf in Richtung des hinteren Teils der Haupttribüne für Unruhe gesorgt.

Anwesenheit im Stadion ist bei der Überprüfung der Zahlen vielleicht hilfreich, aber nicht notwendig gewesen. Es gibt genug Bild und Filmmaterial von den Vorfällen.

Viele Fragen bleiben offen

Anhand der dargestellten Fakten bleiben tatsächlich ein paar Fragen offen, die ich nicht beantworten kann. War der Polizei-Einsatz im Stadion überhaupt notwendig? Ich vermute ja, um ein Aufeinandertreffen der beiden Fanblöcke zu vermeiden. Hier spielen sicherlich die Vorkommnisse vor dem Spiel eine Rolle bei der Entscheidung der Einsatzleitung, im Stadion aktiv zu werden. Ob der Einsatz in dem Ausmaß gerechtfertigt war, wäre die nächste Frage.

Mich würde die Rolle einzelner Gruppen bei den Vorfällen außerhalb des Stadions interessieren. Die Berliner Zeitung erwähnt mit Berufung auf die Polizei die Hells Angels als aktiv an Auseinandersetzungen beteiligt. Auf Unionseite würde mich interessieren, welche Gruppen dort aktiv waren. Dann wüsste ich tatsächlich gerne, wo Festnahmen stattgefunden haben und zu welcher Vereinsseite die Leute sich zugehörig fühlen. Und wie groß die Überschneidungen zwischen den angezeigten Personen und denen in der landeseigenen Gewalttäter-Sport-Datei sind. Zum Thema Prävention: Gab es Gefährdeansprachen vor dem Spiel und wenn ja, was haben sie konkret gebracht? Gleiches gilt für die Verletzungen der Polizisten. An meiner persönlichen Einschätzung “Das war große Scheiße.” wird das nichts ändern, aber für die ernsthafte Aufarbeitung der Vorfälle und Vorbeugung bei für zukünftige Veranstaltungen wäre das sinnvoll.

Wir hatten gestern Abend im Podcast eine längere und sehr lebhafte Diskussion über den Sinn und Unsinn, auf eigene Faust BFC-Fans aus dem Heimbereich zu werfen, und über den Umgang mit dem BFC an sich.

Sportlich tut sich nichts berichtenswertes. Der Kurier hat mit Sören Brandy telefoniert.

Die Bilder zum Derby

Soviele Bilder braucht man gar nicht, um einen Spielverlauf zu skizzieren.