Jens Keller: “Straftraining gibt es bei mir nicht.”

Bevor ich mich gleich auf zum Wahllokal und danach auf Arbeit aufmache ein kurzer Blick zurück auf die Pressekonferenz gestern vor der Partie gegen Kaiserslautern am Montag Abend um 20.30 Uhr (gibt es in voller Länge auf AFTV). Es ist ja schon bei normalen Pressekonferenzen sehr schwer, etwas Konkretes aus Jens Keller herauszubekommen. Aber nach der Serie von 5 sieglosen Spielen hätten die Journalisten-Kollegen eher erfolgreich einen Pudding an die Wand nageln können, als Jens Keller dazu zu bringen, dass er erzählt, was er mit der Mannschaft genau gemacht hat nach der Niederlage in Sandhausen.

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Es gibt keine einfachen Lösungen, das ist meist dummes Gequatsche

Würde ich auf ein Wort von Nico Patschinski irgendetwas geben, dann müsste ich mich aufregen. Die Kolumne (oder Einzelstatements zu Klubs), die er für liga-zwei.de schreibt, habe ich nach dem ersten Lesen liegen lassen, weil inhaltlich nichts bei herum kommt. Die aktuelle Kolumne wurde mir gestern zugeschickt und ich kann jeden verstehen, der sich über diese Einschätzung aufregt:

Jedes Jahr werden von Präsident Dirk Zingler große Ziele verkündet, aber der Kader wird überschätzt. Die Union-Fans sollen mir nicht böse sein. Ein geiles Stadion mit toller Stimmung reicht nicht, da wird sich zu sehr drauf ausgeruht. Die Gegner lassen sich davon allein nicht beeindrucken.

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Union zwischen Konzentration und Kopf frei kriegen

Die wichtigste Nachricht des Tages: Heute ist Training, denn der trainingsfreie Tag wurde gestrichen. Das kann man sehr unterschiedlich interpretieren, von “Zügel anziehen” (BZ) bis hin zu “es meckert keiner” (Kurier). Zwischen Konzentration und Kopf frei kriegen hat auch alles seine Berechtigung. Fakt ist auf jeden Fall, dass wir uns das Training nicht anschauen können, weil es unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird. Vielleicht hilft es ja, um wieder den einfachen Ball zu spielen.

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Auf der Suche nach neuen Lösungen

Warum läuft es gerade nicht bei Union? Mir fällt darauf keine vernünftige Antwort ein. Jedenfalls keine, die ich auch mit Fakten belegen könnte. Die Berliner Medien nennen verschiedene Gründe von der Rotation in Sandhausen, über Zugänge, die nicht gut genug für die Startelf wären, bis hin zu der Vermutung, die Gegner hätten Union entschlüsselt.

Das kann schon alles sein. Vor allem das mit der Entschlüsselung von Unions Spielsystem. Beziehungsweise der nicht immer konsequenten Ausführung des Systems. Wir hatten das ja schon das eine oder andere Mal angesprochen, dass Unions Gegenpressing häufig nicht so konsequent ausgeführt wird, dass es die Gegner zu Ballverlusten zwingt. Dazu kommt, dass Unions Ballbesitzspiel, wenn man die bisherige Saison betrachtet, nicht sehr stark ausgesprägt ist.

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Toni Leistner: Chef der Abwehr und der Kurz-Analyse

Willkommen zur Englischen Woche, die sich für Union durch die Spiele an einem Freitag, Dienstag und dann Montag nicht ganz wie eine Englische Woche anfühlen wird. Aber irgendein höheres Gesetz verlangt, dass in der Englischen Woche immer Elternabende stattfinden müssen. Und diese natürlich zwingend zeitgleich mit Unionspielen angesetzt werden. Ich habe also am Dienstag und Mittwoch Elternabend und werde wieder mit einem iPad ganz hinten sitzen und relativ entspannt die Diskussionen über den Umgang mit digitalen Medien verfolgen. Letztes Jahr um diese Zeit war das ja für Union ganz erfolgreich:

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Wie alle bei Union lernen müssen, trotz gestiegener Ansprüche Geduld zu bewahren

Ich finde es gerade sehr interessant, wie Unions aktuelle Wir-gewinnen-nicht-Phase beurteilt wird. 4 Spiele dauert sie mittlerweile an. Mal wird auf die Polter-Schiedsrichter-Problematik verwiesen, mal auf die vielen Gegentore, dann wieder auf die nicht genutzten Chancen und immer wieder auf einzelne Spieler, die vermeintlich gerade ein Problem hätten (ganz vorne aktuell in der Verlosung sind da Kapitän Felix Kroos und Andy Gogia). Allen Erklärungsversuchen gemeinsam ist, dass sie viel mehr von den gestiegenen Ansprüchen und Erwartungen bei Union, bei den Fans und bei den Medien erzählen als sie tatsächlich zur Analyse beitragen.

Das Braunschweigspiel war eine emotionale Herausforderung für uns alle; Fotos: Tobi/unveu.de

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Union hat sich deutlich verbessert, nur das verdammte Ergebnis stimmte nicht

Ich weiß gar nicht, wie ich das 1:1 gegen Braunschweig beschreiben soll. Vielleicht war die Totenstille nach Abpfiff genau das richtige. Ich war fertig und wusste nicht, was ich mit dem Ergebnis anfangen sollte. Und so ging es nicht nur mir, sondern auch den Spielern, die eine kämpferische Partie abgeliefert hatten, die tatsächlich kaum einem Zweikampf aus dem Weg gegangen sind. Das feine Näschen von Wumme (oder er hatte wegen des 30 Minuten später stattfindenden Anpfiffs keine Musik mehr 😎) sorgte dafür, dass wir alle mal ein paar Minuten schweigen und unseren Gedanken nachhängen konnten.

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“Beef” zwischen Abwehr und Angriff

Wir sehen uns heute um 18.30 Uhr zum Spiel gegen Braunschweig im wunderschönen Stadion an der Alten Försterei. Vergesst nicht, vielleicht einen Zehner mitzunehmen für das gemeinsame Alles-auf-Rot-Shirt der Szene Köpenick und des 1. FC Union, das es im Zeughaus geben wird. Und vor allem: Vergesst nicht, bei Tine auf der Frauentoilette Waldseite vorbeizugehen, und dort vielleicht auch eine Kleinigkeit als Entschädigung für den Diebstahl beim letzten Spiel zu hinterlassen. Ein neues Sparschwein gibt es auf jeden Fall schon.

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Einfach am Freitag was Gutes Tun und bei Tine an der Waldseiten-Toilette vorbeischauen

Heute um 13 Uhr findet die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Eintracht Braunschweig am Freitagabend statt (live auf AFTV). Eine gute Nachricht gibt es zumindest: Steven Skrzybski ist zurück im Mannschaftstraining (Kurier). Ob es allerdings zum Einsatz von Beginn an reicht … das wird uns Jens Keller auch in der Pressekonferenz nicht verraten. Bei über zwei Wochen Auszeit würde ich jedenfalls nicht allzu viel darauf geben.

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Bei so vielen Gegentoren wird es schwer, das Ziel Aufstieg zu erreichen

Das späte Gegentor bei der 2:3-Niederlage in Düsseldorf bestimmt weiter die Geschichten der Berliner Medien. Vor allem Jakob Busk steht im Mittelpunkt, der vor den Journalisten das Tor auf seine Kappe nahm. Das ehrt ihn einerseits, verstellt aber auch ein bisschen den Blick bei der Analyse. Jens Keller sagte beispielsweise nach dem Spiel über die Schlussphase: “Da schaltet bei dem einen oder anderen immer mal wieder der Kopf aus.” Busk, der heute 24 Jahre alt wird, ist aus meiner Sicht das Ende einer langen Fehlerkette gewesen.

Lieber @jakobbusk, genieß den freien Tag und lass dich feiern #fcunion #jb12 #happybirthday #geburtstagskind #dayoff

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