Rafał Gikiewicz lässt sich gehen

Es ist Länderspielpause – das heißt Unions Spieler haben nach dem Saisonstart ein paar Tage frei und Zeit, zu entspannen. Und das sieht man auch – zumindest, wenn man ihnen auf Instagram folgt.

Da sehen wir zum Beispiel, wie es aussieht, wenn Rafał Gikiewicz sich gehen lässt: ein Pullover, der noch greller neon ist als moderne Torwarttrikots und ein Smoothie, auf den Collin Quaner nicht stolzer sein könnte.

Für alle, die sich das gerade fragen: Collin Quaner ist nach seiner Leihe und dem Abstieg aus der zweiten Liga mit Ipswich zurück bei Huddersfield (die ebenfalls abgestiegen sind, aus der ersten in die zweite Liga) und hat dort in dieser Saison zuerst ein paar Minuten, dann zuletzt gar nicht mehr gespielt.

Der Urlaub der Spieler führt aber auch zu unverhofften Begegnungen:

Über die Pause, die die Mannschaft bekommt, schreiben auch der Kurier und die BZ. In der Berliner Zeitung lesen wir, was Philipp Hosiner in Chemnitz will; und in der Bild sagt Marvin Friedrich, dass Union sich nicht auf dem Sieg gegen Dortmund ausruhen dürfte. Was selbstverständlich stimmt – außer eben in diesen freien Tagen.

Im Tagesspiegel geht es außerdem darum, wie der BAK, der neue Verein von Cihan Kahraman, mal wieder ambitioniert ist.

Und sonst so

Ich wäre gern bei dem Gespräch dabei gewesen, dass gestern vielleicht in Hamburg beim Spiel der deutschen und holländischen Nationalmannschaft stattgefunden hat, und in dem irgendjemand aus dem Management oder dem Fanclub der Nationalmannschaft (die natürlich strikt getrennt sind, wie amerikanische Parteien und Super PACs) darauf kam, dass das Wort ‘Vollgas’ auf einer Deutschland-Choreo vielleicht doch ungewünschte Konnotationen hat. Und es dann für eine elegante Lösung dieses Problems hielt, daraus “Volley!” zu machen:

Ich bin mir übrigens nicht mal sicher, ob die problematische Konnotation des Begriffes ‘Vollgas’ in dieser Situation wirklich gegeben oder unvermeidbar ist. Aber diese Art sie zu umgehen ist schon ziemlich kurios.

Zum Schluss

Freundschaftsspiele in Sachsen gibt es auch in sehr schön:

Die Eintracht begrüßte Chemie Leipzig am Bornheimer Hang nicht nur für ein Freundschaftsspiel, das auch eine Benefizaktion für den Alfred-Kunze-Sportpark war, sondern spendierte dazu auch noch 100 000 Euro.

Und von wegen Benefizspiele: ein solches gab hier in Cottbus Borussia Dortmund Energie (mit Berkan Taz). Und ich bin schon ziemlich froh, dass Dortmund gegen Union spielen muss, statt sich zu freuen, dass man gegen Dortmund spielen darf.

11 Gedanken zu „Rafał Gikiewicz lässt sich gehen

  1. kleiner hinweis:
    das stadion in Ff/M, in welchem die eintracht die chemiker zum benefizspiel empfing, hieß offiziell einmal (und wird im volksmund gleichwohl immer noch so genannt):
    stadion am bornheimer hang.

  2. Management oder Fanclub der Nationalmannschaft bzw DFB und Entscheidungen bzgl der Nationalmannschaft: Es ist alles so erbärmlich und traurig. Wie kann so etwas passieren? Ich las auch gestern erst von der Abstimmung über die Torhymne. Das steht der Fussballkultur von BSG Chemie / Eintracht oder dem Stadionerlebnis bei Union (gibt natürlich vielzählige Bsp.) diametral gegenüber.

  3. @Joe das ist die neue Durchkommerzialisierung der Nutellaboys aka “die Mannschaft”.
    Jaanz wichtig auch das die Jungens und der Bundesjogi scheinbar am Hungertuch nagen das sie zusätzlich noch Werbeaufnahmen machen müssen.

    Merke: Nivea und Niveau sind zwei versch. Dinge :-)

  4. noch peinlicher als die unangenehme dfb/die mannschaft choreo ist der vom deutschen hass
    ..also selbsthass zerfressene post darüber
    ich finde es eine zumutung das er diesen in dieser tätersprache verfassen musste 😁

  5. Finde es eine Zumutung das hier sowas verlinkt wird…da ist wohl jemand auf einem Auge blind.

  6. Jo, die Twitter-Meldung von “Alex B.” ist echt ein bisschen extrem. Ich kann zwar nichts mit “Die Mannschaft”, dem Fanclub Nationalmannschaft powered by Coca-Cola usw. anfangen, aber halt es für Kanonenschüsse auf Spatzen, wenn man in die Choreografie so eine politische Aussage hineindeuten möchte.

  7. ick bin ja nun weißjott allit andre als een patriot und die coca-cola-mercedes-.benz-dfb-auswahl is mir weitjehend wurscht…

    …aber hier nun im jahre 2019 eene braune konnotation hineinlesen zu möchten, is – für meene begriffe – schon grotesk!

    da lachense von rossija über ingeländ bis portujall nur ungläubig drüber!
    mit recht!
    wohl niemand mit halbwegs jesundem menschenverstand vermag in diesem piss-slogan dit zu erkennen, wat hyper-pseudokorrekte daraus ziehen wollen.

  8. Man sollte bei der öffentlichen Meinungsäußerung (erst recht bei einer Choreo vor einem Millionenpublikum) aber im Blick haben, ob die Nachricht in dem Sinne beim Publikum ankommt, wie sie tatsächlich gemeint ist. Was hilft es mir, wenn Assoziationen irgendwie seicht mitschwingen, einen faden Beigeschmack geben, aber am Ende alle sagen: „naja, hat er ja eigentlich anders gemeint, mein Gott. Etwas unglücklich in dem Kontext “. Sensibilität gegenüber dem Publikum meiner Äußerungen ist keine Zensur, sonder schlicht gesellschaftlicher Alltag. Es gibt nicht nur das Thema vom vermeintlich extremen, nicht erträglichen Weltbild des Fanclubs – keine Ahnung, was die Choreoleute im Leben bewegt. Das kann und will ich nicht beurteilen.

    Und sorry: wenn man sieht, welche Interviews in der Niederlanden noch heute vor diesen Spielen gegeben werden, dann ist das Thema der deutschen Vergangenheit noch immer präsent. (Beispielsweise: http://m.11freunde.de/interview/erik-meijer-ueber-deutsche-staerken-und-hollands-aufschwung). Ob es einem passt oder nicht, das ist müßige Diskussion. Sport ist halt mitten in der Gesellschaft und ihrer Debatten (Stichwort: Sport und Politik).

    Kritik an der Choreo sollte jedoch das gleiche beherzigen – der Post ist schon krass und ist eigentlich ein Beitrag zu einer anderen Diskussion.

    Wünsche allen einen schönen spielfreien Sonntag ! Auch wenn Textilvergehen anscheinend keine Länderspielpause macht. Merci :)

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