Das schnelle Pinkelerlebnis im Stadion

Ich weiß gar nicht, wieso mir das Interview mit Dirk Thieme, Präsidiumsmitglied und maßgeblich an der Stadionplanung beteiligt, das am Freitag auf der Union-Website veröffentlicht wurde, entgangen ist. Es ist sehr lang, aber dafür auch in Bereichen ausführlich, für die sonst nur Allgemeinplätze herhalten müssen. Zum Beispiel beim Thema Toilettensituation beantwortet Dirk Thieme die Frage, wohin die Festivaltoiletten verschwunden sind:

Diese „Zitronenpressen“ waren im Testversuch zwar durchaus effektiv, aber für die Umstehenden nicht immer schön anzuschauen. Also haben wir lieber mittels der neuen die neue Containeranlage hinter der Gegengerade das Angebot an Urinalen erhöht.

Dirk Thieme auf der Hauptversammlung der Stadion AG (Foto: Matze Koch)

Außerdem macht Dirk Thieme deutlich, dass das Fanhaus auf jeden Fall zur neuen Saison eingeweiht werden soll. Ob das direkt zum Saisonstart sein wird, konnte er nicht garantieren. Ich kann das Interview nur empfehlen. Es geht um Bierpreise, Bratwürste, Stadionausbau, bargeldlose Bezahlung im Stadion, Verbesserung der Anreise und um Partizipation im Verein.

Wer es sich lieber ausdruckt: Es gibt das Interview auch als PDF zum Download.

Podcast

Wir haben gestern unseren Podcast zum 1:0 gegen Bochum aufgenommen, in dem ich noch vermutet habe, dass die taktische Formation einer Raute ähneln würde. Wie wenig ich damit recht hatte, beweist Eiserne Ketten in der Spielanalyse. Ich werde wohl immer daran scheitern, im Fernsehen so etwas wie taktische Formationen zu erkennen. Mein Respekt an alle, die das können.

Dafür sprechen wir im Podcast etwas länger über André Hofschneider, der wenig bis gar nichts blicken lässt, und sich auch selbst nicht in den Mittelpunkt rückt. Außerdem geht es noch um Sportdirektor/Manager Helmut Schulte, der gerade erst in einem einstündigen Interview bei AFTV war.

Podcastaufnahme in der Küche (Foto: Sebastian Fiebrig)

Apropos Podcast: Im Podcast Stadtgestalten war Christian Arbeit in seiner Funktion als Pressesprecher/Stadionsprecher und jetzt natürlich auch Geschäftsführer Kommunikation zu Gast. Das komplette Gespräch, das vor allem Union für Außenstehende erklärt, könnt ihr hier nachhören: SG005 – Christian Arbeit/1. FC Union Berlin

In den Berliner Medien geht es heute vor allem um die Heimstärke:

Frank Schöbel auf dem Rasen an der Alten Försterei (Screenshot: Frank Schöbel/YouTube)

Und der Kurier berichtet, dass Frank Schöbel in seinem neuen Video die Alte Försterei als Kulisse benutzt. Weil es beim Kurier fehlt, hier das komplette Video:

Fürstner als Innenverteidiger: Lewandowskis Idee und Hofschneiders Umsetzung

Das Schöne an Freitagsspielen bei Union ist im Moment, dass wir das ganze Wochenende über lächeln dürfen. Das überstrahlt für mich auch die Tatsache, dass ich die ersten 60 Minuten auf Arbeit gesehen habe und das Tor fiel, als ich der U-Bahn saß. Genau diese Art Spiele wie das 1:0 gegen Bochum macht mir extrem viel Mut für die nächste Saison, wenn die Mannschaft in großen Teilen zusammen bleibt. Denn selbst wenn aus dem Spiel heraus die Chancen nicht zustande kommen oder genutzt werden, bleiben Standards, die von Damir Kreilach, Toni Leistner, Bobby Wood oder eben Benjamin Kessel verwandelt werden.

Fürstner als Mittel gegen Terodde

Überraschenderweise bot André Hofschneider in der Innenverteidigung weder Roberto Puncec noch Emanuel Pogatetz auf, sondern zog Stephan Fürstner aus dem defensiven Mittelfeld zurück. Begründet hat der Trainer in der Pressekonferenz nach dem Spiel diesen Schritt so: “Der Gedanke war, dass wir die Anspiele auf Simon Terodde, der wie kein Zweiter in der Liga als Wandspieler fungiert, durch einen offensiver denkenden Abwehrspieler besser antizipieren können und hinten im Spielaufbau den Ballbesitz etwas erhöhen. Ich glaube, dass Stephan Fürstner seine Rolle sehr, sehr gut ausgefüllt hat.”

Damit hat André Hofschneider eine Idee umgesetzt, die Sascha Lewandowski im September/Oktober aus einer großen Personalnot heraus entwickelt hat, um die Abwehr zu stabilisieren. Allerdings hat er sie aus verschiedenen Gründen nie auf dem Feld umgesetzt. Es spricht sehr für André Hofschneider, dass er das jetzt getan hat. Mich hat er damit sehr überrascht, weil ich immer den Eindruck hatte, dass Hofschneider als Trainer eher zu sicheren Aufstellungsvarianten greift. Aber es ist auch wirklich sehr schwer, Hofschneider auszurechnen und zu verstehen. Dafür gibt er zu sehr den spröden Kerl mit trockenem Humor.

André Hofschneider beim 1:0 gegen Bochum (Foto: Matze Koch)

Union hat noch Ziele in dieser Saison

“Dieser Sieg führt jetzt dazu, dass das Gerede aufhört, wir könnten nicht gegen Top5-Mannschaften gewinnen. Aber wahrscheinlich sind es dann ab morgen Top4-Teams”, sagte Hofschneider nach der Partie. Ich habe das Gefühl, dass der Trainer ein bisschen angefressen ist, weil das 2:6 in Nürnberg nicht als Freakspiel gewertet wurde, sondern vielleicht als Zeichen für ein zu erwartendes schlimmes Saison-Ende. Überhaupt steht Hofschneider, dem Präsident Dirk Zingler eine “ausgezeichnete Pressearbeit” bescheinigte, etwas zwischen den Fronten.

Intern geht es darum, Platz 6 vor Fürth zu sichern (allein das macht ein Mehr von über 300.000 Euro bei der Fernsehgeldverteilung aus) und vielleicht auf Platz 5 zu schielen und damit die beste Zweitligaplatzierung für Union überhaupt zu erreichen. Das sind große und auch harte Ziele für den Saisonausklang. Ich glaube aber nicht, dass diese Ziele draußen groß interessieren, wo es vielleicht heißt, dass Union um die goldene Ananas spielt, weil die Mannschaft weder mit Aufstieg noch mit Abstieg noch etwas zu tun hat.

André Hofschneider in der Pressekonferenz nach dem 1:0 gegen Bochum (Screenshot: AFTV)

Fußball ist natürlich auch Medientheater

Die Spannung im Team hochzuhalten vor einem extrem schweren Auswärtsspiel in Bielefeld (dort ist vergangene Woche Fürth mit 1:4 untergegangen und Leipzig hat gestern nur 1:1 gegen die Arminia gespielt), ist sicher die schwerste Aufgabe für Hofschneider. Und angesichts der erfolgreichen Spiele, die er als Trainer abgeliefert hat, kann ich verstehen, dass es ihm sauer aufstößt, wenn plötzlich Achim der Eckfahnenaufsteller als Erfolgsgarant präsentiert wird und weniger über den Weg, der zu diesem Erfolg führte.

Vielleicht sollte die Leistung von Hofschneider als Trainer wirklich mehr gewürdigt werden (und zwar jenseits von Plattitüden wie “Der unerschütterliche Glaube an die eigenen Fähigkeiten wurde unter Hofschneider zum Credo”). Aber auch André Hofschneider muss lernen, dass im Profifußball nicht das Geld steckt, weil die sportlichen Leistungen so hervorragend sind. Sondern weil die Geschichten so gut sind, dass täglich über Fußball geredet wird, obwohl gar kein Spiel ist, war oder sein wird.

Dieses Blog hier mit seinem täglichen Blick auf Union ist ein gutes Beispiel dafür. Ansonsten könnte ich es wie die Berliner Zeitung machen und nur einmal vor dem Spiel und nach dem Spiel etwas schreiben. Durch diese Geschichten zieht Fußball sehr erfolgreich das Interesse von anderen Sportarten ab. Und nur dadurch wird Fußball für Sponsoring und TV-Vermarktung interessant.

Hier sind alle Spielberichte zum 1:0 über Bochum:

Hier die Fotos vom Spiel:

Im Moment des Triumphs Sportsgeist bewahrt

Eine Sache liegt mir noch auf dem Herzen, und das ist die Pressekonferenz nach dem Spiel Paderborn-Freiburg (1:2). Freiburg ist damit aufgestiegen und Paderborn findet sich auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Wer Zeit hat, sollte sich die ganze Pressekonferenz ansehen, die ein Zeichen für Sportsgeist ist, wie ich ihn selten gesehen habe (und wie er vielleicht in der Bundesliga auch nicht mehr möglich ist, weil dort die Geschichten längst viel größer als die sportlichen Leistungen sind).

Eine Kurzfassung gibt es in diesen Tweets:

Tweets von Kevin Bublitz, @kevinbublitz

Hier das vollständige Video:

Ich mochte übrigens auch den Gruß, den André Hofschneider an Bochums Patrick Fabian nach dessen 4. Kreuzbandriss (!) geschickt hatte. Beim Spieler kam das auch gut an:

Tweet von Patrick Fabian, @pfabian87

Voodoo an der Eckfahne

Ich bin ein Idiot. Jeden Tag mache ich mir die Mühe, zu verstehen, wie Union spielt und warum die Mannschaft erfolgreich oder nicht erfolgreich war. Dabei ist alles ganz einfach. Es liegt an den Eckfahnen. Zumindest in Heimspielen. So jedenfalls der Aberglaube, den Bild/BZ aufdecken. Nach jeder Heimniederlage würden bei Union die Personen gewechselt, die die Eckfahnen einstecken. Eroll gesperrt, Dennis Daube darf keine Kopfbälle machen und Stephan Fürstner kämpft mit den Nachwirkungen seiner Gehirnerschütterungen. Egal. Hauptsache, Achim steckt die Fahnen rein.

Denn der 79-Jährige ist verantwortlich für die Serie von 6 Heimsiegen in Folge. Und gestern hat er sich noch ein bisschen mit positivem Karma aufgeladen, als er von Sebastian Polter geherzt wurde, der aus Madrid für einen Abstecher nach Berlin kam:

Wer nicht an Hokuspokus glaubt, muss auf unsere Defensive vertrauen, dass sie unter anderem Simon Terodde keinen Platz lässt. Wie das gehen soll, könnt ihr hier nachlesen:

Wer sich kurz auf den Stand bei den Baumaßnahmen und der Entwicklung im Union-Nachwuchs bringen will, dem empfehle ich Steffis Artikel im Köpenicker Maulbeerblatt:

Dirk Zingler bei der Vorstellung von Layenberger (Foto: Stefanie Fiebrig)

Auswärtsfans unerwünscht

Weiter südlich gab es im Bezug auf Fanrechte gestern zwei interessante Entscheidungen. Zum einen kippte das Verwaltungsgericht Darmstadt das Betretungsverbot für die Innenstadt, das die Kommune über Eintracht-Fans verhängt hatte.

Das ändert allerdings nichts am Stadionverbot, das der DFB gleich über alle Frankfurter Anhänger für Vorfälle beim Hinspiel ausgesprochen hatte. Was bleibt ist das merkwürdige Gefühl, dass solche Verbote im Abstiegskampf den gegenteiligen Effekt erzielen. Zum einen schüren sie Aggression im Vorfeld und zum anderen dürfte der Aufwand der Polizei so um ein Vielfaches höher sein, weil sie in ein Katz-und-Maus-Spiel in der Darmstädter Innenstadt mit den Eintracht-Fans verwickelt wird, anstatt sie vom Bahnhof zum Stadion und zurück zu begleiten.

Die zweite Nachricht kommt von Dynamo Dresden. Der Aufsteiger in die Zweite Liga hat eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, die darauf abzielen, dass es schwerer wird, sich anonym Karten für Auswärtsspiele zu besorgen. Außerdem zieht sich der Klub aus der Unterstützung für Fanzüge und Entlastungszüge zurück.

Ich verstehe einen Großteil der Maßnahmen von Dynamo nicht als präventiv, sondern als repressiv. Selbst die Umlage von 3 Euro auf Auswärtstickets zur Erhöhung der Anzahl eigener Ordner bei Auswärtsspielen. Nichts davon bekämpft Ursachen, alles geht nur an Symptome. Das ist, als ob ich bei einem überkochenden Topf den Deckel fester zudrücke, anstatt vielleicht die Flamme unten drunter zu reduzieren.

Den DFB oder die DFL mögen diese Maßnahmen nach den Vorfällen rund um den Aufstieg in Magdeburg und Dresden beruhigen. Ich bleibe weiter skeptisch. Im Zweifelsfall hat das den gleichen Effekt wie oben beim Stadionverbot für die Eintracht-Fans. Die problematischen Anhänger werden aus dem Stadion gedrängt, aber sie sind nicht weg. Und ich würde vermuten, dass sie auch nicht weggehen werden. Aber im Falle von Dresden schaue ich tatsächlich nur aus der Ferne drauf. Falls jemand einen Einblick aus der Nähe geben kann, wäre ich sehr dankbar dafür.

Showdown: Wood vs. Terodde

Machen wir erst einmal eine Liste aller Ausfälle oder Wackelkandidaten, die Trainer André Hofschneider gestern in der Pressekonferenz (auf AFTV) aufgezählt hat:

  • Eroll Zejnullahu (Gelbsperre)
  • Leonard Koch (Magen-Darm-Infekt), fällt aus
  • Christopher Trimmel (Magen-Darm-Infekt), fällt wohl aus
  • Benjamin Köhler (Knie), fällt wohl aus
  • Sören Brandy (Knieprellung), Einsatz vielleicht möglich
  • Stephan Fürstner (Nachwirkung Gehirnerschütterung), Einsatz vielleicht möglich
  • Dennis Daube (Hexenschuss, aktuell Kopfball-Verbot), Einsatz vielleicht möglich
  • Toni Leistner (Nachwirkungen Magen-Darm-Infekt), Einsatz vielleicht möglich

André Hofschneider machte nicht den Eindruck, als ob ihm diese Liste Kopfzerbrechen bereitet. Stattdessen gab er als Ziel aus:  “Wir können aus eigener Kraft, den 6. Platz erreichen, wenn wir unsere Spiele gewinnen. Daran sollten wir glauben. Und daran denken, dass wir bis zur zweiten Halbzeit in Nürnberg 7 Halbzeiten ohne Gegentor geblieben sind.”

André Hofschneider auf der Pressekonferenz (Screenshot: AFTV)

Ansonsten scheint so ein bisschen auf einen Showdown zwischen den beiden Angreifern Bobby Wood und Simon Terodde hinauszulaufen.

Ich bin froh, dass mittlerweile niemand mehr Terodde hinterher trauert. Union hatte erst mit Sebastian Polter und hat jetzt mit Bobby Wood selbst gute Angreifer im Team. Ob der Amerikaner dem Bochumer Stürmer noch in der Torjägerliste gefährlich werden kann (Terodde hat mit 20 Treffern drei Tore Vorsprung), ist mir nicht mehr so wichtig. Mir wäre die Null hinten auf jeden Fall sehr lieb, denn an solche Spiele kann ich mich gewöhnen.

Apropos Sebastian Polter: Der Angreifer war gestern beim Champions-League-Halbfinale.

Sebastian Polter in Madrid

Geschäftsführer Marketing

Noch eine News aus dem Forsthaus: Der noch offene Geschäftsführerposten für Marketing wurde besetzt, hatte Dirk Zingler am Montag gesagt. Allerdings hatte der Präsident keinen Namen verraten. Der Kurier schreibt nun, dass es Jörg Taubitz ist, der bisher das Ufa Sports Team bei Union geleitet hat, das Sponsoren für den Verein aquiriert.

Update vom 28.04.2016, 15.10 Uhr: Hier die offizielle Vereinsmeldung zu Jörg Taubitz

Der neue Vertrag für Pogatetz ist ein Zeichen dafür, dass Union mehr Konstanz will

Gestern gab es Besuch von Andreas Herzog (Co-Trainer der US-Herrenmannschaft), der sich wegen Bobby Wood vor allem mit Helmut Schulte unterhielt. Für Union interessant: Wood wird nach dem letzten Heimspiel am 15. Mai gegen Freiburg zur Vorbereitung auf die Copa America (3.-26.6,) in die USA fliegen.

Selbst wenn die USA in ihrer Gruppe mit Costa Rica, Paraguay und Kolumbien nicht weiterkommen, dürfte Wood zum Trainingsauftakt Ende Juni fehlen. Aber mal schauen, ob er überhaupt zurückkommt.

Hier die Artikel der Berliner Medien dazu:

Vertragsverlängerung für Pogatetz auch ohne Erfüllung der Klausel

Ehrlich gesagt war ich gestern sehr erleichtert, als Union die Meldung herausschickte, dass der Vertrag mit Emanuel Pogatetz um ein Jahr verlängert wurde. Denn nachdem bekannt wurde, dass der Vertrag sich erst automatisch verlängert, wenn er es auf 10 Startelf-Einsätze bringt, begann das große Zählen (auch bei uns). Und mit jedem Spiel, bei dessen Anpfiff der Österreicher auf der Bank saß, wurde das Fragezeichen immer größer. Denn von der Leistung her wusste er zu überzeugen.

Mit der Vertragsverlängerung vor Erfüllung der leistungsbezogenen Option wurde der Druck aus dieser Situation für den Verteidiger genommen. Oder wie Pogatetz es in der BZ sagte: “Meine Frau kann im Fitness-Studio auch mal einen Jahresvertrag abschließen…“

Ich hoffe, dass er Union in den letzten Spielen dieser Saison und in der gesamten nächsten Spielzeit gut tun wird. Ganz egal, ob er auf der Bank sitzt oder auf dem Platz steht. Für mich ist er ein Problemlöser. Egal, wann er ins Spiel kommt. Die bessere Perspektive als Pogatetz hat allein vom Alter her Roberto Puncec. Deshalb dürfte es nicht wundern, wenn der Kroate in Zukunft mehr Einsätze erhält, wenn die Leistung stimmt.

Für mich sind die Verlängerungen für Michael Parensen, Benjamin Köhler und Emanuel Pogatetz kein Zeichen, dass Union in Zukunft nur auf alte Hasen setzt. Ich sehe sie als vernünftige Backups, die konstante Leistung bringen werden, falls die erste Lösung aus welchen Gründen auch immer nicht funktioniert oder wenn es mal darum geht, ein Ergebnis über die Zeit zu bringen. Und Konstanz ist das, was Union in den letzten Jahren so häufig gefehlt hat.

Maxi Thiel kehrt auf den Platz zurück

Auch wenn es mit dem Comeback erst zur nächsten Saison klappen wird, ist das eine sehr gute Nachricht:

Maxi Thiel/Facebook

Merchandise, der mich ratlos zurück lässt

Ich habe mir geschworen, mich erst zur nächsten Saison zum Merchandise zu äußern, wenn die Handschrift von Union deutlich sichtbar wird. In der Übergangszeit nach der Übernahme der Geschäfte von Upsolut wird nicht gleich alles super laufen. Aber hier möchte ich nicht schweigen.

Was ich von diesem “Vatertagsangebot” tatsächlich sagen kann: Es ist nicht super gelaufen. Es ist ähnlich wie mit den Vater-Sohn-Tickets bei Hannover 96, die ich mir vor ein paar Wochen gekauft habe: Es soll auch Väter geben, die Töchter haben und mit ihnen ins Stadion gehen … (Hannover hat die Karten mittlerweile umbenannt in Eltern-Kind-Ticket)

Als zweites stört mich etwas, dass hier der Feiertag Vatertag genannt wird und im Werbetext auf den Muttertag Bezug genommen wird. Das klingt unglaublich nach alter Bundesrepublik in meinen Ohren. Der Vater geht arbeiten/zum Fußball und die Mutter bleibt zu Hause … Feiern wir nicht alle Frauen am Frauentag und wollen wir nicht gemeinsam, dass sie genau so viel verdienen wie Männer? Und vor allem: Gehen wir nicht gemeinsam ins Stadion? Union, das geht besser. Und ich bin mir ganz sicher, dass wir zur nächsten Saison beim Merchandise Dinge erleben werden, die zu uns passen.

Heute um 11 Uhr ist die Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Bochum:

Auf einen möglichen Wechsel von Bobby Wood vorbereitet sein

Machen wir uns doch heute mit dem Flugzeug auf die Reise nach Köpenick. Der Tagesspiegel präsentiert auf 1928.tagesspiegel.de einen Luftbildvergleich zwischen 1928 und den aktuellen GoogleMaps-Bildern. Wenn wir über die Alte Försterei fliegen, erkennen wir ganz klar, dass die Straße an der Wuhlheide nicht immer dort verlief, wo sie heute ist und, dass der der ursprüngliche Sportplatz Sadowa wohl genau dort war, wo sich jetzt Parkplatz und Haupttribüne befinden. Und auf den heutigen Kunstrasenplätzen befanden sich damals Kleingärten. Sehr hübsche Karte. Ich könnte stundenlang über Berlin hinwegfliegen.

Alte Försterei 1928 und 2015, 1928.tagesspiegel.de

Auf der Suche nach Ersatz im Fall eines Wood-Wechsels

Nachdem der Kicker bereits gestern den feststehenden Abgang von Bobby Wood verkündet hat, soll Union bereits ein Auge auf Philipp Hosiner von Köln (bzw. Stade Rennes) geworfen haben.

Screenshot: Kicker

Bild/BZ haben sich das Interesse von Union bestätigen lassen (ohne zu sagen von wem. Aber ich würde meine Quelle in dem Fall natürlich auch nicht nennen) und geben ein paar Fakten zum möglichen neuen Stürmer heraus. Kurz: Der 26-jährige Stürmer müsste aus seinem Vertrag in Rennes herausgekauft werden. Und außerdem müsste wirklich Bobby Wood Union verlassen. Das ist sicher möglich. Und wenn das einträfe, dann dürfte die finanzielle Auswirkung enorm sein.

Jedenfalls interpretiere ich das so, wenn ich sowohl Dirk Zinglers breites Lächeln gestern bei dem Thema richtig interpretiere. Und auch Nico Schäfer (beim Abschiedsinterview auf AFTV) konnte sich eine vielsagende Miene nicht verkneifen. Die Verpflichtung von Bobby Wood war immer mit einem Weiterverkauf gedacht worden, deswegen dürfte die Entwicklung jetzt niemanden überraschen.

Wir hatten das Thema auch gestern Abend im Podcast, wie unschwer am Titel zu erkennen ist: Teve258 – Spielveredelungsmanufaktur Union Berlin

Der neue Trikot-Sponsor Layenberger

Sowohl die Vorstellung des neuen Sponsors Layenberger als auch die Aussagen von Dirk Zingler im Pressegespräch sind aktuell Thema in den Berliner Medien. Hier sind alle Artikel dazu:

Fotos von der Vorstellung am Montagmorgen gibt es auch bei union-foto.de

Zingler über Wood: Ich habe bei der Vertragsunterschrift gestrahlt

Bei der Vorstellung des neuen Trikotsponsors Layenberger beantwortete Union-Präsident Dirk Zingler den anwesenden Journalisten auch einige Fragen zum aktuellen Entwicklungsstand von Union. Dirk Zingler über:

Das Saisonziel: “Ob der 6. Platz am Ende erreicht wird, ist nicht so entscheidend. Wir lernen in jeder Saison. Und in dieser Saison haben wir sehr viel gelernt. Viel mehr als in der vorangegangenen Spielzeit. Das wichtigste ist, dass wir ein stabiles Umfeld haben. Für mich ist es ein Entwicklungsschritt in die richtige Richtung. Wir haben die Umstrukturierung abgeschlossen mit Lutz Munack als Sportgeschäftsführer, Helmut Schulte und mit Jens Keller als Trainer für die nächste Saison.”

Dirk Zingler während der Vorstellung des neuen Trikotsponsors Leyenberger, Foto: Matze Koch

Jens Keller: “Ich habe ein sehr gutes Gefühl bei Jens Keller. Weil er Fußball lebt. Mich hat er überzeugt in den Gesprächen. Aber mich musste er nicht sportlich überzeugen. Das musste er bei Lutz Munack und Helmut Schulte. Mich musste er menschlich und charakterlich überzeugen. Dass er zu uns ins Team passt. Und da hat er mich sehr überzeugt. Wir wollen die Entwicklung von Sascha Lewandowski, von dem wir uns ja nicht freiwillig getrennt haben, fortsetzen. Wir wollen keinen Schritt zurück gehen.”

Über den neuen TV-Vertrag: “Wir sollten aufgrund eigener Leistung wachsen. Durch sportliche Leistung oder durch bessere Sponsoring-Erträge. Der deutsche Fußball ist erfolgreich durch seine Top-Vereine. Und wenn ein Betrag von einer Milliarde Euro erzielt wird, dann ist das vorrangig das Ergebnis der Bundesliga. Zunächst einmal sollte das Ergebnis abgewartet werden, bevor über eine Verteilung gesprochen wird.”

Dirk Zingler während der Vorstellung des neuen Trikotsponsors Leyenberger, Foto: Matze Koch

Ausstiegsklausel bei Bobby Wood: “Wir kommentieren generell keine Vertragsdetails. Ich kann sagen, dass der Transfer von Bobby Wood hauptsächlich durch Norbert Düwel und Nico Schäfer zustande gekommen ist. Ich bekomme immer die Verträge zur Unterschrift vorgelegt. Und ich kann soviel sagen, dass ich beim Unterschreiben gestrahlt habe. Den Rest überlasse ich ihrer Interpretation.”

Fanhaus und Internat: “Die Bauarbeiten beim Internat beginnen im September. Beim Fanhaus sind die Arbeiten bereits im Gange, wie jeder sehen kann, der daran vorbeifährt.”

Noch einmal danke an die anwesenden Journalisten Matze Koch, Sebastian Karkos (Bild/BZ), Mathias Bunkus (Berliner Kurier), Michael Färber (Morgenpost) und Markus Lotter (Berliner Zeitung) und allen anderen, die ich jetzt bestimmt vergessen habe, für das Fragenstellen in der Runde.

Neuer Union-Sponsor: Geht es jetzt den Eisernen Kubikelfen an die Pfunde?

Union hat heute morgen seinen neuen Brustsponsor vorgestellt. Zum Trainingsauftakt Ende Juni wird Layenberger auf den neuen Trikots zu sehen sein. Der Vertrag gilt für Bundesliga, Zweite Liga und 3. Liga (offizielle Meldung von Union). “Alle drei Ligen sind verhandelt”, sagte Harald Layenberger bei der Vorstellung auf die Frage zu höheren Zahlungen bei einem möglichen Aufstieg.

Weiterlesen

Ursachenforschung und ein neuer Trikotsponsor

Was hat denn das 2:6 in Nürnberg verursacht? Medial herrscht immer noch Ursachenforschung. Eine “unerklärliche, kollektive Arbeitsverweigerung” nennt es die Berliner Zeitung, das Abtauchen von Führungsspielern bemängelt die Morgenpost gemeinsam mit Trainer André Hofschneider und einen schwarzen Tag attestiert der Kurier.


Foto: Matze Koch

Weiterlesen

5 Tore mehr und wir hätten gewonnen

Gestern nach dem Spiel lief ich ziellos durch unsere Wohnung. Ich wusste einfach nicht, was ich machen soll. “Eine rauchen?”, fragte Tim, der mit mir das 2:6 gegen Nürnberg gesehen hatte. “Habe leider schon vor einer ganzen Weile aufgehört”, antwortete ich. Dann nahm ich zwei Bier und sagte: “Lass uns rausgehen und auf eine Bank setzen.”

Dort saß mein Hausmeister zog an seiner Club und trank Berliner. Er fragte: “Was’n los, Basti?”

  • “Union hat 2:6 verloren.”
  • “Ja, Nürnberg ist ein starker Gegner. Die gehören in die Bundesliga.”
  • “Aber Union hat zur Pause noch 2:0 geführt.”
  • “Was?”
  • “Nürnberg hat in der zweiten Halbzeit 6 Tore geschossen.”
  • “Oh.”

Weiterlesen