Steven Skrzybski bleibt bei Union und Erkner ruft

Bei Sportkommentatoren ist Steven Skrzybski bestimmt genau so beliebt wie in den 90ern Michael Rzehaczek vom VfL Bochum. Der wurde dann einfach “Ratschi” genannt. Für Skrzybski hat sich noch kein einfacher Name gefunden. Aber dafür ein Vertrag bis 2018.

Union Training 2014/15Foto: Matze Koch

Der Stürmer hatte unter dem vorherigen Trainer Uwe Neuhaus immer ein bisschen Pech. In der Wintervorbereitung zerschoss er im Training die Netze, um sich dann im Frühjahr, wenn die Unionstürmer traditionell schwächeln, sich eine Verletzung einzutreten. In der Zeit hat er an seinem “sexy Body” gearbeitet und ist dadurch sehr robust geworden. Kein Vergleich mit dem schmächtigen Skrzybski von vor drei Jahren.

Über die Vertragsverlängerung berichten: Kurier, BZ/Bild

Obwohl vor allem das defensive Gerüst der Mannschaft eine Baustelle ist, auf der Norbert Düwel und sein Team genug zu tun haben, ist immer wieder der Sturm ein Thema. Die BZ bringt einen Text, der mit “Terodde, der Torjäger den Union nicht mehr wollte” überschrieben ist.

Ich bin voll bei dieser Antwort:

Und als ob Wasserstandsmeldungen Bewegung in den Fall Polter bringen würden, zitiert der Kicker Mainz-Trainer Martin Schmidt zur Frage, ob Sebastian Polter ein Kandidat für die nächste Saison in Mainz wäre, mit: “Wenn er so weiter trifft, ist er durchaus denkbar.” Das ändert natürlich alles ;)

Wer es heute 16.30 nach Erkner schafft, wird wahrscheinlich ein Team ohne Fabian Schönheim (Adduktoren), Björn Jopek (Infekt) und Steven Skrzybski (Sprunggelenk) sehen.

erkner

 

Update von 11:25 Uhr: Beim Tagesspiegel gibt es noch etwas mehr zum Spiel der Unionprofis Zejnullahu, Nebihi und Sulejmani für Kosovo gegen Eintracht Frankfurt (0:0) zu lesen. Sehr schön, dass uns wenigstens mal ein kleiner Einblick gegeben wird, wie es ist, Sport für ein kleines Land zu machen. Vor allem, wenn ein Großteil gar nicht in dem Land lebt. Ich bin sehr gespannt, wie es für Kosovo weitergeht und wie sich die Identität ausprägt. Litauen als größeres Land hat ebenfalls über die Welt verstreute Landsleute und macht deshalb so etwas wie die Weltspiele der Litauer (Lithuanian World Games), um eine gemeinsame Identität über den Sport beizubehalten.

Auf Wiedersehen, 11mm!

Auch das beste Festival geht mal zu Ende. Mit der Shortkicks-Gala sagt 11mm für dieses Jahr Auf Wiedersehen. Es war mir eine große Freude, dabei sein zu dürfen! Ich freue mich auf 2016.

Drei Unioner beim 0:0 des Kosovo gegen Eintracht Frankfurt auf dem Platz

Gestern Abend spielte Kosovo mit drei Unionern im Team im Freundschaftsspiel gegen Eintracht Frankfurt 0:0. Angesichts der Thomas-Schaaf-Defensive bei den Hessen weiß ich gar nicht, welcher Mannschaft ich mehr zu den null Gegentoren gratulieren soll.

Kosovo - Frankfurt 2015
Foto: Matze Koch

Von den Unionern stand nur Valmir Sulejmani in der Startelf. Matze Koch war sogar vor Ort.

#fcunion international. #Kosovo #eintrachtfrankfurt. Nur die Harten sind vor Ort.

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In der zweiten Halbzeit kamen noch Eroll Zejnullahu und Bajram Nebihi auf das Feld. Wer Interesse an bewegten Bilder hat, bitte sehr:


Eintracht Frankfurt vs Kosovo 0-0 Full… von enteritament

Medial bin ich etwas gelangweilt. Wer Interesse an der Torwartsituation bei Union hat, wird bei BZ/Bild und Kurier sicher fündig. Achtung Spoiler: Noch ist nichts entschieden.

Und ob der VfR Aalen nun zwei Punkte wegen Verstößen gegen die Lizenzbedingungen erhalten hat oder nicht, dürfte zumindest aus sportlicher Sicht bei Union niemand interessieren. Auch wenn die BZ anderes behauptet. Zehn oder zwölf Punkte Vorsprung auf Aalen machen für Union keinen Unterschied. Denn hier gilt allein: Vor dem Erreichen der 40 Punkte jubelt niemand. Noch zwei Siege also.

Es sind die kleinen Dinge

Da wir uns auch sonst so an kleinen Dingen erfreuen können, möchte ich an dieser Stelle behaupten, dass der Union-Fanshop mindestens die schönsten Kartons der Liga verschickt. Ach was, das sind die schönsten überhaupt.

Wow! Was für stylishe Kartons der #FCUnion verschickt.

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Sebastian Polter auf Trabi-Safari

Erst einmal die niedrig hängenden Früchte pflücken. Das könnte die Strategie von Union in Person von Manager Nico Schäfer sein, wenn er an die vom Trainer gewünschte Kaderzusammenstellung für die nächste Saison geht. Am ehesten klarzumachen sind dabei die Verlängerungen auslaufender Verträge (Beispiel Christopher Quirings neuer Vertrag bis 2017 aus der vergangenen Woche) und das Ziehen von Kauf-Optionen in Leihverträgen (das wären Martin Kobylanski und Maxi Thiel). Währenddessen geht es auch darum, ablösefreie Spieler anzusprechen und nicht nur finanziell von Union zu überzeugen. Für Vorort-Führungen bietet sich die aktuelle Länderspielpause an. Checkt als die Webcams im Stadion. Vielleicht war der neue Sechser gestern schon zu Besuch und hat sich alles angeschaut …

Union - St. Pauli 2014/15Foto: Matze Koch

Als letztes oder vorletztes steht Sebastian Polter auf dem Programm. Dass sein sportlicher Ehrgeiz und seine Karriereziele für ihn Vorrang haben, ist klar. Die Frage ist, ob Union ihm Bundesliga wird bieten können. Im lesenswerten Interview mit der BZ/Bild macht der Angreifer das auch deutlich:

Einerseits will ich mich sportlich weiterentwickeln und irgendwann vielleicht in der Nationalelf oder in internationalen Wettbewerben spielen. Da ist es sinnvoller in der 1. Bundesliga zu spielen. Als Zweitligaspieler kann man nicht Nationalspieler werden. Andererseits weiß ich es zu schätzen, was ich an Union habe.

 

Ich werde am Ende der Saison alles abwägen und mit dem engsten Familien- und Berater-Kreis eine Entscheidung fällen. Ich hoffe, dass es die richtige ist. Die sportliche Zukunft ist mir am wichtigsten.

Am besten gefällt mir das Bild mir Sebastian Polter vor dem himmelblauen Trabant und sein Vorhaben, sich im Sommer eventuell mit seiner Frau ein Trabi-Cabrio auszuleihen. Vielleicht sollte sich die gesamte Mannschaft als Event zum Teambuilding für eine Trabi-Safari (hier oder hier) anmelden. Zweitakter gibt es in Mitte genug.

Union endlich auch einmal von der Länderspielpause betroffen

Martin Kobylanski spielt mit Polens U21 und Christopher Trimmel ist für Österreich auf Abruf. Bajram Nebihi, Eroll Zejnullahu und Valmir Sulejmani sind für den Kosovo im Einsatz. Über das kosovarische Trio berichten Kurier und Morgenpost. Das Land ist nicht komplett anerkannt, weil der Weg zur Unabhängigkeit umstritten war. Details bitte woanders nachlesen, dafür reicht hier der Platz nicht. Aber ein Amselfeld spielt eine nicht ganz unwichtige Rolle darin.

Steffi hat übrigens gestern beim 11mm-Fußballfilm-Festival Torsten Mattuschka in der Kurzfilmjury getroffen:

 

Fußballfilme für die Ewigkeit.

Es gibt eine Handvoll Fußballfilme, die Fußballfan oder nicht, das Leben eines jeden Menschen bereichern. Weil sie klüger machen, und glücklicher auch. Zwei davon habe ich am Wochenende beim 11mm-Fußballfilmfestival gesehen, “Superjews” und “Next Goal Wins“.

11mm-programm

Berlin ist in diesem Jahr Austragungsort der europäischen jüdischen Sportwettkämpfe, der Maccabi Games. Deshalb hat 11mm den Schwerpunkt “Jüdische Fußballwelten” ins Programm genommen und eine Filmreihe gezeigt, die sich mit jüdischen und israelischen Fußballgeschichten beschäftigt. In dieser Reihe lief auch “Superjews” – ein Dokumentarfilm über die Fans von Ajax Amsterdam. Die aus Israel stammende Regisseurin Nirit Peled hat Israel verlassen. In Amsterdam findet sie die Symbole ihres Heimatlandes in einem ganz fremden Kontext wieder: Im Fußball. “Superjuden” nennen sich die Ajax-Fans, die zunächst als Juden beschimpft wurden und die Bezeichnung daraufhin für sich übernommen haben. Nirit Peled ist verwundert, erschrocken, irritiert – und dann fragt sie sich durch. Wie meinen die das?, möchte sie wissen. Und muss kulturelle Aneignung etwas negatives sein? Sie sammelt Standpunkte, lässt ihre Protagonisten ausreden und versucht, ihre eigene Position dabei zu finden. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, belehrt zu werden. Dennoch wissen am Ende alle Beteiligten etwas über die Kraft von Symbolen, das sie vorher nicht wussten.

Der zweite Film und mein Favorit des Festivals ist “Next Goal Wins”, der die Nationalmannschaft von Amerikanisch-Samoa bei dem Versuch begleitet, sich für die WM in Brasilien zu qualifizieren. Das Team war über Jahre hinweg das schlechteste der Welt. Dann übernahm Thomas Rongen das Traineramt und formt eine Mannschaft – und, was noch ein bißchen schöner ist: Die Mannschaft formt ihn. Ein weißer Atheist, der an gar nichts mehr glaubt, weil sein Kind gerade tödlich verunglückt ist, gerät in ein spirituelles, polynesisches Land. Ein Mann, der es gewohnt ist, Männerfußballteams zu trainieren, findet sich damit zurecht, dass in seinem Team eine Fa’afafine spielt, eine Transgender-Spielerin, die in der dortigen Gesellschaft komplett akzeptiert ist. Am Ende rettet sie den ersten Sieg des Teams, weil sie eben auch ein knallharter Innenverteidiger ist. Ein Torwart, der über die gesamte Dauer seiner Karriere hinweg niemals ein Spiel gewonnen hat, kehrt in die Mannschaft zurück und besiegt sein Trauma. Mit leichter Hand porträtiert der Film Spieler und Trainer und zeigt, wie leicht es sich lebt, wenn man nicht so viele Vorurteile durch die Gegend schleppt. Das gesamte Kino hat am Ende vor Glück geheult. Ein unfassbarer und ganz großartiger Film!

Wer heute Abend noch nichts vorhat: Es ist der letzte Abend des 11mm-Festivals, das traditionell mit einem Kurzfilmabend endet. Die “Short Kicks” sind etwas Besonderes, und ich habe die Ehre und das Vergnügen, Knut Kircher in der Jury zu vertreten und neben Torsten Mattuschka auf der Bühne zu stehen.

Auch für’n dreckigen Sieg gibt es drei Punkte.

Dieses Spiel, das als ein Null-Null der gar nicht mal so guten Sorte angelegt war, am Ende zu gewinnen, war überraschend. Karim Benyamina zu treffen, war überraschend. Aber dass mir die Hallorenkugeln von der einen Eckfahne zur anderen gebracht und angereicht werden: Das war unbezahlbar!

St. Pauli wünsche ich jederzeit alles Gute, und euer Ligaverbleib ist mir ein Anliegen. Ich fahr’ nämlich lieber nach Hamburg als in fernab gelegene Kacknester.

Unter welchen Umständen bleibt Sebastian Polter?

Das ist die große Frage, die nach jedem Tor des 23-Jährigen Angreifers gestellt wird: Unter welchen Umständen bleibt Sebastian Polter? Der Kurier gibt uns darauf heute folgende Antwort: 20 Prozent Bleibewahrscheinlichkeit. Die Zahl vor den Prozenten ist Quatsch, das weiß auch der Kurier. Aber sie symbolisiert die Chancen von Union ganz gut. Denn Polter ist “Eigentum” von Mainz 05 und wenn bis Saisonende gar nichts passiert, ist er ab 1. Juli dort wieder Spieler.

Foto: Stefanie Fiebrig

Ob er in Mainz eine realistische Chance hat oder haben wird, kann ich nicht vernünftig beurteilen, würde aber eher sagen: Nein. Wenn sich die Rheinhessen die Frage auch so beantworten, ginge es für sie darum, den Vertrag des Stürmers (aktuell bis 2017 an Mainz gebunden) zu beenden. Mit einer vernünftigen Ablöse selbstverständlich.

Eine marktwertgerechte Ablöse (siebenstellig) wird Union so nicht bieten können. Und hier kommen wir zum Knackpunkt. Denn auf eine angemessene Ablöse wird Mainz zwar pochen können, aber sie können Polter nicht dazu zwingen, einfach irgendwo zu unterschreiben. Wenn Mainz also nein sagt, muss Polter ja sagen. Und zwar zu Union. Nur dann kann überhaupt etwas funktionieren. Vorher braucht Nico Schäfer gar nicht erst in die Schatulle im Forsthaus lunschen, ob genug Geld da ist.

Die Bedingungen für Polter nennt Bunki im Kuriertext sehr klar: Quasi eine Dauerspielerlaubnis, familiäres Umfeld und meiner Meinung nach das Wichtigste für eine junge Familie: Die Aussicht, auf absehbare Zeit mal nicht umziehen zu müssen.

Die Frage ist nicht, was Polter will, sondern, was Union will

Aber es gibt eine Frage, die der Kurier nicht benennt, und die meiner Ansicht nach Union dem Spieler Sebastian Polter und als Verein sich selbst beantworten muss: Wohin geht die sportliche Reise? Was sind die Ziele von Union? Es gibt Spieler mit längeren Verträgen, die ganz klar mit Union in die Bundesliga wollen. Ein Bleiben von Polter würde mir signalisieren, dass der Verein das auch will. Doch wie signalisieren Norbert Düwel, Nico Schäfer und Dirk Zingler dieses Ziel Sebastian Polter? Das ist für mich die große Frage im Poker um den Stürmer.

Für Union wäre der Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga die nächste große Erzählung nach dem “Marsch zurück in die Zweite Liga” und dem “Stadionbau”. Ob der Verein als Gesamtkonstrukt dafür finanziell und mental bereit ist, vermag ich nicht zu sagen. Aber ohne probieren, wird man es nicht herausfinden. Aber nur mit diesem Ziel wird Union überhaupt eine 20-prozentige Chance auf den Verbleib von Sebastian Polter haben.

Der Stürmer kann übrigens auch im Tor spielen. Kleiner Tipp für Norbert Düwel ;)

Und was schreiben die anderen?

Die Berliner Zeitung und der Tagesspiegel beschreiben die Erleichterung nach dem Sieg vom Freitag und mahnen, dass der Klassenerhalt noch nicht sicher sei. Der Tagesspiegel jagt mir dabei im dritten Absatz einen riesigen Schreck ein. Stimmen die Eintragungen in meinem Familienkalender etwa nicht?

Nach der Länderspielpause spielt Union gegen die beiden Abstiegskandidaten Erzgebirge Aue und den VfR Aalen. Anschließend geht es zum SV Sandhausen, der ebenfalls noch nicht durch ist.

Kurzer Check im Spielplan. Das nächste Spiel bleibt gegen Sandhausen und danach kommt Aalen. Aue ist erst die sechstnächste Partie. Und zwar am 9. Mai.

Die BZ/Bild macht was mit Torhütern.

Teve221 – Und die müssen jetzt auch noch Olympia

Danke Maulwurf. Danke Sebastian Polter. 1:0 gegen St. Pauli gewonnen. Die Erkenntnis: Union kann auch Drecksspiele gewinnen und entfernt sich immer mehr vom Abstiegskampf. Außerdem im Programm: Groundhopping in Bristol und Wolfsburg.

Foto: Hupe/union-foto.de

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Shownotes

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Wie geht es weiter mit Björn Jopek?

Die BZ hat heute einen interessanten Text über den Altersschnitt der aufgelaufenen Union-Mannschaft. Es geht um den Verjüngungsprozess, den Düwel einleiten sollte. Gegen St. Pauli soll mit einem Altersschnitt von 25,1 Jahren die jüngste Union-Startelf in der Zweiten Liga auf dem Platz gestanden haben. Das ist schön. Aber letztlich ist es auch nur ein Wert ohne Aussage. Über die Qualität des Teams sagt der Altersschnitt nichts aus. Höchstens etwas über die Perspektive, falls die Mannschaft gut spielt. Dann kann so ein Gerüst länger tragen. Ungefähr so wie das Team, das 2009 in die Zweite Liga aufgestiegen ist.

1.FC Union Berlin - 1.FC Kaiserslautern 0:0Foto: Stefanie Fiebrig

Wo wir gerade bei Perspektive sind: Die BZ stellt meiner Meinung nach die richtige Frage nach der Perspektive von Björn Jopek. Er musste gegen St. Pauli in der ersten Halbzeit für Michael Parensen raus. Meiner Ansicht nach, weil er mit Fehlpässen in der Vorwärtsbewegung Konter von St. Pauli eingeleitet hat und nicht die gewünschte defensive Stabilität aufwies.

Für mich sieht es aus, als ob Jopek seine Position unter Düwel nicht gefunden hat. Bei Neuhaus, war er der junge Mattuschka. Stark bei Standards und mit sehr guten Pässen in die Spitze. Ähnlich wie Tusche kommt Jopek nicht über die Geschwindigkeit. Da hat ihm Eroll Zejnullahu im Zentrum schon überholt. Deshalb liegt es nahe, ihn mit siener Spielübersicht auf der Sechserposition auszuprobieren. Doch dort zeigte er für mich nie die Sicherheit, die von einem Sechser (auch bei der Doppelsechs) erwartet wird.

Der Vertrag von Björn Jopek, 21, läuft im Sommer aus. Meiner Vermutung nach wird sich die Frage nach einer Verlängerung beantworten, wenn klar ist, auf welcher Position Jopek spielen soll. Die Sechserposition wird es sicher nicht sein. Das hat er mit Torsten Mattuschka gemeinsam.

Sebastian Polter, seine Eltern, seine Frau und seine Kinder

In der Morgenpost gibt es einen Text, der alles erzählt, was ihr schon immer über Sebastian Polter wissen wolltet. Ich sage nur Ultras Helene Fischer.

Assist Maulwurf, Tor Polter

Sören Gonther sprach nach dem Spiel ins Sky-Mikro für mich die Hälfte der Wahrheit über das 1:0 gegen St. Pauli.

Ich weiß nicht, wer da oben gegen uns ist! Robin hat alle Bälle sicher weggekloppt und dann kommt in der letzten Minute so ein Maulwurf aus dem Rasen und haut ihm das Ding gegen das Schienbein.

Die andere Hälfte gehört Sebastian Polter, der diesem Rückpass auf den Torwart hinterherging und nicht abdrehte, als Gästekeeper Robin Himmelmann den Ball annahm und sich etwas vorlegte. Auch nicht als der Torwart ausholte, um die Kugel wegzuschlagen. Als der Ball versprang, war Sebastian Polter da. Wie viele Spielzeiten haben wir uns nach so einem Stürmer gesehnt…

Medial stehen sich heute zwei Fraktionen gegenüber: Diejenigen, die von einem Platzfehler sprechen und diejenigen, die einen Torwartfehler gesehen haben. Bild/BZ mit “Megabock” und “Pauli-Tollpatsch” (Wie war das nochmal mit dem Nachtreten bei Leuten, die schon unten sind?) suchen den Fehler bei Himmelmann. Bei Tagesspiegel, Morgenpost und Berliner Zeitung sind sich die Autoren (Platzfehler) nicht mit denjenigen in der Redaktion einig, die Überschriften und Vorspann schreiben (“Torwartfehler” und “Torwartschnitzer”). Der Kurier ist eindeutig Fraktion Platzfehler, aber verursacht mit der Überschrift physische Schmerzen bei mir: “St. Pauli-Torwart Robin Himmelmann poltert in die Hölle”. Echt jetzt?

Als kleines Gedanken-Experiment für das Wochenende: Was wäre wohl passiert, wenn Daniel Haas dank Rasen den Ball beim Abschlag nicht getroffen hätte? Wäre dann seine “Verunsicherung” wegen Düwels Torwartwechselei der Grund? Oder wären sich auch fast alle Beobachter einig, dass es ein Platzfehler war?

Union hat weiter sichtbare Probleme

Vom Sieg abgesehen, gab es wenig Positives vom Spiel. Düwel ersetzte Michael Parensen auf der 6 und brachte dort Björn Jopek. Der Junge hatte einen rabenschwarzen Tag und ermöglichte durch Fehlpässe in der Vorwärtsbewegung St. Pauli einige Konter. Nach nur 30 Minuten machte Düwel den Wechsel rückgängig. Parensen schloss die Lücke im defensiven Mittelfeld sehr ordentlich. Was die Offensive angeht, lahmt Union auf links gewaltig. Thiel und auch Brandy fehlen dort als Unruheherde sehr. Für meinen Geschmack landeten aus der Unionabwehr zu viele Bälle direkt beim Gegner. Die Probleme im Spielaufbau scheinen sich schon so weit herumgesprochen haben, dass selbst Teams im Abstiegskampf wie St. Pauli gegen die Union-Verteidigung Pressing spielen.

Aber der Sieg vor der Länderspielpause gibt etwas Ruhe zum Arbeiten. Und die Null stand am Ende bei Daniel Haas. Oder um Norbert Düwel zu zitieren: “Die Mannschaft hat heute nicht ihr bestes Spiel gemacht. Aber das ist mir egal. Drei Punkte. Das ist wichtig.”


Foto: Tobi/unveu.de

Schön, dass gestern Abend Karim Benyamina und Benny Köhler im Stadion waren. Und schön auch, dass Christopher Quiring nach seinem Beinahe-Abschied zum Ende der Ära Neuhaus seinen Vertrag verlängert hat und mindestens bis 2017 bei Union bleibt.

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Foto: Stefanie Fiebrig / Tweet von @sirhenry33