Für Sebastian Andersson war das Spiel gegen Leipzig ein Weckruf

Der schwedischen Fußballseite Fotbollskanalen gab Sebastian Andersson ein Interview, in dem er sagte: “Es gibt keine einfachen Matches, daher ist es schwer zu sagen, in welchen Spielen man Punkte sammeln soll. Das kann in allen Spielen passieren, aber wir haben auch eine Lektion gegen Leipzig erhalten. Das nächste Spiel ist gegen Dortmund und da dürfen wir in bestimmten Situationen keine Fehler machen und den Ball verlieren.” Außerdem sprach er noch einmal über das 0:4 gegen Rasenballsport Leipzig: “Ich denke, es war gut, dieses Match als “Weckruf” zu bekommen. Nach dem Spiel war es ein bisschen schwer, aber im Nachhinein finde ich es gut.” Dass Andersson auf der Bank gesessen hat danach, habe ihm Trainer Urs Fischer nicht extra erklärt, aber er hätte mit der Einwechslung gezeigt, wozu er zu spielen imstande ist.

Sebastian Andersson nach seinem Bundesliga-Tor beim 1:1 gegen den FC Augsburg

Sebastian Andersson nach Unions ersten Bundesliga-Tor beim 1:1 gegen den FC Augsburg, Foto: Matze Koch

Wie sehr das Spiel gegen Leipzig ein Weckruf war, werden wir erst nach 5 bis 10 Spielen sehen. Aber wenn es die Sinne der Spieler noch einmal geschärft hat, dann hatte es wenigstens in sportlicher Sicht etwas Gutes.

Auf merkwürdige Art gut ist das Sportgerichtsverfahren gegen Keven Schlotterbeck gelaufen. Der Verteidiger bekam 2 Spiele Sperre für die Rote Karte gegen Augsburg (Vereinsmitteilung). Das ist die Mindestsperre für das Vergehen und damit dürfte auch klar sein, warum Union der Strafe zugestimmt hat. Die Morgenpost sieht das etwas anders, nimmt dafür aber auch eine andere Perspektive ein. Sie schreibt: “Die Zwangspause kommt für Schlotterbeck zu einem ungünstigen Zeitpunkt.” Konkret geht es um den Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung. Und ja, es ist durchaus möglich, dass Schlotterbeck seinen Startelf-Platz nun für einige Zeit, und damit länger als die Sperre dauert, verlieren kann, weil sich Neven Subotic und Marvin Friedrich einspielen können. Für mich ist die wichtigere Perspektive allerdings, die geringe Dauer der Sperre.

Die Bild sorgt sich darum, ob Union weiter auf dem großen Kader sitzen bleibt. Angesichts der Tatsache, dass Unions Mannschaft nicht so wahnsinnig viel größer ist als die anderer Teams, empfehle ich da etwas Gelassenheit. Allerdings gehe ich dabei mit, dass Jakob Busk und Lennard Maloney wahrscheinlich noch den Klub verlassen dürften. Ersterer wollte schon im Winter weg, weil er an Rafal Gikiewicz nicht vorbei kommt und letzterer sucht eine Leihe, wo er Spielpraxis bekommt.

Hier übrigens mal eine Darstellung von Unions Transfers im Kontext der Bundesliga:

Das sind andere Berichte der Berliner Medien:

Rund um Union

Für das Spiel in Leverkusen gibt es den Virus-Sonderzug und noch Tickets:

Und für die Heimspiele gegen Bremen und Frankfurt wird Union wieder auf das Losverfahren für Mitglieder zurückgreifen:

Und sonst so?

Nachdem es in der Zweiten Liga zum Ritual zu werden scheint, gegen HSV-Spiele Protest einzulegen, weil die persönlichen Angaben von Bakery Jatta zu seiner Person angezweifelt werden, gibt es einen Kommentar in der Zeit, der sich eher dem Aspekt der Moral als dem Inhalt von Statuten widmet. Dabei geht es auch um Pfiffe gegen Bakery Jatta im Spiel beim KSC: “In Karlsruhe wurde er bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Das wird auch mit den öffentlich gemachten Protesten der Vereine zu tun haben.” Ich finde das durchaus unredlich, weil das nicht bewiesen werden kann, sondern schlicht angenommen wird. Und der Text ignoriert die ausführliche Stellungnahme der Supporters Karlsruhe, die vor dem Spiel in ihrem Kurvenflyer schrieben:

Nebenbei, die drei Punkte sollten im Spiel gegen den HSV durch eine sportliche (Glanz-) Leistung auf dem Platz und keinesfalls durch eine Protestnote am grünen Tisch eingefahren werden! Eine mögliche Niederlage somit an einem einzigen Spieler, dessen Herkunft augenscheinlich unklar ist, festzumachen ist keinem Fußballverein – auch nicht unserem KSC – würdig! Fußball verbindet, über Grenzen und Nationalitäten hinweg und vor allem sollte er auf dem Fußballplatz und nicht vor dem – sowieso fragwürdigen – Sportgericht entschieden werden!

Die Fans stellen die Pfiffe in den Kontext der Schiedsrichterleistung aus dem Relegationsspiel gegen den HSV und das von ihnen wahrgenommene unsportliche Verhalten Jattas auf dem Platz.

Es wäre natürlich vermessen zu behaupten, unter den 15.000 Zuschauern wären nicht auch solche, die eine andere Auffassung in sich tragen, als die Werte für die wir alle einstehen und die den Fußball zu dem machen, was er ist: Ein verbindender (Mannschafts-)Sport über alle Grenzen, Herkünfte und Religionen hinweg. Stellt doch das breite Publikum in einem Stadion auch ein Spiegelbild der Gesellschaft dar. Den wenigen, die in das Pfeifkonzert eingestimmt haben um ihre persönliche Unzufriedenheit aufgrund der Tatsache das es sich bei Bakery Jatta um einen ehemaligen Flüchtling und Menschen mit anderer Hautfarbe handelt, sei mehr als deutlich gesagt, dass ihr Hass und ihre eingeschränkte Sicht- und Denkweise keinen Platz in unseren Kurven haben und wir jeden Fan auffordern, sich diesem Gedankengut im Block entgegen zu stellen!

Die Polizei in Gelsenkirchen hatte nach dem Fußballspiel auch zu tun. Es ging aber wohl nur um den Taschentuchvorrat auf dem Revier:

Und viel Respekt für diesen russischen Reporter:

Ein Gedanke zu „Für Sebastian Andersson war das Spiel gegen Leipzig ein Weckruf

  1. Vielleicht ist unser Kader ja auch so groß damit unsere Verteidiger richtig eisern agieren können!?😉

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