Sebastian Andersson liebt die Wörter “Zweikampf” und “Fußballgott” und ist damit bei Union genau richtig

Bei Union ruht aktuell die See. Dabei kann durchaus noch etwas passieren. Bis morgen sind Transfers in Deutschland noch erlaubt. Und während auf der Seite der Zugänge alles gelöst ist, kann sich bei den Abgängen noch einiges tun. Auch wenn es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass alle Spieler mit nur noch sehr geringer Perspektive jetzt einen neuen Verein finden oder überhaupt aktiv suchen. Doch ein oder zwei Abgänge kann ich mir beim übergroßen Kader durchaus vorstellen.

Präsident Dirk Zingler begrüßt die Spieler beim Training, 29.08. 2018, Foto: Matze Koch

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Das 300.000 Euro-Spiel für Union ohne Union

Heute ab 19 Uhr (ARD/Sky) spielen der KSC und der HSV den letzten Platz für die nächste Bundesliga-Saison aus. So weit so unspektakulär. Das Hinspiel endete 1:1. Jenseits aller Sympathien oder Unsympathien hat die Partie Auswirkungen auf den Union-Etat der nächsten Saison. Steigt der KSC auf (befindet sich aktuell in der Fernsehgeld-Tabelle noch hinter Union), landen die Badenser in der nächsten Saison im Bundesliga-Topf und der HSV kommt runter zu den Zweitliga-Fernsehgeldern. Union würde einen Platz abrutschen, da die Hamburger mehr Punkte in der Fernsehgeldrechnung gesammelt haben. Macht 334.000 Euro weniger.

Da ich zu beiden Vereinen kein besonders emotionales Verhältnis habe, bekomme ich dieses Geld einfach nicht aus dem Kopf. Ein Sponsor, der so viel Kohle pro Saison für Union zahlt, findet sich jedenfalls nicht so leicht.

Bei Union wird das Spiel aus der sitzenden Perspektive sicher gespannter betrachtet, als es diese drei Herren vermuten lassen ;)

Benny Köhler kämpft auf offener Bühne

Ich habe so unendlich viel Respekt vor Leuten wie Benny Köhler, die so offen mit Krankheiten umgehen. Das sorgt dafür, dass so etwas als normal im Sinne “es kann jeden treffen” und “es gibt so viele, die davon betroffen sind” in unseren Alltag kommt. Es hilft Initiativen zur Bekämpfung von Krankheiten wie der DKMS (ihr bekommt die Schweißbänder immer noch zu kaufen) und vor allem kann es den Erkrankten selbst helfen. Sie bleiben in ihrem sozialen Umfeld und ziehen sich nicht zurück.

Für mich hatte es gestern den Effekt, dass ich mir in Schöneberg erstmals in meinem Leben die Bild am Sonntag gekauft und ein Interview gelesen habe, das mich sehr bewegt hat. Ihr könnt es aktuell hinter der Bezahlschranke bei der Bild online lesen. Da es Leute gibt, die das nicht wollen, verschicke ich meine Doppelseite aus der Bild am Sonntag per Brief an die ersten oder den ersten, der uns eine Mail an redaktion@textilvergehen.de schreibt. Gratulation an Heiko, der von uns den Original-Papierartikel per Brief zugeschickt bekommt.

Die Berliner Zeitung hatte die Tage auch ein Interview mit dem Mittelfeldspieler. Außerdem gibt es in der BZ noch etwas zu Stephan Fürstner zu lesen. Wer also mag.

Für Liebhaber von Wasserstandsmeldungen gibt es im Kurier ein Update zum Fall Sebastian Polter. Ich bleibe dabei, dass ich mich erst wieder länger dazu äußere, wenn Klarheit herrscht, denn: Nie wird soviel gelogen und geblufft wie in der Transferzeit.

Ostdeutschland wird drittklassig

Mit dem 3:1 im Aufstiegsspiel bei Offenbach ist der 1. FC Magdeburg nach 25 Jahren endlich im bezahlten Fußball angekommen, wenn auch zunächst im drittklassigen. Aber die Domstädter (die Synonyme kenne ich jetzt alle aus der MDR-Übertragung) sind damit durch den schmalen Flaschenhals geschlüpft, der in Deutschland unterhalb der 3. Liga installiert wurde. Einmal in der Regionalliga gelandet, reicht eben auch kein erster Platz für den Aufstieg. Party bei den Bördeländern (auch so ein Synonym für Magdeburg, das im MDR benutzt wird).

Die 3. Liga bekommt so zumindest für die nächste Saison so langsam den Status, den lange die NOFV-Regionalliga hatte: Sie ist eine verkappte DDR-Oberlliga mit dem Halleschen FC, Energie Cottbus, Rot-Weiß Erfurt, Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue, Chemnitzer FC, Hansa Rostock und eben dem 1. FC Magdeburg. Das ist einerseits sehr reizvoll. Ich bin aber auch gespannt, wie sich die Begegnungen tatsächlich entwickeln werden. Ich bin nicht traurig, dass Union nicht in der Liga mitspielt. In jederlei Hinsicht.

Damals war’s: Vor 15 Jahren bei Union

Weil in der Sommerpause so viel Zeit ist und ich auch im Stadionheft so gerne die Rubrik “Damals war’s” lese, hier ein Hinweis auf die DSF-Reportage über Union aus dem Jahr 2000. Wenn ich mir das ansehe, wird die riesige Entwicklung bei Union in den letzten mehr als zehn Jahren erst richtig klar, wenn man noch schaut, wo der Verein herkommt:

Update: 8.10 Uhr Der Artikel über Sebastian Polter aus dem Berliner Kurier wurde nachträglich hinzugefügt.

Platz sieben und ab in den Urlaub

Nach dem 2:0 über Braunschweig höre ich immer etwas von einem versöhnlichen Saisonabschluss. Ich persönlich finde den Abschluss sehr gelungen und würde bei den Spielplanmachern gerne einreichen, dass wir immer ein Heimspiel am 34. Spieltag bekommen.Foto: Hupe/union-foto.de

Gemessen an dem Theater um Torsten Mattuschka, neuer Dreierkette, Mittelfinger und Torwartrotation war das ein sehr, sehr gutes Saisonende. Dazu noch die schwere Erkrankung von Benny Köhler, der sportlich fehlte, aber emotional etwas sehr unionisches bewirkt hat. Ich habe gesehen, wie sich über Monate eine Mannschaft gefunden hat, die auf den Platz zwar ihre Konstanz suchte und nicht jeden Ausfall ausgleichen konnte. Aber das Team ist nicht auseinandergebrochen. Und davon war nach dem ersten Saisondrittel nicht auszugehen.

Noch ist nicht alles vorbei: Karlsruhe kann mit einem Aufstieg in die Bundesliga in den Relegationsspielen gegen den HSV Union immer noch in der Fernsehgeldtabelle um einen Platz abrutschen lassen. Macht etwas mehr als 300.000 Euro weniger.

Zum Saisonabschluss schreiben der Tagesspiegel, Morgenpost, Kurier und Bild. Heute gibt es noch die Trainingspläne für die Spieler und dann ist bis 21. Juni Urlaub.

Fotos von gestern gibt es bei union-foto.de und groundhopping etc.

Danke an die Spieler, die gehen

Autogramme bis zum Ende

Die Autogrammstunde nach dem letzten Heimspiel dauert immer lange. Gestern aber wurden neue Maßstäbe gesetzt. Irgendwann nach 22 Uhr wurde dann aber doch abgebrochen.

Mal sehen, ob wir Sebastian Polter auch ohne Abschied gestern das letzte Mal gesehen haben.

Mein tiefster Respekt an diesen Fan, der sich wahrscheinlich nie wieder waschen wird.

Foto: Hupe/union-foto.de

Live-Programm

Wir senden heute Abend um 21 Uhr unseren Podcast zum Saisonende live.

Valmir Sulejmani: 53 Spielminuten machen noch keinen Sommer

Manchmal wundere ich mich über Themen. So wie gestern wohl auch Trainer Norbert Düwel auf der Pressekonferenz, als er hartnäckig nach Valmir Sulejmani gefragt wurde. Grund war, dass der Leihspieler von Hannover 96 für Kosovo in zwei Freundschaftsspielen zum Einsatz kam. Allerdings war er bei Union nur Trainingsbeobachtern aufgefallen, da der Mittelfeldspieler bisher nur auf 53 Spielminuten kam. Selbst bei Unions U23 hat er länger gespielt (90 Minuten gegen den BFC).

Er könnte am Sonntag gegen Sandhausen spielen, vermelden die Berliner Zeitung und die Morgenpost. Aber diese Option galt bisher bei allen Rückrundenspielen. Beide Zeitungen können mir nicht begründen, warum “ausgerechnet gegen Sandhausen” alles anders sein soll. Ein Ausfall von Kobylanski (er hatte einen Infekt) wäre eine Möglichkeit, aber so wild klang das beim polnischen U21-Spieler auch nicht.

1.FC Union Berlin - 1.FC Kaiserslautern 0:0Foto: Stefanie Fiebrig

Norbert Düwels Antworten zum Thema Weiterverpflichtung von Sulejmani waren auch sparsam. Es gibt keine Kaufoption, so dass Hannover sowieso am längeren Hebel sitzt. Außerdem wäre Sulejmani eher jemand, der die linke Mittelfeldposition dann doppelt besetzt. Maxi Thiel, der bald wieder zum Einsatz kommen kann, steht deutlich vor dem jungen Kosovaren.

Alles beim Alten: Auswärtsfluch oder Torwart-Entscheidung

Sonst gibt es keine Neuigkeiten zum Thema Auswärtsfluch oder Torwartentscheidung. Die Bild schreibt, Norbert Düwel könne dabei nichts gewinnen, egal wie er sich entscheiden würde. Kann man so sehen. Vor allem mit Blick auf das eine Spiel jetzt in Sandhausen. Aber mit Blick auf die Restsaison und der Arbeit mit dem neuen Torwarttrainer erwarte ich schon eine Leistungssteigerung der beiden Keeper. Manchmal hilft es, den Fokus von kurzfristig auf mittelfristig zu heben, um einen Sinn zu erkennen. Schiefgehen kann das mit den Torhütern natürlich trotzdem.

Der Kurier kommt mit den Fernsehmillionen um die Ecke. Das ist ein Thema, das so ziemlich jeden Verein bis zum 34. Spieltag beschäftigt. Aber vielleicht fassen wir es einfach mal so zusammen: Union kann nichts mehr gewinnen, aber in manchen Kombinationen durchaus verlieren. Für mich kein Grund, in Schnappatmung zu verfallen, denn die Situation ist seit vielen Wochen gleich. Falls ihr Lust habt, jede Woche neu das Fernsehgeld für die nächste Saison zu berechnen, könnt ihr das bei fussball-geld.de oder bei fernsehgelder.de machen. Aber auch hier gilt die ewige Fußballwahrheit: Abgerechnet wird zum Schluss.