Krönung ohne Titel.

Manche Dinge passieren einfach. Mit dem Abpfiff im Berliner Olympiastadion beim Stande von 1:2 für den 1. FC Union bei Hertha BSC ist etwas passiert. Der 1. FC Union Berlin ist nach außen hin ein professioneller Verein. Er ist Teil der Vermarktungsmaschine DFL und unterwirft sich ihren Regeln.

Trotzdem rennt Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union, mit Abpfiff auf das Spielfeld und möchte seine Freude teilen. Trainer Uwe Neuhaus steht selbst noch unter Strom und weiß mit der menschgewordenen Freude, die vorher mal sein Vorgesetzter war, nichts anzufangen. Nebenan nimmt Teammanager Christian Beeck eine Mitarbeiterin erst in den Arm und hebt sie dann hoch. Presse- und Stadionsprecher Christian Arbeit weint. Der Moderator des Vereinsfernsehens muss sich ebenfalls Tränen aus den Augen wischen.

Nüchtern betrachtet sind sie alle Funktionsträger oder Angestellte. Betrachtet man die Menschen dahinter, sind sie zum einen vielleicht auch Fans. Aber vor allem sind sie angekommen. Aus der vierten Liga. Dort, wo es kein Geld und keine professionellen Strukturen gibt. Auf dem Rasen des Olympiastadions sind sie angekommen, wo sie hinwollten. Raus aus der Ostnische. Einen eigenen selbstbestimmten Weg beschreitend. Die Jubelschreie sind das “Wir sind wieder wer” des 1. FC Union Berlin.

Bilder: Stefanie Lamm

10 Gedanken zu „Krönung ohne Titel.

  1. ein sehr schönes bild vom tor hast du da eingefangen, steffi! hab ich mir gleich mal als erinnerung gespeichert! ;-)

    unvergessen, eisern!

  2. Es kommt viel zu spät, aber es kommt von Herzen: Glückwunsch!

    Musste meiner Freundin beim Spaziergang über den zugefrorenen Schliersee erstmal erklären, warum ich mich beim Anblick des Ergebnisses so gefreut habe. Das Argument “Bei denen war ich doch so nett zum Grillen eingeladen” hat dann aber gezogen. ;-)

  3. @steffi: hawaii hat recht! Ich frag mich übrigens seit geraumer Zeit wie man das überhaupt schafft wenn man Fan einer der Mannschaften ist die da gerade spielt…?

  4. @Y. was genau meinst´n? das fansein führt bei mir ja vor allem dazu, dass ich mehr wissen will und genauer hinsehe. wesentlich genauer als durch ein teleobjektiv kann man ein spiel kaum sehen :) bloß beim jubeln ist es etwas hinderlich.

  5. Nun sitze ich schon wieder mit zu viel Wasser in den Augen in der S-Bahn. Danke für diesen Gänsehautbeitrag und die tollen Fotos. u.n.v.e.u.

  6. schöne Bilder – wenn ick da 5 Minuten draufschaue werden sie nur so seltsam unscharf ;-) .

    Der großen Tante wurde mal richtig gezeigt wo der KLEENE aus Köpenick die Faust versteckt hat.

    Wenn ick mal einen schlechten Tag habe schaue ick mir genau diese Bilder an. Ick liebe es.

  7. das Bild von Stuff ist auch so schön, wie der lacht, so glücklich.

    @Steffen so werde ich es auch halten. Da ist uns mal wieder etwas passiert womit kein Mensch gerechnet hat. So liebe ick unsern FCU.

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