Führungsspielerdiskussion reloaded

André Hofschneider hat gestern wahrscheinlich sehr bewusst diesen Satz zum 0:2 in Bielefeld gesagt: “Da vermisse ich einfach Führungsspieler.” Nachzulesen sind die Statements des Trainers hier:

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Abgehakt

Während wir gestern hinter der Raststätte Frankenwald über die Brücke der Deutschen Einheit Richtung Berlin rollten, startete Union den Versuch, in Bielefeld zu gewinnen. Das Radio vermittelte uns ein zähes Spiel. So viel kann ich sagen, ohne auch nur ein bewegtes Bild gesehen zu haben. Der Reporter von Sport1.fm verlor sich im Datengestrüpp, als er meinte, dass Union ebenso wie Bielefeld in dieser Saison nie auf einem Abstiegsplatz gestanden habe.

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Hofschneider: “Wir müssen uns alle hinterfragen”

“Das ist der stärkste Kader, mit dem ich je zusammengearbeitet habe. Das ist die Basis. Dass wir das eine oder andere Ziel nicht verwirklichen konnten, da muss sich die Mannschaft hinterfragen und jeder einzelne. Aber das Team an sich war immer stark genug, um ganz oben mitzuspielen.” André Hofschneider hatte offensichtlich in der Pressekonferenz keine Lust (komplett auf AFTV), über sich zu reden und seinen persönlichen Anteil an der guten Rückrunde des Teams und wich diesen Fragen aus.

André Hofschneider bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Bielefeld, Screenshot: AFTV

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Vorbereitung auf dem Bierbike

Während wir hier am Bodensee das wunderschöne Alpenpanorama bewundern, ist das Team am Herrentag mit drei Bierbikes am Müggelsee unterwegs gewesen. Mehr Bilder vom Ausflug gibt es hier:

Das Union-Team bei seiner Herrentags-Partie mit dem Bierbike, Foto: Eroll Zejnullahu/Instagram

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Wie gehen wir eigentlich mit Leuten um, die mal bei Red Bull waren?

Eroll Zejnullahu konnte gestern in München mal schauen, was in der Champions League so geht. Beeindruckend dürfte für ihn am Ende vor allem gewesen sein, wie schnell die Fans nach Abpfiff aus dem Stadion gehen.

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Mit Leistner könnte ein zweiter Leistungsträger gehen

Als erstes mal Gratulation an Robert Huth (hier im Video von Christian Fuchs vor allem von hinten zu sehen) zum Titel mit Leicester. Auch wenn Leicester vor der Saison viel Geld in die Hand genommen hat, ist der Titel doch sensationell. Und für Huth gilt, auch wenn er nie in der ersten Mannschaft an der Alten Försterei gespielt hat: Einmal Unioner, immer Unioner.

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Bobby Wood: Wasserstandsmeldung aus Hamburg

Wollt ihr mal was Neues zu Bobby Wood hören? Ob er bleibt oder nicht? Und wenn ja, wohin er wechseln wird? Ja, das würde ich auch. Aber außer der vielsagenden, aber wenig konkreten Aussage von Helmut Schulte bei AFTV gibt es von Union nichts Neues. Wir erinnern uns, dass der Manager sagte zum Thema Transfer-Einnahmen, dass es möglicherweise durch eine Investition in diesem Jahr bereits gelingen könnte, Transfereinnahmen zu erzielen.

Bobby Wood beim 1:0 gegen Bochum, Foto: Matze Koch

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Das schnelle Pinkelerlebnis im Stadion

Ich weiß gar nicht, wieso mir das Interview mit Dirk Thieme, Präsidiumsmitglied und maßgeblich an der Stadionplanung beteiligt, das am Freitag auf der Union-Website veröffentlicht wurde, entgangen ist. Es ist sehr lang, aber dafür auch in Bereichen ausführlich, für die sonst nur Allgemeinplätze herhalten müssen. Zum Beispiel beim Thema Toilettensituation beantwortet Dirk Thieme die Frage, wohin die Festivaltoiletten verschwunden sind:

Diese „Zitronenpressen“ waren im Testversuch zwar durchaus effektiv, aber für die Umstehenden nicht immer schön anzuschauen. Also haben wir lieber mittels der neuen die neue Containeranlage hinter der Gegengerade das Angebot an Urinalen erhöht.

Dirk Thieme auf der Hauptversammlung der Stadion AG (Foto: Matze Koch)

Außerdem macht Dirk Thieme deutlich, dass das Fanhaus auf jeden Fall zur neuen Saison eingeweiht werden soll. Ob das direkt zum Saisonstart sein wird, konnte er nicht garantieren. Ich kann das Interview nur empfehlen. Es geht um Bierpreise, Bratwürste, Stadionausbau, bargeldlose Bezahlung im Stadion, Verbesserung der Anreise und um Partizipation im Verein.

Wer es sich lieber ausdruckt: Es gibt das Interview auch als PDF zum Download.

Podcast

Wir haben gestern unseren Podcast zum 1:0 gegen Bochum aufgenommen, in dem ich noch vermutet habe, dass die taktische Formation einer Raute ähneln würde. Wie wenig ich damit recht hatte, beweist Eiserne Ketten in der Spielanalyse. Ich werde wohl immer daran scheitern, im Fernsehen so etwas wie taktische Formationen zu erkennen. Mein Respekt an alle, die das können.

Dafür sprechen wir im Podcast etwas länger über André Hofschneider, der wenig bis gar nichts blicken lässt, und sich auch selbst nicht in den Mittelpunkt rückt. Außerdem geht es noch um Sportdirektor/Manager Helmut Schulte, der gerade erst in einem einstündigen Interview bei AFTV war.

Podcastaufnahme in der Küche (Foto: Sebastian Fiebrig)

Apropos Podcast: Im Podcast Stadtgestalten war Christian Arbeit in seiner Funktion als Pressesprecher/Stadionsprecher und jetzt natürlich auch Geschäftsführer Kommunikation zu Gast. Das komplette Gespräch, das vor allem Union für Außenstehende erklärt, könnt ihr hier nachhören: SG005 – Christian Arbeit/1. FC Union Berlin

In den Berliner Medien geht es heute vor allem um die Heimstärke:

Frank Schöbel auf dem Rasen an der Alten Försterei (Screenshot: Frank Schöbel/YouTube)

Und der Kurier berichtet, dass Frank Schöbel in seinem neuen Video die Alte Försterei als Kulisse benutzt. Weil es beim Kurier fehlt, hier das komplette Video:

Teve259 – Hofi, die alte Zockereule

Union gewinnt 1:0 gegen Bochum. Auch weil André Hofschneider in der Innenverteidigung einen taktischen Kniff anwendet. Außerdem reden wir über Helmut Schulte, Frauen und Mädchen bei Union und geben ohne Ende Buch-Empfehlungen.


Foto: Matze Koch

Shownotes:

On Air:

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Fürstner als Innenverteidiger: Lewandowskis Idee und Hofschneiders Umsetzung

Das Schöne an Freitagsspielen bei Union ist im Moment, dass wir das ganze Wochenende über lächeln dürfen. Das überstrahlt für mich auch die Tatsache, dass ich die ersten 60 Minuten auf Arbeit gesehen habe und das Tor fiel, als ich der U-Bahn saß. Genau diese Art Spiele wie das 1:0 gegen Bochum macht mir extrem viel Mut für die nächste Saison, wenn die Mannschaft in großen Teilen zusammen bleibt. Denn selbst wenn aus dem Spiel heraus die Chancen nicht zustande kommen oder genutzt werden, bleiben Standards, die von Damir Kreilach, Toni Leistner, Bobby Wood oder eben Benjamin Kessel verwandelt werden.

Fürstner als Mittel gegen Terodde

Überraschenderweise bot André Hofschneider in der Innenverteidigung weder Roberto Puncec noch Emanuel Pogatetz auf, sondern zog Stephan Fürstner aus dem defensiven Mittelfeld zurück. Begründet hat der Trainer in der Pressekonferenz nach dem Spiel diesen Schritt so: “Der Gedanke war, dass wir die Anspiele auf Simon Terodde, der wie kein Zweiter in der Liga als Wandspieler fungiert, durch einen offensiver denkenden Abwehrspieler besser antizipieren können und hinten im Spielaufbau den Ballbesitz etwas erhöhen. Ich glaube, dass Stephan Fürstner seine Rolle sehr, sehr gut ausgefüllt hat.”

Damit hat André Hofschneider eine Idee umgesetzt, die Sascha Lewandowski im September/Oktober aus einer großen Personalnot heraus entwickelt hat, um die Abwehr zu stabilisieren. Allerdings hat er sie aus verschiedenen Gründen nie auf dem Feld umgesetzt. Es spricht sehr für André Hofschneider, dass er das jetzt getan hat. Mich hat er damit sehr überrascht, weil ich immer den Eindruck hatte, dass Hofschneider als Trainer eher zu sicheren Aufstellungsvarianten greift. Aber es ist auch wirklich sehr schwer, Hofschneider auszurechnen und zu verstehen. Dafür gibt er zu sehr den spröden Kerl mit trockenem Humor.

André Hofschneider beim 1:0 gegen Bochum (Foto: Matze Koch)

Union hat noch Ziele in dieser Saison

“Dieser Sieg führt jetzt dazu, dass das Gerede aufhört, wir könnten nicht gegen Top5-Mannschaften gewinnen. Aber wahrscheinlich sind es dann ab morgen Top4-Teams”, sagte Hofschneider nach der Partie. Ich habe das Gefühl, dass der Trainer ein bisschen angefressen ist, weil das 2:6 in Nürnberg nicht als Freakspiel gewertet wurde, sondern vielleicht als Zeichen für ein zu erwartendes schlimmes Saison-Ende. Überhaupt steht Hofschneider, dem Präsident Dirk Zingler eine “ausgezeichnete Pressearbeit” bescheinigte, etwas zwischen den Fronten.

Intern geht es darum, Platz 6 vor Fürth zu sichern (allein das macht ein Mehr von über 300.000 Euro bei der Fernsehgeldverteilung aus) und vielleicht auf Platz 5 zu schielen und damit die beste Zweitligaplatzierung für Union überhaupt zu erreichen. Das sind große und auch harte Ziele für den Saisonausklang. Ich glaube aber nicht, dass diese Ziele draußen groß interessieren, wo es vielleicht heißt, dass Union um die goldene Ananas spielt, weil die Mannschaft weder mit Aufstieg noch mit Abstieg noch etwas zu tun hat.

André Hofschneider in der Pressekonferenz nach dem 1:0 gegen Bochum (Screenshot: AFTV)

Fußball ist natürlich auch Medientheater

Die Spannung im Team hochzuhalten vor einem extrem schweren Auswärtsspiel in Bielefeld (dort ist vergangene Woche Fürth mit 1:4 untergegangen und Leipzig hat gestern nur 1:1 gegen die Arminia gespielt), ist sicher die schwerste Aufgabe für Hofschneider. Und angesichts der erfolgreichen Spiele, die er als Trainer abgeliefert hat, kann ich verstehen, dass es ihm sauer aufstößt, wenn plötzlich Achim der Eckfahnenaufsteller als Erfolgsgarant präsentiert wird und weniger über den Weg, der zu diesem Erfolg führte.

Vielleicht sollte die Leistung von Hofschneider als Trainer wirklich mehr gewürdigt werden (und zwar jenseits von Plattitüden wie “Der unerschütterliche Glaube an die eigenen Fähigkeiten wurde unter Hofschneider zum Credo”). Aber auch André Hofschneider muss lernen, dass im Profifußball nicht das Geld steckt, weil die sportlichen Leistungen so hervorragend sind. Sondern weil die Geschichten so gut sind, dass täglich über Fußball geredet wird, obwohl gar kein Spiel ist, war oder sein wird.

Dieses Blog hier mit seinem täglichen Blick auf Union ist ein gutes Beispiel dafür. Ansonsten könnte ich es wie die Berliner Zeitung machen und nur einmal vor dem Spiel und nach dem Spiel etwas schreiben. Durch diese Geschichten zieht Fußball sehr erfolgreich das Interesse von anderen Sportarten ab. Und nur dadurch wird Fußball für Sponsoring und TV-Vermarktung interessant.

Hier sind alle Spielberichte zum 1:0 über Bochum:

Hier die Fotos vom Spiel:

Im Moment des Triumphs Sportsgeist bewahrt

Eine Sache liegt mir noch auf dem Herzen, und das ist die Pressekonferenz nach dem Spiel Paderborn-Freiburg (1:2). Freiburg ist damit aufgestiegen und Paderborn findet sich auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Wer Zeit hat, sollte sich die ganze Pressekonferenz ansehen, die ein Zeichen für Sportsgeist ist, wie ich ihn selten gesehen habe (und wie er vielleicht in der Bundesliga auch nicht mehr möglich ist, weil dort die Geschichten längst viel größer als die sportlichen Leistungen sind).

Eine Kurzfassung gibt es in diesen Tweets:

Tweets von Kevin Bublitz, @kevinbublitz

Hier das vollständige Video:

Ich mochte übrigens auch den Gruß, den André Hofschneider an Bochums Patrick Fabian nach dessen 4. Kreuzbandriss (!) geschickt hatte. Beim Spieler kam das auch gut an:

Tweet von Patrick Fabian, @pfabian87