Belastungstest.

Wir wissen jetzt, was der Zaun am Gästeblock aushält: Keine Frankfurter. Wir wissen außerdem, was wir so aushalten: Eine ganze Menge. Wovon ich sogar noch mehr vertragen könnte, sind Tore von Anthony Ujah. Ist wie Kompott, geht immer noch was rein.

Andy Gogia: Junge, komm bald wieder!

So erwartbar die Nachricht von Andy Gogias schwerer Verletzung war, weil es schon im Stadion echt schlimm aussah, so sehr hatte ich doch gehofft, dass er noch mit einem blauen Auge davon kommmt. Aber gestern gab es die Nachricht von Union: Kreuzbandriss. OP und dann Reha. Irgendwann im April kann er vielleicht wieder spielen, wenn alles optimal läuft. Und das macht es so bitter für Andy Gogia persönlich. Der Mittelfeldspieler verpasst im Prinzip fast die komplette erste Bundesliga-Saison des 1. FC Union.

Akaki Gogia jubelt nach seinem Tor für den 1. FC Union Berlin

Andy Gogia jubelt nach seinem Tor zum 1:0 in Magdeburg, Foto: Matze Koch

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#385 – Nicht richtig schlecht, aber auch nicht gut genug

Beim 1:2 gegen Eintracht Frankfurt sind Fortschritte beim 1. FC Union Berlin zu erkennen. Aber trotzdem wird über die Spielweise diskutiert. Dabei ist die Art des Union-Spiels nicht überraschend. Wir diskutieren außerdem auch die Mikrofonierung der Capos und Andy Gogias schwere Kreuzbandverletzung.
Ergebnis des Spiels 1. FC Union Berlin gegen Eintracht Frankfurt auf der Anzeigetafel

Anzeigetafel mit 1:2-Endstand, Foto: Matze Koch

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“Da war mehr drin.”

“Da war mehr drin.” Das war der Satz, den ich gestern Abend nach dem 1:2 von Union gegen Eintracht Frankfurt am häufigsten gehört habe. Und es ist wohl die Zusammenfassung, der die meisten erst einmal zustimmen würden. Nur welche Schlüsse werden daraus gezogen? Ab hier gab es wohl mehr Meinungen als Zuschauer im Stadion. Da gibt es diejenigen, die jetzt schon fast aufgeben und sagen, dass Union halt eine Zweitliga-Mannschaft sei und mit Zweitligafußball absteigen werde. Da gibt es andere die Fortschritte in der Zweikampfführung sehen, aber sich über die vielen unsauberen Ballannahmen wunderten und das als Problem anführen. Andere sagen, dass Union auch mal zu null spielen muss, wenn sie solch ein Spiel gewinnen wollen. Und noch einmal andere verweisen auf die sehr wenigen hochklassigen Tormöglichkeiten von Urs Fischers Team. Und manche fanden die Stimmung von Unionseite nicht so anfeuernd, wie die Mannschaft es vielleicht nötig gehabt hätte.

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Als Eintracht- und Union-Fans gemeinsame Sache gegen die Blocksperre des DFB machten

Zum Glück heißt es in der Union-Hymne von Nina Hagen “Den Sieg vor den Augen, den Blick weit nach vorn” und nicht “Die Niederlage im Gepäck und den Blick zurück aufs letzte Spiel”. Deshalb bin ich ganz froh, dass bereits am Freitagabend das Spiel gegen Frankfurt kommt und es schnell die Chance gibt, sich von Negativ-Erlebnissen freizumachen. Für mich ist die Partie gegen die Eintracht ein wirkliches Highlight-Spiel in dieser Saison. Einfach weil dabei in der Vergangenheit immer viel los war. Sei es das Nebelspiel mit dem strippenden Eintrachtfan Manfred Adelmann 2002, an das auch Union erinnert, in dem der Verein ein Video mit der Spielzusammenfassung des 1:1 vor 17 Jahren postete. Damals spielte noch Unions späterer Trainer Jens Keller als Kapitän bei den Gästen.

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Was passiert, wenn sich ein Innenminister wie Peter Beuth auf Kosten des Fußballs profiliert

Ich bin sehr gespannt, was uns heute Abend um 18.30 Uhr gegen Bielefeld erwarten wird. Daniel hat gestern schon geschrieben, dass das Team von Uwe Neuhaus häufig in den Strafraum flankt. Ich bin gespannt, ob Bielefeld diese Spielweise trotz der kopfballstarken Defensive von Union aufrecht erhalten wird. Und ich bin auch gespannt, mit welchem offensiven Gesicht Union antreten wird. Denn Urs Fischer rotiert in der Offensive sehr häufig durch (Morgenpost). So eine Konsequenz wie beim Schweizer Trainer habe ich bei Union da auch noch nicht gesehen. Das liegt aber auch daran, dass ihm ein Kader zur Verfügung steht, der auch in der Breite individuell sehr stark ist.

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Der Pokalsieg der Eintracht ist (leider) nur die Ausnahme von der Regel, aber trotzdem geil

Als ich gestern Abend mit Maik vom St.-Pauli-Podcast Millernton nach dem Pokalfinale die Treppenstufen des Olympiastadions nach oben stieg, sagte ich: “Das war ein richtig geiler Abend. Aber es tut auch ein bisschen weh, zu wissen, dass unsere beiden Vereine so etwas wahrscheinlich nie mehr erleben werden.”

Pokalübergabe an die Eintracht, Foto: Sebastian Fiebrig

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Wenn Union im Finale gestanden hätte, dann …

Mein Puls beim gestrigen Euro-League-Finale zwischen Liverpool und Sevilla (1:3) hielt sich in Grenzen. Vielleicht weil ich wusste:

Twitter: @Eisern4ever

Wer es vergessen hat, hier geht es ins Archiv.

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Voodoo an der Eckfahne

Ich bin ein Idiot. Jeden Tag mache ich mir die Mühe, zu verstehen, wie Union spielt und warum die Mannschaft erfolgreich oder nicht erfolgreich war. Dabei ist alles ganz einfach. Es liegt an den Eckfahnen. Zumindest in Heimspielen. So jedenfalls der Aberglaube, den Bild/BZ aufdecken. Nach jeder Heimniederlage würden bei Union die Personen gewechselt, die die Eckfahnen einstecken. Eroll gesperrt, Dennis Daube darf keine Kopfbälle machen und Stephan Fürstner kämpft mit den Nachwirkungen seiner Gehirnerschütterungen. Egal. Hauptsache, Achim steckt die Fahnen rein.

Denn der 79-Jährige ist verantwortlich für die Serie von 6 Heimsiegen in Folge. Und gestern hat er sich noch ein bisschen mit positivem Karma aufgeladen, als er von Sebastian Polter geherzt wurde, der aus Madrid für einen Abstecher nach Berlin kam:

Wer nicht an Hokuspokus glaubt, muss auf unsere Defensive vertrauen, dass sie unter anderem Simon Terodde keinen Platz lässt. Wie das gehen soll, könnt ihr hier nachlesen:

Wer sich kurz auf den Stand bei den Baumaßnahmen und der Entwicklung im Union-Nachwuchs bringen will, dem empfehle ich Steffis Artikel im Köpenicker Maulbeerblatt:

Dirk Zingler bei der Vorstellung von Layenberger (Foto: Stefanie Fiebrig)

Auswärtsfans unerwünscht

Weiter südlich gab es im Bezug auf Fanrechte gestern zwei interessante Entscheidungen. Zum einen kippte das Verwaltungsgericht Darmstadt das Betretungsverbot für die Innenstadt, das die Kommune über Eintracht-Fans verhängt hatte.

Das ändert allerdings nichts am Stadionverbot, das der DFB gleich über alle Frankfurter Anhänger für Vorfälle beim Hinspiel ausgesprochen hatte. Was bleibt ist das merkwürdige Gefühl, dass solche Verbote im Abstiegskampf den gegenteiligen Effekt erzielen. Zum einen schüren sie Aggression im Vorfeld und zum anderen dürfte der Aufwand der Polizei so um ein Vielfaches höher sein, weil sie in ein Katz-und-Maus-Spiel in der Darmstädter Innenstadt mit den Eintracht-Fans verwickelt wird, anstatt sie vom Bahnhof zum Stadion und zurück zu begleiten.

Die zweite Nachricht kommt von Dynamo Dresden. Der Aufsteiger in die Zweite Liga hat eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, die darauf abzielen, dass es schwerer wird, sich anonym Karten für Auswärtsspiele zu besorgen. Außerdem zieht sich der Klub aus der Unterstützung für Fanzüge und Entlastungszüge zurück.

Ich verstehe einen Großteil der Maßnahmen von Dynamo nicht als präventiv, sondern als repressiv. Selbst die Umlage von 3 Euro auf Auswärtstickets zur Erhöhung der Anzahl eigener Ordner bei Auswärtsspielen. Nichts davon bekämpft Ursachen, alles geht nur an Symptome. Das ist, als ob ich bei einem überkochenden Topf den Deckel fester zudrücke, anstatt vielleicht die Flamme unten drunter zu reduzieren.

Den DFB oder die DFL mögen diese Maßnahmen nach den Vorfällen rund um den Aufstieg in Magdeburg und Dresden beruhigen. Ich bleibe weiter skeptisch. Im Zweifelsfall hat das den gleichen Effekt wie oben beim Stadionverbot für die Eintracht-Fans. Die problematischen Anhänger werden aus dem Stadion gedrängt, aber sie sind nicht weg. Und ich würde vermuten, dass sie auch nicht weggehen werden. Aber im Falle von Dresden schaue ich tatsächlich nur aus der Ferne drauf. Falls jemand einen Einblick aus der Nähe geben kann, wäre ich sehr dankbar dafür.

Drei Unioner beim 0:0 des Kosovo gegen Eintracht Frankfurt auf dem Platz

Gestern Abend spielte Kosovo mit drei Unionern im Team im Freundschaftsspiel gegen Eintracht Frankfurt 0:0. Angesichts der Thomas-Schaaf-Defensive bei den Hessen weiß ich gar nicht, welcher Mannschaft ich mehr zu den null Gegentoren gratulieren soll.

Kosovo - Frankfurt 2015
Foto: Matze Koch

Von den Unionern stand nur Valmir Sulejmani in der Startelf. Matze Koch war sogar vor Ort.

In der zweiten Halbzeit kamen noch Eroll Zejnullahu und Bajram Nebihi auf das Feld. Wer Interesse an bewegten Bilder hat, bitte sehr:


Eintracht Frankfurt vs Kosovo 0-0 Full… von enteritament

Medial bin ich etwas gelangweilt. Wer Interesse an der Torwartsituation bei Union hat, wird bei BZ/Bild und Kurier sicher fündig. Achtung Spoiler: Noch ist nichts entschieden.

Und ob der VfR Aalen nun zwei Punkte wegen Verstößen gegen die Lizenzbedingungen erhalten hat oder nicht, dürfte zumindest aus sportlicher Sicht bei Union niemand interessieren. Auch wenn die BZ anderes behauptet. Zehn oder zwölf Punkte Vorsprung auf Aalen machen für Union keinen Unterschied. Denn hier gilt allein: Vor dem Erreichen der 40 Punkte jubelt niemand. Noch zwei Siege also.

Es sind die kleinen Dinge

Da wir uns auch sonst so an kleinen Dingen erfreuen können, möchte ich an dieser Stelle behaupten, dass der Union-Fanshop mindestens die schönsten Kartons der Liga verschickt. Ach was, das sind die schönsten überhaupt.