Julian Ryerson ist in Frankfurt nicht aufgefallen, und das ist sehr gut

Dass Julian Ryerson am Montag in Frankfurt für Union von Beginn bis Ende gespielt hat, ist nicht besonders aufgefallen. Und das ist ein großes Lob. Denn wer auch nicht besonders aufgefallen ist, war Frankfurts Filip Kostić. Und schon das bedeutet, dass Ryerson in seinem dritten Spiel über mehr als zwanzig Minuten in dieser Saison seine Sache sehr souverän gemacht hat.

Julian Ryerson Union Berlin

Julian Ryerson ist der jüngste Spieler des 1. FC Union in dieser Saison, hier mit Sebastian Andersson nach dem Tor zum 2:0. Photo: Matze Koch

So steht Ryerson auch im Mittelpunkt der Kolumne von Andreas Baingo. Aus der lernen wir auch, dass Union mit Detlef Helms den jüngsten Spieler der DDR-Oberliga-Geschichte stellt, der danach aber leider keine gelungene Karriere hatte.

Der RBB geht darauf ein, wie der Boykott des Montagsspiels durch die Frankfurter Ultras auf die Unionfans in Frankfurt wirkte und hat dafür auch mit mir gesprochen.

Und das sind die anderen Berichte der Berliner Medien – allesamt wenig verwunderlich in ziemlich jubelndem Ton:

Dabei sieht man auch wieder einmal schön, wie Ergebnisse die Wahrnehmung von Prozessen färben, die eigentlich nicht direkt etwas mit dem Spielergebnis zu tun haben. So wird Unions Sieg in Frankfurt als Zeichen gewertet, dass die Nebengeräusche von Sebastian Polters Interview die Mannschaft nicht stören. Dabei hätte Union im Waldstadion ja auch aus vielen anderen Gründen schlecht spielen, oder mit genau derselben Leistung und etwas mehr Pech das Spiel auch verlieren können. Wie Urs Fischer, Oliver Ruhnert etc. die Sache von Polters Wortmeldungen intern moderiert haben, wissen wir dagegen einfach nicht.

Podcasts

Über Sebastian Polters Situation und seine Aussagen haben wir auch im Podcast länger gesprochen (ich sage wir, auch wenn ich wegen Tonproblemen zwischen Cottbus und Berlin nicht mitreden konnte).

Und neben dem Textilvergehen-Podcast ist auch Union am Ball, unsere Kooperation mit Radioeins, mit der Folge zum Frankfurt Spiel erschienen. Es geht natürlich um das Spiel am Montag, die Auswärtsfahrt und den Frankfurter Fan-Protest. Und um die Proteste gegen Dietmar Hopp und Hoffenheim sowie die Auswärtssperre, die der DFB den Anhängern von Dortmund für Spiele in Sinsheim auferlegt hat.

Und sonst so

Nachdem der Hertha-Spieler Jordan Torunarigha beim Pokal-Spiel gegen Schalke rassistische Beleidigungen hören musste, hat ein Professor für Sport-Marketing an einer privaten Universität, Stefan Chatrath, die unsinnigste Meinung dazu veröffentlicht: dass Emotionen im Stadion rassistische Form annehmen, müsse man im Allgemeinen und der Betroffene im Besonderen aushalten.

Als Konsequenz auf diese Äußerungen hat der Landessportbund Berlin sich davon distanziert. Für den LSB war Chatrath in einer wissenschaftlichen Kommission tätig, das Präsidium des LSB will heute darüber entscheiden, ob er das weiterhin ist. Die private Institution “University of Applied Sciences Europe” hat Chatrath “mit sofortiger Wirkung von allen Lehrtätigkeiten entbunden”. Nachlesen kann man das unter anderem bei David Joram im Tagesspiegel und kommentiert wird es etwa von Philipp Köster bei 11Freunde.

Zum Schluss: Schöne Sticker

Und da die Union-Welt ja gerade große Sticker-Euphorie empfindet, hier noch zwei sehr schöne Motive: Eins das nicht neu, aber großartig ist und wieder mal entdeckt wurde …

… und eins, das ich zumindest bisher nicht kannte:

2 Gedanken zu „Julian Ryerson ist in Frankfurt nicht aufgefallen, und das ist sehr gut

  1. Ich finde die aktuellen Klebis (welche es nicht am Szene Stand gibt) auch sehr sehr gelungen.
    Schön wäre eine Möglichkeit alle aktuellen Kunstwerke zu sehen und eventuell auch bestellen zu können. Mir gefallen auch die Stadtmeister Klebis in ihren diversen Formen.

  2. Pingback: Der 1. FC Union Berlin hat vor dem Spiel gegen Wolfsburg keinen Druck › Textilvergehen

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