Blog State of the Union

Wie schnell sehen wir Unions neue Offensive?

Vor dem Spiel am späten Sonntagnachmittag im Zentralstadion ist Union (meinem Gefühl nach) irgendwie noch in einer Zwischen-Lage. Einerseits trägt dazu noch die Sperre von Trainer Nenad Bjelica bei, durch die Union in die beiden Spiele in dieser Woche in Leipzig und Mainz noch mit einem Provisorium im Trainer:innen-Stab geht. Aber auch in den Ergebnissen, Leistungen und der Tabellensituation ist das der Fall: Leistungen mit noch viel Luft nach oben trotz einiger notwendiger Siege, und immer noch nur ein bisschen Luft auf die Abstiegsplätze.

Das Spiel morgen ist dabei keins, das in der aktuellen Situation viel Orientierung gibt: Zwar zeigen die jüngsten Ergebnisse von „Raba“, dass die klar schlagbar sind, angesichts von Unions Lage in dieser Saison wäre es aber natürlich grundsätzlich auch erwartbar, wenn in dem Spiel nicht so viel zu holen wäre. Und ein klares Gefühl für die Spielidee der Mannschaft und wie gut diese auf den Platz gebracht wird, habe ich aktuell sowieso nicht.

Verzichten muss Union dabei definitiv noch auf Josip Juranovic, aber Christopher Trimmel konnte wieder mit der Mannschaft trainieren, nachdem auch er eine Einheit verpasst hat. Das sind die Vorschauen der Berliner Medien auf das Spiel:

In der Zwischenzeit wurde nach etwas längerer Wartezeit Yorbe Vertessen schließlich offiziell als Neuzugang vorgestellt. Das bedeutet, dass es in dieser Transferperiode eine ziemlich große Umwälzung in Unions Offensive gab, mit den Abgängen von Sheraldo Becker und Kevin Behrens sowie David Datro Fofana und den Verpflichtungen von Vertessen und Chris Bedia (dazu auch der RBB).

Bedia Vertessen Union Berlin
Unions Offensive hat sich in diesem Winter-Transferfenster ziemlich vollständig neu aufgestellt. Photo: Matze Koch

In einem Interview mit Sky schildert Oliver Ruhnert, wie es zu dieser Entwicklung kam, die höchstens zum Teil strategisch so beabsichtigt war. Der Wechsel von Behrens nach Wolfsburg sei eher kurzfristig ein Thema geworden. Ruhnert gibt außerdem ein paar Einblicke darauf, warum es mit der Abwicklung von Vertessens Transfer länger gedauert hat.

Vertessens statistisches Profil haben wir hier schon einmal erwähnt, als Unions Interesse zuerst publik wurde. Es sieht spektakulär gut aus. Und bei den Spielen mit Union St. Gilloise haben wir auch schon live gesehen, dass Vertessen mit seiner Schnelligkeit und Dynamik gefährlich sein kann. Wie gut es Union und ihm gelingt, ihn einzubauen, werden wir wohl relativ bald sehen, denn neben Benedict Hollerbach ist Vertessen für die Rolle des raumgreifenden, Konter nach vorn tragenden Angreifers gleicht die primäre Option im Kader, während Chris Bedia eben eher für die Behrens-Rolle als ‚echte Nummer Neun‘ steht.

In jedem Fall zeigt dieser größere Umbau mitten in der Saison, dass einerseits der Kader wie zu Beginn der Saison aufgestellt nicht wirklich funktioniert hat, und andererseits Union auch in dieser Hinsicht aktuell eben nicht stabil, sondern in einer Findungsphase ist.

4 Kommentare zu “Wie schnell sehen wir Unions neue Offensive?

  1. Danke Daniel, für die Einordnung. Meine Erwartungshaltung ist für das Leipzig-Spiel ergebnistechnisch oder der Spielidee ebenfalls nicht sehr hoch. Ansonsten habe ich ein deutlich positiveres Gefühl, was die Voraussetzung für die weitere Rückrunde angeht. Die NB-Thematik ist irgendwie kontrolliert, LE trägt sehr gut zu bei; die (unsägliche) Transferphase haben OR und MP gut hinbekommen; 3 Heimspiele ungeschlagenen; Rani wieder da; wenige Gegentore, Abwehr stabilisiert; CL-Abenteuer liegt hinter uns, jetzt ist der volle Fokus auf die BuLi möglich. Lasst uns nach vorne schauen und der Mannschaft und dem Team vertrauen schenken! Eisern!

  2. Musiclover

    Kurze Frage zu diesem Abschnitt: „Vertessens statistisches Profil haben wir hier schon einmal erwähnt, als Unions Interesse zuerst publik wurde. Es sieht spektakulär gut aus. Und bei den Spielen mit Union St. Gilloise haben wir auch schon live gesehen, dass Vertessen mit seiner Schnelligkeit und Dynamik gefährlich sein kann.“

    Klingt sehr gut, aber warum kam er nicht ganz so häufig zum Einsatz? Waren andere besser?

    Und dann würde mich interessieren, wer am ehesten Becker auf der rechten Seite ersetzen kann, also vom Spielprofil her.

    • Momentaufnahme

      Wir schauen uns das am besten einfach mal an ;-)
      Becker wechselte immer von rechts nach links und die herausragenden, für Union einzigartigen Flügelläufe des ehemals schnellsten Spielers der Buli fanden ja mehrheitlich in der vorigen Saison statt ;-)

    • wahrscheinlich wird bei der PSV mit Trainer Bosz ein anderer Fußball gespielt als bei Union St. Gilloise oder auch bei uns….
      Stammspieler von der PSV werden wir wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren kaum kaufen können, so bleiben wir für diese Spieler immer der Karriereschritt

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