Die Polizei verliert die Deutungshoheit über ihren umstrittenen Einsatz

Was es bedeutet im Wahlkampf in Berlin zu sein? Das ist, wenn ein wegen seiner Amtsführung in der Kritik stehender Innensenator nach dem äußerst umstrittenen Polizei-Einsatz am Sonnabend auf dem Stadiongelände des 1. FC Union sagt: “Union ist eine der großen Säulen des Berliner Sports. Das lässt sich von einigen wenigen Anhängern, die ich bewusst nicht als Fans bezeichnen möchte, leider nicht behaupten.” Und wenn der Chef der größten Oppositionspartei Berlins (Klaus Lederer) dem Innensenator Frank Henkel ein parlamentarisches Nachspiel ankündigt. “Die Fraktion DIE LINKE im Berliner Abgeordnetenhaus wird in der kommenden Sitzung des Innenausschusses hierzu nachfragen”, sagte Klaus Lederer gestern (Kurier).


Foto: Hupe/union-foto.de

Es dürfte für die Polizei schwierig werden, die Notwendigkeit des Einsatzes nachzuweisen. Sie hat jetzt schon die komplette Deutungshoheit über die Vorfälle verloren. Aufgrund von der Polizei unabhängiger Videoaufnahmen durch die Kameras auf dem Stadiongelände dürfte das auch so bleiben. Im Neuen Deutschland gibt es zudem Fragen, die der Einsatz aufwirft, da die Polizei damit nach Unionangaben auch vorherige Absprachen über den Verlauf des Fanmarsches gebrochen hat.

Meine Prognose: Am Ende wird wieder ein vorgeblich übereifriger Einsatzleiter zum Trocknen rausgehängt und alles bleibt beim Alten. Wir hatten das bereits Ende der vergangenen Saison so, als das Abnehmen einer Israelfahne auf Anweisung der Polizei erfolgte. Erst wurde es mit einer sogenannten “Berliner Linie” begründet, dann war es plötzlich ein bedauernswerter Einzelfall, weil ein Polizeiführer einen Fehler gemacht habe.

Lewandowski sieht 17 Spieler auf gutem Niveau

Zum Sport: Es geht wieder los mit der Routine vor den Punktspielen. Morgen um 12.30 Uhr ist wieder die Spieltagspressekonferenz. Das Training ist bereits heute nicht öffentlich. Und am Freitag um 18.30 Uhr heißt es für alle, die nicht nach Kaiserslautern fahren können: Rechtzeitig von Arbeit losgehen, um 18.30 Uhr den Anstoß nicht zu verpassen.

Bild/BZ fassen noch einmal die Ergebnisse der Vorbereitung zusammen. Union hat sich verstärkt (Pogatetz, Busk, Kroos), das Spielsystem flexibler gestaltet (3-5-2 und 4-3-3) und kann laut Trainer höheres Tempo gehen. Lewandowski selbst spricht von einem “Pool von 17 Spielern, die wir auf ein Niveau bringen können. Wer sich zu sicher ist, wird ab jetzt ein Problem haben.” Ziehen wir die Winterzugänge von dieser Zahl ab, haben wir wahrscheinlich Qualitätsurteil über den Kader, das Lewandowski so offen sicher nicht formulieren würde, auch wenn er es genau so sieht. Dürfte ein spannender Start in die Liga werden und bei Misserfolg ein sehr angespannter.

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