Die K.o.-Mentalität fehlt noch

Keine Ahnung, wie es euch gestern ging, aber meine Hände haben gestern noch zehn Minuten nach dem Abpfiff gezittert. Weil Union den 3:0 Vorsprung gegen Duisburg nicht halten konnte. Weil Dennis Daube nicht das vierte Tor macht. Weil Christopher Trimmel den Elfmeter verschießt. Weil die linke Seite so viel schwächer in der Defensive wirkte als die rechte. Weil unglaublich viele Ballverluste im Spiel waren. Weil sich Toni Leistner verletzte und wohl ausfällt.

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Foto: unveu.de

Fußball ist so ungerecht, dass ich es kaum noch aushalte. Wäre das Spiel gerecht, hätte Union gegen Fürth unentschieden gespielt, gegen Frankfurt gewonnen und wäre gestern gegen Duisburg maximal zu einem Remis gekommen. Aber ich möchte mich nicht mehr als nötig über einen Sieg und dessen Zustandekommmen beschweren. Denn zwar hat Duisburg ungleich mehr in die Partie investiert, aber die hochkarätigen Chancen hatte Union. Und ohne die Qualität, viele Tore zu schießen, hätte Union in dieser Spielzeit ein noch größeres Problem.

Das sagen die Berliner Medien zum 3:2 über Duisburg:

Hier sind die Fotos von der Partie:

Gestern gab es noch das Wiedersehen mit Martin Dausch:

dauschbrandyFoto: unveu.de

Und mit Sebastian Polter, der sich vom Berliner Hipster nur noch dadurch unterscheidet, dass er ein mindestens dreimal breiteres Kreuz hat. Der Bart allerdings hat definitiv Mitte-Style.

Das Wiedersehen mit Polti war nicht nur für Fans ein Fest, sondern auch für Journalisten. Hier sehen wir, wie er Matze Koch im Medienarbeitsraum etwas direkt ins Laptop spricht. Das sind kurze Wege 😄 Fotografiert von Max Bosse (Berliner Zeitung).

 

Gestern ging es im Programmheft auch darum, ob Union ein politischer Verein ist. Meine Haltung und die der ganzen Redaktion des Textilvergehens ist da eindeutig. Union ist ein Fußballverein, der eine politische Haltung hat. Das wird sehr häufig mit parteipolitischer Haltung verwechselt. Es geht darum, dass Menschen nicht diskriminiert werden für die Art wie sie sich zu leben entschieden haben und auch nicht für ihr Aussehen und ihre Herkunft.

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Zusätzlich, und darüber bin ich sehr froh, existiert der 1. FC Union nicht im luftleeren Raum, sondern hat auch eine geographische Heimat, in der er sich engagiert. Das können so kleine Dinge wie die Wuhle-Patenschaft sein, aber auch das neue Fanprojekt gehört genauso dazu wie die Unterstützung für Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen. All das ist genau so politisch wie der Einsatz des Vereins für die Rechte von Fans.

Unser Partner Union Berlin hat die Tickets spendiert, wir haben die Mannschaft zum Sieg angefeuert. Guter Deal!

Gepostet von IB-Wohnheime für geflüchtete Menschen in Treptow-Köpenick am Samstag, 26. September 2015

Und noch ein letztes Wort dazu: Ich gehöre zu den Menschen, die Union immer dafür kritisiert haben, sich zu sehr in die Schmollecke in Köpenick zurückgezogen zu haben, anstatt aktiv in der Partei-Politik für die eigenen Interessen zu lobbyieren. Das war sicher nach dem Untersuchungsausschuss Mitte der 90er wegen eines Grundstücksdeals nicht einfach. Zudem war auch die Berliner Politik-Elite der 90er sehr westberlinerisch geprägt. Aber ich muss sagen, dass zumindest dieses Defizit in meiner Wahrnehmung zu einem Teil behoben ist. Union wird als seriöser Partner wahrgenommen. Und es gibt mehr und mehr Unionfans, die politische Ämter in Berlin übernehmen. Auch das gehört dazu.

Die Sache mit dem NPD-Funktionär im Zug

Ein Thema habe ich hier in den letzten Tagen ignoriert, weil mir die Nachrichtenlage dazu zu dünn war. Auf der Rückfahrt von Frankfurt hätten 50 Unionfans einen NPD-Funktionär nach dessen eigener Aussage durch den Zug geprügelt. Für mich war die Quellenlage schwierig, weil es nur Screenshots gab und die Originalquelle (die Facebookseite des NPD-Funktionärs) nicht öffentlich einsehbar war. Doch die Märkische Allgemeine Zeitung hat mal nachgefragt.

Und siehe da: Aus 50 Unionfans (Aussage NPD-Funktionär) wurden laut Bundespolizei nur noch zehn bis 15 und er habe den Zug freiwillig verlassen. Ich persönlich halte nichts davon, anderen Leuten Gewalt anzudrohen. Allerdings sollte man sich als NPD-Funktionär nicht wundern, dass Unionfans wenig begeistert von der Partei sind, die ihre Zentrale in Köpenick hat und mit ihren Aktionen gegen andere Menschen regelmäßig auch den Bezirk in Verruf bringt.

Das vermeintliche Statement des NPD-Funktionärs findet ihr hier. Da das nicht öffentlich bei Facebook gepostet wurde, kann ich die Echtheit des Postings ebensowenig überprüfen wie die Kommentare darunter (hier und hier).

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