Der DFL-Leitfaden für Zuschauer im Stadion berücksichtigt nicht Unions viele Stehplätze

Die DFL hat gestern das Dokument “Grundlagen & Leitfaden für die Konzepterstellung zwecks Wiederzulassung von Stadionbesuchern” (pdf) während der Coronavirus-Pandemie veröffentlicht. Das Dokument nennt die Bedingungen für die Berechnung der Stadionkapazität für die neue Spielzeit und ich empfehle tatsächlich, sich das Dokument mal durchzulesen. Denn beim Lesen wird klar, warum Union mit der Idee für ein Testkonzept am vergangenen Freitag vorgeprescht ist. Denn die Besonderheiten des Stadions an der Alten Försterei (viele Stehplätze, geringe Kapazitäten für Autoverkehr) werden im Prinzip nicht berücksichtigt. Kurz gesagt: Es fehlen Union alleine schon in der Bundesliga verbündete Clubs, um ein Konzept für Stehplätze zu entwickeln. Denn im Gegensatz zu Sitzplätzen sind dort Abstandsregeln deutlich schwieriger umzusetzen. Sollten die Empfehlungen aus dem Leitfaden eng ausgelegt werden, so könnte Union nur einen Bruchteil der Zuschauer zurückholen.

Es braucht Konzepte für verschiedene Stufen des Infektionsgeschehens

Es gibt allerdings an verschiedenen Stellen Spielraum. So sind die einzelnen Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort. Eine Orientierung bietet diese Übersicht aus dem DFL-Dokument:

Verschiedene Stufen für die Zulassung von Zuschauern im DFL-Leitfaden, Screenshot: DFL

Verschiedene Stufen für die Zulassung von Zuschauern im DFL-Leitfaden, Screenshot: DFL

Aktuell steht Berlin als Stadt bei 3,4 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern. Treptow-Köpenick ist der Bezirk mit dem bisher niedrigsten Fallzahlen und hätte eine entsprechend geringere Inzidenz. Aber ich kann mir durch das Reiseverhalten innerhalb der Stadt nicht vorstellen, dass hier einzelne Bezirke separat betrachtet würden. Eher würden auch noch die angrenzenden Landkreise des Speckgürtels hinzugezogen.

Ob alles so top ist, wie die Zahlen aktuell größtenteils zeigen? Da hat auch das Konzept seine Zweifel und schreibt:

Gegebenenfalls empfiehlt sich eine geplante stufenweise Annäherung an die Gesamtkapazität. Denn einerseits werden Schulen im August und September wieder weitgehend geöffnet, und Urlauber kehren nach Deutschland zurück. Andererseits sind die klimatischen Voraussetzungen im Herbst für eine Verbreitung der Infektion vermutlich günstiger. Schließlich ist festzuhalten, dass für alle zu treffenden Maßnahmen in den und um die Stadien kaum auf Erfahrungen zurückgegriffen werden kann.

Gesamtkapazität meint in diesem Fall nicht die volle Stadionkapazität, sondern schon die berechnete verringerte Zahl an Zuschauern.

Worauf lässt sich das Gesundheitsamt bei Union ein?

Den ganzen Leitfaden möchte ich hier nicht im Detail ausführen. Er gibt Ansätze, die auch für das jeweilige Gesundheitsamt vor Ort eine Möglichkeit zur Bewertung der Gefahren sind. Was die Belüftung betrifft, hat Union beispielsweise ganz gute Karten durch die offenen Ecken an der Haupttribüne und die nach hinten offenen Stehplatzbereiche. Für die Hospitalitybereiche wird empfohlen, sich an den Gastronomie-Auflagen vor Ort zu orientieren.

Die Frage aller Fragen: Wie viele Unionfans dürften ins Stadion, Foto: Matze Koch

Eigentlich dürfte vor allem interessant sein, ob sich das Gesundheitsamt auf ein Testkonzept wie von Union vorgeschlagen, einlassen würde. Dann könnte man abhängig vom Infektionsgeschehen Teile des Leitfadens ignorieren. Ich kann mir aber einfach nicht vorstellen, dass in dem Fall ein Test genügen soll, wenn für die Profis beispielsweise gilt, dass sie doppelt negativ getestet werden müssen. Auch hat das Bundesgesundheitsministerium den Leitfaden vor Veröffentlichung schon zur Bewertung erhalten und pocht auf die Einhaltung höchster Infektionsschutzstandards. Und da spielen Tests erst einmal noch keine große Rolle.

Union muss verschiedene Konzepte erarbeiten

Klappt das mit dem Testkonzept nicht (wovon ich erst einmal ausgehe, so lange Union kein ausgearbeitetes Papier dazu vorlegt, das Gesundheitsamt und die Öffentlichkeit prüfen können), muss Union auf jeden Fall ein dreistufiges Konzept zur Wiederzulassung von Zuschauern erarbeiten, das sich am DFL-Leitfaden orientiert. Die drei Stufen sind dann analog zur den drei Kennzahlen des Infektionsgeschehens vor Ort, die die DFL angegeben hat. Und auch das muss von den Gesundheitsbehörden genehmigt werden. Einfach wird das nicht.

Unions Vorteil dürfte sein, dass die Schule in Berlin bereits am 10. August wieder losgeht und es dann mehr als vier Wochen Zeit gibt, um zu schauen, ob Infektionen aus dem Urlaub nach Berlin mitgebracht wurden und wie sich die Situation an den Schulen entwickelt, in denen ab Schuljahresbeginn auf die Begrenzung der Schülerzahlen in den Gebäuden und auf Mindestabstand gepfiffen wird.

Aktuell hat Berlin Großveranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern bis in den Herbst untersagt. Es gibt bei der Einigung von Bund und Ländern zu dem Thema zwar die Hintertür, dass mehr Zuschauer erlaubt werden könnten, wenn die Daten der Zuschauer zur Nachverfolgung von Infektionsketten hinterlegt würden. Aber auch hier würde ich auf das Infektionsgeschehen in zwei Monaten verweisen. Wer weiß schon, wie es dann aussieht. Bis dahin hilft es nur, passende Konzepte für die jeweiligen Rahmenbedingungen zu entwickeln.

Das schreiben die Berliner Medien zu dem DFL-Leitfaden:

Und sonst so?

Neben der Frage, ob und wie Zuschauer zugelassen werden können (der DFL-Leitfaden befasst sich auch mit der Ticketverteilung und den Ticket-AGB), ist der Transfermarkt normalerweise das beherrschende Thema des Sommers. Doch dieses Jahr ist es ein bisschen schwierig, denn der Markt kommt erst langsam in Gang, da die anderen Ligen noch spielen und die meisten Clubs eher den Gürtel enger schnallen müssen. Das führt die Berliner Zeitung ein wenig aus.

Laut Kicker (Donnerstagsausgabe) überlegt Union, sich nahezu komplett neu in der Innenverteidigung aufzustellen. Dazu gehört ein möglicher Abgang von Florian Hübner oder Neven Subotic. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Union nach dem Weggang von Keven Schlotterbeck und dem Karriere-Ende von Michael Parensen gleich vollends tabula rasa macht. Aber laut Kicker hat man schon bei Chris Richards von den Bayern-Amateuren vorgefühlt. Ebenso interessiert sei man an Angelo Stiller (zentrales Mittelfeld) von Bayern II.

Ist Max Kruse schon da?

Die Bild berichtet noch, dass der frühere Union-Nachwuchsspieler Cihan Kahraman zu Hertha II wechselt. Außerdem gebe es neue Gerüchte um Max Kruse und angeblich sei mit Union alles fix (Bild, noch nicht online). Warten wir also auf das Foto von Oliver Ruhnert im blauen Hemd mit dem Spieler bei der Vertragsunterschrift.

Die taz beschäftigt sich in einer Kolumne mit Unions Wunsch nach einem vollen Stadion und sieht darin vor allem Populismus.

Arminia Bielefelds Strategie zum Klassenerhalt scheint das Auslegen einer Schleimspur zu sein, auf der alle Konkurrenten das Gleichgewicht verlieren. Anders kann ich diese Tweets an alle Bundesligisten gestern nicht interpretieren. Union bekam das hier von der Flauschabteilung der Arminnia ab:

Und auch noch wichtig: Anja Mittag beendete gestern ihre große Karriere: Weltmeisterin, Olympiasiegerin, mehrfache Europameisterin, vielfache Deutsche Meisterin und Pokalsiegerin. Dazu noch viele Titel in Schweden. Da tritt eine ganz große Spielerin ab, die vergangene Saison in der Regionalliga bei Rasenballsport Leipzig ihre Laufbahn als Spielerin ausklingen ließ und nun dort weiter als Trainerin arbeiten wird.

28 Gedanken zu „Der DFL-Leitfaden für Zuschauer im Stadion berücksichtigt nicht Unions viele Stehplätze

  1. Auch wenn das keinem von uns gefällt, warum spielen wir nicht einfach die ersten Spiele in Charlottenburg. Bei wenigen oder keinen Zuschauern im Stadion an der Alten Försterei kommt keine Stimmung auf und wir haben keinen Heimvorteil. Außerdem wird ja scheinbar ein Großteil der neuen Startelf aus Neuzugängen bestehen, die die AF daher nicht oder nur wenig kennen. Und ein Jahr Auswärts haben wir ja schon einmal überlebt.

  2. Man kann von der DFL halten was man will. Hier macht sie mit ihrem Papier (anders sicher als von ihr selbst beabsichtigt) klar wie unmöglich die Rückkehr zu vollen Stadien in absehbarer Zeit ist. Das ist der Wert der sehr ausführlichen und durchdachten Überlegungen – sie sind praktisch nicht umsetzbar. Denn der Plan bedarf ja neben den zahllosen selbsterkannten Auflagen der Zustimmung von Politik und Gesundheitsbehörden. Die es so kaum so bald geben dürfte. Immerhin unterscheidet sich das DFL-Papier von den populistisch-unausgegorenen Ideen der FCU-Führung, die die Fans mit der unrealistischen Illusion heiß machen sollen, es könnte zu Saisonbeginn ein volles Stadion geben. Die DFL belegt mit ihren wesentlich eingeschränkteren, aber zumindest argumentativen Vorstellungen die Aussichtslosigkeit solcher Hoffnungen – anders als das Wünsch-Dir-Was-“Konzept” von DZ. Die Kühlcontainer für die Toten in New York, die Szenen aus den Kliniken in Bergamo und die vom Ballermann am letzten Wochenende sprechen eine andere Sprache. Und die sagt, daß Stadionbesuche auf nur annähernd uns bekanntem Niveau es so bald nicht geben wird. Auch wenn wir uns das noch so wünschen.

  3. Naja, man sollte das jetzt auch nicht überdramatisieren. Die DFL macht einfach ihren Job und erstellt einen Leitfaden für die Vereine. Am Ende entscheiden im positivem wie im negativen die lokalen Gesundheitsbehörden und nicht die DFL oder der Bundesminister da der Infektionsschutz nun mal Ländersache ist.

  4. Wie Matthias weiter oben schon geschrieben hat: das Konzept scheint doch erstmal nur Charlottenburg als einzige realisierbare Alternative zu ermöglichen. Denn Abstand halten bei Stehplätzen (bei einem Union-Tor in der letzten Minute) wird nicht funktionieren.
    So bescheiden die Oly-Lösung für uns emotional wäre, aber: selbst bei einer Auslastung von 33% könnten 25.000 Unioner das Spiel im Stadion sehen… Und vielleicht sind wir in 3-4 Monaten ja dann irgendwann bereit, wieder in der Alten Försterei zu spielen….

  5. Grob überschlagen bedeutet der “Vorschlag” der DFL für Union, dass auf der Haupttribüne ca 1/6 der Zuschauer sitzen dürfen und der Rest des Stadions wäre leer. Obwohl ich wegen Rücken seit Jahren eine Sitzplatzdauerkarte habe, würde ich unter diesen Umständen nicht in’s Stadion gehen. Das hat einfach mit “ich gehe zu Union” nullkommagarnichts zu tun.
    Und grundsätzlich, also auf die anderen Vereine ausgeweitet, oder für den Fall, dass Union aus den Stehplätzen vorübergehend Sitzplätze macht, bedeutet das im Grunde den Ausschluss der Ultra-Gruppen und eines Großteils der sonstigen organisierten Fanszene. Das Ergebnis sind nach meiner Prognose überwiegend geisterspielähnliche Partien, was man im TV aber durch entsprechende Plazierung der Mikrofone evtl. zumindest teilweise kaschieren kann.
    Meine Meinung dazu: Dann lieber gleich echte Geisterspiele, auch wenn dieses “Produkt” dann in Zukunft an “Wert” verliert.
    #AlleOderKeiner

  6. Einfach die Stehplätze zu Sitzplätzen umdeklarieren und gut ist. Wer bitte sagt denn dass man nur auf einer Sitzschale sitzen kann? Es gibt überall auf der Welt Sitzmöglichkeiten die auch genau dafür vorgesehen sind und die ebenfalls nur aus Betonstufen bestehen, in der AF ist es nicht anders, es sollte also problemlos möglich sein. Die Sitzplatznummern kann man unkompliziert aufsprühen, wenn das denn notwendig ist.

  7. Pingback: Zuschauer*innen-Konzept der DFL – 8.400 Fans am Millerntor? – MillernTon

  8. Am Erschreckendsten finde ich es jedes Mal auf´s Neue, wenn vermeintlicher Populismus mit echtem Populismus bekämpft wird und derjenige sich in seiner politischen Korrektheit suhlt.

    Eisern.

  9. Wenn ich lese wie die TAZ und hier der uli49 dem Verein “Populismus” unterstellen, wird mir schwindelig vom vielen Kopfschütteln. Der Verein hat sein Ziel definiert und den Weg beschrieben, auf dem sie dieses erreichen wollen. So hat jeder die Möglichkeit, frühzeitig seinen Senf dazugeben. Das ist kein Populismus sondern Transparenz. Ganz im Gegensatz dazu lieber @uli49, wenn die Toten aus NYC oder Bergamo als Beweis für ein schlechtes Konzept aufführt werden, welches man noch gar nicht kennen kann, da es derzeit erst erarbeitet wird.

  10. Ob es von Union schlau war, mit einem unausgegorenen Konzept vorzupreschen, sei dennoch dahingestellt. Man hätte auch einfach abwarten können und nach der DFL-Veröffentlichung medienwirksam anprangern können, dass dieses Konzept den 1. FC U einseitig benachteiligt. Das eigene Vorpreschen hat allerdings bundesweit gesehen mächtig Sympathiepunkte gekostet. Und Sympathien sind halt auch hilfreich, wenn man Verbündete braucht.

    Union schärft mit solchen PR-Aktionen sein Profil. Das ist gut. Aber hndwerklich ist der mediale Auftritt oft suboptimal. Union muss auch aufpassen, dass der Verein sich dabei nicht zu oft auf dünnem Eis bewegt. Der FAZ-Artikel zeigt ja schon, dass es zunehmend Leute gibt, denen unsere “Wir sind anders und wir wissen alles besser”-Attitüde langsam auf die Nerven geht.

  11. Es wäre schön, wenn sich auf der Suche nach praktikablen Lösungen die Hypermoral verabschieden könnte. Wenn man permanent mit Fotos von Leichenbergen wedelt, wird es verdammt schwer irgendwelche Wege zu finden.
    Mein Lebensmotto empfehle ich auch in diesem Fall:
    ” Wer will, findet Wege.
    Wer nicht will, findet Gründe”.
    Das Corona-Thema ist derart aufgeladen und wird täglich weiter aufgeladen, das führt zur Spaltung, der Gesellschaft und auch der Union-Gemeinschaft. Wenn wir es schaffen wollen als Unionfamilie, dann müssen wir aufhören, sofort in den Empörungsmodus zu verfallen. ALLE müssen versuchen, die Haltung der Anderen zumindest anzuhören. Ohne den Vorwurf Panikmacher auf der einen, repteloider Aluhut auf der anderen Seite.
    Eines ist aber klar, das Leben ist nunmal auch ein Risiko, bei jeder Straßenüberquerung. Man kann StVO erlassen, Schilder aufstellen… es bleibt ein Risiko. Dieses Risiko läßt sich nur vermeiden, in dem man nie wieder eine Straße überquert.
    Eisern

  12. @maria draghi
    Ist das so mit den Sympathiepunkten ? Oder haben sich nur wieder die üblichen Dauerplauderer aus den Talkshows aufgeblasen.

  13. Ich gucke gar keine Talkshows, kann also gar nicht berücksichtigen, wer sich dort aufgelasen hat.

  14. PS: Aber ich verfolge recht aufmerksam, was Union so veröffentlicht. Und da bin ich doch viel zu oft erstaunt, um kein zu negatives Wort zu benutzen.

  15. Ob Diskussionsanregung oder tatsächlich ernst gemeint, es zeichnet sich ja ab, dass das Konzept nicht realisierbar sein wird. Deshalb wird man in einen äußerst sauren Apfel beißen müssen. Und unter allen doofen Alternativvorschlägen ist das Oly für eine gewisse Zeit noch immer der beste! 50 % Auslastung bei Sitzplätzen? Na dann… An diese Corona-Auswärtssaison mit allen 37000 Mitgliedern im Stadion werden wir uns ewig erinnern. Und dann die Rückkehr in die ausgebaute AF…Sorry, aber der Gedanke gefällt mir immer besser. In jedem Fall fairer und evtl. auch lukrativer als nur Fanclubs, Spielerfrauen, Freunde und Verwandte von Herrn Zingler und Arbeit sowie das Textilvergehen im Wohnzimmer ;) Alle oder keiner…

  16. @UNVEU ich glaube nicht, dass man im Winter gut und gesund auf einer Betonstufe sitzen kann. Und wenn man sich dann hinstellt, kann man gleich Stehplatzsektionen mit Absperrungen errichten, die gewährleisten, dass man den 1,5m Abstand einhalten muss.
    Aber wozu soll das gut sein?
    Der Eintritt müsste verlost werden und ich persönlich glaub nicht, dass ich mich über einen Gewinn freuen würde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zu einem Union-Erlebnis wird.
    Abgesehen davon fehlt mir noch die Phantasie, wie man erreichen will, dass ich auf dem Weg zu meinem Platz und dann nach Hause nicht mit vielen Menschen in Berührung komme.
    Da kann ich mir ein vernünftiges Test-Regime, von mir aus auch mit 2 Tests vor dem Spiel, viel besser vorstellen. Das hätte dann auch den Vorteil, dass das Risiko, sich anzustecken, wesentlicher geringer wird. (Was für mich essentiell ist, da ich mit Menschen zusammenlebe, die eine Infektion mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht überleben würden)

  17. @phrandts Wenn man einen Radius von 1,5 Meter Abstand einhalten muss, werden 50% vermutlich nicht ausreichen. Da tippe ich eher auf jeden dritten Platz in jeder zweiten Reihe.

  18. Union könnte auch einen Deal mit dem Senat bzw. den Gesundheitsbehörden machen.

    Union verzichtet auf das eigene Konzept, spielt dafür (für eine möglichst nur symbolische Miete) im Oly und außerdem beseitigt der Senat schleunigst alle Hindernisse beim Ausbau der AF, sodass mit deren Ausbau genau in der Zeit begonnen werden kann, in der Union im Oly spielt.

    Man könnte also viele Fliegen gleichzeitig mit einer Klappe schlagen, wenn man nicht störrisch auf der einen, einzigen “Lösung AF mit voller Kapzität” beharrt und es der Senat seinerseits gebacken bekommt, Union es schmackhaft zu machen, über diese Brücke zu gehen.

  19. @framlin: Klingt realistisch, ja! Aber dann könnten noch immer mehr als alle!!! DK-Inhaber zum Spiel…

  20. @Maria Draghi Wie kommst Du darauf, dass der Senat ein Interesse daran hat, so dass er überhaupt gewillt ist, Hindernisse zu beseitigen und das Union schmackhaft zu machen? Was bekommt denn der Senat dafür? Kann es dem Senat nicht einfach völlig schnurz sein, ob Union nun ein eigenes Konzept hat, oder nicht?

  21. Grundsätzlich sollte der Senat an allem Interesse haben, was für seine Einwohner und Unternehmen inklusive Sportclubs vorteilhaft ist. (Die Realität ist in Berlin eine andere – ich weiß). Aber auch Berlin hat Vorteile: Man kann z.B. das Oly besser auslasten, man kann sich handlungsfähig zeigen und einen Imagegewinn innerhalb wie außerhalb erzielen, in das Oly passen mehr Gästefans als in die AF (Tourismus-Einnahmen) – egal bei welchem Konzept und nicht zuletzt hilft der Senat einem wichtigen Arbeitgeber und Steuerzahler. Und Union müsste anlässlich Ausbau der AF sowieso darüber nachdenken, wo man während dessen spielen will.

  22. PS: Berliner Kurier kommt inzwischen auch mit dem Thema. Es zeigt sich, wie ungeschickt es war, vorzupreschen und Union-Heimspiele mit 22.000 Zuschauern zu fordern; denn jeder hergelaufene Dödel kann nun sagen: Na dann spielt doch im Oly – dort vielleicht sogar mit noch mehr Zuschauern.

  23. Ein Oly das zu 1/6 besetzt ist ….. alle schön weit auseinander …. das hat IMHO nichts mit “ich gehe zu Union” zu tun …..

  24. Manchmal kann man im Leben nur aus schlechten Alternativen auswählen. Survival of the fittest. Es überlebt dann der, der auch aus den ausschließlich schlechten Optionen “die Beste” – also die am wenigsten Schlechteste – auswählt. Es überlebt selten der betont, dass schlechte Optionen für ihn nicht in Frage kommen.

  25. Ich bin auch nach mehreren Tagen noch ziemlich sprachlos über die Initiative von Union. Es mag taktisch-politisch nachvollziehbar sein, das Maximale zu fordern, um möglichst viel herausschlagen zu können. Aber es geht doch auch darum, glaubwürdig zu bleiben.

    Ich persönlich kann mir momentan absolut nicht vorstellen, wie vor Corona ins Stadion zu gehen, wo ich mich häufig bereits eineinhalb Stunden vor Spielbeginn durch die Massen drücken musste, um zu meinen Leuten auf der Gegengerade zu gelangen und um dort schließlich dicht gedrängt die nächsten gut 3 Stunden zu verbringen.
    So wie ich nun – leider! – auf Konzerte verzichten muss, muss ich aktuell auch auf dieses Stadionerlebnis verzichten. Das ist eben so und ich muss das akzeptieren. Wohl, bis der Impfstoff da ist. Denn ich will mich aus eigenem Interesse, aber auch meinen engsten Mitmenschen zuliebe nicht anstecken.

    Natürlich sollen wieder Zuschauer in die Stadien, jede Verbesserung zu den Geisterspielen – und seien es zunächst nur 4.000 – halte ich für einen Schritt in die richtige Richtung (und die Parole “alle oder keiner”, sorry, für zu kurz gedacht).
    Aber das muss doch auf einer verantwortlichen Grundlage geschehen!
    Und da liegt das DFL-Konzept weit vor dem, was Union offenbar schnellfertig hinausposaunt hat.

  26. @maria draghi
    “Union verzichtet auf das eigene Konzept, spielt dafür (für eine möglichst nur symbolische Miete) im Oly und außerdem beseitigt der Senat schleunigst alle Hindernisse beim Ausbau der AF, sodass mit deren Ausbau genau in der Zeit begonnen werden kann, in der Union im Oly spielt.”

    HaHa, Du hast aber Ideen :-) Das würde nun aber gewaltig die Marke Deutschland beschädigen, schließlich sind wir bekannt dafür das alles 10 mal so lange dauert und 100 mal so teuer wird wie geplant.

  27. Es ist für jedermann leicht, Ideen und Vorschläge anderer zu kritisieren. Selbst der größte Vollidiot kann das.

    Besere eigene Vorschläge und Ideen haben ist die Kunst.

  28. Das war keine Kritik an deinem Vorschlag ! Aber Deutsche Behörden sind nun mal bekannt dafür nicht die schnellsten zu sein.

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