Der Klassenerhalt für Union mag sensationell sein, aber der Saisonverlauf ist noch sensationeller

Ich kann gar nicht in Worte fassen, was der Klassenerhalt für mich bedeutet, sollte Union den heute Abend im Heimspiel gegen Paderborn schaffen. Sportlich bin ich schon bei Urs Fischer, dass der so etwas wie eine Sensation wäre. Erst recht so zeitig, ganz ohne Zittern am letzten Spieltag. Stellt euch das vor, es wäre wirklich so gekommen, dass wir am 34. Spieltag gegen Düsseldorf darauf hätten hoffen müssen, dass uns Steven Skrzybski nicht in die Zweite Liga schießt. Da ist uns echt etwas erspart geblieben.

Steven Skrzybski wird nach seinem Tor von einem Ordner umarmt.

2018 schoss Steven Skrzybski Union zum Klassenerhalt in der Zweiten Liga. Dieses Jahr kann er keinen Einfluss auf Unions Platzierung nehmen. Foto: Stefanie Fiebrig

Jetzt würde ich mir wünschen, dass Union ebenso konzentriert wie in Köln auch gegen Paderborn zu Werke geht. Nicht dabei sein wird Christopher Lenz, der weiter individuell trainiert. Aber Sheraldo Becker konnte das Spielersatztraining mitmachen, so dass durchaus eine Chance besteht, dass er in den Kader kommt, sagte Urs Fischer in der Pressekonferenz vor dem Spiel (AFTV).

Wer übrigens verstehen möchte, warum sensationell genau das richtige Wort für Unions Saison ist, sollte sich einfach diesen Verlauf anschauen. Am 1. Spieltag war Union auf einem direkten Abstiegsplatz. Danach nie wieder. Und nur am 7. Spieltag einmal auf dem Relegationsplatz. Das ist sensationell.

Das sind die Vorberichte der Berliner Medien:

Fans vor dem Stadion

Das große Thema neben dem Spiel ist tatsächlich, ob sich Fans vor dem Stadion treffen werden oder nicht (Morgenpost, Kurier, Bild/BZ). Ich kann dazu nur sagen, dass es dieses Mal nicht ganz so notwendig erscheint wie beim Schalkespiel. Und es ist angesichts der Regeln der DFL für die Geisterspiele durchaus sinnvoll, nicht zum Stadion zu kommen, damit das Spiel wirklich durchgeführt wird. Zumal es im Ernstfall wirklich ein leichtes für die Polizei ist, den Waldweg abzusperren.

Wichtiger wäre mir, dass wir einen guten (und sicheren) Weg finden, nach dem letzten Spieltag mit der ganzen Mannschaft den Klassenerhalt zu feiern und Spieler zu verabschieden, die ihren Anteil am sportlichen Erfolg der vergangenen zwei Jahre hatten. Das darf gerne mit etwas zeitlichem Abstand zum Düsseldorfspiel passieren, denn ich möchte auf gar keinen Fall, dass die Fortuna irgendeine Möglichkeit bekommt, ein wie auch immer geartetes sportliches Ergebnis anzufechten.

Podcast über die Eiserne Hilfe

Sehr ausführlich über die Eiserne Hilfe erzählen Anwalt Dirk Gräning und Andreas Lattemann, Vereinsvorsitzender, in der aktuellen Episode des Podcasts Wir – Union vereint. Erstmals habe ich da gehört, wie viele Personen überhaupt Mitglied sind, nämlich 458 Unionerinnen und Unioner. Sehr genau erzählen die beiden, wie fehlgeleitet die Annahme ist, immer die gleichen Personen würden in Konflikt mit Polizei und Staatsanwaltschaft kommen und wie solidarisch die Eiserne Hilfe funktionieren würde.

Da geht es darum, bestimmte Einstellungen von Verfahren so hinzubekommen, dass sie nicht als einschlägige Vorstrafe herangezogen werden können bei späteren Konflikten. Es geht schlicht und einfach darum, dass Unionerinnen und Unioner die Möglichkeit bekommen, sich mit den Mitteln des Rechts zu wehren, die sie vielleicht sonst aus Kostenängsten nicht wahrnehmen können. Aber die Eiserne Hilfe arbeitet auch präventiv, was ich ebenso wichtig finde, weil das allen Kosten und Nerven sparen kann.

Das war sehr interessant und ich hätte den beiden noch viel länger zuhören können. Mitglied bei der Eisernen Hilfe könnt ihr mit nur 3 Euro im Monat werden. Hier geht es zum Mitgliedsantrag.

Ebenfalls gerade noch rechtzeitig vor dem Spiel heute kam gestern die aktuelle Episode von Union am Ball heraus, in der es vor allem um die Frage ging, wie sicher der Klassenerhalt nun sei. Stand jetzt können wir das klar beantworten: Noch nicht sicher.

Und sonst so?

So leid es mir für Dresden tut (weil ich finde, dass der Verein mindestens in die Zweite Liga gehört), so sehr habe ich mich für Arminia Bielefelds nahezu sicheren Aufstieg gefreut nach dem 4:0 gegen Dynamo im Nachholspiel. Ich freue mich für Uwe Neuhaus, der damit bewiesen hat, dass er als Trainer nicht darauf reduziert werden sollte, Mannschaften aus der 3. Liga in die Zweite Liga zu führen. Und ich freue mich für Marcel Hartel, der nun das zweite Mal in zwei Jahren in die Bundesliga aufsteigt und jetzt hoffentlich auch mit Erstligaspielen dafür belohnt wird.

Die DFL lockert das Hygienekonzept, das hat aber null Auswirkungen auf uns Fans

“DFL und DFB verkünden Lockerungen” liest sich erst einmal super als Überschrift beim Kicker. Aber am Ende hielt sie nicht, was sie versprach. Die ab sofort geltenden Lockerungen betreffen nur die Maskenpflicht bei Ersatzspielern und Vierten Offiziellen, sowie die Zahl der anwesenden unabhängigen Journalisten (also nicht von Rechte-Inhabern wie Sky, Dazn oder Amazon). Die steigt auf 26. Von Zuschauern ist weiter keine Rede. Wobei ich mir da auch wenig Illusionen mache für die Zukunft. Aber ganz ehrlich: Das wäre die einzige Lockerung, die mich interessiert, denn ich habe wahnsinnige Sehnsucht nach dem Stadion an der Alten Försterei.

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Die Eiserne Hilfe kritisiert das Vorgehen der Polizei Dortmund

Während es nach der hohen Niederlage von Union in Dortmund höchstens ein paar Minuten gedauert hat, diese zu verarbeiten, ist der Ärger über den mindestens überzogenen Polizeieinsatz noch frisch. Der hatte etwa 200 Unionfans vor allem aus der Szene Köpenick daran gehindert, ins Stadion zu kommen und zur Folge, dass es im Auswärtsblock von Union im Westfalenstadion keinen organisierten Support gab. Die Eiserne Hilfe hat gestern einen Kommentar veröffentlicht, in dem sie das Vorgehen der Polizei Dortmund kritisiert.

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Union hat zwar einen großen Kader, aber die Zahl der einsatzfähigen Spieler verteilt sich nicht gleichmäßig über alle Mannschaftsteile

Bis zum Auswärtsspiel gegen den HSV ist es noch ein paar Tage hin. Genauer gesagt fast eine Woche. Und so schauen wir in aller Ruhe den lachenden Profis beim Training zu.

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Warum Urs Fischer im Pokalspiel gegen Jena sehr wahrscheinlich nicht rotieren lässt

Vielleicht haben sie bei union gestern genau zugeschaut, wie es am Abend für den FC St. Pauli beim Pokalspiel beim SV Wehen Wiesbaden lief. Erst kamen die Hamburger trotz großer Chancen vor Schluss nur zu einem 1:1. Dann gab es ein Elfmetertor für Wiesbaden und kurz danach gleich das 3:1, bei dem ich an Urs Fischer denken musste, wie er nach dem ersten Spieltag sagte, dass die größte Unordnung nach einem Tor herrscht. Egal, ob die eigene Mannschaft es erzielt oder kassiert hat. Am Ende schied St. Pauli mit 3:2 aus. Mehr Vorwarnung geht nicht.

Trainer Urs Fischer in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Jena; Screenshot: AFTV

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Pyro ist nicht gleich Gewalt und Gedränge ist noch lange kein Eingangssturm

Heute um 14.30 Uhr ist die Pressekonferenz mit Jens Keller vor der Partie gegen Düsseldorf am Samstag. Und das dürfte dann auch die Hauptaufgabe für den Trainer nach der Pokalpartie sein: Schalter umlegen. Dortmund ist Vergangenheit. Das Positive aus der Partie mitnehmen, aber Düsseldorf ist ein anderes Kaliber, spielt anders und hat momentan auch ganz andere Probleme nach dem 1:6 im Pokal bei Hannover.

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Sonntagspause

“State of the Union” macht heute mal Sonntagspause. Aber an dieser Stelle vielen Dank an die unbekannte Unionerin oder den unbekannten Unioner, die uns diese wunderbaren Sticker zugeschickt haben. Die sind sensationell toll.

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Foto: Stefanie Fiebrig

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