Dann müssen wir halt selbst für den Klassenerhalt sorgen

“Dann müssen wir halt selbst für den Klassenerhalt sorgen”, sagte Steffi gestern, als ich ihr die Bundesliga-Ergebnisse am Abend vorlas. Und ich finde, dass es genau diese Haltung sein kann, die uns und die Mannschaft durch diesen Abstiegskampf tragen kann. Kein Lamentieren. Kein hätte wenn und aber. Einfach durch und selbst dafür sorgen, dass das Thema erledigt wird. Es ist ein bisschen, als würden wir den Bundesliga-Ergebnissen entgegen rufen “Na watt denn!”

"Gib niemals auf und glaub an dich!" Das T-Shirt zum Abstiegskampf, Foto: Daniel Roßbach

Das T-Shirt zum Abstiegskampf, Foto: Daniel Roßbach

Da ist es egal, in welcher Form der FC Schalke zu uns kommt. Da ist es egal, dass es Robert Andrichs Spiel zwischen zwei Sperren werden wird (gegen Mönchengladbach war er Gelb-Rot gesperrt und mit 9 Gelben Karten steht er vor einer erneuten Spielstrafe). Oder dass eventuell Christopher Lenz doch nicht ganz so fit ist (Kurier vom Freitag). Es ist einfach egal. Ich will sehen, wie die Schalke-Spieler genervt sind von Union. Ich will sehen, dass ihnen jegliche Lust am Spiel vergeht. Ich will einfach nur eine Mannschaft sehen, die sich auf ihre Stärken besinnt.

Das sind die Vorberichte der Berliner Medien:

Der Spiegel berichtet über den Sebastian-Polter-Fall

Es muss schon viel passieren, dass der Spiegel (Bezahl-Link) in seiner Heftausgabe über den 1. FC Union Berlin schreibt. Der Bruch mit Sebastian Polter rund um die Stundung und/oder den möglichen Verzicht auf einen Teil des Gehaltes nimmt das Magazin zum Anlass, um über ähnliche Fälle in der Corona-Krise zu berichten (Basketball, Eishockey), die schwache Vertretung von Spielern zu betrachten (das Fehlen einer starken Gewerkschaft als Ansprechpartnerin für solche Art von kollektiven Verzicht/Stundung und der Frage nach Gehaltsobergrenzen nachzugehen.

Ich sehe das als Anfang einer Debatte und bin gespannt, ob Spieler in Deutschland weiter lieber als Einzelkämpfer unterwegs sind und so mehr für sich herausholen können oder ob es demnächst doch mal grundsätzliche Vereinbarungen in Form einer Spielergewerkschaft für die Bundesliga und Zweite Liga geben wird. Das wäre aus meiner Sicht durchaus ein Weg, um das Beraterbusiness ein wenig auszutrocknen und dürfte damit auch im Sinne der Vereine sein.

Auch das aktuelle Stadionheft nimmt das Thema Reform des Fußballs auf. Es geht aber vor allem noch einmal um einen Abdruck der Vorschläge der Fanszenen Deutschlands.

Stadionheft zum Geisterspiel des 1. FC Union gegen den FC Schalke 04

Stadionheft zum Geisterspiel des 1. FC Union gegen den FC Schalke 04

Und sonst so?

Der Nordostdeutsche Fußballverband hat am Freitag nicht nur einfach die Regionalliga-Saison der Union-Frauen beendet, indem er die Meisterschaft abgebrochen hat, sondern auch die der Männer, wo nun nicht mit der VSG Altglienicke das erstplatzierte Team, sondern die dahinter stehende Mannschaft Lokomotive Leipzig die Relegation um den Drittliga-Aufstieg spielen wird. Quotientenregel heißt das dann. Oder um es mit Torsten Mattuschka, den Co-Trainer von Altglienicke, zu sagen: “Ich kann sowas nicht nachvollziehen. Die Leute, die sowas entscheiden, haben wahrscheinlich nie Fußball gespielt. Echt zum Kotzen, dass wir so ein Ding in die Fresse kriegen.” Alle Reaktionen gibt es beim RBB zum Nachlesen.

Sheraldo Becker auf Instagram

Sheraldo Becker auf Instagram

Nein, das sind nicht die neuen Uniontrikots

Heute fragt sich die Bild, ob die seit ein paar Tagen herumgeisternden Bilder, die neuen Trikots des 1. FC Union Berlin darstellen. Von Vereinsseite wurde das auf Anfrage der Zeitung hin verneint. Und ein paar Minuten Recherche können diese Aussage problemlos bestätigen. Denn die Bilder wurden als Konzept von einem französischen Grafikdesignbüro am 21. Mai auf Twitter gepostet. Wir können also davon ausgehen, dass die neuen Trikots für die nächste Spielzeit anders aussehen.

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Mit aller Gewalt Klassenerhalt!

Der Morgen nach dem mit 0:4 verlorenen Derby gegen Hertha ähnelte dem nach einem heftigen Gelage. Es war alles wie in Watte. Die Vögel zwitscherten. Wie jeden Morgen testete das Taubenpärchen die dünnen Äste im Baum vor unserem Balkon und war wie jeden Tag davon überrascht, dass diese nachgaben. Während es also hektisch raschelte im Baum, trank ich meinen Kaffee und immer wieder kamen Erinnerungen vom Abend zuvor. 0:4. Die Gegentreffer kamen auch Stück für Stück zurück. Aber trotzdem fühlte sich das ganz weit weg an. Cunha tanzt. Herthas Mannschaft macht eine Welle vor der leeren Ostkurve. War das wirklich alles so passiert?

Flagge zeigen, Foto: Sebastian Fiebrig

Flagge zeigen, Foto: Sebastian Fiebrig

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Sehnsucht nach der Alten Försterei: Irgendwann, irgendwann einmal …

Ich habe gestern noch länger über den Aufruf der meisten deutschen Ultragruppen nachgedacht, die sich gegen Geisterspiele ausgesprochen haben. Mir geht es gar nicht darum, Geisterspiele zu verteidigen. Ich glaube, dass wir uns alle darüber einig sind, dass Fußballspiele ohne Publikum unserer Auffassung von Fußball widersprechen. Was bietet aber der Aufruf sonst? Die Forderungen bestehen darin, sich sachlich mit der aktuellen Lage auseinanderzusetzen, statt den TV-Geldern nachzulaufen, sich der Kriseninstrumente der Wirtschaft zu bedienen, eine Lösung müsse maximal solidarisch sein und es dürfe keine Krisengewinner geben. Außerdem fordern sie eine grundlegende Reform des Profifußballs, der wirtschaftlich nachhaltig und krisensicher sein soll.

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Sky und DFL bereiten den Weg für Geisterspiele, doch die Fanszenen sind dagegen

Wenn alles wie geplant läuft (aber wann tut es das schon in den vergangenen Wochen), dann dürfte die Bundesliga Mitte Mai wieder starten. Natürlich mit Geisterspielen. Natürlich mit permanenten Tests auf das Coronavirus. Gestern Abend kam dann die Nachricht von Bild (und später auch Spiegel), dass Sky die 4. TV-Geld-Rate vorzieht und zwar weniger, aber dafür überhaupt zahlt. Das dürfte vielen Clubs beim Thema Liquidität helfen, auch wenn der  eine oder andere Verein diese Rate vielleicht direkt an einen Geldgeber durchreicht, von dem sich in Vorgriff auf das TV-Geld schon eine entsprechende Summe geholt wurde.

Szene aus dem Jahr 2017: Test zwischen 1. FC Union Berlin - FK Dinamo Brest vor leeren Rängen, Foto: <a href="http://matzekoch.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Matze Koch</a>

Szene aus dem Jahr 2017: Test zwischen 1. FC Union Berlin – FK Dinamo Brest vor leeren Rängen, Foto: Matze Koch

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#401 – Kein Kuchen in Verl

Union gewinnt das erwartet schwere Spiel im DFB-Pokal in Verl mit 1:0. Wir sprechen über die Platzverhältnisse, angebliche Fußball-Romantik in unteren Ligen und unser Wunschlos für die nächste Runde. Spoiler: Wir wünschen uns ein Heimspiel.

Foto: Matze Koch, Tweet: @SCVerl

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Union setzt sich im vorderen Mittelfeld fest

Union hat gegen beim SFC Stern gestern dank eines Hattricks von Marta Stodulska mit 3-0 gewonnen (Spielbericht von Rasenperlen). Damit festigt das junge Frauen-Team nach holprigem Saisonstart die Position im vorderen Mittelfeld der Tabelle (zur Situation bisher in der Liga ist die Vorschau auf das Spiel bei Rasenperlen noch immer interessant). Punktgleich mit Viktoria, aber etwas distanziert von den unterschiedlichen Leipziger Vertretern Raba und Phoenix sind sie nun 5.

Marta Stodulska Union Frauen

Marta Stodulska trifft für Union zum 1:0. Photo: Matze Koch

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Andy Gogia: Junge, komm bald wieder!

So erwartbar die Nachricht von Andy Gogias schwerer Verletzung war, weil es schon im Stadion echt schlimm aussah, so sehr hatte ich doch gehofft, dass er noch mit einem blauen Auge davon kommmt. Aber gestern gab es die Nachricht von Union: Kreuzbandriss. OP und dann Reha. Irgendwann im April kann er vielleicht wieder spielen, wenn alles optimal läuft. Und das macht es so bitter für Andy Gogia persönlich. Der Mittelfeldspieler verpasst im Prinzip fast die komplette erste Bundesliga-Saison des 1. FC Union.

Akaki Gogia jubelt nach seinem Tor für den 1. FC Union Berlin

Andy Gogia jubelt nach seinem Tor zum 1:0 in Magdeburg, Foto: Matze Koch

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Die Frage nach Unions Leistungsfähigkeit in der Bundesliga wird noch sehr lange offen bleiben

Neben der Freude über den ersten Bundesliga-Punkt und dem Wissen, dass in Augsburg gleichermaßen mehr und weniger drin gewesen wäre (wenn Alfred Finnbogason in letzter Sekunde das Tor getroffen hätte, säßen wir jetzt ganz schön niedergeschlagen da), stelle ich mir vor allem eine Frage: War das jetzt Unions Leistungsvermögen in der Bundesliga? Also im Vergleich zur klaren Niederlage in der Vorwoche gegen Leipzig. Oder fällt Augsburg als potentieller Abstiegskandidat da eher heraus? Union hatte wenig Ballbesitzphasen, wenig spielerische Lösungen in Richtung gegnerisches Tor und brauchte die Zweikämpfe, um in die Partie hineinzukommen. Der Kicker schreibt in seiner Montagsausgabe (nicht online), dass Union sein Gesicht aus der Vorsaison gezeigt habe mit einer kompakten Defensive und vielen langen Bällen. Ich befürchte, dass das gegen Dortmund am nächsten Wochenende ähnlich wie in der der ersten Partie gegen Leipzig dazu führen kann, dass die Kugel wie beim Flipper immer postwendend zurück kommt und dadurch der Druck auf die Defensive so hoch wird, dass automatisch Fehler passieren.

Sebastian Polter ärgert sich, dass es keinen Elfmeter gibt, Foto: Matze Koch

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Relegation: 1-1 zuhause.

Auswärtsspiel in der Relegation , man liegt zurück, zeigt eine gute Leistung und kommt tatsächlich zum Ausgleich, den man mit in die entscheidende Partie nimmt. Kommt Union irgendwie bekannt vor? Ja, passierte am Sonntagnachmittag in Adlershof aber andersrum. Denn hier lag Union gegen die SG Andernach (19)99 mit 1-0 in Führung und kassierte dann den Ausgleich mit dem wortwörtlich letztem Ballkontakt in einem gerade technisch sehr ansprechendem Fußballspiel.

Union Frauen.

Eisern Union. Steht da immer. Top Platzwart.

In den ersten zwanzig Minuten hatte noch Union das Spiel bestimmt und war nach zehn Minuten verdient in Führung gegangen. Marta Stodulska (mit 24 Toren Unions erfolgreichste Stürmerin) hatte sich mit einem Dribbling durchgesetzt, bevor Josephine Ahlswede das Tor erzielte. “In der Phase war ich mit unserem Postionsspiel sehr zufrieden,” sagte Unions Trainer Falko Grothe: “Wie wir uns in den freien Räumen angeboten haben, Ballsicherheit hatten, präzise Pässe mit wenigen Kontakten in die Tiefe gespielt haben. Was wir in da gut gemacht haben, die Bälle auch mal von einem auf den anderen Flügel zu verlagern, fehlte in der zweiten Halbzeit fast völlig.”

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