“Wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen, und schauen dann, wozu das reicht.”

Ich habe mir gestern hier in der Lausitz den Finaltag des Seenland-Pokal angeschaut, bei dem Unions Frauen antraten. Und nicht nur das: Sie haben das Turnier auch gewonnen. Da in dem Turnier drei weitere NOFV-Regionalligisten und ein tschechischer Erstligist (Finalgegner Slovan Liberec) spielten, ist das sportlich durchaus bemerkenswert.

Möglich ist so ein Turnier übrigens auch, weil die teilnehmenden Teams dazu Übernachtungen gesponsort bekamen. Das ist im Frauenfußball auf Regionalliga-Niveau ein nicht unwesentlicher Beitrag. Und es ist insbesondere wertvoll weil der Wert so einer Veranstaltung, die sich über zwei Tage erstreckt, eher im Ausbau des Mannschaftsgefüges als im rein sportlichen besteht. Das sagte mir jedenfalls Trainer Falko Grothe während des Turniers.

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Latoya Bach von Union wurde auch Torschützenkönigin des Turniers, Photo: Mathias Mahrholz / IDDK GmbH

Dabei konnte er auch verschmerzen, dass seine Mannschaft bei einer insgesamt guten Leistung in einigen individual- und gruppentaktischen Details durchaus noch Entwicklungspotential zeigte. Entwicklungspotential sollte bei einer Mannschaft, deren Altersdurchschnitt ungefähr bei 19 liegt (Grothe: “Also nicht besonders jung.”), ja auch vorhanden sein. Grothe hofft, dass seine Mannschaft wie in den vergangenen Jahren eine bessere Rück- als Vorrunde spielen wird.

Das Ziel dafür ist eindeutig der Wieder-Aufstieg in die 2. Bundesliga. Aktuell liegt Union fünf Punkte hinter Viktoria auf Platz 2. Der Plan für die Rückrunde ist, in Grothes Worten, “zu versuchen, jedes Spiel zu gewinnnen und dann zu schauen, ob das reicht.” Die Chancen dazu stehen aber gar nicht so schlecht, vor allem, weil angesichts der Schieflage des Vereins unklar ist, ob Viktoria überhaupt für die Aufstiegsrelegation melden kann.

Allerdings wäre ein Aufstieg in die neue, eingleisige und damit bundesweite zweite Liga für Union nicht nur sportlich eine Herausforderung. Der Verein müsste sich, wenn man mit den Spielerinnen fair umgehen möchte, dann wohl auch stärker im Frauenfußball zu engagieren.

Eine weitere Gelegenheit, die Union-Frauen bei einem Hallenturnier zu sehen, gibt es übrigens in Berlin am Sonntag dem 10.2. Dann findet in der Sporthalle Schöneberg von 10-17 Uhr das Hallenmasters statt, bei dem auf jeden Fall die 1. Frauen und vielleicht auch die 2. Mannschaft antritt. Im letzten Jahr hat Union auch dieses Turnier gewonnen. (Danke an Gregor von Hauptstadtarroganz für den Hinweis darauf.)

Und die Männer?

Nach den Abgängen der vergangenen Tage hat Union gestern den ersten Zugang des Winters vermeldet: Der Innenverteidiger Nicolai Rapp kommt aus Aue (Vereinsmeldung, die auch erwähnt, dass Rapp bei Hoffenheim mit Joshua Mees und Grischa Prömel im Finale der A-Jugend Meisterschaft gespielt hat die deutsche A-Jugend-Meisterschaft gewonnen hat).

Damit geht Union die merkwürdige Personallage in der Defensivzentrale an, für die es eigentlich viele Spieler gibt, aber neben Florian Hübner und Marvin Friedrich nur noch Micha Parensen, auf den man sich wirklich verlassen möchte.

Außerdem gab es am zweiten Tag des Trainingslagers ein 2-0 gegen den chinesischen Zweitligisten Shenzhen.

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Was die Berliner Medien zum Start ins Trainingslager schreiben:

Überraschungs-Podcast

Nachdem hier in den Kommentaren im Anschluss an Sebastians Artikel eine schöne Diskussion mit fast nur sehr interessanten Beiträgen geführt wurde, haben Steffi, Sebastian und Tim das Thema ‘Wachstumsschmerzen’ gestern in einem Überraschungs-Podcast noch weiter erörtert.

4 thoughts on ““Wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen, und schauen dann, wozu das reicht.”

  1. schnell noch Philipp mit Florian (Hübner) austauschen, vielleicht merkts keiner!

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