Oliver Ruhnert muss Urs Fischer immer noch Platz machen

Nachdem sich die Mannschaft gestern noch schöne Bergpanoramen anschauen konnte, macht sie sich heute Morgen auf den Weg nach Wien, wo am Abend um 19 Uhr das Testspiel gegen die Vienna im Stadion Hohe Warte ansteht (live auf AFTV). Ich bin ein bisschen neidisch auf alle, die in diesem Stadion (in dem die Vienna schon im 19. Jahrhundert gespielt hat) Union anschauen können. Und dann vielleicht in Wien auch noch zu so schönen Orten wie der Vollpension gehen können.

Union in Wien Juli 2019

Das phantastische Café Vollpension in Wien, Foto: Daniel Roßbach

Was den Testspielgegner Freundschaftsspiel-Partner First Vienna besonders macht, ist nicht nur, dass der Verein in diesem Sommer sein 125-jähriges Jubiläum feiert, und damit der älteste Fußballverein in Österreich ist. Sondern auch, dass der Verein, der aktuell in der vierten Liga in Österreich spielt, eine recht stabile antifaschistische Fanszene hat. Und dass der Verein in den letzten Jahren einige Male am Rand des finanziellen Kollaps stand.

Mich würde nach einem Besuch an (in? auf?) der Hohen Warte übrigens interessieren, ob man sich dieses Stadion wirklich mit einer Kapazität von 85.000 vorstellen kann, die es einmal hatte, als es das größte Stadion in Europa war.

In den Berliner Medien geht es heute um Neven Subotic, der ins Mannschaftstraining einsteigt, Grischa Prömel und die Weise, in der Urs Fischer mit dem großen Kader umgeht. Dabei scheint durch, dass Fischer lieber mit einem etwas kleineren Kader umgehen würde. Dass Fischer und sein Team sich Gedanken darüber machen mussten, wie sie die gut 30 Spieler auf dem einen zur Verfügung stehenden Platz effektiv trainieren lassen können, ist der plakative Ausdruck dafür, dass sich da wohl noch etwas tun soll. Aber das ist ja auch nichts neues, und echte Hinweise, wer Union vielleicht noch verlassen könnte, gibt es nicht. Und Fischer selbst sagt, dass dafür Oliver Ruhnert zuständig sei.

Und nach der denkwürdigen Stuttgarter Mitgliederversammlung (mehr darüber zum Beispiel im STR-Podcast), auf der auch Christian Gentner eine zukünftige Position beim VfB in Aussicht gestellt wurde, sagt der Mittelfeldspieler im Kurier wenig überraschend, dass er sich jetzt erstmal auf Union konzentrieren wolle.

Union hat gestern bekannt gegeben, wann und wie es Karten für das erste Pflichtspiel der Saison, im Pokal in Halberstadt, gibt: ab dem 22. Juli zunächst nur online für Mitglieder, und für 15 Euro für Stehplätze (Kinder bis zwölf Jahren ermäßigt 10) und sogar 35 Euro für Sitzplätze.

Und sonst so

Der Fall eines Menschen, der am Rande des CSD in Köln von Polizisten misshandelt wurde, und einer Polizistin, die das vor Gericht bestätigt hat und dadurch Nachteile erlitten hat, ist an einigen Stellen medial aufgegriffen worden. So auch im Handelsblatt, das in diesem Artikel auch Recherchen zu rechtsextremen Umtrieben in der Polizei zusammenstellt und in diesem Zusammenhang den problematischen Korpsgeist kritisiert. Gerade mit diesem haben auch Fußballfans immer wieder zu kämpfen.

19 Gedanken zu „Oliver Ruhnert muss Urs Fischer immer noch Platz machen

  1. Hi, danke für den Beitrag! Wieder Mal hervorragende Morgenlektüre.

    Aber die Tickets gibt’s ab 22.7., nicht ab 11.

    Schönen Tag noch, eisern.

  2. Was soll dieser Blödsinn mit antifaschistischer Fanszene…?
    Schreib über den Verein die Tradition die er Verein hat und gut ist!

  3. @Dirk: Getroffene Hunde…?

    Weiter so Textilvergehen. Ihr verstehts :)
    Vielen Dank für eure Arbeit.

  4. @Dirk: Was aber nun, wenn eine antifaschistische Fanszene zu der Tradition des Vereins gehört? Was dann?

  5. Die Redakteur*innen hätten noch erwähnen können, dass die stabile Fanszene auch antisexistisch ist.

    Großes Lob. Ihr macht eine tolle Arbeit!

  6. Ich finde, die Frauen von Union werden von Daniel Roßbach recht häufig diskriminiert! Heute gab es ein spannendes Testspiel. Textilvergehen verschweigt das. o_O

  7. @musiclover das Ding ist, du hast natürlich ein bisschen recht. Wir könnten da besser sein. Aber um ganz ehrlich zu sein hab ich in letzter Zeit auch Testspiele der Männer ignoriert.

  8. @Dirk ach… Aber klar, ich hätte natürlich auch darüber schreiben können, dass die erfolgreichste Zeit der Vienna in die der Nazi-Diktatur fällt.

  9. Viel erschreckender ist, dass Union bzw. die für den Inhalt der Webseite Verantwortlichen, die Union-Frauen „diskriminieren“. Ich wollte mir heute den Spielplan für die neue Saison anschauen und ein Wochenende raussuchen, an dem ich mit meiner Tochter ein Spiel anschauen könnte. Die Webseite (Spieltag/Tabelle) ist auf dem Stand vom 15. Spieltag der Vorsaison…

    https://www.fc-union-berlin.de/de/fussball/frauen/frauen-1/spieltag-tabelle/

    Immerhin hat der Kicker für die Frauen-RL den Spielplan schon aktualisiert.

  10. Immerhin wurde mein Hinweis „in die zuständige Abteilung weitergeleitet“ und „dort kümmert man sich um die schnelle Bearbeitung meines Anliegens“…

  11. Falls es jemanden interessiert: IT-Problem (nicht aktualisierte Tabelle der Vorsaison) und fehlende Freigabe durch Spielleiter NOFV (Spielplan der neuen Saison).

  12. Ganz wichtig die tolle antifaschistische Fanszene von Vienna zu erwähnen und auf Rechtsextremismus in der Polizei zu zeigen. Keine Sorge auch das dümmste Schaf erkennt in welche Richtung dein Text uns führen soll. Ekelhaft das ganze unter den Deckmantel Union zu tarnen.

  13. Guter Text, tolle Beiträge zur Fanausrichtung in Wien und über den Rechtsextremismus in der Polizei. Das sind leider Erfahrungen, die ich am 8. Mai in Karlshorst schon selbst machen musste, als die NPD einen Stand vor dem Kapitulationsmuseum aufstellte, während internationale Gäste kamen. Da haben wir uns (Mitglieder der Linken, engagierte Bürger) uns mit etwas Abstand gegenüber vom Stand positioniert. Die Hundertschaft der Polizei meinte nur netterweise, während sie uns eng umschloss, sie würde uns linkes Pack am liebsten wegräumen. Dass da sogar Bundestagsabgeordnete dabei waren, war egal.

  14. danke für diesen “ekelhaften” ;-) link, @autor!
    dank für eure arbeit, überhaupt, @TV-team!

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