Die innere Sommerpause

Ich fühle mich so wie das Relegationsspiel gestern Abend zwischen Kiel und 1860. Irgendwie leer. Das einzige, worauf ich warte, ist Klarheit beim Thema Sebastian Polter.

Ansonsten bin ich innerlich auch schon in der Sommerpause. Das Pokalfinale wird durch Wolfsburgs Teilnahme so attraktiv wie ein Zahnarztbesuch. Da können noch so viele Autos mit Werbetafeln durch Berlin fahren. Pokalfieber? Nicht messbar.

Und die Relegationsspiele? Hätte gestern nicht Patrick Kohlmann mitgespielt, ich hätte das nicht eingeschaltet. Und Champions League Finale in Berlin? Auch so eine Party ohne Berliner. Das Raumschiff Uefa fliegt ein, kassiert ab und verschwindet wieder.

Über fünf Ecken ist Union auch beim Pokalfinale dabei

Immerhin hat der Berliner Kurier eine Beteiligung des 1. FC Union am Pokalfinale ausgemacht. Ein Kind, das mit den beiden Mannschaften aufläuft, steht auf Union.

Viel interessanter ist die Auslosung für die erste Pokalrunde. Die findet aber erst am 10. Juni nach einem Länderspiel gegen 22.45 Uhr statt.

5000 Euro für Pyro in Darmstadt

Für die immer gleiche Debatte sorgte gestern die Meldung, dass Union 5.000 Euro für die Pyro-Aktion in Darmstadt zahlen muss.

Ich persönlich finde die Strafe gleichzeitig hoch und niedrig. Sie ist hoch gemessen daran, dass gerade Geld für die DKMS zur Analyse der Proben gesammelt wird unter dem Label Unioner gegen Krebs. Sie ist niedrig im Vergleich zu sonstigen Strafen des DFB.

Aber auch wenn es innerlich schwer fällt: Beide Aktionen haben nichts miteinander zu tun und ich fände es sehr fair, die nicht gegeneinander auszuspielen.

Noch kurz zum Abschluss: Raffael Korte zieht in die Nähe des Stadions. Das melden BZ/Bild. Gute Entscheidung.

Die Local-Player-Regelung der DFL ist Homöopathie für die Nachwuchs-Förderung

Leo Koch (20) hat seinen ersten Profivertrag bei Union unterschrieben. Der defensive Mittelfeldspieler bleibt damit wahrscheinlich bis 2017 bei Union und hat jetzt zwei Spielzeiten, um sich im Profifußball durchzusetzen. Viel Erfolg!

Kurze Meldungen dazu gibt es auch bei Bild/BZ.

Foto: Matze Koch

Das ist vielleicht der passende Moment, um auf die “Local-Player-Regelung” der DFL aufmerksam zu machen. (Nachzulesen in der Lizenzordnung Spieler)

Es müssen mindestens acht lokal ausgebildete Spieler bei dem Club als Lizenzspieler unter Vertrag stehen, wovon mindestens vier vom Club ausgebildet sein müssen.

Ein vom Club ausgebildeter Spieler ist ein Spieler, der in drei Spielzeiten/Jahren im Alter zwischen 15 und 21 Jahren für den Club spielberechtigt war. Ein vom Verband ausgebildeter Spieler ist ein Spieler, der in drei Spielzeiten/Jahren im Alter zwischen 15 und 21 Jahren für einen Club im Bereich des DFB spielberechtigt war.

Halten wir fest: 4 müssen mindestens drei Jahre bei Union gespielt haben und 4 müssen mindestens drei Jahre bei einem DFB-Klub gespielt haben: Bisher waren nach meiner Zählung als Local Player dabei (ich nehme gerne Korrekturen an): Oliver Oschkenat, Björn Jopek, Eroll Zejnullahu, Leonard Koch, Ahmed Razeek und vielleicht auch Martin Kobylanski, Maxi Thiel (wurde in dieser Saison 22) und Valmir Sulejmani.

Die Vorschrift ist so weich gefasst, dass ich nicht glaube, dass sie irgendeinen Effekt zur Nachwuchsförderung hat. Zumal es für Lizenzspielerkader keine Maximalgröße gibt. Auch verliehene Spieler können als Local Player für ihren Klub, bei dem sie ursprünglich angestellt sind, gelten. Oder im Nachhinein kann der Verpflichtung auch nachgekommen werden.

Erhält ein Spieler bis zum 31.07. eines Jahres für den Club eine Spielberechtigung für Freundschaftsspiele, wird das betreffende Spieljahr als volle Spielzeit im Sinne dieser Vorschrift angerechnet.

Die Vorschrift, ein Nachwuchsleistungszentrum besitzen zu müssen, hat sicher deutlich mehr Effekt gehabt.

Mehr Stehplätze im Stadion

Weil die Sitzplätze im Gästeblock abgebaut wurden, steigt die Kapazität des Stadions an der Alten Försterei von 21.717 auf 22.012. Das hat zwar keinen spürbaren Einfluss auf den Heimbereich, aber mehr Stehplätze sind mehr Stehplätze.

21 Dinge, die niemand über Michael Preetz gesagt hat

Erinnert ihr euch noch an das Interview, das Hertha-Manager Michael Preetz mit sich selbst geführt hat? In die gleiche Kategorie fällt die Gegendarstellung, die er heute im Tagesspiegel hat abdrucken lassen. Spricht meiner Meinung nach für ein gutes Binnenklima bei den “engsten Mitarbeitern” von Michael Preetz, wenn der Hertha-Manager feststellen lassen muss: “Keiner meiner “engsten Mitarbeiter” hat sich wie zitiert geäußert.” (Herrlich übrigens die Verwendung der Anführungszeichen)

Als Medium würde ich auch lieber diese Gegendarstellung abdrucken, als meine Quellen öffentlich zu machen.

Das war übrigens der ursprüngliche Artikel: Wohin führt der Weg mit Michael Preetz?

Union hat den ersten Titel auf dem Sofa gewonnen: Europa-League-Sieger-Besieger

Nachdem Sevilla gestern in Warschau gegen Dnipro den Titel verteidigt hat (3:2), kann Union den Briefkopf und auch die Mail-Signatur erweitern. Mir würde Europa-League-Sieger-Besieger reichen. Aber ich nehme auch gerne den Vorschlag von Matze Koch: EuroLeagueSiegerundTitelverteidigerBesieger. Europa, wir kommen.

Kenny Prince hat Verwechslungs-Potenzial

Wer die Neuverpflichtung Kenny Prince Redondo noch nicht aus Versehen Kevin Prince genannt hat, ist sicher mehr für den Job hier geeignet als ich. Bei jeder Namensnennung muss ich mich extra anstrengen, um den 20-Jährigen Zugang von Unterhaching nicht mit dem zukünftigen Ex-Schalker zu verwechseln.

Im Gegenzug zu den anderen Verpflichtungen kommt Redondo nicht als fertiger Spieler für das Mittelfeld, sondern soll sich bei Union weiterentwickeln. Dafür bekommt er einen Zweijahresvertrag. Das wird sehr spannend zu beobachten sein, da er sicherlich körperlich zulegen und sich an die Spielweise in der Zweiten Liga gewöhnen muss, ohne aber von vorneherein Anspruch auf einen Platz in der Startelf zu haben. Sein Vorteil ist, dass er für Unterhaching schon so viele Spiele gemacht hat, dass er aus dem Jugendfußball heraus ist.

Düwel will einen breiteren Kader

Für Redondo dürfte es in der nächsten Saison darum gehen, so oft wie möglich im 18er-Kader am Spieltag zu stehen. Und das ist ja auch ein Ziel von Düwel. Der Konkurrenzdruck im gesamten Kader soll so hoch werden, dass wieder um den Platz im Spieltagskader gekämpft wird. Der stellte sich vor allem in der Rückrunde fast von alleine auf.

Eine Twitter-Meinung aus Unterhaching:

Bild/BZ und Kurier berichten zum Transfer. Hier die offizielle Mitteilung des Vereins. Wenn Nico Schäfer und Co. weiter in dem Tempo verpflichten, brauche ich keinen Sommerfahrplan für mein tägliches Programm hier.

Collin Quaner ist immer noch kein Polter-Ersatz

Wer übrigens immer noch denkt, Collin Quaner sei als Ersatz für Angreifer Sebastian Polter im Sturm geholt worden, dem möchte ich diesen Kommentar empfehlen:

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Foto: Facebook/1.FC Union

Collin Quaner ist nicht der Stürmer-Ersatz für Sebastian Polter

Neuzugang Nummer 5 ist da. Collin Quaner (23) kommt ablösefrei vom abgestiegenen VfR Aalen und erhält einen Zweijahresvertrag (Mitteilung des Vereins). Mit dem 1,91 Meter großen Angreifer kommt Athletik in den Sturm von Union. Keine gute Nachricht dürfte diese Verpflichtung für Bajram Nebihi sein, der sich in dieser Saison nicht annähernd bei Union durchsetzen konnte.


Foto: Matze Koch

Quaner hat für sein Alter eine beachtliche Transferhistorie (Bielefeld, Ingolstadt, Leihe nach Rostock, Ingolstadt, Aalen). Andererseits hat er aber auch in der Rückrunde in Aalen bewiesen, dass er unter schwierigen Umständen in der Lage ist, Tore zu schießen und aufzulegen. Ich würde ihn gerne gemeinsam mit Sebastian Polter sehen.

Über den Transfer schreiben: Berliner Zeitung, BZ/Bild

Ein Prinz bei Nico Schäfer

Außerdem gestern bei Nico Schäfer: Kenny Prince Redondo (20) von der Spielvereinigung Unterhaching. Sicher keine Personalie, die sofort Richtung Stammplatz schielt, aber Druck im Kader aufbaut und sich entwickeln kann. Wir erinnern uns, dass Trainer Norbert Düwel davon sprach, dass der Kader nicht nur qualitativ, sondern auch in der Breite aufgestockt werden muss, will man die hohen Ziele tatsächlich erreichen.

Die Lektion hat man in dieser Spielzeit gelernt, als mit Fabian Schönheim, Maxi Thiel, Sören Brandy und Benny Köhler zeitweise vier Stammspieler gleichzeitig ausfielen und das Team spielerisch arg limitiert war. Leider war das eine Zeit, in der die Mannschaft vielleicht noch nach oben hätte vorstoßen können.

Ich bin geneigt zum Thema Sebastian Polter nichts mehr zu schreiben, wenn sich nichts ereignet. Ob Mainz-Manager Christian Heidel nun etwas öffentlich sagt (unter anderem im Tagesspiegel) oder nicht, ändert an den Fakten wenig. Warten wir ab, wie die Kaderplanung in Mainz voranschreitet und ob Sebastian Polter beim Trainer dort eine Rolle spielt. Es ist eben eine Geduldsfrage.

#polter #groupies #fcunion #saisonabschluss #vip #party #drinksforfree

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Vereine können sich DFB-Strafen nicht einfach von Fans erstatten lassen

Kurz zur spannenden Frage, ob ein Verein sich Geldstrafen vom Verband von ausfindig gemachten Fans wiederholen kann. Das Landgericht Hannover hat das gestern (Hannoversche Allgemeine Zeitung) verneint. Die Begründung ist so deutlich, dass ich da von einer Ohrfeige für DFB und Verein sprechen würde.

Zum einen sei die Urteilsbegründung des DFB mangelhaft. Dann sei der Fan nicht an allen Vorfällen für die die Strafe ausgesprochen wurde, beteiligt gewesen. Außerdem sei die Geldstrafe an der Leistungsfähigkeit des Vereins und nicht des einzelnen Fans bemessen worden. Zudem sei eine parallele Gerichtsbarkeit des Verbandes zur allgemeinen in Deutschland gültigen Gerichtsbarkeit nicht zulässig. Und da der Fan sich die Karte beim VfL Wolfsburg gekauft habe, hätte es auch kein Vertragsverhältnis zwischen Hannover und dem Fan gegeben.

Über das Fehlverhalten des Fans wurde in einem separaten Strafverfahren entschieden. Das war eindeutig und gab 14 Monate auf Bewährung.

Die Union-Familie ist nicht nur zum Feiern da

Maxi Thiel brauchte nicht viele Worte, um mitzuteilen, was jetzt angesagt ist. Gestern verstreuten sich die Unioner in den Urlaub (BZ). Wir werden am 21. Juni hoffentlich fast alle wiedersehen (ja, Sebastian Polter, ich schaue in Deine Richtung). Der Angreifer dürfte in nächster Zeit das angestrebte Sechs-Augen-Gespräch mit Trainer und Manager von Mainz führen. Dann sehen die Zukunftsoptionen sicher klarer aus und auch die Chancen, die Union dabei hat (BZ/Bild).

Einen sehr bewegenden Text rund um die ermordete Hanna und die übergeordnete Bedeutung von Union für den Zusammenhalt in guten und auch in schweren Stunden gibt es im Kurier.

Um für mich diese Spielzeit zusammenzufassen, braucht es eigentlich nur zwei Fotos.

#eisern#rotweiss#union#alteförsterei#sieg#tor#14#sasionende#sommerpause#urlaub#fix#und#fertig#böni

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Dieses Kabinenfoto nach dem letzten Heimspiel zeigt für mich, wie die Mannschaft zusammengewachsen ist. Das geht im Erfolg sicher leichter. Und bei Platz 7 am Ende kann man schon von einer erfolgreichen Saison sprechen. Auch wenn für Union in einem bestimmten Moment mehr drin war. Doch angesichts der Tiefen, der Misserfolge und Unruhe aus dem ersten Drittel der Saison ist das so alles in Ordnung.

 

Noch wichtiger als den Zusammenhalt des Teams im sportlichen Bereich finde ich die Unterstützung für Benny Köhler und Lisa Görsdorf bei ihren Kampf gegen den Krebs. Ein Zusammenhalt, der über den Rasen hinausgeht. Genau das eben, was im Kurier beschrieben wird. Ich finde das wichtig. Und gut, dass sich Union das bei all der rasenden Veränderung drumherum erhalten hat.

Podcast

Wir haben gestern Abend unseren letzten regulären Podcast in dieser Saison aufgenommen: Egal, illegal, FSV Frankfurt

Vielen Dank für das Zuhören, das Feedback und eure Unterstützung. Vor der Sommerpause kommt aber noch ein großes Finale.

Platz sieben und ab in den Urlaub

Nach dem 2:0 über Braunschweig höre ich immer etwas von einem versöhnlichen Saisonabschluss. Ich persönlich finde den Abschluss sehr gelungen und würde bei den Spielplanmachern gerne einreichen, dass wir immer ein Heimspiel am 34. Spieltag bekommen.Foto: Hupe/union-foto.de

Gemessen an dem Theater um Torsten Mattuschka, neuer Dreierkette, Mittelfinger und Torwartrotation war das ein sehr, sehr gutes Saisonende. Dazu noch die schwere Erkrankung von Benny Köhler, der sportlich fehlte, aber emotional etwas sehr unionisches bewirkt hat. Ich habe gesehen, wie sich über Monate eine Mannschaft gefunden hat, die auf den Platz zwar ihre Konstanz suchte und nicht jeden Ausfall ausgleichen konnte. Aber das Team ist nicht auseinandergebrochen. Und davon war nach dem ersten Saisondrittel nicht auszugehen.

Noch ist nicht alles vorbei: Karlsruhe kann mit einem Aufstieg in die Bundesliga in den Relegationsspielen gegen den HSV Union immer noch in der Fernsehgeldtabelle um einen Platz abrutschen lassen. Macht etwas mehr als 300.000 Euro weniger.

Zum Saisonabschluss schreiben der Tagesspiegel, Morgenpost, Kurier und Bild. Heute gibt es noch die Trainingspläne für die Spieler und dann ist bis 21. Juni Urlaub.

Fotos von gestern gibt es bei union-foto.de und groundhopping etc.

Danke an die Spieler, die gehen

Autogramme bis zum Ende

Die Autogrammstunde nach dem letzten Heimspiel dauert immer lange. Gestern aber wurden neue Maßstäbe gesetzt. Irgendwann nach 22 Uhr wurde dann aber doch abgebrochen.

Mal sehen, ob wir Sebastian Polter auch ohne Abschied gestern das letzte Mal gesehen haben.

Mein tiefster Respekt an diesen Fan, der sich wahrscheinlich nie wieder waschen wird.

Foto: Hupe/union-foto.de

Live-Programm

Wir senden heute Abend um 21 Uhr unseren Podcast zum Saisonende live.

Noch einmal winken

 

Während ein Teil der Unioner bereits mit Eddyline über die Spree schippert, sucht der andere Teil noch die Taschentücher zusammen.

An dieser Stelle sage ich tschüss: Björn Kopplin, Björn Jopek, Mario Eggiman, David Hollwitz, Martin Kobylanski, Valmir Sulejmani und Holger Bahra. War eine gute Zeit mit euch.

Die Berliner Zeitung beschäftigt sich noch einmal mit der Neuausrichtung von Union, die Präsident Dirk Zingler auf den Weg bringt. Neues steht allerdings nicht drin. Mittelfristig soll das Stadion auf 35.000 Plätze aufgestockt werden. Was aber die Umstrukturierung im Verein betrifft, sind wir noch kein bisschen schlauer.

Die Morgenpost setzt den Akzent auf den letzten Eindruck, der mit dem Auftritt gegen Braunschweig für ein paar Wochen haften bleibt. Die BZ zitiert Norbert Düwel mit dem Wunsch nach einem Saisonausklang mit “gutem Gefühl”.

Wenn ich einen persönlichen Wunsch übrig habe, dann den, dass St. Pauli irgendwie die Klasse hält. Einfach weil ich an den Spielen so viel Spaß habe.

Die wichtigen Daten für die nächsten Wochen: 21. Juni ist Auftakt zur Saisonvorbereitung und ab 24. Juli startet die nächste Spielzeit. Wir bleiben in der Zeit weiter täglich für euch da. Den nächsten Podcast gibt es ab morgen Abend.

Damir Kreilach ist von Zinglers Zukunftsplänen für Union überzeugt

Was es zu dieser Woche bisher aus Unionsicht zu sagen gibt:

Präsident Dirk Zingler macht gerade eine riesige Interviewserie mit AFTV und gibt darin so ein bisschen die Leitlinien für die Zukunft vor. Eingedampft auf fünf Seiten gibt es das auch morgen im Programmheft. Oder als Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (Berliner Zeitung, RBB).

Union lässt sich wieder vermarkten

Sportlich ist das Ziel der Aufstieg in die Top20 Deutschlands. Die Aussage ist nicht neu und ich kann mir im Gegensatz zur BZ nicht vorstellen, dass Norbert Düwel davon bisher nichts wusste. Dazu kommt der geplante Zuwachs auf der Einnahmeseite (Kapitalgeber, Sponsoren, Vermarktung), der mit der dreijährigen Vereinbarung mit MatchIQ einen ersten Anfang genommen hat.

Die Agentur vermarktet nicht nur Trainingslager, Sommer- und Wintertestspiele, sondern übernimmt auch die Reiseplanung für die Auswärtsspiele. Von den ab nächster Saison geplanten Trainingsspielen ausgewählter Jugendspieler und Profis, die an Spieltagen nicht zum Einsatz kamen, steht nichts in der Mitteilung.

Ich bin bei der Weggabe von irgendwelchen Rechten an Agenturen (Catering, Komplettvermarktung, etc.) immer etwas skeptisch, weil man als Verein damit Know-How abgibt oder nicht aufbaut, dass man selbst in der Zukunft gebrauchen könnte. Auch der sportliche Sinn könnte etwas im Hintergrund stehen, wenn Testspiele vor allem nach Namen der Gegner und der zu erwartenden Kohle vereinbart werden. Ich hoffe, dass der Satz “In engem Austausch mit der sportlichen Leitung der Eisernen unterstützt Match IQ den Verein” im Vertrag sehr fett gedruckt wurde. Aus finanzieller Sicht gibt es in dem Bereich bestimmt Steigerungsbedarf und daher ist solch eine Kooperation auch sinnvoll. Zumal sie erst einmal nur auf drei Jahre angelegt ist.

Der Kapitän bleibt

Dass Spieler nicht nur finanziell, sondern auch sportlich vom eingeschlagenen Weg bei Union überzeugt sind, hat gestern Damir Kreilach bewiesen. Der Kapitän hat seinen Vertrag um weitere drei Jahre bis 2019 verlängert (Vereinsmeldung).

Weitere Texte dazu in Tagesspiegel, Morgenpost, Kurier, Bild

Spiel gegen Eintracht Braunschweig

Anpfiff morgen ist 15.30 Uhr. Verabschiedet wird dabei auch U23-Kapitän David Hollwitz, den es laut Kurier zu Viktoria 89 zieht.

Hier könnt ihr euch schon ein Bild vom Schiedsrichter der Partie gegen Braunschweig machen:

Und unterstützt morgen die Aktion vom Wuhlesyndikat

Das letzte Spiel der U23 ist auch morgen. Allerdings 13.30 Uhr beim BAK im Poststadion.

Und für die Urlaubsplanung: Vom 25. bis 28. Juni ist Union in Neuruppin im Sommertrainingslager und spielt am 27. Juni um 17 Uhr im Volksparkstadion gegen den MSV Neuruppin.

Der große Irrtum Medienpartnerschaft

Wir fangen heute mal mit einer sehr positiven, menschlichen Nachricht an. Christopher Trimmel hat sich entschlossen zu heiraten. Herzlichen Glückwunsch!

Let me introduce you to my fionce 😊😍#siehatjagesagt#unglaublichesgefühl

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Union wechselt den Medienpartner


Foto: Die Eisernen/Facebook

Ich habe verwundert zur Kenntnis genommen, wie diese Nachricht bejubelt wurde. Emotional kann ich das nachvollziehen, weil das Wort Medienpartner vermuten lässt, eine Redaktion sei der mediale Partner des Vereins. Das ist aber nicht so. Genau hat das Pressesprecher Christian Arbeit vor sechs Jahren mal bei uns erklärt.

Wir hatten schon im letzten Podcast die Diskussion über den Wechsel bei der Medienpartnerschaft diskutiert, weshalb ich an dieser Stelle nicht einfach alles wiederholen will. Ich verstehe es, wenn der Klub von der BZ weg geht. Vor allem aus dem Grund, dass die BZ nur noch als Hülle existiert und keine eigene Redaktion mehr hat, sondern von der mit BZ-Leuten zusammengelegten Redaktion der Bild gefüllt wird. Wer weiß, wie lange es die BZ so in dieser Form noch geben wird.

Mit welcher Zeitung lohnt es sich also, in Berlin gegenseitig Werbewert zu tauschen? Bild verkauft sich hier nur gut 40.000 Mal am Tag und liegt abgeschlagen hinten. Mit rund 70.000 folgen Morgenpost und Kurier (Meedia). Zwischen 90.000 und 100.000 verkauften Exemplaren liegen Berliner Zeitung, Tagesspiegel und BZ. Das alles bei gut 3,5 Millionen Einwohnern. Unions Medienabteilung musste sich fragen, welche Zielgruppe sie mit Werbung für Heimspiele erreichen will. Mit der gedruckten Zeitung wird sie eine eher ältere Gruppe erreichen. Mit dem Kurier (mittlerweile eine aus dem Berliner Verlag ausgegliederte GmbH) hat sie sich zumindest dafür entschieden, im Ostteil der Stadt präsent zu sein. Das kann schon passen.

Ein Freund solcher Partnerschaften werde ich trotzdem nicht. Erstens weil sie trotz aller gegenteiligen Beteuerungen doch in den redaktionellen Alltag eingreifen. Und weil die von Zeitungsverlagen bereitgestellten Werbemittel aus meiner Sicht zu teuer und zu ungenau (Streuungsverluste bei Erreichen der Zielgruppe) sind. Wer jemals etwas zielgruppengenau bei Facebook platziert hat, weiß wovon ich rede.

Sören Brandy feiert Windeln

Wenn Sören Brandy erzählt, wie er die vollen Windeln seiner Kinder feiert (BZKurier) denke ich daran, wie ich die vollen Töpfe meiner Kinder besungen habe. Normaler Familien-Alltag. Und gut, dass das niemand gefilmt hat.

BZ/Bild und Kurier schreiben von einem unzufriedenen Trainer Norbert Düwel, der die Zügel beim letzten öffentlichen Training der Saison anzieht, weil er der Meinung ist, die Mannschaft würde austrudeln lassen. Schließlich kann Union noch Platz sieben erreichen. “Auch, um in der TV-Rangliste zu klettern, die die Höhe der Fernseh-Prämien regelt”, begründet die BZ. Beim Blick auf fernsehgelder.de sehen wir, dass Union vor allem verlieren kann. Zu gewinnen gibt es nichts. Um so wichtiger wäre Platz sieben.

Das Kamerastativ von Matze Koch hat seit gestern übrigens eine neue Kerbe:

Und wer auch immer gestern das Hashtag #nobsefährtnepappe erfunden hat, kann sich meines höchsten Respekts sicher sein:

Abschied von den Björns und Mainz liest entspannt die SMS von Polter

Der letzte Spieltag hat immer etwas vom letzten Schultag vor den Ferien. Eigentlich ist alles erledigt, aber trotzdem kommen noch einmal alle zusammen. So auch bei Union. Die Partie am Sonntag gegen Braunschweig ist das einzige Spiel, das nichts mit Auf- oder Abstieg zu tun hat. Aber es gibt allen die Möglichkeit, sich noch einmal richtig zu verabschieden. Vor allem von Spielern, die gar nicht mehr oder nur in einem anderen Trikot an die Alte Försterei zurückkommen.

 

Mit Sicherheit sind das Valmir Sulejmani, David Hollwitz, Martin Kobylanski, Mario Eggimann, Björn Kopplin und Björn Jopek (Vereinsmeldung und BZ). Ich verstehe jeden, der enttäuscht ist, dass die beiden Björns gehen müssen. Aber sportlich und finanziell (in solchen Fällen wird gerne vom Gesamtpaket gesprochen) passte es nicht mehr.

Jemand, der auch nicht mehr zu Union passte, spielt mittlerweile mit David Villa zusammen …

#Repost @davidvilla with @repostapp. ・・・ Great lunch with @cemenmada and @tian26 !!! ⚽️💪 @nycfc

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Ein Denkmal reißt sich selbst ein

Und jemand, der sich nicht mehr bei Union gebraucht gefühlt hat, spricht in der Bild über die Saison von Union: Torsten Mattuschka. Ich bin vom Inhalt nicht überwältigt und der Meinung, dass sich der ehemalige Kapitän mit jedem Interview dieser Art ein Stück selbst demontiert. Mir fehlt irgendwie die Antwort auf die Frage, ob er die Mannschaft in einer sehr zerbrechlichen Situation im Stich gelassen hat, weil ihm sein persönliches Wohl wichtiger war, anstatt sich durchzubeißen.

Mir wäre es sehr lieb, ihn als den Tusche, der neun Jahre bei Union war, im Kopf zu behalten und nicht als grumpy Ex-Spieler, der aus der brandenburgischen Provinz ein- bis zweimal im Jahr seinen Senf zum Verein abgibt.

Endlich :* #Torsten#Mattuschka#nurdieBSG #Mit#Vereinten#Kräften#Zum#WIEDERAUFSTIEG♡

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Mainz wie es simst und entspannt

Um wieder auf den Abschied zurückzukommen: Sebastian Polter wird nicht verabschiedet. In Mainz hat Manager Christian Heidel laut Allgemeiner Zeitung sehr entspannt auf die mediale Offensive des Angreifers reagiert. Verständlich. Denn erstens hat Mainz einen gültigen Vertrag mit dem Stürmer und außerdem kann der Mainzer Manager die mediale Klaviatur mindestens genauso gut spielen wie Sebastian Polter.

Fassen wir also zusammen: Sebastian Polter hat vor zehn Tagen eine Nachricht an Christian Heidel (Der Tagesspiegel schreibt von 14 Tagen) geschrieben. Der hatte aber noch keine Zeit, zu antworten. Die Transferperiode dauert bis Ende August.

Oh man, ich hoffe, dass wir jetzt nicht zwei Monate lang nur Wasserstandsmeldungen lesen werden.

Berliner Pokal-Finale und ein Nicht-Wunschgegner

Was ich auch nicht hoffe: Dass der BFC (gestern mit 1:0 Pokalsieger über Tasmania) in der ersten Runde Union oder Hertha zugelost wird. Heidenheim wäre doch auch ein prima Gegner für den Oberligisten Regionalligisten aus Hohenschönhausen.