Blog State of the Union

Ein schlechtes Spiel in Freiburg bedeutet nicht, dass die Aussichten für Union schlecht sind

Als Kevin Volland am Samstag nach dem 0:0 des 1. FC Union Berlin beim SC Freiburg von AFTV gefragt wurde, ob er zufrieden sei, hätte ihm auch Dampf aus den Ohren kommen können. Denn zufrieden konnte wirklich niemand mit dem Spiel von Union sein. Das Ergebnis war tatsächlich das Beste an diesem Auftakt ins Bundesliga-Jahr 2024. Der RBB schrieb von einem ergaunerten Punkt. Das ist eine zutreffende Bezeichnung.

Kevin Volland hatte sicher schon Spiele, mit denen er mehr zufrieden war, Foto: Matthias Koch

Eigentlich hatte ich es mir zum Anpfiff auf der Couch bequem gemacht und mir vorgenommen, dass meine einzige aktive Tätigkeit für die nächsten zwei Stunden die Beobachtung des Staubsaugerroboters werden würde. Aber das Unionspiel, dieses Mal mit Dreierkette, sorgte für recht hohen Puls. Zu weit weg vom Gegner, zu langsam im Denken und zu verzagt im Spiel nach vorne. Das war Union nach der kurzen Winterpause. Für Abstiegskampf war Union im Spiel gegen den Ball seltsam passiv und eine wirkliche Idee, um nach vorne und zu Torchancen zu kommen, war nicht zu erkennen.

Bjelica forderte aggressiveres Auftreten von Union

Während Nenad Bjelica seiner Mannschaft in der Halbzeitpause erklärte, dass ein einziges Foul in einer Halbzeit kein Ausdruck einer aggressiven Spielweise gegen Ball sei, entschied ich mich dafür, weiter zu Hause aufzuräumen und sauberzumachen. Mecker-Energie in sinnvolle Tätigkeiten investieren und dabei weiter das Spiel schauen.

Das Spiel in Freiburg dürfte Trainer Nenad Bjelica viele Hinweise für Verbesserungen gegeben haben, Foto: Matthias Koch

Normalerweise würde ich dem Gegner leichte Arroganzanfälle vorwerfen, wenn er sagt, dass Union gar nichts gemacht hätte, außer auf Konter zu lauern. Da bekomme ich eigentlich harte Tim-Walter-Vibes. Aber Vincenzo Grifo hatte damit recht. Auch damit, dass Freiburg dieses Spiel normalerweise mit 2:0 oder 3:0 hätte gewinnen müssen. Christian Streich wurde von einem Journalisten zum 500. Punkt mit dem SC gratuliert. Eigentlich eine schöne Rampe für ein gutes Trainer-Zitat. Doch dem Freiburg-Coach war nicht zum Feiern zumute: „500 Punkte? 502 hätten es sein müssen. Das ist Scheiße.“

Es gab natürlich Aspekte, die außer dem Ergebnis aus Unionsicht gut waren. Aber ich wollte einmal deutlich schreiben, wie wenig bundesligatauglich der Auftritt war und vermeiden, dass wir dieses Spiel in Freiburg vom Ergebnis aus bewerten, und damit besser als es tatsächlich war.

Umstieg auf Dreierkette in Freiburg

Wenn es ging, hatte Nenad Bjelica in der Vergangenheit eher auf eine Viererkette und klare Flügeldominanz gesetzt. Das ging in Freiburg nicht. Denn es fehlten einfach Spieler, die diese Spielweise umsetzen. Kevin Volland ein ganzes Spiel auf dem Flügel? Oder Benedict Hollerbach?

Hätte man machen können, aber der Coach entschied sich gegen spielstarke Freiburger für das Mehr an Stabilität. Wäre mit Sheraldo Becker, der laut Bjelica wegen muskulären Problemen zu Hause bleiben musste, und einem komplett fitten Robin Gosens vielleicht anders gewesen. Oder wenn ein entsprechender Zugang schon hätte präsentiert werden können.

Erst führte Jerome Roussillon das Team als Kapitän, dann übernahme Frederik Rönnow, bevor zum Schluss Christopher Trimmel die Binde übernahme, Foto: Matthias Koch

Kurzum, Union gelang es gar nicht, sich zu befreien. Andererseits hatte Freiburg zwar nicht übermäßig viele Chancen, aber schon eine Handvoll, die wir gewöhnlich als hochkarätig bezeichnen würden. Bei normaler Chancenverwertung und einem gewöhnlichen Torhüter wären daraus auch sicher zwei, drei Tore gefallen.

Frederik Rönnow in Topform

Aber Frederik Rönnow zeigte, dass er seine aufsteigende Form aus den vergangenen Spielen mit ins neue Jahr genommen hatte. Ein sensationelle Reaktion bei Grifos Kopfball, aber auch gut rausgegangen und die Optionen eingeschränkt gegen Merlin Röhl.

Einmal stoppte auch ein Verteidiger, als der Ball schon an Rönnow vorbei flog. Ein anderes Mal lenkte ein Freiburger einen Grifo-Schuss ab. Das bringt mich zum nächsten Punkt. Das Spielglück war wieder auf Unions Seite. Nicht nur in solchen Situationen, sondern auch bei der Frage, ob Juranovic im Strafraum bei einer Klärungsaktion Sallai getroffen habe oder nicht. Ich bin froh, dass es trotz Videoassistent nicht zum Elfer kam.

Der Grund, warum Vincenzo Grifo Samstagnacht vielleicht schlecht schlecht hat: Frederik Rönnow, Foto: Matthias Koch

Ich habe die Situation in mehreren Zeitlupen nicht für mich entscheiden können und finde, dass ich solche Elfmeter auch nicht sehen will. Wir hatten in der Vergangenheit von der „Kontaktpolizei“ gesprochen, als die sich die Videoassistenten manchmal gerierten, weil sie irgendeinen Mini-Kontakt als Foul und damit Strafstoß werteten. Teilweise in Situationen, in denen niemand Elfer wollte. So wie es in Freiburg lief, kann es ruhig für die Rückrunde bleiben. Am besten wäre noch, wenn die Pause des Videoassistenten nicht so lange dauern würde.

Union kam in Freiburg in der zweiten Halbzeit etwas besser ins Spiel. Durch die Einwechslungen von Andras Schäfer, Kevin Behrens und Robin Gosens sah es auch offensiv etwas gefälliger aus. Echte Torchancen kamen trotzdem nicht zustande. Behrens großer Vorteil gegenüber Kaufmann scheint mir zu sein, dass er den Ball besser festmachen kann. Der erste Kontakt von Kaufmann sah mir in Freiburg etwas unsauber aus, was es den Verteidigern leichter machte, die Situation zu bereinigen und gar nicht erst Konter entstehen zu lassen.

Kevin Vogt im ersten Union-Spiel gleich im Zentrum

Dass Kevin Vogt in der Dreierkette im Zentrum spielte und damit Robin Knoche von seiner angestammten Position verdrängte, können wir als Zeichen lesen. Die Bild hatte bereits vor der Partie gefragt: „Wie gfährlich wird Vogt für Knoche?“ Die Antwort lautet: sehr. Aber aus Mannschaftsperspektive ist Konkurrenz wichtig und sehr gut. Nenad Bjelica deutete in der PK an, dass er bei Vogt auch dessen Leader-Qualitäten schätze. Das würde die für einen 32-Jährigen längerfristige Vertragslaufzeit auch erklären.

Fussball, Herren, 1. Bundesliga, Saison 2023/24, (17. Spieltag), SC Freiburg – 1. FC Union Berlin, v. l. Janik Haberer (1. FC Union Berlin), Kevin Vogt (1. FC Union Berlin), 13.01.2024, Foto: Matthias Koch

Mir ist aufgefallen, dass er die weiter bestehende Verunsicherung der Mannschaft bemerkt und thematisiert hat. Es wird der sichere Pass gesucht oder den Moment zu lange darüber nachgedacht, was als nächstes passieren soll. Einem Team wie Freiburg ist dann nicht beizukommen. „Da muss mehr Überzeugung rein“, sagte er nach dem Spiel. Ich hoffe, dass er ein bisschen von seinem Selbstverständnis auf die Mannschaft übertragen kann und das nicht umgekehrt passiert.

Wenn wir auf Nenad Bjelicas bisheriges Wirken schauen, so ist es ihm gelungen, in der Bundesliga den Abwärtstrend von Union zu stoppen. Kaum vorstellbar, aber das 0:0 in Freiburg war der erste Auswärtspunkt seit August. Allerdings ist das Stoppen eines Abwärtstrends noch lange kein Aufwärtstrend. Union hat weiter große Probleme, Tore zu erzielen (ein Thema, das auch die Morgenpost+ in ihrem Kommentar aufgreift).

Ich bin tatsächlich sehr gespannt, wie sich das in den kommenden Wochen weiterentwickelt. Die nächsten Partien in Mainz und kurz darauf zu Hause gegen Darmstadt wären auf jeden Fall Spiele, in denen es nicht nur darum geht, selbst zu punkten, sondern auch darum, der Konkurrenz im Abstiegskampf den Mut zu nehmen.

Das sind die Berichte der Berliner Medien zum Spiel in Freiburg:

Wir haben mehrere Zuschriften erhalten, die sich mit dem Auftreten von Crimark im Auswärtsblock befassen, und dass wir das thematisieren sollten. Das Unwohlsein der meisten bezieht sich wohl auf einen Bericht von Indymedia von 2012 (bitte sucht den Text selbst über eine Suchmaschine, habe gerade keine Lust, dass eine übereifrige Staatsanwaltschaft bei uns vor der Tür steht), der möglicherweise auch zur Erwähnung im brandenburgischen Verfassungschutzbericht damals geführt hat.

Das führte vor über 10 Jahren dazu, dass die Gruppe für eine gewisse Zeit nicht bei Union auftreten sollte. Konkretes Fehlverhalten, das zu Stadionverboten oder anderen Maßnahmen gegen einzelne Personen hätte führen können, konnte nicht nachgewiesen werden. Seit Ablauf dieser „Gruppensperre“ darf Crimark wieder mit Banner präsent sein wie alle anderen Gruppen. Das ist der faktische Teil, und daran hat sich seit Jahren nichts geändert.

Der andere Teil ist das persönliche Empfinden. Ich halte vor allem auswärts den größtmöglichen Abstand zu Personen, die bedrohlich wirken wollen oder den Eindruck machen, nicht nur mit Worten um sich zu werfen. Wenn es hier das Gefühl gibt, dass dies im Auswärtsblock überhand nimmt (ich fahre zu selten auswärts, um das ernsthaft bewerten zu können), würde ich empfehlen, einerseits die Spieltagsumfragen zu nutzen, aber auch andererseits das persönliche Gespräch mit der Szene zu suchen. Dafür gibt es tatsächlich genug Möglichkeiten. Zum Beispiel vor Heimspielen am Szenecontainer oder bei den Leuten, die den Kurvenflyer verteilen.

Und sonst so?

Union muss wegen einer Verspätung beim Einlaufen für das Spiel im November in Leverkusen 15.000 Euro Strafe zahlen (Vereinsmitteilung). Denn deshalb konnte das Spiel erst mit 45 Sekunden (!) Verzögerung angepfiffen werden. Ja, ich weiß, dass es ein Minutenprotokoll gibt, in dem steht, wann genau die Teams zur Stollenkontrolle da sein sollen und so weiter. Und ja, es kann schon sein, dass die Mannschaft sich da verspätet hat. Aber bei einer Auswirkung von 45 Sekunden auf den Anpfiff eine solche Strafe? Spüren die sich noch?

Es gibt zwei Geschichten rund um Union, die immer wieder weitergetragen werden, aber einer faktischen Prüfung nicht standhalten. Die erste lautet: Jeder Transfer von Oliver Ruhnert bis zu dieser Saison sei ein Volltreffer gewesen. Die zweite lautet: Wegen der Qualifikation für die Champions League hätte Union seine Transfer-Linie verlassen und sei auf Stars gegangen. Dieser Text bei NTV vereint beide Geschichten und sieht sich durch den Weggang von Leonardo Bonucci und David Fofana darin bestätigt. Ich teile weder die Prämisse noch die Schlussfolgerungen des Textes, wenn behauptet wird, dass der angebliche Bonucci-Irrtum durch Kevin Vogt behoben werde.

Kevin Vogt ist erstens laut verschiedenen Medienberichten nicht günstig, was für einen Teil der früheren Transfers von Ruhnert mal gegolten haben kann (da war Union aber auch wirtschaftlich anders aufgestellt). Und zweitens ist die Aufgabe für Kevin Vogt eine andere. Wenn Bonucci der Versuch war, den Gentner-Transfer auf Champions-League-Niveau zu kopieren und viel in der Kabine zu wirken, dann ist Vogts Aufgabe vor allem die flache Spieleröffnung von Union zu verbessern und möglicherweise auch die Hierarchie in der Innenverteidigung umzukrempeln. Das waren Punkte, die Union vor dieser Saison schlicht nicht im Anforderungsprofil für neue Verteidiger hatte.

Und wer sein Spanisch wieder etwas aufpolieren möchte, kann sich die 6-seitige Reportage über Union bei El Pais Semanal+ durchlesen. Kleiner Tipp für alle, die in Berlin gemeldet sind: Der Bibliotheksausweis, den es für schlanke 10 Euro im Jahr gibt, ermöglicht das Lesen von Magazinen und Zeitungen, auch digital. Dort ist auch El Pais Semanal verfügbar. Den Union-Text findet ihr ab Seite 44.

Der nächste State of the Union erscheint am Dienstag.

16 Kommentare zu “Ein schlechtes Spiel in Freiburg bedeutet nicht, dass die Aussichten für Union schlecht sind

  1. Habe mich echt über den Punkt in Freiburg gefreut.
    Vogt und Rønnow waren die besten auf unserer Seite.
    Bin enttäuscht das der Verein nichts in sachen neuen Stürmer,den wir unbedingt brauchen, präsentieren konnte.Auch ein offensiv und spielstarken Mittelfeld Spieler könnte der Abteilung Attacke gut tun. Mit ansehnlichen Fußball hat das seit längerer Zeit nichts mehr zu tun.

  2. Knoche ist und bleibt mein persönlicher (stiller) Held der letzte Jahre. Vogt hat gestern einen überragenden ( Freddi ist von einem anderen Stern aktuell) Job gemacht. Ich wünsche mir sehr, dass sich beide pushen und noch besser machen als sie eh schon sind. Wenn dann Danilo wieder fit ist, sollten wir wieder ein eisernes Abwehrbollwerk haben.
    Da das „Schneckenrennen“ im BL Keller weitergeht, könnte das tatsächlich unsere (Über) Lebens Versicherung 1. BL werden!!

    • Dafür müsste sich Knoche aber erheblich steigern. Denn wer das Spiel gestern gesehen hat, dem ist aufgefallen dass kein einziger Pass von Knoche den Mitspieler gefunden hat und das ist ganz eindeutig nicht Bundesligatauglich, sondern eher erschreckend, wie im übrigen der gesamte Auftritt der Mannschaft. (letzte Jahre hin oder her, spielt jetzt keine Rolle mehr)
      Einzig und allein Rönnow ist in Topform und das ist einfach viel zu wenig, denn der Rest spielt wie ein Absteiger. So etwas wie eine Spielidee/philosophie vom Trainer Bjelica ist mir auch nicht aufgefallen.
      Irgendwie ist alles beim Alten geblieben, keine Aggressivität – kein Aufbäumen – kein Abstiegskampf – viel zu weit weg vom Gegner, so wird das nix.

  3. Bei der Spielbetrachtung gestern fehlt noch die letzte Szene des Spiels, die uns das Tor hätte bringen können nach einem unserer wenigen guten Spielzüge/Konter über Trimmel-Schäfer-Haberer-Behrens. Das wäre zwar theoretisch unverdient aber wenn Freiburg es nicht hinbekommt…da hat uns dann tatsächlich wieder etwas das Spielglück gefehlt…

    • Hans-Joachim Obuchoff

      Stimmt

    • Momentaufnahme

      @Henne: Wenn man alle anderen Minuten vor der „letzten Spielszene“ auch betrachtet, kann man wohl nicht behaupten, dass uns das Spielglück gefehlt hat. (Denn so gesehen, hätten wir ja auch mit etwas mehr Spielglück in Madrid 1:1 spielen können.) ;-)
      Immer „Pech“ ist am Ende dann auch „Unvermögen“.
      Eiserne Grüße

  4. herrdoesi

    Wenn wir Viererkette spielen, könnten Robin und Kevin ein wirksames Duo bilden.
    Für Gestern klammer ich mich an den Punkt und das Spielglück. Ansonsten war unser Spiel einfach unerträglich. Technisch sah es so aus als ob wir schlicht nicht Fußball spielen können. Schätze, der Klassenerhalt wird ein Marathonlauf.

    • Robin hat ohne Frage mit die größten Verdienste an den Erfolgen der letzten Jahr, aber in der aktuellen Konstellation ist er wohl bereits im nächsten Spiel draußen, weil Danilho klar vor ihm steht. Einzige Chance wäre, dass der Trainer die Geschwindigkeitsdefizite bei Robin weniger kritisch betrachtet, als die permanenten Fehler im Spielaufbau bei Diogo…

  5. Maik Steinberg

    Toller Beitrag. Meine Meinung komplett dargestellt. Dankeschön!

  6. ChSchmidt

    Die Ursache für die aktuelle Situation ist eine völlig verfehlte Transferpolitik. Man bedenke wer gerade alles noch verliehen ist in der Bundesliga… Mir fehlen nur noch die Worte und ich hoffe sehr das erstens am Saisonende Schluss ist mit Ruhnert, zweitens wir irgendwie mit Kampf und Glück die Klasse halten und drittens, das hoffentlich im nächsten Bulijahr wieder mehr Demut und Verhältnismäßigkeit in unsere Kaderplanung einfließt. Jetzt heißt es am Freitag irgendwie in Mainz zu bestehen. Auch ich war speziell von der Leistung irgendwie schockiert, aber wir haben da auch schon Klatschen bekommen und waren nicht im Abstiegskampf. Die nächsten 3 Spiele werden brutal… In diesem Sinne….u.n.v.e.u.

  7. Danke Sebastian, für die ausführliche Analyse, wie immer sehr informativ und ausgewogen!

    Zunächst haben wir auswärts einen Punkt geholt und zu null gespielt, Spielglück mal wieder bei uns. Dass nicht alle Chancen verhindert werden können, ist erwartbar, und mehr als 4 klare hatte Freiburg nicht. Ich stimme Jan zu, mit Vogt und perspektivisch Danilo werden wir stabiler sein.
    Ich sehe andererseits wie viele, dass wir derzeit / weiterhin kaum richtig nach vorne kommen. Effektive spielerische Lösungen, gerade aus dem Mittelfeld, hatten wir wieder nicht. Andras hat richtig viel Wind reingebracht, das sah gut aus. Brenden fand ich leider (wieder) erschreckend schwach, kaum Ballbehauptung, kaum klare Aktionen, das reicht einfach nicht.

    Mich erstaunen teils hier und noch mehr in anderen Foren doch die Anspruchshaltungen, wohl eine Folge der letzten Jahre. Ich bin kann gut damit leben, dass wir wie 2019 die Chance haben, uns ein weiteres Jahr Bundesliga zu erkämpfen; wir sind wieder die underdogs.
    Mehr Respekt wünsche ich mir für Oliver Ruhnert und alle anderen, die sich den A. aufreissen für den Verein. Es wurde von OR, UF und DZ schon im Juli 23 ganz klar kommuniziert, dass wir diese Saison erstmal wieder die 40 Punke hinbekommen müssen und dass es ein schwieriger Spagat wird mit der CL. Die Transferpolitik war an beiden Polen ausgerichtet, jetzt wurde halt wieder angepasst. Die Leihen einiger Spieler waren entsprechend eine richtige Strategie.
    Das LB und DF nicht mehr dabei, hat mich einfach erleichtert, es hatte nicht funktioniert, das kann passieren.

    Ich hatte gestern in Freiburg kurz ein ungutes Gefühl, als sich eine 20 Mann-Truppe Ultra-artige in den Sitzer-Block bewegten, 2m vor mir ihre Bomber-Jacken zu Spielbeginn mal auf orange drehten und die lokalen Ordner mit klarer Ansprache informierten, da stehen zu bleiben. Ich dachte erst, dass sind Externe, die Probleme machen wollen, weil da erstmal auch keine Interaktion mit den anderen Ultras ersichtlich war, bis ich ein paar Union-Schriftzüge auf den Hoodies las. Hatte ich so noch nicht erlebt, trotz 5,6 Auswärtsfahrten pro Saison. Sind dann aber auch auftgetaut und haben mitgemacht im Block.

    Jetzt gehts nach Mainz, ein echtes 6 Punkte-Spiel…
    UNVEU!

  8. Danke für die Analyse und deine (wie immer) anregenden und fundierten Worte.
    Ich habe seit November vor allem Fragenzeichen, wenn ich Union spielen sehe..
    3 Minuten Spielzeit für Trimmel empfinde ich als Respektlosigkeit und eins weiß ich aus 20 Jahren Teamführung – setzt du den Kapitän eines Teams auf die Ersatzbank, machst du das dadurch auch mit der bis dahin existierenden Mentalität. Und damit meine ich vor allem das Zusammenhalten im Team.
    Den einzigen wirklich funktionierenden Spielzug habe ich in Freiburg über die Achse Trimmel-Gosens-Schäfer gesehen. Ich halte es für einen Fehler, den Kapitän weiter zu schwächen und ihn damit austauschbar zu machen. Ein Kapitän muss auf dem Feld stehen (können/dürfen), um das Team zu führen. Wir sind oft, zu oft, orientierungslos auf dem Platz.
    Kevin Vogt ist ein erfolgreicher „Wandervogel“. Seine Sicherheit und Selbstvertrauen kann unserer Abwehr wieder zu mehr Sicherheit führen. Leweling macht erfolgreiche Assists für andere, Jordan schießt ein Tor für andere..Diese Leihen ärgern mich..warum verleihen wir Menschen, die den Erfolg mit erarbeitet haben?..und wo ist Becker?? Wenn er auch geht..Hollerbach? Finde ich trotz seiner (schönen) Tore nicht „passend“ als Typ, als Mensch. Und sorry, als Frau kann ich die Mär von jungen Typen nicht mehr hören, dass die zwar alt und klug genug sind, Tore zu schießen oder von der 3ten in die 1 Liga zu wechseln, aber leider zu jung, zu dumm oder naiv und unbedarft, um zu erkennen, dass sie Frauenhassern und Rassisten auf Tiktok oder Insta zu folgen. Bullshit. Dazu hätte er wenigstens in seiner ersten Medienrunde etwas sagen können und Union hat das auch -für mich- nicht transparent genug kommuniziert. Klar, dass ist alles nicht so wichtig, im Abstiegskampf..sagen viele..und ich frag mich, wann denn dann? Ich hoffe, der Preis, den wir mit dem Verlust von Urs und Hoffi bezahlt haben, lohnt sich am Ende der Saison.
    Und deshalb..Niemals vergessen, Eisern Union!

    • ChSchmidt

      Definiere doch bitte mal die Bezeichnung “ Wandervogel“ für Kevin Vogt !?!?

  9. Heinz-Dieter Weber

    Ich bin neu hier, wenn auch schon lange Unioner!
    Mir ist aufgefallen, daß unser neuer Trainer wenig berechtigt auf Juranovic, seinen Landsmann setzt. Ganz ehrlich, dieser Spieler macht schon lange keinen guten Job mehr. Vorne schwach und ineffektiv (seine Schüsse in Freiburg eher Marke peinlich), seine Flanken erreichen niemanden und hinten mit sichtlicher Defensivschwäche, seine Herangehensweise im eigenen Strafraum war einfach nur fahrlässig – viel Dusel, daß es keinen Elfmeter gab.
    Warum Leite in fast jedem Spiel für einen Elfmeter gut ist, kann ich auch nicht mehr nachvollziehen.
    Brenden Aaronson habe ich noch nie ein gutes Spiel gesehen, er ist ein Leichtgewicht, leicht vom Ball zu trennen und abschlussschwach – niemals bundesligatauglich!
    Auch Kral ist keine wirkliche Hilfe: keine Spielübersicht, verzögert das Tempo, wenn tatsächlich einmal die Chance besteht, schnell nach vorne zu spielen, langsam im Denken, nicht ballsicher.
    Schade, wie hier schon gesagt wurde, aber was ist bloß mit Knoche passiert: Seit seiner Rückkehr ist er nur noch ein Schatten seiner selbst.
    Ohne Rönow hätten wir gegen Augsburg, MG, Köln und Freiburg mit Sicherheit verloren.
    Trotzdem bin ich zuversichtlich, daß wir die Wende schaffen und wieder besser performen werden: mit Rönow, Vogt, Danilo, Gosens (wenn er bleibt), Khedira (wenn er jetzt nicht abwechselnd Wadenprobleme bis zum Lebensende hat), Schäfer, Volland haben wir immerhin einige Hoffnungsträger; doch Union muss dringend 1-2 Stürmer höherer Güte einkaufen, denn einen Sturm haben wir in dieser Saison noch nicht wirklich.

  10. Ich weiß nicht, ob es an den dunkelgrünen Trikots auf dunkelgrünem Rasen lag, aber ich habe während der 90 Minuten nur Freiburg spielen sehen. Nächstes Jahr vielleicht mal wieder weiße Auswärtstrikots probieren.

    • Zugezogener

      @Bernd Die Auswärtstrikots sind weiß. Aber anscheinend enthielten die Freiburger Trikots zu viel weiß, um sie dort tragen zu dürfen.

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