Jens Keller entscheidet sich für Jakob Busk, bleibt aber in der Begründung unkonkret

Auf der Pressekonferenz vor dem Ingolstadtspiel (die PK gibt es auf AFTV) verkündete Trainer Jens Keller das, was wir alle spätestens seit der Startaufstellung des ersten Spiels gegen QPR vermutet hatten: Jakob Busk ist die neue Nummer 1 und wird in der Zweiten Liga das Tor hüten. Daniel Mesenhöler wird im DFB-Pokal im Tor stehen.

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Tag der Amateure

In der Platzierungsrunde um Platz 2 und 3 der VW-Konzernmeisterschaft, die zufällig mit der Relegation zwischen erster und zweiter Liga zusammenfällt, hat gestern Wolfsburg gegen Braunschweig 1-0 gewonnen.


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Großer Abgang

Während Karim Benyamina heute noch einmal ernsthaft Fußball spielt, hat Union gestern den Termin für das Abschiedsspiel für ihn und Torsten Mattuschka bekannt gegeben: den 2. September, um 17:22 (get it?). Das ist das Wochenende mit Länderspielpause, an dem auch der Drachenbootcup stattfinden wird. Die Tusche/Karim Allstars treffen auf die Profimannschaft von Union.

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So sehen Sieger aus

Unions B-Junioren machten es beim Pokalfinale richtig spannend und gewannen nach 1:1 in der regulären Spielzeit mit 5:4 nach Elfmeterschießen. Pokalsieger! Hier der entscheidende Elfer als Video.

 

Die C-Junioren mussten sich in ihrem Finale Hertha BSC mit 1:4 geschlagen geben. Wieweit die Jugendarbeit von Hertha und Union auseinander sind, illustriert vielleicht diese Übersicht, die auch zum Nachdenken anregt. Hertha hat auch das A-Junioren-Finale gewonnen und steht mit dieser Mannschaft auch im Endspiel um den DFB-Junioren-Vereinspokal (am 30. Mai gegen Cottbus).

pokalsieger copyFoto: immnski/rote Hervorhebung Textilvergehen

Wie richtig Party geht, hat gestern Rot-Weiß Essen bewiesen, die im Elfmeterschießen ihren Verbandspokal holten. Danach ging es stilecht mit Pokal und Einkaufswagen über die Hafenstraße. Mehr geht echt nicht.

Union kränkelt

Bei Union wird derzeit etwas gekränkelt. Christopher Quiring, zuletzt in sehr guter Form, setzte wegen Erkältung mit dem Training aus. Christopher Trimmel musste ebenfalls mit einer Erkrankung passen, berichtet die BZ. Bis Sonntag werden beide aber vielleicht noch fit.

Die Bild meldet heute, dass Michael Parensen Vater wird. Ich bin etwas verwirrt, weil der Tagesspiegel das schon am 3. Mai fallen ließ. Aber gut: Wir gratulieren auch hier noch einmal dem werdenden Vater.

Termine

Wir sehen uns morgen beim letzten Heimspiel der U23, wenn ihr wollt. Anpfiff ist 13.30 Uhr im Stadion an der Alten Försterei und der Eintritt ist frei.

Oberliga is pain in the ass.

Das hatte sich Trainer Bahman Foroutan im Jahnsportpark sicher ganz anders vorgestellt. Der Trainer saß in der Pressekonferenz nach dam Achtelfinalspiel zwischen BFC Dynamo und BAK wie immer mit seiner Schiebermütze, eingerahmt von BFC-Pressesprecher Martin Richter und BFC-Coach Heiko Bonan. Der große Raum in der Haupttribüne war sicher für andere Oberliga-Verhältnisse gestaltet worden. Für eine erstklassige Oberliga. Jetzt ist sie nur noch fünftklassig und es waren nur die gekommen, die es wirklich interessiert hatte: Fußballwoche, TVB und Berliner Kurier. Der Einfachheit halber blieben deshalb an den allen anderen Tischen die Stühle auf den Tischen.

Aber nicht das störte Foroutan. Seine Mannschaft, der Berliner AK, ist souveräner Tabellenführer. Nur eine Niederlage in 21 Spielen und dabei nur sechs Gegentore sind ein klares Zeichen. Trotzdem verlor der BAK das Pokalspiel 2:1 nach Verlängerung. Doppelt bitter für die Moabiter: Das Gegentor zum Ausgleich fiel erst in der 92. Minute. In der Verlängerung kam der BFC erst in der 119. Minute zum Siegtreffer. Aber Foroutan, der kurz von 1983-84 die iranische Nationalmannschaft betreute, funkelte kurz mit den Augen und sagte dann: “Mir war klar, wer dieses Spiel gewinnt, wird Pokalsieger. BFC, herzlichen Glückwunsch zum Pokalsieg. Vielleicht bekommt ihr in der ersten Runde des DFB-Pokals Bayern München.”

Den Trainer wird die Niederlage nicht so schmerzen wie den Manager vom BAK. Wer im DFB-Pokal startet, bekommt ungefähr 120.000 € als sichere Einnahme. Nichts, was ein Bundesligist merken würde. Aber für einen Oberligisten kann das schon einen Großteil des Etats ausmachen. “Normalerweise gewinnen wir immer mit einem Tor”, haderte Foroutan dann doch kurz. Seine Augen funkelten. Aber ich musste wegen Verletzungen unseren Innenverteidiger und linken Verteidiger herausnehmen. Da war klar, dass wir noch ein Tor bekommen würden.”

Foroutan weiß, dass das Problem seiner Mannschaft woanders liegt. Der Coach des BAK muss wissen, dass er eine Art van Gaal der Oberliga ist. “Wir sind schon aufgestiegen”, sagte er lächelnd. Wissend, dass nur ein zweiter Verein in der Oberliga überhaupt einen Lizenzantrag für die Regionalliga gestellt hat. Der BAK besitzt technische Fähigkeiten und ein sicheres Passpiel, das bis zur dritten Liga selten zu sehen ist. Ein frühes Führungstor des BAK, wie im Pokalspiel in der 4. Minute, reicht zum Sieg. Im Normalfall. Dann sieht der Gegner den Ball nur noch aus der Entfernung. Auch der BFC lief lange nur den Pässen hinterher. Am aktivsten war noch dessen Trainer Bonan, der wie alle ehemaligen Profis, die auf einem bestimmten Niveau spielten, bei jedem versprungenen Ball ausflippte.

Das Problem der Spielweise des BAK wird klar, wenn etwas unvorgesehenes passiert. Ein Gegentreffer zum Beispiel. Die Mannschaft hat sich durch das Spiel “Tod durch Ballbesitz” bereits in eine solche Trance gespielt, dass sie einfach nicht mehr daraus aufwacht. So geschehen beim Ausgleich des BFC in der 92. Minute. So sehr die Fans des BFC berechtigt über diesen Erfolg jubelten. Aber Olaf Seier, Trainer vom sechstklassigen SV Empor Berlin, wird nichts gesehen haben, was ihn sonderlich beunruhigen musste. Entspannt trank er sein Bier auf der Tribüne und zog an seiner Zigarette. Denn die Oberliga ist der direkte Nachbar der Berlin-Liga. Vom BFC Dynamo und dem BAK ist es also nur ein kleiner Schritt zu Empor Berlin, Eintracht Mahlsdorf oder Lichtenberg 47.

Sinnentleerte Rituale

1. FC Union Berlin gegen Tennis Borussia Berlin. Das war die Paarung des Finales im Berliner Pokal. Die Beziehung der beiden Vereine zueinander ist nicht einfach. Selbst jetzt, einige Tage nach dem Spiel, ärgere ich mich noch maßlos. Kaum geht es einmal gegeneinander, was in den letzten Jahren eher selten war, wird schnell die Mauer in den Köpfen wieder aufgebaut.

Auf der einen Seite stehen die vermeintlichen “Wessis”, die sich mit dubiosen Sponsorengeldern (Göttinger Gruppe; Treasure AG) an der Verfestigung ostdeutscher Nachwendestereotype beteiligen (“…wer lässt sich nicht vom Westen kaufen…”). Alles was seit den Wendejahren schiefgelaufen ist, wird dann auf den Charlottenburger Klub projiziert und entlädt sich in Rufen wie “Lila-Weiße Westberliner Scheiße!” Dazu kommt noch die unsägliche Verknüpfung der Vereinsfarben von Tennis Borussia mit sexuellen Orientierungen, die zu homophoben Gesängen führt. Selbst das schöne, weil irgendwie berlinerische Ritual, das Vorlesen der gegnerischen Mannschaftsaufstellung mit einem geschlossenen “Na und!” zu kommentieren, fällt bei solch einem Spiel aus. Da wird wie in vielen Stadien leider üblich dann auf einen anderen Begriff verwiesen.

Auf der anderen Seite steht der tumbe “Ossi”, der zum Betrügen zur Erfüllung bürokratischer Erfordernisse unfähig ist. Dazu gesellt sich das Bild des xenophoben und homophoben Bewohners Neufünflands, der im Stadion seiner Frustration freie Bahn lässt.

Auf der Strecke bleibt dabei eine objektive Auseinandersetzung. Eigentlich könnten sich beide Vereine relativ egal sein. Sie spielten selten in der gleichen Liga. Es gibt wenig Berührungspunkte. Dass eine gefälschte Bankbürgschaft aufgeflogen ist, reicht meines Erachtens nicht für eine dauerhafte Fehde. Ebensowenig glaube ich, dass es bei Union noch eine Gruppe gibt, die mit rechtsextremen Schmähungen auch nur einen kleinen Teil der Anhänger hinter sich scharen oder verbal das Stadion dominieren könnte. Auch wenn manche das selbst bei Union anders sehen, ist der Klub kein typischer Vertreter eines Ostvereins. Phantomschmerzen ob vergangener Erfolge in der DDR gibt es nicht. Dazu gab es schlicht keine (Chronistenpflicht: einmal Pokalsieger). Dem sogenannten sozialistischem System stand der Anhang eher abgeneigt gegenüber.

Es wäre also einmal an der Zeit, die jeweils jahrelang eingeübten Vorurteile zu überprüfen und ein normales Verhältnis zueinander aufzubauen. Freundliche Gesänge während eines Spiels der anderen Seite hinüberzuschicken ist die eine Sache. Danach trotzdem gemeinsam ein Bier trinken zu können, wäre mein erwünschtes Ziel.