Kopf aus, Herz an

Union hat gestern ein kleines Video veröffentlicht, in dem man sieht, wie die Torhüter ein ganz spaßig wirkendes Ball-hochhalte-Spiel spielen. Und ein motivierendes Plakat:

Ich finde den Spruch darauf tatsächlich ganz treffend: “Kopf aus, Herz an – Alles kann, nix muss!” Weil es den großen Wunsch ausdrückt, das Ziel Aufstieg zu erreichen. Aber ohne negativen Druck aufzubauen.

Union Fans

Das Transparent beim Training am Donnerstag, Photo: Matze Koch

Im Kurier gibt es heute ein Gespräch mit Meinhard Uentz, einem der Unioner, die 1968 den Pokal gewannen. Darin sagt Uentz, dass er Union gerne in der Bundesliga sehen würde – darauf kann man sich einigen. Außerdem spricht Steffen Baumgart über seine Ausgangsposition mit Paderborn, das nichts zu verlieren habe.

Bild interpretiert es als Nervosität, dass Union in dieser Woche wenig öffentlich trainiert und am Sonntag keine Spieler verabschieden wird. Außerdem wird auf die möglichen Gelb-Sperren-Probleme von Florian Hübner, Manuel Schmiedebach, Christopher Trimmel, Felix Kroos und Christopher Lenz hingewiesen.

Union hat gestern auch die Fernseh-Reportage dieses Spiels heraus gesucht. Das ist vielleicht ein gutes Omen für das Spiel am Sonntag. Auch wenn ich ja eigentlich eher Schulterzuckend darauf reagiere, wenn aus irgendwelchen Spielen ganz anderer Mannschaften von Vereinen etwas abgeleitet werden soll (“in Xhausen haben wir uns immer schwer getan”). Aber wie sich Magdeburg damals angestellt hat, ist einfach sehr sehr witzig: “Sie hatten den Bus versehentlich erst für Sonntag bestellt…” Und auch das Auftreten auf dem Platz sah sehr nach einer Kreisklasse-Mannschaft aus.

Übrigens war dieses 9:0 (Torschützen: 3x Sergej Barbarez, 3x Dirk Rehbein, Marko Rehmer, Thoralf Bennert und Jens Härtel) in der Oberliga-Saison 1993/94, in der man durchweg Erster war, nicht mal Unions höchster Sieg. Das war stattdessen ein 10:0. Seien wir vor diesem Hintergrund noch einmal froh, dass es heutzutage zum Aufsteigen für Union reicht, sich sportlich zu qualifizieren.

Union wie Manchester City

Im Aufstiegsrennen der 1. Frauen spielt Union am Sonntag in Dresden beim Tabellenletzten Fortuna Dresden. Kontrahent Viktoria spielt zeitgleich um 14 Uhr in Steglitz gegen den FC Stern. Abgesehen von Viktorias zwei Niederlagen gegen Union und RB Leipzig ist das Duell der beiden Teams ein bisschen wie das an der Spitze der englischen Premier League, wo Manchester City und Liverpool beide jedes Spiel gewinnen, und City wohl einen knappen Vorsprung bis zum Ende behält. Damit ist das Aufstiegsrennen in die 2. Bundesliga dort auch ein Kontrastprogramm zu dem in der 2. Bundesliga der Männer. Ob das nun im Umkehrschluss zur kritischen Sichtweise auf diese 2. Liga für die Qualität der Frauen-Regionalliga spricht, sei dahingestellt.

Union hat jedenfalls bisher das Ziel aus der Winterpause erreicht, wirklich jedes Spiel zu gewinnen. Nach diesem Wochenende gibt es noch ein Spiel, am 19. 5. zu Hause gegen Magdeburg. Und für den Aufstieg beziehungsweise die Relegation entscheidende Heimspiele gegen Magdeburg kann der Verein bis dahin ja noch etwas üben.

Micha Parensen macht gute Dinge

Heute: Micha nimmt an einem Gespräch über Integration im und über Fußball teil. Und das wirklich heute, um 18 Uhr im Theater Adlershof. Auch die anderen Teilnehmer der Diskussion, die auch Union in einer Mitteilung aufführt, klingen, als hätten sie spannende Perspektiven beizutragen. Wer es also dorthin heute schaffen kann, sollte das tun.

Und sonst so

Auf jeden Fall schon in Bundesliga-Form ist @ExWuschel mit seiner Tippspiel-Erinnerung:

Und ansonsten war das gerade die Woche mit den besten Fußballspielen mit dem schlimmsten Ausgang:

11 thoughts on “Kopf aus, Herz an

  1. Ich hoffe, dass die Mannschaft eher mit einer „alles oder nichts“ Einstellung in die letzten 2-4 spiele geht.

  2. Der Link zu Union und dem Spiel gg. Magdeburg fehlt dafür habt ihr 2x das gleiche Video verlinkt.

    Was mich am Transpi stört ist das “nix muss”. Da könnten die Spieler denken das es ja egal ist wenn man verkackt.

    Deshalb hab ich vorsichtshalber ein X gewettet ;-)

  3. Sorry, ist korrigiert.

    Ansonsten ist es aber doch wirklich so, dass Union nicht aufsteigen _muss_, sondern es einfach einigermaßen großartig wäre, wenn sie es tun.

  4. @sportanwalt, ich weiß aber ich hab mich jetzt so oft angeschissen bei Siegwetten Unions das ich jetzt das X probiere.

    @Daniel Roßbach, danke.
    Und nicht der Mannschaft ein Alibi geben :-)

  5. Heißmachervideos sind das ja gerade nicht. Eher Nostalgiegefühle, die ich mir jedoch stundenlang anschauen kann (z.B.: https://www.aftv-online.de/detail/list/48?videoId=18402).

    Dass Union die Ruhe bewahrt und weiter emsig arbeitet gefällt mir ganz gut. Stimmung, Feuer, Lautstärke und Liebe kommt indes am Sonntag von uns auf den Rängen!

    UNVEU

  6. Verstehe ich das richtig, was Hannes Wolf da sagt?
    Implizit sagt er doch, dass bei Union welche wären, die nicht aufsteigen wollen?

    https://youtu.be/szYDhDdMbeg?t=880

    (ab 14:40)

    Noch eine Frage: Wo werden die zusätzlichen Fahrradständer aufgebaut?

    Und: Mein Hypefaktor ist gering. Ich bin da wie das Plakat: Alles kann, nix muss.
    Eisern

  7. Ich bin auch kein Fan solcher Banner, denn in der Regel werden sie gemacht, um größeren Enttäuschungen vorzubeugen, oder um diese abzufedern.
    Dabei ist es legitim, Ansprüche zu formulieren. Es ist legitim, ein klares Ziel vorzugeben. Und natürlich darf man bei Nichterreichen eben dieses Ziels auch enttäuscht sein.
    Leider hat sich eine Kultur herausgeschält, in der man schlecht mit Niederlagen umgeht. Wenn ich mir gestern wieder diesen Hütter anhöre, der meint, Frankfurt hätte das Ausscheiden nicht verdient, dann spricht für mein Empfinden kein besonders großer Sportsgeist aus diesem Statement. Was glaubt er denn? Hätte Chelsea seiner Meinung nach das Ausscheiden verdient? Elfmeterschießen hat er, eigenen Angaben nach, nicht trainieren lassen – hätte er vielleicht doch besser gemacht … ?!
    Mir jedenfalls fällt es schwer, mich über Siege zu freuen, wenn der Gewinn nur noch als Profit wahrgenommen wird.
    Wer sich dem Wettkampf stellt, der hat Erfolg oder er unterliegt – ganz einfach. Und es gibt überhaupt keinen Grund sich zu ducken, sich zu verstecken, oder bereits vorm Ablegen zurück zu rudern. Sobald man den Kampf aufnimmt und anständig führt, ist man mit Gewinn unterwegs.

    EISERN

  8. Pingback: Christopher Trimmel verspricht beste Leistung im Kampf um den Aufstieg › ***textilvergehen*** › 1. FC Magdeburg, 1. FC Union Berlin, Christopher Trimmel

  9. @silberhacke ich finde du interpretierst es anders als es vielleicht gemeint ist. Es geht um den Kampfgeist den die Mannschaft gezeigt hat und was sie in der Saison gezeigt hat und was die Fans geleistet haben, dass man sich zurück gekämpft hat auch wenn man totgesagt war, dann hat man eine Niederlage auf der Art nach eigenem Empfinden nicht verdient. Erst Recht wenn man klarer Underdog war und man den glasklaren Favoriten so das Leben schwer gemacht hat. Da geht es nicht darum den Wettkampf nicht angenommen zu haben, sondern dass hat man getan man hat alles bis zum Ende gegeben um den Sieg zu erringen.

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