Hendrik “Eddy” Mann – Auf ruhigen Gewässern

Die harte Nachricht zuerst: Union spielt in der ersten DFB-Pokalrunde bei Viktoria Köln. Ich hoffe, dass der Termin am Wochenende liegt. Bild/BZ berichten außerdem, dass Dennis Daube die Nummer 10 tragen wird. O-Ton des Spielers: “Eine Rückennummer sagt nicht viel aus.”

Steffis Text über Hendrik “Eddy” Mann erschien zuerst im Köpenicker Magazin Maulbeerblatt im März 2014. Eddy verstarb im Sommer des gleichen Jahres, am 5. Juli 2014. Er fehlt sehr. Seine Bärbeißigkeit, seine Hilfsbereitschaft, seine ganze Persönlichkeit. Aber mit seinen Booten ist immer auch ein Teil von ihm weiter auf Berlins Gewässern unterwegs.

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Foto: Stefanie Fiebrig

Er fährt die auffälligsten Schiffe, die Berlins Wasserstraßen zu bieten haben. „Normalerweise sind die Schiffe weiß, mit blau oder rot abgesetzt. Wir haben es genau anders herum gemacht. Wir haben die rot gemalt und weiß abgesetzt“, beschreibt Hendrik Mann etwa seine Angela, die als letzte ihren fußballerischen Anstrich erhalten hat. Er hatte in einer Zeitung ein Foto gesehen. Abgebildet war ein Betonmischfahrzeug im Union-Look. „Kann ick besser“, dachte er sich. Es hat eine Weile gedauert, bis er seine Idee schließlich umgesetzt hatte.

Gelernt hat Hendrik Mann Vollmatrose, er ist lange Zeit zur See gefahren. „Eddy, der Sorglose“, nannten ihn seine Kollegen. Den Namen hat er behalten und mit seiner Reederei Eddy-Line in ganz Berlin bekannt gemacht. Seit über zwanzig Jahren ist er in der Fahrgastschifffahrt tätig. 2005 hat er die Viktoria, sein erstes eigenes Schiff, übernommen „Und die wird immer schöner“, sagt er. Seine Stimme wird ganz weich dabei. Die Viktoria war die erste, die das Union-Logo trug.


Foto: Matze Koch

Eddy ist ein geborener Chemnitzer. Wenn er in Sachsen ist, verfällt er in seinen heimischen Dialekt. Zu hören ist davon nichts, und wenn er Touristen fährt, freuen die sich über einen waschechten Berliner, bei dem Kirche und Kirsche klingt, als wäre es das selbe Wort. 1976 sind seine Eltern mit ihm nach Berlin gezogen, er ist hier zur Schule gegangen. Das prägt den Menschen und seine Sprache.

Bei Union ist Eddy seit 1978. Das war das Jahr, in dem sein Vater starb. „Doofes Jahr.“ Eddy ging also allein zum Fußball und beneidete die, die mit Papa hin gingen. Kurz darauf hatte er Autogramme von Wolfgang Matthies und Achim Sigusch. „Womit ich in der Schule der Star war!“ Die beiden nennt er heute noch zuerst, wenn er nach seinen Lieblingsspielern gefragt wird.


Foto: Matze Koch

Es gab Zeiten, in denen er nicht zum Fußball konnte, weil er zur See fuhr. „Aber ich habe Union immer im Auge behalten. Kurioserweise war es immer so: Wenn es mir mal Scheiße ging, war’s bei Union genauso. Wenn’s bei Union aufwärts ging, ging es bei mir auch aufwärts.“

Jetzt gerade geht es dem Verein und eben auch Eddy gut. Eine Krebserkrankung hat er knapp überstanden. Er hat ein Motorrad gekauft. Er hat geheiratet. Das wollte er zwar erst, wenn der 1.FC Union Deutscher Meister wird, aber mit dem Spott darüber kann er leben. Besser gleich, bevor es zu spät ist. Er findet, er hat das Glück gehabt, das anderen gefehlt hat.

„Es gibt bestimmt Leute, die sind fleißiger, die sind besser als ich, aber die hatten nicht das Glück, die richtigen Menschen kennenzulernen. Da musst du abgeben können. Wenn du dir ansiehst, wer auf der Straße lebt, wer ärmer ist als du – das sind keine dummen Leute. Die sind manchmal total unverschuldet da reingeraten.“ Und weil das so ist, engagiert er sich nicht nur bei Union, sondern auch für die Torre-Stiftung, die Obdachlose unterstützt. Er selbst hatte seine Auszeit, unfreiwillig. „Jetzt kucken wir mal wieder nach den anderen.“


Foto: Matze Koch

Im Januar und Februar ist es noch ruhig auf den Gewässern. „Man kann mal eine Stunde länger schlafen, in den Urlaub fahren oder kümmert sich um Wartungsarbeiten.“ Am liebsten ist er trotzdem mit dem Schiff unterwegs. „Naturgewalten – Regen, Schnee, Wind – das ist Freiheit. Die größte Strafe war, als ich mal ein halbes Jahr im Büro saß. Mittlerweile freue ich mich jedes Mal, wenn ich wieder fahre, weil ich ja auch andere Aufgaben habe. Zum Müggelsee raus, nach Tegel hoch, nach Wannsee runter, oder nach Potsdam.“

Auch die Fahrten mit den Fußballfans machen ihm nach wie vor Spaß. „Das erste Mal, als die Mannschaft zu mir an Bord kam, hatte ich Tränen in den Augen. Wir haben das Mannschaftsfoto gemacht. Dazu haben wir mitten am Tag die Spree komplett dicht gemacht. Verbotenerweise. Oben auf der Brücke die Fans, unten auf dem Schiff die Mannschaft.“

Ein Ausflugsdampfer und ein Fußballclub. Wie passen die zusammen? „Wir sind Berlin. Wir sind nicht der Hauptstadtklub, aber doch Berlin.“ Die Viktoria, die Helgard und die Angela in leuchtendem Union-Rot sind Eddys Bekenntnis zu seinem Verein.


Foto: Matze Koch

DFB-Pokal: Bis auf einen anderen Berliner Klub ist der Gegner egal

Ab heute Abend gegen 23 Uhr wird es etwas mehr Planungssicherheit für den 1. FC Union geben. Dann wird die erste Pokalrunde des DFB ausgelost. Aus Unionsicht könnte ich sagen, dass es mir egal ist, gegen wen das Team in der ersten Runde ausscheidet, aber das stimmt nicht. Weiterkommen finde ich richtig gut. Und gegen einen anderen Berliner Klub muss es in der ersten Runde auch nicht gehen. Ich bin gespannt. Um 22.50 Uhr geht es in der ARD los.

Gestern wurde auch im Sommerplan etwas festgezurrt. Der Hallesche FC empfängt am 13. Juli Union. Anpfiff ist 18.30. Und falls ihr nicht der Fraktion “Nie wieder Falkensee-Finkenkrug angehört, könnt ihr hier schon einmal die Preise für das Spiel am 23. Juni um 18 Uhr checken.

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Die Bild bringt einen “Check” zwischen Uwe Neuhaus und Norbert Düwel. Der ist so aussagekräftig wie ein Testspiel im Sommer. Es werden lediglich statistische Fakten aus unterschiedlichen Spielzeiten übereinander gelegt, die beide Trainer mit jeweils unterschiedlichen Spielern im Kader erreicht haben. Daraus Schlüsse zu ziehen, halte ich für gewagt.

Die für mich interessante Frage an Norbert Düwel ist eigentlich, ob das Konterspiel nicht an seine Grenzen kommt, wenn die Mannschaft oben angreifen möchte und sich immer mehr Gegner defensiv aufstellen und selbst auf Konter hoffen? Ich sehe da aber den Trainer auch nicht zwangsläufig so festgelegt wie es dargestellt wird. Und die Mannschaft hat auch die individuelle Qualität, um Situationen spielerisch zu lösen.

Änis Ben-Hatira besucht Benny Köhler

Benny Köhler hat gestern im Krankenhaus Besuch von Änis Ben-Hatira bekommen.

 

Und falls ihr euch jemals gefragt habt, ob ihr beim Popeln im Biergarten identifiziert werden könnt, kommt hier die Antwort: Ja. Und so sieht der Arbeitsplatz im Stadion aus, der euch dabei beobachtet:

Was macht eigentlich … ?

Nico Patschinski? Der Ex-Unioner ist jetzt Paketzusteller in Hamburg. Bundesliga.de hat ihn mit Kamera bei seiner Arbeit begleitet.

Trikot-Design egal, Hauptsache es gibt auch eine Triple-XL

Lorenz Maroldt vom Tagesspiegel hat in seinem täglichen Newsletter auf die aktuelle Verteilung der Lottogelder in Berlin aufmerksam gemacht. Leider findet sich in der Liste der Begünstigten nicht der 1. FC Union Berlin, der nach einer Absprache mit den Regierenden für den Bau seines Nachwuchsleistungszentrums Lottomittel erhalten soll. Es hängt also wie schon seit langem wahrscheinlich immer noch an der Grundstücksfrage.

Was ich über die vielen Jahre beim Fußball gelernt habe: Wenn im Sommer nichts los ist, wird über die neuen Trikots gelästert. Seit gestern geistern Screenshots durch das Netz, die angeblich die neuen Shirts der Profis zeigen. Verifiziert hat die Bilder niemand. Die Meinungen dazu gehen trotzdem weit auseinander. Alles wie immer also. Dabei wissen wir doch alle, dass ein Trikot nur gut ist, wenn es auch die Version für uns Durchtrainierte in XXXL gibt. Alles andere ist Kokolores, um Ex-Trainer Uwe Neuhaus zu zitieren.


Screenshot via viele bei Facebook

Offiziell werden die Trikots am 20. Juni vorgestellt. Bilder wird es von der Promo-Reise nach Italien zum Ausrüster sicher schon vorher geben. Schlaflose Nächte werde ich wegen des Trikots sicher nicht haben, da müsste schon mehr kommen 😊

Da wir gerade bei Terminen sind:


Foto: Die Waldseite/Facebook

In Bild/BZ geht es um Benjamin Kessel. Wir erfahren, dass er 1,91 Meter groß ist, seine Freundin Alina heißt, er im Friedrichshain eine Wohnung hat und noch nicht weiß, ob er in der Innenverteidigung oder auf rechts spielt.

Der andere Neuzugang Dennis Daube hat sich gestern eine Facebook-Page zugelegt. In seinem ersten Post verabschiedet er sich nach elf Jahren bei St. Pauli von Hamburger Fans. Dabei kommt er so ehrlich und bodenständig rüber, dass ich ihn sehr gerne bei uns in Berlin begrüße. Außerdem hat er ein sensationelles Foto gepostet, das ihn als Bengel in braun-weiß zeigt.

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Foto: Dennis Daube/Facebook

Der Kurier gratuliert Damir Kreilach zur Hochzeit. Dem schließen wir uns natürlich an. Heiratet nicht auch Roberto Puncec in diesem Sommer? Ich verliere bei der großen Unionfamilie langsam den Überblick.


Foto: Damir Kreilach Fanpage/Facebook

Wumme – Auch in deutschen Stadien muss gute Musik möglich sein

Steffis Text über Wumme erschien zuerst im April 2011 im Köpenicker Magazin Maulbeerblatt. Wer Wasserstandsmeldungen zu Sebastians Polter Transfer/Nichttransfer bekommen möchte, wird heute bei Bild/BZ bedient.

90 Minuten vor Spielbeginn öffnen die Tore des Stadions an der Alten Försterei. In diesem Augenblick beginnt für Wumme der Arbeitstag beim 1.FC Union Berlin. Wumme heißt eigentlich Sven König. Sein Arbeitsplatz im Stadion ist die Sprecherkabine. Ausgeübter Beruf: Plattenunterhalter. So nennt er das. Schön old school, gepflegt untertrieben, auch weil Stadion-DJ zu sehr nach Großraumdiskothek klingt. Davon ist er weit entfernt.

Foto: Matze Koch

An Tagen, die keine Spieltage sind, legt er nicht etwa in Clubs auf, sondern fährt LKW. Das mit der Musik macht er nur für den Verein. Wumme ist jetzt 25. Zu Union geht er seit 1997. Seit der Oberligasaison 2005/06 legt er im Stadion auf. Geld bekommt er keins dafür. Die positive Resonanz der anderen Fans und das Vertrauen des Vereins, der ihm freie Hand lässt, sind für ihn der schönste Lohn, sagt er.

Während früher Stadionmusikverantwortlicher und Stadionsprecher häufig wechselten, sind Wumme an der Musik und Christian Arbeit am Mikrofon ein seit nunmehr fast sechs Jahren eingespieltes Team. Diese Konstante ist ihm wichtig. Gefragt, was sich seitdem musikalisch geändert hat, sagt er: „Na alles!“


Foto: Hannes Teubner (wir sind uns aber auch nicht mehr so sicher)

Er wollte vor allem Abwechslung in die Spielumrahmung bringen und hat in den ersten beiden Jahren kein Lied zweimal laufen lassen. Aus Prinzip. “Das”, meint er heute, “kann man aber auf Dauer nicht durchhalten.” Wumme spielt alternative Musik, nichts zum Schunkeln, nichts mit Hände in die Luft. Das unterscheidet ihn von vielen seiner Zunft und die Alte Försterei von vielen anderen Stadien.

Dennoch hat seine Auswahl anfangs nicht nur für tosenden Beifall gesorgt. „Dit is doch total eklich“, hat ihm nach einem Vierteljahr mal jemand an den Kopf geknallt. Das ist ihm lange nicht mehr passiert, seitdem. Eher fragen die Leute nach einzelnen Songs. Allenfalls gibt es Unstimmigkeiten darüber, ab wann nach Abpfiff wieder Musik gespielt werden darf. Dann nämlich, wenn die Gesänge hinterm Zuckertor verstummt sind.


Foto: Matze Koch

Gibt es besondere Musik für besondere Gäste? Früher gab es die, etwa für TeBe und St.Pauli. „Wir können auch anders, wir sind kein Naziverein“, war die explizite Botschaft dahinter. Diese Botschaft gibt es noch immer, sie ist sogar zentraler Bestandteil der Auswahl. Nur gilt sie gegenüber jedermann, und man muss dafür keine „linken“ Lieder spielen.

Die Titel der Playlisten stammen überwiegend aus Wummes eigenen Beständen. Etwa drei bis fünf Songs kauft er pro Spieltag dazu. Die Auswahl wird in der Woche vor dem Spiel zusammengestellt und anschließend unter stadionmusik.de veröffentlicht. „Aber manchmal spiele ich auch spontan drauflos.“


Foto: Matze Koch

Susanne Kopplin: Von Beruf gute Fee

Dieser Text von Steffi über Susanne Kopplin erschien zuerst im Oktober 2011 Köpenicker Magazin Maulbeerblatt.

Sie füllt und leert fünf Waschmaschinen und drei Trockner, während wir uns unterhalten. Zwischendurch faltet sie noch einige Körbe Wäsche, räumt Sporttaschen aus, prüft eine Bestellung und bereitet die Beflockung von Trikots vor. Susanne Kopplin ist kein Mensch, der untätig sein kann. Genau damit hat sie sich ihren Job bei Union eingehandelt. Weil ihr, wie sie sagt, langweilig war.


Foto: Stefanie Fiebrig

Zu Union kam sie vor 16 Jahren wegen ihres jüngsten Sohnes. „Ich war gar nicht so für Fußball.“ Aber Björn Kopplin träumte schon damals davon, Fußballprofi zu werden. „Ich habe zwei Kinder, und ich habe immer gesagt, wenn die Träume haben, die sie leben wollen, und sie brauchen dabei meine Unterstützung, werden sie sie bekommen.“ Also hat sie ihn zum Training gebracht.

„Wenn die so klein sind, stehst du die ganze Zeit daneben und wartest. Ich bin kein Typ, der stehen möchte. Ich möchte was tun.“ Sie hat in der Wartezeit auf andere Kinder aufgepasst, mit ihnen gespielt. Das blieb nicht unbemerkt. Sie könne wunderbar mit Menschen umgehen, hieß es. So hat Susanne als Betreuerin angefangen. Nebenberuflich, versteht sich.

Foto: Stefanie Fiebrig

Gelernt hat sie Elektromontierer im Werk für Fernsehelektronik. Später hat sie zur Möbel- und Bautischlerin umgeschult. Technisch-organisatorische Mitarbeiterin der Jugendabteilung nennt sich das, was sie jetzt macht. „Auf Deutsch heißt das Mädchen für alles.“ Außerdem ist sie Mannschaftsleiterin der zweiten Mannschaft. Jemand hat sie mal gefragt, ob sie hier die Waschfrau sei. Herablassend klang das, und sie hat geantwortet: „Nö, ich bin die Susi.“

Die Wäsche macht sie auch, aber eben nicht nur. Ihr untersteht die gesamte Logistik der Jugendabteilung. Schiedsrichterbögen, Spielerpässe und Verpflegung müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Niemand möchte die Stutzen des Mitspielers in seinem Spind vorfinden. Susanne ist ansprechbar, wenn die Kinder aus der Schule zum Training kommen. „Die wollen erzählen können, die wollen einfach jemanden haben, der versteht: Ich komm jetzt von der Schule, ich bin fertig, das und das ist passiert.“ Aber sie steht auch den Eltern zur Seite, die sich hilfesuchend an sie wenden, weil ihr Kind Bundesligaprofi werden will.

Foto: Matze Koch

Immer wieder hat sie überlegt, ob sie nicht etwas davon aufgeben soll. „Weil es ganz schön viel ist, und ich ja auch noch eine Familie hab. Aber ich hänge an den Jungs. Mein Sohn hat gesagt: Mutti, das ist genau dein Ding! Die Kinder mögen dich, bleib da!“ Eine Lieblingsaltersgruppe hat sie nicht. „Die sind alle toll. Die Kleinen kommen wegen Bonbons und hüpfen dann vor dir her wie die Springbälle, das ist niedlich. Die mittleren, die sind ein bisschen frecher – aber auch gut.“

Als Susanne in der Tischlerei aufhören musste, fehlte bei Union ein Zeugwart. „Zu Weihnachten stand ich hier und habe ein paar Stunden Wäsche zusammengelegt und alles geordnet, ausgeholfen. Und dann ist es ein Job geworden. Ich wollte nur bis Sommer bleiben. Das war im Februar ‘95. Ich wollte zurück in meinen Beruf, ich habe den gerne gemacht. Und dann haben sie überlegt, wie sie mir sagen sollen, dass sie mich eigentlich hier behalten wollen.“


Foto: Stefanie Fiebrig

Ohne Leute wie Susanne Kopplin würden Fußballvereine nicht funktionieren. „Das ist hier nicht nur ein Job. Das machst Du entweder aus Überzeugung oder du lässt es einfach sein.“ Die Arbeit am Wochenende, die flexiblen Arbeitszeiten verlangen ihr viel ab. „Bei allem Stress, den du drumherum hast, du hast immer irgendwas Lustiges, jeden Tag. Aber vielleicht ist das eine Lebenseinstellung von mir.“

Detlef Schneeweiß – Dinge geregelt kriegen

Dieser Text von Steffi erschien zuerst im Januar 2012 im Köpenicker Magazin Maulbeerblatt

Ein typisches Telefonat mit Detlef Schneeweiß klingt von seiner Seite etwa so: „Hallo Sebastian! – Ja, wann brauchst’n die? – Um sieben Uhr früh? – Geht klar, komm mal rüber.“ Schnell und präzise.

Foto: Matze Koch

Ganz anders ist Detlefs Büro. Das ist im Mannschaftscontainer untergebracht. Klar stehen dort Rechner und Büromöbel. Vor allem aber ist es ein Verwahrungsort. In und auf Vitrinen finden sich allerhand Erinnerungsstücke an Spieler und Fußballereignisse rund um den 1.FC Union. Historische Fußballschuhe sehe ich, eine Gipsmaske, unter der einmal das Gesicht von Karim Benyamina steckte, eine Collage zum Pokalfinale im Olympiastadion, ein Bild vom Teddybären im Union-Trikot, der Litex-Lovech-Wimpel und Unmengen Glücksbringer. Hier arbeitet einer, der dem Verein sehr verbunden ist.

Nun ist Detlef nicht etwa Museumsdirektor, sondern Mannschaftsleiter der ersten Herren beim 1.FC Union Berlin. Seine Stecktabelle zeigt deshalb auch konsequent ausschließlich die 2.Liga an.

“Ich bin das älteste Stück hier”

Nach dem ältesten Stück im Büro gefragt sagt Detlef knapp: „Ich.“ Auch wenn das nicht stimmt – wir finden später ein paar Stollenschuhe, die wohl noch handgefertigt sind – entspricht es doch dem Eindruck, dass Detlef schon immer da war. Tatsächlich sind es 13 Jahre, die er inzwischen für den Verein arbeitet. Im Fußball eine kleine Ewigkeit.

Mannschaftsleiter zu sein bedeutet, die Spieler so wenig wie möglich mit Alltag zu belasten. „Der Mannschaftsleiter fängt das auf, was so anfällt“, sagt Detlef. „Es geht los – bei ausländischen Spielern zumindest – mit Formalitäten beim Einwohnermeldeamt. Schulanmeldungen für die Kinder der Spieler. Kindergartenplätze. Führerscheinangelegenheiten. Organisieren von Auswärtsspielen, Bus, Flüge, Hotels. Enger Kontakt zum Ausrüster, Bestellen der gesamten Ausstattung – und immer da sein, wenn die Spieler etwas haben wollen.“


Foto:
Matze Koch

Auch Reifenwechseln und Wohnungssuche sind Dinge, um die sich kein Spieler selbst kümmern muss. „Viele beneiden mich um den Job, weil sie sagen, du bist nah an der Mannschaft. Du sitzt mit auf der Trainerbank und siehst die Spieler jeden Tag. Is’ dit schau! Ja klar, das hat was. Aber dass Du jeden Tag 10 Stunden hier bist, manchmal an sieben Tagen in der Woche, sieht niemand.“ Auch Traumjobs sind Arbeit.

Lange hat Detlef als Mathematiklehrer gearbeitet. Einer, der am Montagmorgen mit seinen Schülern zunächst das Fußballwochenende ausgewertet hat. Später hat er einen Zeitungsvertrieb organisiert, danach zum Industriekaufmann umgeschult. Die Umschulung war noch nicht abgeschlossen, da wusste er schon, dass das nichts für ihn ist. „In der Berliner Fußballwoche las ich im Frühjahr 1999, dass der 1. FC Union – mein 1. FC Union – einen Mannschaftsleiter und einen Zeugwart sucht. Ich dachte: Union-Fan bist Du schon seit Jahrzehnten, versuchst Du es einfach mal.“

Foto: Matze Koch

Leiter einer Schulklasse oder Leiter einer Sportmannschaft – das ist manchmal gar nicht so verschieden. Hier wie dort ist es ein Kommen und Gehen. „Man gewöhnt sich an alle. Ich sag immer: Wer mit mir nicht zurecht kommt, ist selber schuld. Dem einen oder anderen Spieler trauert man nach. Da sagt man: Das war ein dufter Typ, wir haben uns gut verstanden. Aber nach einem halben Jahr ist das fast vergessen. Andersherum verdrängt man auch, dass es einige gibt, zu denen man nicht so richtig Kontakt findet.“ Ehemalige Schützlinge, seien es Spieler oder Schüler, trifft Detlef inzwischen fast überall.

Was die Arbeit mit jungen Menschen mit sich bringt, sind Denkanstöße. „Facebook haben mir die Spieler gezeigt.“ Da ist er neugierig geblieben, obwohl er lieber telefoniert. Ruhestand kann er sich dagegen noch nicht so richtig vorstellen. Auch wegen der vielen Ruhe.

Christian Stuff beendet seine Karriere und bleibt bei Union

Gestern machten buddhistische Mönche aus Nepal eine Stadionführung und hatten offensichtlich Spaß. Ich fühle mich etwas schlecht, aber ich muss bei dem Bild sofort an Shaolin Soccer denken.

Stuffi wird Co-Trainer der A-Junioren

Christian Stuff beendet nun tatsächlich und auch offiziell seine Karriere. Der 32-jährige Verteidiger wird ab der nächsten Saison Co-Trainer bei Unions U19 (Berliner Kurier), die dann vielleicht auch den Angriff auf die Bundesliga wagen wird. Für Stuff wird es zunächst darum gehen, auch weitere Trainerlizenzen zu erwerben. Ich bin gespannt, in welche Richtung sich sein Engagement bei Union in Zukunft entwickeln wird.


Foto: Matze Koch

Jedes Jahr ein Kind, bis es elf Unioner sind

“Jedes Jahr ein Kind, bis es elf Unioner sind” Ich möchte Sören Brandy und seine Frau nicht unter Druck setzen, aber falls der Mittelfeldspieler sich Ziele setzen möchte, wäre das eins. Aber zunächst erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Kind 2 (Bild/BZ). Oder um beim Gesang zu bleiben: Nur noch neun!

Die nächsten zwei Tage könnte es an dieser Stelle etwas weniger aktuell werden. Es ist Champions League Finale und ich fahre nach Brandenburg. Aber ihr bekommt hier trotzdem was geboten. Lasst euch überraschen.

Die B-Jugend ist ganz nah am Bundesliga-Aufstieg

Die U17 ist knapp dran am Aufstieg zur Bundesliga. Nach dem 2:1 gestern gegen Dynamo Dresden wird es ganz eng zum Saisonende. Ein Sieg am letzten Spieltag (am 7.6. um 14 Uhr bei Hertha Zehlendorf) und entsprechende Ergebnisse der Verfolger, die noch zwei Spiele haben und die B-Junioren wären direkt in die Bundesliga aufgestiegen (Platz 1) oder in der Aufstiegsrunde dabei (Platz 2). Für das Nachwuchsleistungszentrum ein wichtiger Eckpunkt für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit.

Zu dem hier fehlen mir einfach die Worte:

Bilder vom Spiel gibt es bei union-foto.de.

Benny Köhler bei Lanz

Mit seiner Frau war Unions Mittelfeldspieler gestern bei Markus Lanz zu sehen (hier gibt es die Aufzeichnung, der Auftritt der beiden beginnt bei Minute 60:17).

koehler_klitschkoFoto: Benny Köhler/Facebook

Abschied von Frau Lehmann

Als Sekretärin in der Geschäftsstelle war Margit Lehmann seit über 30 Jahren die gute Seele von Union. Jetzt geht sie in Rente, wie Bild/BZ berichten.

Wir sagen tschüss Frau Lehmann, danke für den immer freundlichen Empfang und die warmen Worte, wenn mal etwas nicht wie vorgesehen klappte.

Kein Wiedersehen mit Patrick Kohlmann

Unioner und Relegation … Erst schafft es am Montag der KSC mit Dominic Peitz nicht. Dann kassiert Kiel gestern mit Patrick Kohlmann in der 90. Minute das 1:2 bei 1860 und muss deshalb mindestens noch ein Jahr 3. Liga spielen. Kommentar von einem unserer Leser:

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Zu jeder gut klingenden Geschichte gehört natürlich immer jemand, der sie mit Fakten kaputt macht 😄

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Wie auch immer: Wenn ich sehe, dass Chaos-Vereine wie der HSV und der TSV 1860 sich in der Relegation retten konnten, wird mein Gerechtigkeitsempfinden arg strapaziert. Schade, ich glaube, dass wir alle gerne noch einmal Patrick Kohlmann im Stadion an der Alten Försterei begrüßt hätten.unioninenglischkohlmann
Foto: Union in Englisch/Facebook

Keine Wasserstandsmeldung zum Thema Sebastian Polter

Wer glaubt eigentlich, was Christian Heidel in Bild/BZ zum Thema Sebastian Polter sagt?

Wir haben keinen Druck, entscheiden da zur Zeit nichts. Gerade Stürmer können wir gebrauchen, da ist unsere Planung nicht abgeschlossen.

Ich nehme dem Mainzer Manager kein Wort ab. Und vielleicht sollte ihm jemand sagen, dass die Zeiten, in denen medial bei Transferaktivitäten Druck aufgebaut werden konnte, vorbei sind. Ich lehne mich jedenfalls entspannt zurück und trinke meinen Kaffee.

Beat Cancer

Stattdessen freue ich mich über das Bild von Lisa Görsdorf, die sich wieder ins Training stürzt. Das ist eine verdammt gute Nachricht.

 

Treffen sich ein Düwel-Skeptiker und einer vom Team Düwel

So könnte das Streitgespräch zwischen den beiden Svens im Kurier anfangen. Doch die zwei treffen sich nicht zum ersten Mal und sind sich aktuell einig.

Zum Abschluss gibt es noch ein Bild der Angler Jan Glinker und Daniel Haas: Petri heil.

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Foto: Jan Glinker/Facebook