Blog State of the Union

Das Bruderduell gegen Keven könnte für Nico Schlotterbeck wegweisend sein

Nico Schlotterbeck steht vor einer besonderen und richtungsweisenden Partie. Natürlich ist es nichts alltägliches nur zwei Autostunden vom Geburtsort Waiblingen entfernt beim Ex-Klub, bei dem der Innenverteidiger ja auch immer noch unter Vertrag steht, ein Bundesliga-Spiel zu bestreiten. Wenn auf der Gegenseite dann auch noch der Bruder aufläuft, kann man eigentlich nicht mehr von einem normalen Spiel sprechen.

Damals noch in vertauschten Rollen: Keven und Nico Schlotterbeck, Foto: Matze Koch

Doch auch sportlich könnte Unions Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg für den deutschen U21-Nationalspieler maßgebend sein. Nachdem Nico Schlotterbeck in den ersten Spielen mit seinen dynamischen Vorstößen, dem guten Spielaufbau sowie seiner Offensivstärke insbesondere bei Standardsituationen überzeugen konnte und sich schnell einen Stammplatz erarbeitete, ist er nach seiner langwierigen Verletzungspause noch nicht wieder richtig in Fahrt gekommen. Während er in Augsburg teilweise unglücklich agierte, verursachte er in Mainz erst einen Elfmeter und flog später (insgesamt diskutabel) vom Platz.

Nun wird es spannend zu beobachten sein, ob Urs Fischer den 21-Jährigen wieder in die Anfangsformation befördert oder Florian Hübner wie gegen Schalke beginnt. Eventuell stellt der Union-Trainer aber auch auf Viererkette um. Dann würde wohl keiner der beiden starten.

Sollte der hoch-veranlagte Innenverteidiger in den nächsten Spielen nicht zum Einsatz kommen, wird er wohl nicht mehr viele Minuten im Union-Dress absolvieren, da er selbst keine Zweifel aufkommen lässt, dass es für ihn nach der Saison zurück zum Sportclub geht.

Ich persönlich finde das schade und hätte Nico Schlotterbeck gerne noch etwas länger bei Union gesehen. In meinen Augen hat er sehr viel Potenzial ein sehr guter Bundesliga-Verteidiger zu werden.

Falls Schlotterbeck am Samstag eingesetzt wird, muss man sich aber zumindest keine Gedanken darüber machen, dass er gegen seinen Bruder Keven zu körperlos agieren könnte. Auch wenn es schwer sei, gegen seinen eigenen Bruder zu spielen, „würde ich ihn umhauen, wenn es darauf ankommt“, so Nico Schlotterbeck.

Trimmel sieht niemanden, der nervös wird

Im Interview mit dem RBB hat Kapitän Christopher Trimmel erklärt, dass im Team aufgrund der kleinen Ergebnisdelle niemand ernsthaft nervös wird. In Bezug auf die in den letzten Spielen etwas ausbleibende Standardstärke hat Trimmel einen interessanten Aspekt erwähnt, der meiner Meinung nach zu wenig Beachtung findet und sich auch auf das gesamte Spiel übertragen lässt.

Trimmel bei seiner Paradedisziplin, Foto: Matze Koch

Laut Trimmel sind die „Gegner auch so gut beim Verteidigen, dass man das auch akzeptieren muss.“ Ich finde auch, dass sich viele gegnerische Teams besser auf Union eingestellt haben und Union weniger Platz anbieten. Gerade die Mannschaften, die in der Tabelle hinter Union stehen machen das Spielfeld deutlich enger als das vielleicht noch in weiten Teilen der Hinrunde der Fall war.

Allerdings gehört wohl bezüglich Standards mit zur Wahrheit dazu, dass sich Union in den letzten fünf sieglosen Spielen insgesamt nur acht Ecken erarbeiten konnte. Was vermutlich sowohl mit den Gegnern als auch der eigenen Durchschlagskraft zusammenhängt.

Urs Fischer bei Umfrage notenbester Bundesliga-Trainer

Bei der Leserumfrage des Kickers (bisher nur Print) hat Urs Fischer hauchzart den besten Notenschnitt der Liga vor dem Trainer des kommenden Gegners erreicht. Mit einer Benotung von durchschnittlich 1,76 ist der Schweizer von den Leserinnen und Lesern 0,1 Bewertungspunkte besser als Christian Streich eingestuft worden. Unions Management aka Oliver Ruhnert sehen die LeserInnen mit einer Benotung von 2,0 auf Position vier.

Aktion “Ihr könnt auf uns zählen”

Über die tolle von 11Freunde initierte Aktion “Ihr könnt auf uns zählen” haben wir ja schon mehrfach berichtet.

Einige Spielerstatements (u.a. von Christopher Trimmel, Max Kruse und Christian Gentner) findet ihr hier oder in der neuen 11Freunde-Ausgabe.

Da gibt’s was auf die Ohren: Podcast-Empfehlungen

Der ewige Micha ist „wieder mal“ bei einem Podcast dabei. Und wieder mal ist er bei „Wir – Union vereint“ ein äußerst sympathischer Gesprächspartner. Dabei gibt er Einblicke in sein Privatleben während des Lockdowns, über sein Karriere-Ende und was er aktuell so macht. Dabei verrät er auch, warum ihn der Profifußball bisher „in keiner Sekunde gefehlt“ hat.

Außerdem möchte ich euch auf einen noch ziemlich neuen Podcast aufmerksam machen, der von einem Unioner betrieben wird. Der „beyond the ball“-Podcast bringt gesellschaftliche und politische Fragen mit Fußball bzw. Sport in Zusammenhang. In der aktuellen Folge geht es um das Risiko für Berufsportler*innen durch Covid-19.

Und sonst so

Ich bin über den Abgang von Christopher Lenz immer noch etwas traurig. Aber immerhin geht er zu einem der wenigen sympathischen Vereine in der Bundesliga. Auch und vor allem wegen Aktionen wie dieser hier.

Anlässlich des gestrigen Champions-League-Spiels von Dortmund in Sevilla, berichtet ein Dortmund-Anhänger wie schrecklich die letzte Auswärtsfahrt nach Sevilla für viele BVB-Fans war. Stichwort: Polizeigewalt bei Fußballspielen.

5 Kommentare zu “Das Bruderduell gegen Keven könnte für Nico Schlotterbeck wegweisend sein

  1. Andi der Kroate

    „Wenig sympathischen Verein“ liest sich anders als gemeint, oder?

  2. Du meinst wahrscheinlich/hoffentlich: ” …einem der WENIGEN sympatischen Vereine…”

  3. “zu einem der wenigen sympathischen Vereine” würde ich sagen

  4. Felix Morgenstern

    Danke euch, ich habe es geändert! Was zwei Buchstaben für einen Unterschied machen…

  5. „immerhin geht er zu einem der wenigen sympathischen Vereine in der Bundesliga“

    Das können nur Leute sagen, die nie in Frankfurt gelebt haben. ;-)

    Dieses überall Frankfurt gut finden wundert mich schon irgendwie, zumal die Stadt für Auswärtsfans schon immer heikel war. Da gabs es regelmässig auf die Mütze.

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