Union und der Profifußball kommen wohl nicht ohne Geisterspiele durch die Krise

Für die DFL hat Christian Seifert gestern eine bemerkenswerte Pressekonferenz gegeben, in der er die Auswirkungen des Coronavirus auf den Profifußball skizziert und vor allem auch eingeräumt hat, wo überall noch Unsicherheit darüber besteht, wie damit umgegangen werden kann.

Die konkreten Informationen dabei waren: der kommende eingeplante Spieltag am Wochenende bleibt abgesagt, danach sind wegen der terminierten Länderspiel-Pause ohnehin keine Bundesliga-Spiele angesetzt. Ende März soll es ein nächstes Treffen der DFL-Klubs geben um zu entscheiden, ob Anfang April Spiele durchgeführt werden können.

Das würde dann ohne Zuschauer in den Stadien geschehen, aber Seifert hat vor allem sehr deutlich gesagt, dass solche “Geisterspiele die einzige Überlebens-Chance sein werden. Wer Geisterspiele ablehnt, muss sich keine Gedanken um 18 oder 20 Proficlubs [in der ersten Liga um die gestörte Saison zu verarbeiten] machen. Denn dann wird es keine 18 Proficlubs mehr geben.” Dazu schreibt Christoph Biermann in 11Freunde.

Die Fußballvereine sind hier in einer Problemlage, die in der aktuellen Krise auf viele Unternehmen und Einzelne zutrifft: Sie haben keine Möglichkeit mehr, zu tun was sie eben tun, aber natürlich weiterhin vertragliche Verpflichtungen, Sachzwänge und Verantwortung für Mitarbeitende, die an ihrer wirtschaftlichen Substanz zehren.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Konstellation insgesamt in den Gesellschaften ohne einen massiven Eingriff in die Wirtschaftsbeziehungen aufgelöst werden kann. Das Problem beschreibt hier der Spiegel.

Zum Terminplan für wann-auch-immer Spiele wieder stattfinden können, deutete Seifert an, dass er damit rechnet, dass die UEFA heute in einer Konferenz die Verschiebung der EM beschließt und damit Zeit im Sommer schafft, die Saison zu beenden. Die DFL hat außerdem ein Notfall-Prozedere eingeführt, um schneller Entscheidungen treffen zu können.

Wie Union in der vergangenen Woche mit der Situation umgegangen ist, besprechen MC und Steffi im Podcast Union am Ball von Radio Eins und Textilvergehen. Sie machen dabei klar, dass der Verein bei Dirk Zinglers Pressestatement am Dienstag unglücklich gewirkt hat, auf der Entscheidungsebene aber keine anderen Möglichkeiten hatte.

Das schreiben die Berliner Medien heute über Union und den Auftritt der DFL:

Fitness in Heim-Isolation

Ein bisschen Unterhaltung und Beschäftigung für Zeit, in der man sich zu Hause isoliert, bieten Sebastian Polter und Florian Flecker. Beide zeigen …

… wie sie sich in ihren Wohnungen fit halten:

Dabei lernen wir nicht nur Kraftübungen, sondern auch die jeweiligen Inneneinrichtungen und dieses weiße Outfit von Sebastian Polter kennen.

Und sonst so

Was Florian Flecker in seinem Insta-Video nur andeutet, führt Torsten Mattuschka (wie Nationalspielerin Linda Dallmann) auf Instagram weiter: Klopapier-Rollen als Ball-Ersatz.

19 Gedanken zu „Union und der Profifußball kommen wohl nicht ohne Geisterspiele durch die Krise

  1. Wo bleibt denn der Podcast zum Bayernspiel? Oder habt ihr zuviel virtuelles Bier getrunken und garnix vom Spiel mitbekommen?

    Ich glaube nicht an Geisterspiele. Eher sehe ich, dass die Saison für beendet erklärt wird. Hoffentlich nicht der worst case: Annullierung und unsere mühsam errungenen 30 Punkte sind futsch.

  2. @Martin
    wenn dem so wäre, sind die verloren 30 Punkte wohl das kleinste Problem

  3. Wenn man sich die Kostenstruktur der Clubs in der DFL ansieht und nur ein wenig Ahnung von der Materie hat, wird man zu dem Schluss kommen, dass kein Verein pleite gehen muss.

  4. Apropo Biermann.
    Der begleitet doch jetzt ein Jahr den Verein. Wann kommt seine Reportage eigentlich heraus? Wisst ihr da was?

  5. Auch die Spieler, Trainer und Berater sollten sich in dieser Situation nun hinten anstellen und sich solidarisch zeigen. Von ihnen wird bestimmt niemand am Hungertuch nagen, wenn mal auf ein oder zwei Monatsgehälter verzichtet wird, im Gegensatz zu vielen Mitarbeitern im eigenen Verein.

  6. Vielleicht ist das ja auch die Chance, dass sich Profigehälter mal etwas reduzieren.

  7. Hat der Polti einen kompletten Nike Anzug an…wenn das Adidas mitbekommt. Hach Schreck ;)

  8. Was sind denn die größten laufenden Kosten eines Profivereins?
    Die Spielergehälter.

    Problem? Lösung!
    Dankebitte.

  9. Klar ganz einfach, Verträge werden mit Corona ja automatisch ungültig.

  10. Inzwischen sind 2 Vereine aus der 1. Liga in Quarantäne, das mindestens 2 Wochen. In den nächsten Tagen kommen bestimmt noch ein paar andere dazu und somit verschiebt sich das alles weiter nach hinten. Ich rechne mit einer frühesten Wiederaufnahme des Spielbetriebs Mitte April, wenn überhaupt.
    So ganz nebenbei denke ich, eine zeitnahe Absage wäre wohl für alles Seiten gar nicht so schlecht, da so Planungssicherheit herrscht und sich alle auf ihre Gesundheit konzentrieren können.
    EISERN und bleibt gesund!

  11. Wir sind uns hoffentlich klar, dass irgendwann das normale Leben wiederkommen sollte. Und wenn es soweit ist, rollt auch der Ball wieder und die Ligen sollten einfach mit dem folgenden Spieltag (Bundesliga also 26.Spieltag) beginnen. Aktuell bestehen die Mannschaften in ihrer jetztigen Zusammensetzung bis zum 30.06.2020. Normalerweise läuft danach das Transferfenster bis 31.08.2020.

    Wann auch immer der Ball wieder rollt, entweder mit der jetztigen Zusammensetzung oder in veränderter Zusammensetzung der Mannschaften, aber der folgende Spieltag sollte der 26.Spieltag der laufenden Saison sein.

    Und MIT Fans

  12. Gab es vom Verein eine Aussage zur Verteilung der Einnahmen aus den virtuellen Verkäufen? Vor ein paar Tagen gab es noch diese Aussage von Zingler: “Wir werden das als Unioner und als Club aushalten. So bitter wie es ist, wenn wir Fußball ohne Menschen spielen müssen. Wir können da leicht reden. Es gibt viele, viele Menschen, die vom Fußball ernährt werden, die Sonnabend das Geld verdienen und Montag davon einkaufen. Und wenn wir diesen Menschen die Beschäftigung nicht mehr geben können, ist das eine dramatische Lage.”

    Ich hoffe doch, dass somit der dramatischen Lage ein Stück weit Einhalt geboten wird. Eisern für Union, und Union eisern für Unioner!

    Ist man sich da unsicher wie es weiter geht, in welcher Form geholfen wird, bevor es eine Stellungnahme gibt? Irgendwie hätte ich mir da vom Verein was erwartet…

    Und wie sehen unsere Spieler bspw. die Vorschläge zum Fond / Gehaltsverzicht?

    ****PS: In Poltis Wohnung fehlt das rot! :)

    Eiserne Grüße

    Kurt

  13. Kann mir einer sagen ob Zeughaus in der Bahnhof Strasse offen ist. Eisern .

  14. ich bin mir jetzt sicher, es wird auch keine “geisterspiele” geben, um diese saison irgendwie regulär zu ende zu bringen.

    so sehr uns union auch immer am herzen liegt…
    ob oder wie diese saison gewertet wird, ist, verglichen mit der lösung heraufziehender, existenzieller fragen, die für so manchen schon realität sind und es für viele – wenn nicht fast jeden – in bälde sein werden

    (…)

    und nein – wir werde nicht alle sterben und die welt wird nicht unrettbar zerbrechen!
    WIR werden ewig leben – UNION wird niemals untergehn, denn wir sind ja union.

    wenn nach hoffentlich baldigem vorüberziehen des scheitelpunktes der infektionsgefahr und dem dann folgenden abebben der schwersten krankheitsverläufe die ökonomischen voraussetzungen zur fortführung der marginalie profifußball – vielleicht schon ende des sommers? – so noch bestehen, dann dürfen wir alle uns irrsinnig glücklich schätzen.

    und wir werden dann stolz schulter an an schulter in unser herrlichen AF – gebaut auf liebe mit herzblut, klugheit und fleiß – das leben feiern und unseren wunderbaren 1. FC Union Berlin.

    eisern!

  15. was soll man angesichts der lage – ihr kennt sie alle, was vor stunden noch als undenkbar galt, ist realität, zb portugal unter notstand – noch sagen zu jemandem, der so etwas von sich gibt:

    tagesschau.de:

    BVB will Bundesliga-Saison fortsetzen
    22:15 Uhr

    Borussia Dortmund plädiert dafür, die unterbrochene Saison in der Fußball-Bundesliga zu Ende zu spielen. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte der Zeitschrift “11freunde”, das sei eine ökonomische Notwendigkeit. “Ansonsten wird es finanziell für zu viele Vereine so dramatisch, dass sich Dinge im Fußball verändern werden, an die man jetzt nicht einmal denken mag. Und wenn uns die Behörden grünes Licht geben, dass diese Spiele im ganz kleinen Kreis erlaubt werden, dann werden wir die Möglichkeit nutzen, unsere Arbeit zu machen.”

    entweder hat dieser mann jeden realitätssinn verloren, solchen nie besessen oder aber ich lebe im wahn?

    es ist so still hier…

    ich bitte um rückmeldung zwecks selbstüberprüfung.
    bitte rüttelt mich, wenn ich es bin, der hier gespenster – wenn es sein muss, auch mit drastischster wortwahl, denn ich will wissen.

    ist es wahr, was ich erlebe, was da geschieht?

  16. Rückmeldung. Ich kann dich beruhigen, viele sehen es ebenso. Einige Personen in der DFL haben den Knall noch nicht gehört. Auch die werden irgendwann aufwachen…müssen.

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