Pyro ist nicht gleich Gewalt und Gedränge ist noch lange kein Eingangssturm

Heute um 14.30 Uhr ist die Pressekonferenz mit Jens Keller vor der Partie gegen Düsseldorf am Samstag. Und das dürfte dann auch die Hauptaufgabe für den Trainer nach der Pokalpartie sein: Schalter umlegen. Dortmund ist Vergangenheit. Das Positive aus der Partie mitnehmen, aber Düsseldorf ist ein anderes Kaliber, spielt anders und hat momentan auch ganz andere Probleme nach dem 1:6 im Pokal bei Hannover.

Unklar ist, ob Collin Quaner nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung “der Muskel hat zugemacht” (Kurier) überhaupt eingesetzt werden kann. Das wäre schade, aber mit Philipp Hosiner steht ein anderer Angreifer bereit.

Medial spielt vor allem eine große Rolle, was Union sportlich aus der Pokalpartie mitnehmen kann und wie sehr die Mannschaft und auch die Fans beeindruckt haben:

Eine taktische Analyse von Unions Spiel gibt es bei Eiserne Ketten.

Ein bisschen unklar ist mir immer noch die Agenda von Bild/BZ, die vor der Pokalpartie vom bevorstehenden “Pyro-Inferno” schrieben, dann von einem “Eingangssturm” berichteten, den nur der BVB via Twitter aber sonst niemand beobachtet hatte und nun über DFB-Strafen wie einen Teilausschluss der Zuschauer fabulieren. Klar wird es für das bisschen Pyro (so viel war es nun wirklich nicht) eine Geldstrafe geben. Doch dafür gebe ich persönlich gerne einen Zehner (und alle Sammelbecher, die ich zu Hause im Regal stehen habe). Aber was den immer wieder hergestellten unweigerlichen Zusammenhang zwischen Gewalt und Pyro betrifft, sollten wir uns alle klarmachen, dass es den nicht gibt. Es gibt Gewalttäter, die Pyro einsetzen (erinnert sei hier an Böllerwürfe und Raketenschüsse in gegnerische Blöcke, was zurecht geächtet wird). Aber damit ist nicht jeder Pyro einsetzende Fan ein Gewalttäter. Auf diesen Unterschied würde ich immer beharren wollen. Denn nur durch das immer wiederholte Herbeten von “Pyro=Gewalttäter” wird dieser Zusammenhang nicht wahrer.

Und was ich bisher aus nächster Nähe beim Zünden von Fackeln erlebt habe, war sehr umsichtig. Meine Kinder waren nie in Gefahr und es gab immer einen Sicherheitsabstand.

Die eigentliche nichtssportliche Diskussion bestimmt allerdings nach dem Pokalspiel das Prozedere des BVB beim Einlass, das Anlass zur Sorge gibt. Dass es hier nicht zu einer Panik kam, ist einfach Glück, aber nicht der geordneten Kanalisierung von Massen zu verdanken. Union hat sich dazu in einem scharfen Statement geäußert, in dem von einer “dilettantischen und chaotischen Organisation” von Seiten Borussia Dortmunds die Rede ist. Der Kurier nimmt das auf.

Ich werde nicht alles noch einmal aufschreiben. Aber die verschiedenen Perspektiven aus Sicht von Polizei, Dortmund-Fans und Union-Fans findet ihr hier. Eins haben alle gemein: Der gastgebende Verein Borussia Dortmund kommt nicht gut weg, was auch ein Grund dafür sein dürfte (neben dem Derby gegen Schalke am Samstag), dass es von dessen Seite keine weitere Stellungnahme gibt:

Wo wir gerade bei Richtigstellungen von ersten Behauptungen sind: Ein Unionfan wurde vor Gericht freigesprochen, da Videoaufnahmen vom Polizeieinsatz beim Freundschaftsspiel gegen Austria Salzburg (der, bei dem die Polizei zugeben musste, dass er anders stattgefunden hat als zuerst behauptet wurde) eindeutig bewiesen, dass er der Polizei nur im Wege stand und weder Widerstand geleistet hätte, noch die Polizisten geschlagen hätte, wie ein Beamter zuvor ausgesagt hat. Den gesamten Fall findet ihr bei der Eisernen Hilfe, bei der ihr Mitglied werden solltet, wenn ihr 3 Euro im Monat übrig habt (Hier geht es zum Mitgliedsantrag).

Im Podcast haben wir sehr viel über den sportlichen Aspekt und etwas weniger über den unsportlichen Teil des Pokalspiels geredet: Teve273 – Keine schweren Füße, nur leichte Herzen

Ich möchte euch auf jeden Fall mit etwas positiven in den Tag entlassen. Also schaut euch mal die Dortmunder Polizei an, die Unionfans am Hauptbahnhof mit Achim Mentzel empfängt:

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