Die DFL lockert das Hygienekonzept, das hat aber null Auswirkungen auf uns Fans

“DFL und DFB verkünden Lockerungen” liest sich erst einmal super als Überschrift beim Kicker. Aber am Ende hielt sie nicht, was sie versprach. Die ab sofort geltenden Lockerungen betreffen nur die Maskenpflicht bei Ersatzspielern und Vierten Offiziellen, sowie die Zahl der anwesenden unabhängigen Journalisten (also nicht von Rechte-Inhabern wie Sky, Dazn oder Amazon). Die steigt auf 26. Von Zuschauern ist weiter keine Rede. Wobei ich mir da auch wenig Illusionen mache für die Zukunft. Aber ganz ehrlich: Das wäre die einzige Lockerung, die mich interessiert, denn ich habe wahnsinnige Sehnsucht nach dem Stadion an der Alten Försterei.

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Dann müssen wir halt selbst für den Klassenerhalt sorgen

“Dann müssen wir halt selbst für den Klassenerhalt sorgen”, sagte Steffi gestern, als ich ihr die Bundesliga-Ergebnisse am Abend vorlas. Und ich finde, dass es genau diese Haltung sein kann, die uns und die Mannschaft durch diesen Abstiegskampf tragen kann. Kein Lamentieren. Kein hätte wenn und aber. Einfach durch und selbst dafür sorgen, dass das Thema erledigt wird. Es ist ein bisschen, als würden wir den Bundesliga-Ergebnissen entgegen rufen “Na watt denn!”

"Gib niemals auf und glaub an dich!" Das T-Shirt zum Abstiegskampf, Foto: Daniel Roßbach

Das T-Shirt zum Abstiegskampf, Foto: Daniel Roßbach

Da ist es egal, in welcher Form der FC Schalke zu uns kommt. Da ist es egal, dass es Robert Andrichs Spiel zwischen zwei Sperren werden wird (gegen Mönchengladbach war er Gelb-Rot gesperrt und mit 9 Gelben Karten steht er vor einer erneuten Spielstrafe). Oder dass eventuell Christopher Lenz doch nicht ganz so fit ist (Kurier vom Freitag). Es ist einfach egal. Ich will sehen, wie die Schalke-Spieler genervt sind von Union. Ich will sehen, dass ihnen jegliche Lust am Spiel vergeht. Ich will einfach nur eine Mannschaft sehen, die sich auf ihre Stärken besinnt.

Das sind die Vorberichte der Berliner Medien:

Der Spiegel berichtet über den Sebastian-Polter-Fall

Es muss schon viel passieren, dass der Spiegel (Bezahl-Link) in seiner Heftausgabe über den 1. FC Union Berlin schreibt. Der Bruch mit Sebastian Polter rund um die Stundung und/oder den möglichen Verzicht auf einen Teil des Gehaltes nimmt das Magazin zum Anlass, um über ähnliche Fälle in der Corona-Krise zu berichten (Basketball, Eishockey), die schwache Vertretung von Spielern zu betrachten (das Fehlen einer starken Gewerkschaft als Ansprechpartnerin für solche Art von kollektiven Verzicht/Stundung und der Frage nach Gehaltsobergrenzen nachzugehen.

Ich sehe das als Anfang einer Debatte und bin gespannt, ob Spieler in Deutschland weiter lieber als Einzelkämpfer unterwegs sind und so mehr für sich herausholen können oder ob es demnächst doch mal grundsätzliche Vereinbarungen in Form einer Spielergewerkschaft für die Bundesliga und Zweite Liga geben wird. Das wäre aus meiner Sicht durchaus ein Weg, um das Beraterbusiness ein wenig auszutrocknen und dürfte damit auch im Sinne der Vereine sein.

Auch das aktuelle Stadionheft nimmt das Thema Reform des Fußballs auf. Es geht aber vor allem noch einmal um einen Abdruck der Vorschläge der Fanszenen Deutschlands.

Stadionheft zum Geisterspiel des 1. FC Union gegen den FC Schalke 04

Stadionheft zum Geisterspiel des 1. FC Union gegen den FC Schalke 04

Und sonst so?

Der Nordostdeutsche Fußballverband hat am Freitag nicht nur einfach die Regionalliga-Saison der Union-Frauen beendet, indem er die Meisterschaft abgebrochen hat, sondern auch die der Männer, wo nun nicht mit der VSG Altglienicke das erstplatzierte Team, sondern die dahinter stehende Mannschaft Lokomotive Leipzig die Relegation um den Drittliga-Aufstieg spielen wird. Quotientenregel heißt das dann. Oder um es mit Torsten Mattuschka, den Co-Trainer von Altglienicke, zu sagen: “Ich kann sowas nicht nachvollziehen. Die Leute, die sowas entscheiden, haben wahrscheinlich nie Fußball gespielt. Echt zum Kotzen, dass wir so ein Ding in die Fresse kriegen.” Alle Reaktionen gibt es beim RBB zum Nachlesen.

Sheraldo Becker auf Instagram

Sheraldo Becker auf Instagram

Marius Bülter glaubt an den Klassenerhalt und die Abseitsfalle bittet um Spenden

Union nutzte die gute Nachricht vom Montag, als bekanntgegeben wurde, dass Marius Bülter fest vom 1. FC Magdeburg verpflichtet wird, um ein zweites Mal für positive News in den Medien zu sorgen. Dafür stand der Offensivspieler in einem Mediengespräch zur Verfügung, weshalb heute vor allem der Name Bülter die Schlagzeilen beherrscht. Nehme ich ihm das ab, wenn er zum Thema Sebastian Polter sagt: “Das war in der Mannschaft eigentlich kein großes Thema. Mittlerweile sprechen wir nicht mehr darüber. Das ist eine Sache zwischen Sebastian Polter und dem Verein. Wir als Mannschaft halten uns da dementsprechend raus.” Eigentlich glaube ich ihm nicht, denn das eher rüde Verhalten des Vereins ergibt vor allem dann Sinn, wenn es darum geht, Schaden von der Mannschaft und dem Trainerteam fernzuhalten und ein gärendes Thema endgültig zu beenden. Aber was soll Marius Bülter auch sonst schon öffentlich dazu sagen?

Marius Bülter jubelt nach einem Tor. Eine Szene, die wir schon öfter gesehen haben und noch oft sehen wollen, Foto: Matze Koch

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Hausgemachte Unruhe, Verletzungsmisere und fehlender Erfolg: Union schleppt zum Saisonendspurt einen Rucksack voller Probleme mit sich herum

Wir haben alle unsere eigenen Wege, mit der aktuellen sportlichen Situation bei Union umzugehen. Seit dem Wiederbeginn des Spielbetriebs hat Union einen Punkt aus vier Spielen geholt bei 2:11 Toren. Tabellenplatz 14 gibt es dafür fünf Spiele vor Saisonende. “Ist doch noch nichts passiert”, sagen dazu vielleicht einige. Union befindet sich damit in der Normalität und das ist immer noch besser, als zum Bundesligabeginn gedacht, meinen andere wie beispielsweise der Kurier in diesem Kommentar.

Auch eine Art, mit der aktuellen sportlichen Situation umzugehen, Instagram: Die Eisernen

Auch eine Art, mit der aktuellen sportlichen Situation umzugehen, Instagram: Die Eisernen


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#419 – Kann Union jetzt Abstiegskampf?

Wir sprechen über das 1:4 bei Mönchengladbach und über die Position des DFB beim Thema Rassismus. Außerdem geht es natürlich sehr lange um Sebastian Polter und die vielen Dimensionen des Falles und zuletzt um Zukunftsangst.

Marius Bülter und Rafal Gikiewicz nach Abpfiff, Foto: Moritz Mueller/Pool via Matze Koch

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Sebastian Polter tut sich mit einer Gegendarstellung keinen Gefallen

Das Zerwürfnis mit Sebastian Polter, das sich seit seinem Interview vor einigen Monaten angedeutet hat und dessen Zuspitzung in den letzten Tagen mit zwei Mitteilungen des Vereins öffentlich wurde, wird Union noch lange nachhängen. Denn Sebastian Polter war eben ein prägender Spieler bei Union in den letzten sechs Jahren. Das sieht man daran, dass er seit 2014 für Union 101 Mal gespielt, und dabei 44 Tore geschossen hat (im Schnitt 0,55 Tore pro 90 Minuten – sowohl für seine Union-Karriere insgesamt als auch für diese Saison). Dass Union immer eine bessere Torbilanz hatte, wenn Sebastian Polter auf dem Platz stand, als wenn er nicht gespielt hat. Aber auch daran, dass jemand wie unser Freund Jacob Sweetman diesen Text über ihn geschrieben hat.

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Der Fall Sebastian Polter: Das Ende einer Beziehung oder der Anfang vom Ende im Abstiegskampf?

Eigentlich wollte ich heute schreiben, was mir am Mittwoch Mut gemacht hat beim 1:1 von Union gegen Mainz trotz Unterzahl. Ich wollte schreiben, wie sich jeder für jeden in Zweikämpfe geworfen hat. Wie Bälle geblockt wurden. Da war eine Mannschaft als Einheit auf dem Platz. Das hat mich beeindruckt und das hätte ich heute gerne ausgeführt. Aber Union veröffentlichte gestern Nachmittag eine Mitteilung mit dem Titel: “Union verzichtet ab sofort auf Sebastian Polter”.

Sebastian Polters Jubel nach seinem Tor zum 2:1 gegen Kaiserslautern am 16.04. 2017, Foto: <a href="http://matzekoch.com/" target="_blank" rel="noopener">Matze Koch</a>

Sebastian Polters Jubel nach seinem Tor zum 2:1 gegen Kaiserslautern am 16.04. 2017, Foto: Matze Koch

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Mit Rafal Gikiewicz und Sebastian Polter verliert Union zwei Identifikationsfiguren, aber das ist auch eine Chance für andere im Team

Der Weggang von Rafal Gikiewicz im Sommer beschäftigt uns alle und auch die Berliner Medien noch, die heute noch einmal auf die Zeit des Keepers bei Union zurückschauen. Ich bekomme beispielsweise immer noch Gänsehaut bei diesem Tor.

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Sebastian Polter und uns fehlen viele Momente

Es gibt nicht allzu viele Situationen, die hinsichtlich der fußballerischen Karriereplanung in der aktuellen Lage ungünstiger sind als die von Sebastian Polter: Dass er nach dem Ende seines Vertrags nach dieser Saison nicht weiter für Union spielen wird, steht seit seinem Interview vor zwei Monaten fest. Aber natürlich ist die jetzige Lage voller Unsicherheit in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht sehr ungeeignet für die Suche nach einem neuen Verein. Und das umso mehr, als Polter sportlich keine Gelegenheit hat, sich anzubieten. Trotzdem führt er anscheinend Gespräche mit potenziellen neuen Vereinen, wie den Berichten von einer Skype-Medienrunde mit Polter zu entnehmen ist (unter anderem beim RBB).

Sebastian Polter

Das Training in der Phase der Coronavirus-Spielpause kann für Sebastian Polter Spiele nicht simulieren, Foto: Matze Koch

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Grischa Prömel: Von einer Zwangspause in die nächste

In der Donnerstagsausgabe des Kickers gibt es ein längeres Interview mit Grischa Prömel, in dem der lange verletzte Mittelfeldspieler erzählt, wie es sich für ihn anfühlt, dass er nach so langer Verletzung schon wieder individuell trainieren muss. Wie eine eingeschobene Winterpause fühle sich die Coronavirus-Zwangspause aktuell an. Das ist ein Motiv, das auch Christopher Trimmel im Podcast mit Ewald Lienen bemüht hat. Wahrscheinlich werden alle Mannschaften die Phase bis zu einem möglichen Neustart der Bundesliga im Mai als eine Art Saisonvorbereitung nutzen. Allerdings mit dem Unterschied, dass ein Training als Mannschaft noch eine Weile wegen der Kontaktbeschränkungen nicht möglich sein wird.

Grischa Prömel vom 1. FC Union Berlin

Grischa Prömel, Foto: Matze Koch

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