Felix Kroos möchte von den Unionfans auf ein Bier eingeladen werden

Fußball ist zwar eine ernste Sache, aber ich bin absolut empfänglich für Quatsch. Und dieses Video, das auf dem Youtube-Account der Bundesliga veröffentlicht wurde, ist richtiger Blödsinn. Aber ich liebe es. Schon alleine dafür, dass es so klingt wie ein Lied von Monthy Python.

Im Montagsheft des Kicker gibt es heute ein zweiseitiges Porträt über Sebastian Andersson, indem der Angreifer als dauerhaft unterschätzter Spieler dargestellt wird. Wenn wir uns an den Sommer nach dem Aufstieg zurückerinnern oder an die vergangene Saison, so kommt uns das Thema sicherlich bekannt vor. Dabei sprechen Zahlen wie erzielte Tore oder gewonnene Kopfballduelle eine klare Sprache.

Ich empfinde Sebastian Andersson nicht als stillen Spieler, der sich nach innen freut. Ganz im Gegenteil. Allerdings ist es neben einem extrovertierten Spieler wie Sebastian Polter sicher nicht allzu schwer, sehr still zu wirken.

Interessant an dem Artikel im Kicker sind die vielen Details aus Schweden über Sebastian Anderssons bisherige Karriere. Die Antwort auf die Empfehlung eines früheren Trainers etwa, sich dem Fußball-Showbusiness anzupassen. Denn seine Replik lautete: “Darauf scheiße ich.”

Sebastian Andersson jubelt nach dem Aufstieg in die Bundesliga mit einem Fan, Foto: Matze Koch

Oder die schweren Jahre. In 52 Spielen für Kalmar erzielte der Angreifer nur 3 Tore. Das ist eine Zeit der Erfolglosigkeit, in der wir wohl alle an uns selbst zweifeln würden. Das Witzige ist, dass ich sehr viel über die Mannschaftsdienlichkeit von Sebastian Andersson schreiben könnte und wie wichtig er für das Spiel von Union ist. Und das wäre alles nicht falsch. Aber es wäre eben auch nicht richtig, den Angreifer darauf zu reduzieren. Denn er liefert konstant ab. Er hat in Kaiserslautern zweistellig getroffen. Er hat das vergangene Saison bei Union getan. Und er ist auch in der Bundesliga auf einem guten Weg dahin.

Es mag sein, dass Sebastian Andersson nicht der lauteste Spieler ist. Allerdings würden wir alle auch eine Macke bekommen, würden da knapp 30 Rafal Gikiewiczs bei Union in der Kabine herumturnen. Ich halte das Ausstrahlen von Ruhe jedenfalls nicht für einen Makel.

Ende vergangener Woche gab es übrigens einen sehr lesenswerten Artikel beim Spiegel über Unions Spielweise, in dem Sebastian Andersson als Schlüsselspieler in Urs Fischers Team identifiziert wurde.

Die Berliner Medien diskutieren vor allem die Neuformierung der Abwehr durch Keven Schlotterbecks Verletzung:

Auf ein Bier mit Felix Kroos

Felix Kroos hat vergangene Woche bei Focus Online ein Interview gegeben, in dem er sehr viel kroos-artiges gesagt hat. Das ist alles nicht falsch, worüber er spricht, aber auch so allgemein, dass es schon beinahe uninteressant ist. Ich habe bei ihm häufig den Eindruck, dass er in Interviewsituationen viel spröder herüber kommt, als er in Wirklichkeit ist. Das erinnert mich dann an die Episode von Friends mit Chandlers Fake-Lächeln, in dem Chandler immer ein anderes Lachen zeigt, sobald eine Kamera auf ihn gerichtet ist.

Ob Felix Kroos in Wirklichkeit ganz anders ist, kann jeder selbst überprüfen, denn der Mittelfeldspieler gibt sich offen für Einladungen:

Werden Sie von den Union-Fans auch mal auf ein Bier eingeladen?

Kroos: Das kommt sicherlich vor. Ich hatte dieses Glück aber bislang noch nicht. Aber wenn ein Union-Fan dieses Interview liest, würde ich die Einladung gerne annehmen, falls eine kommt.

Felix Kroos mit Bierglas bei den Fans nach dem Bundesliga-Aufstieg, Foto: SF/Matze Koch

Auf den anderen Plätzen

Das Frauenteam hat eine herbe 1:4-Niederlage bei Viktoria kassiert und ist damit in der Regionalliga auf Rang 3 zurückgefallen. Ebenfalls verloren haben die B-Junioren der Männer, nämlich mit 3:5 gegen Bremen. Sie liegen nun auf Platz 9 der Bundesliga.

8 Gedanken zu „Felix Kroos möchte von den Unionfans auf ein Bier eingeladen werden

  1. Nicht das er dann besoffen ist….🍻🍻🍻
    Mit diesem Lied startet es sich doch gut in die Woche!
    Danke dafür und für die täglichen Berichte!
    ❤️ ⚪⚽Eisern

  2. Den Spiegel Artikel empfinde ich als total oberflächlich, arrogant und auch handwerklich schlecht gemacht. .Er verniedlicht Union total und unterschätzt unsere Spielweise völlig. Wir spielen bei Weitem nicht nur “hoch und weit”. Nur weil wir uns nicht aus der eigenen Abwehr durch das Mittelfeld kombinieren (wollen) wie Ballbesitzmannschaften es tun, heisst das noch lange nicht das wir damit spielerisch limitiert sind. Die Spieler gehen auf die ballführenden Gegenspieler rauf, richtig. Das nennt man Pressing und ist einfach ein anderes taktisches Konzept. Die meisten Tore entstanden deshalb auch in Pressingsituationen und daraus resultierenden Ballverlusten des Gegners. Das hat nichts mit “auf das eigene niedrige Niveau herunterziehen” zu tun (Frechheit 😟). Im Gegenteil habe ich schon jede Menge tolle Kombinationen (am Boden!) gesehen die auch zu Toren führten (BVB, Freiburg, Gladbach). Fast nie wurde der Ball dort einfach nur hoch nach vorne gekloppt. 👎😕

  3. Am 30.12.treffen sich viele Unionfans um das Jahr ausklingen zu lassen, da kann Felix gern vorbeischauen.

    Das sich der Spiegel mit Union beschäftigt ist schon sehr ungewöhnlich.

  4. Da hätte sich der Spiegel-Autor vielleicht mal lieber die Frage stellen können warum die Topclubs Abermillionen für Superspieler ausgeben wenn eine Kreisliga-Truppe in der Lage ist die auf ihr Niveau runter zu ziehen.
    Antwort gibt vielleicht der Leser-Kommentar Nr.: 2
    Zitat: Fortschritt führt vom Primitiven über das Komplexe zum Einfachen. Vielleicht sind zu viele Mannschaften beim Komplexen stehen geblieben?

  5. @jens Wehner Den Text hat Tobias Escher geschrieben, ein Autor, der bei Spielverlagerung, bei Bohndesliga, im Rasenfunk und in einigen Büchern sein Fachwissen beim Thema Fußballtaktik zur Genüge bewiesen hat. Statt billigen Relotius-Populismus zu betreiben, fände ich es prima, dann Kritik am Text selbst zu äußern. Dann haben alle was davon.

  6. Dazu, lieber Sebastian, hätte er ja den Artikel lesen müssen. Ich fand ihn ziemlich okay, natürlich freue ich mich auch dass wir im SPIEGEL angekommen sind.
    Das Video ist ja mal geil, schöner Lacher.

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