Blog State of the Union

Rafał Gikiewicz will besser sein als Union

Für ein bisschen Aufregung hat gestern ein Interview mit Rafał Gikiewicz bei Sport1 gesorgt. Darin sagt Gikiewicz, dass es eines seiner Saisonziele sei, besser abzuschneiden als Union, um zu zeigen, dass der Verein ihm besser einen weiteren Vertrag nach seinen Vorstellungen gegeben hätte.

Das sind natürlich Sätze, die sich gut auf Zitatkacheln für soziale Netzwerke machen. Und sie sprechen wenigstens für eine eigenwillige Interpretation davon, immer Unioner zu bleiben, wie es Gikiewicz bei der Verkündung seines Abschied gesagt hat. Aber ich kann mich darüber auch nicht aufregen, denn ich sehe darin vor allem eine Weise für Gikiewicz, sich einen Reizpunkt zu setzen, an dem er sich abarbeiten und damit anspornen kann. Dass Gikiewicz sich gern so motiviert, wird auch im Buch von Christoph Biermann deutlich. Darin steht etwa:

Er war ein guter Torwart mit besonderen Fähigkeiten, hatte aber auch klare Schwächen, und es kam auf den Spielverlauf oder seine Befindlichkeit an, was gerade den Ausschlag gab. Er brauchte deshalb immer ein »Feindbild«, wie Physiotherapeut Max Perschk das nannte: »Es muss etwas geben, was schuld ist«, sagte Gspurning.

In dem Buch wird außerdem klar, dass Gikiewicz bei Union zwar sportlich durchaus für seine spezifischen Qualitäten geschätzt wurde, aber auch intern immer mal recht anstrengend war. Das gehört vielleicht auch zum Mix der Gründe, aus denen sich Union gegen eine Vertragsverlängerung mit ihm entschieden hat.

Gikiewicz
Union-Trainer Urs Fischer und Rafal Gikiewicz begegnen sich beim Spiel gegen Augsburg, Photo: Matze Koch

Apropos Buch von Christoph Biermann: Wir nehmen heute einen Podcast mit ihm auf. Falls ihr also noch Fragen oder Anregungen dazu habt, schreibt sie gerne in die Kommentare.

Inzwischen sind auch einige Rezensionen des Buches erschienen, die sehr positiv ausfallen und sich vor allem damit beschäftigen, wie nah Biermann an der Mannschaft war, und was für das Buch daraus wurde. So in der Neuen Zürcher Zeitung (Bezahl-Link) und in der Süddeutschen Zeitung.

Was gibt es neues von Union?

Gegen Ende der Länderspielpause: Wenig. Joel Pohjanpalo ist noch mit Finnland unterwegs, ebenso wie Christoper Trimmel mit Österreich, und man hofft dabei vor allem, dass es nicht zu Situationen mit erhöhter Ansteckungsgefahr kommt, wie es in vielen Mannschaften in dieser Woche der Fall war.

Auch die Berliner Medien haben wenig über Union zu schreiben. Die BZ fragt eine Medizinerin, was sie von Max Kruses Diät-wie-man-sie-auf-Instagram-sieht hält.

Und Andreas Baingo zählt in seiner Kolumne durch, wie viele Berliner bei Union spielen.

Derweil schreibt der Kicker, dass durch den Anstieg der Corona-Fallzahlen in vielen Orten in Deutschland auch für die Übertragung von Bundesliga-Spielen logistische Probleme entstehen.

Und von wegen Corona und wie man sich darauf einstellt, mit der Pandemie umzugehen diese Meldung aus Köln:

Union-Aktionen

Trotz der Pandemie sollen zwei soziale Aktionen von Union stattfinden: Zum einen das Saubermachen des Wuhle-Ufers am Samstag, zu dem man sich allerdings im Vorfeld anmelden muss.

Und zum anderen die Aktion “Unioner helfen – Winter, mollig warm”, die (brauchbare!) Winterkleidung, aber auch Hygieneartikel und Gebrauchsgegenstände für Bedürftige sammelt. Die kann man nachmittags an einigen Tagen Ende Oktober und Anfang November abgeben:

11 Kommentare zu “Rafał Gikiewicz will besser sein als Union

  1. Huhu
    …und Anfang NOVEMBER …fehlt ein Wort im Abschnitt zum Aufruf zum sammeln von Kleidung etc.

  2. Danke erstmal für Eure Arbeit!
    Ich schätze es grundsätzlich, dass ihr auch mal kritische Töne über einzelne Aspekte des Vereins äußern könnt und nicht alles nur durch die rot weiße Brille seht.

    Kompliment auch an an Christoph “Schleichi” Biermann für das tolle Buch!

    Ich habe noch die Frage, in welcher Beziehung er während seiner Arbeit am Buch zu den Filmemachern Daniel Becht und Marc Rademacher stand?

    Im Buch werden die beiden mit keiner Silbe erwähnt (zumindest wäre mir das entgangen) und im Film war Biermann (wenn überhaupt) nur einmal ganz kurz im Hintergrund mal zu sehen. Gab es ggf. eine Konkurrenzsituation oder Befürchtungen, dass alle gehen müssten, wenn es “dem Sport” zu viel wird? Hat man sich möglicherweise über die Aspekte von Union ausgetauscht und sich Tipps gegeben?

    Bemerkenswert finde ich es nämlich schon, dass sich der Verein in seiner ersten BuLi-Saison sowohl von einem Buchautor als auch von einem Filmteam begleiten lässt.

  3. Zu Christoph Biermann: Mich würde interessieren, in welchem Ausmaß Inhalte aus Rücksichtnahme oder aufgrund von Intervention des Vereins nicht im Buch gelandet sind.

    • Biermann sagte das C.Arbeit als einziger das Manuskript vor Veröffentlichung laß. Von Absätzen die rausmußten hat Biermann nichts gesagt.

  4. Fußball ohne Zuschauer im Stadion und ohne TV, da bekommt doch der Begriff “Geisterspiele” mal eine ganz neue Bedeutung.

  5. Zu Christoph Biermann:
    ähnliche Frage wie Basti. Was ist die beste/interessanteste Geschichte/Anekdote, die es nicht ins Buch schaffte.

  6. Maria Draghi

    Karius: “…mit Union was erreichen zu können, mit einer Mannschaft, die jung … ist”

    Mit 26,9 Jahren Durchschnitt älteste Mannschaft der 1. Liga. … :-)

    • Vielleicht meint er jung in Bezug auf die Ligazugehörigkeit :)

  7. Maria Draghi

    Im Kurier ist heute übrigens ein Artikel bzgl. der Bremer (Klassenerhalts-Dankes-)Spende.

    Interessantes Detail: 13.875 € Transaktionsvolumen, 756 € Gebühren. In Summe also 5,4% des transferierten Volumens.

    Manchmal denke ich mir: Merkt eigentlich niemand, dass viele “moderne” Finanzdienstleistungen (via App usw.) in Wahrheit sogar teurer sind als die bei den “altmodischen” Banken?

  8. Torsten Schlüter

    Gieckewicz! Gieckewicz!Gieckewicz!
    Nur mal zu Erinnerung für alle Schlaumeier, die irgendwelche Statistiken entdeckt haben wollen, die sowieso gegen Rafa Gieckewicz sprechen.
    Den Aufstieg in die erste Liga ohne sein verrücktes Tor zum 1:1 in der Nachspielzeit gegen Heidenheim hätte es höchstwahrscheinlich gar nicht gegeben!
    Und seine grössenwahnsinnig anmutende “Drohung” zu saisonbeginn achtmal zu Null spielen zu wollen als Aufsteiger und Abstiegskandidat Nr.1 – das hat er geliefert!!!
    Für mich der stärkste Torwart, sorry Potti !!! (Nr. 1B…), den Union je hatte.
    Von seinem mentalen Siegeswilleneinfluss auf das Team nur mal ganz zu schweigen.
    Also es bleibt einfach nur einen Riesenrespekt!
    Nun braucht er neue Ziele. Und einen Platz vor Union am Ende stehen, gönne ich ihm gerne, so lange Augsburg nicht gerade 15. oder 16. am Ende wird…
    UnvEU!

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