#423 – Schlussendlich

Union gewinnt 1:0 gegen den SC Paderborn und hat so schon zwei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt sicher. Wir reden über ungewöhnliche Feiern und überlegen, ob wir das DFL-Hygienekonzept so bewerten, wie es uns passt.

Danke an David für das wunderbare Intro!

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Marvin Friedrich und Grischa Prömel feiern den Klassenerhalt, Foto: Matze Koch

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Union hat rasiert und feiert die wohl dezentralste Klassenerhalts-Party überhaupt

“Komm Rob, erste Worte. Was fällt dir sofort ein?”, wurde Robert Andrich bei AFTV gefragt, als er noch eine Flasche Berliner am Hals hatte. “Bier!”, antwortete der Mittelfeldspieler, der beim 1:0 gegen Paderborn ohne Gelbe Karte vom Platz ging. Es war wahrscheinlich dezentralste Klassenerhaltsparty, die Union je gefeiert hat. Ich hatte das Gefühl, dass wir alle mit Abpfiff auf den Balkon oder auf die Terrasse gehen mussten, um gedanklich den Platz zu stürmen und gleichzeitig draußen ein paar Tränen der Freude die Wange herunterlaufen zu lassen. Dieses Video, das Union direkt nach Abpfiff gepostet hat war ein bisschen das, was sicher bei allen als Kopfkino lief.

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Der Klassenerhalt für Union mag sensationell sein, aber der Saisonverlauf ist noch sensationeller

Ich kann gar nicht in Worte fassen, was der Klassenerhalt für mich bedeutet, sollte Union den heute Abend im Heimspiel gegen Paderborn schaffen. Sportlich bin ich schon bei Urs Fischer, dass der so etwas wie eine Sensation wäre. Erst recht so zeitig, ganz ohne Zittern am letzten Spieltag. Stellt euch das vor, es wäre wirklich so gekommen, dass wir am 34. Spieltag gegen Düsseldorf darauf hätten hoffen müssen, dass uns Steven Skrzybski nicht in die Zweite Liga schießt. Da ist uns echt etwas erspart geblieben.

Steven Skrzybski wird nach seinem Tor von einem Ordner umarmt.

2018 schoss Steven Skrzybski Union zum Klassenerhalt in der Zweiten Liga. Dieses Jahr kann er keinen Einfluss auf Unions Platzierung nehmen. Foto: Stefanie Fiebrig

Jetzt würde ich mir wünschen, dass Union ebenso konzentriert wie in Köln auch gegen Paderborn zu Werke geht. Nicht dabei sein wird Christopher Lenz, der weiter individuell trainiert. Aber Sheraldo Becker konnte das Spielersatztraining mitmachen, so dass durchaus eine Chance besteht, dass er in den Kader kommt, sagte Urs Fischer in der Pressekonferenz vor dem Spiel (AFTV).

Wer übrigens verstehen möchte, warum sensationell genau das richtige Wort für Unions Saison ist, sollte sich einfach diesen Verlauf anschauen. Am 1. Spieltag war Union auf einem direkten Abstiegsplatz. Danach nie wieder. Und nur am 7. Spieltag einmal auf dem Relegationsplatz. Das ist sensationell.

Das sind die Vorberichte der Berliner Medien:

Fans vor dem Stadion

Das große Thema neben dem Spiel ist tatsächlich, ob sich Fans vor dem Stadion treffen werden oder nicht (Morgenpost, Kurier, Bild/BZ). Ich kann dazu nur sagen, dass es dieses Mal nicht ganz so notwendig erscheint wie beim Schalkespiel. Und es ist angesichts der Regeln der DFL für die Geisterspiele durchaus sinnvoll, nicht zum Stadion zu kommen, damit das Spiel wirklich durchgeführt wird. Zumal es im Ernstfall wirklich ein leichtes für die Polizei ist, den Waldweg abzusperren.

Wichtiger wäre mir, dass wir einen guten (und sicheren) Weg finden, nach dem letzten Spieltag mit der ganzen Mannschaft den Klassenerhalt zu feiern und Spieler zu verabschieden, die ihren Anteil am sportlichen Erfolg der vergangenen zwei Jahre hatten. Das darf gerne mit etwas zeitlichem Abstand zum Düsseldorfspiel passieren, denn ich möchte auf gar keinen Fall, dass die Fortuna irgendeine Möglichkeit bekommt, ein wie auch immer geartetes sportliches Ergebnis anzufechten.

Podcast über die Eiserne Hilfe

Sehr ausführlich über die Eiserne Hilfe erzählen Anwalt Dirk Gräning und Andreas Lattemann, Vereinsvorsitzender, in der aktuellen Episode des Podcasts Wir – Union vereint. Erstmals habe ich da gehört, wie viele Personen überhaupt Mitglied sind, nämlich 458 Unionerinnen und Unioner. Sehr genau erzählen die beiden, wie fehlgeleitet die Annahme ist, immer die gleichen Personen würden in Konflikt mit Polizei und Staatsanwaltschaft kommen und wie solidarisch die Eiserne Hilfe funktionieren würde.

Da geht es darum, bestimmte Einstellungen von Verfahren so hinzubekommen, dass sie nicht als einschlägige Vorstrafe herangezogen werden können bei späteren Konflikten. Es geht schlicht und einfach darum, dass Unionerinnen und Unioner die Möglichkeit bekommen, sich mit den Mitteln des Rechts zu wehren, die sie vielleicht sonst aus Kostenängsten nicht wahrnehmen können. Aber die Eiserne Hilfe arbeitet auch präventiv, was ich ebenso wichtig finde, weil das allen Kosten und Nerven sparen kann.

Das war sehr interessant und ich hätte den beiden noch viel länger zuhören können. Mitglied bei der Eisernen Hilfe könnt ihr mit nur 3 Euro im Monat werden. Hier geht es zum Mitgliedsantrag.

Ebenfalls gerade noch rechtzeitig vor dem Spiel heute kam gestern die aktuelle Episode von Union am Ball heraus, in der es vor allem um die Frage ging, wie sicher der Klassenerhalt nun sei. Stand jetzt können wir das klar beantworten: Noch nicht sicher.

Und sonst so?

So leid es mir für Dresden tut (weil ich finde, dass der Verein mindestens in die Zweite Liga gehört), so sehr habe ich mich für Arminia Bielefelds nahezu sicheren Aufstieg gefreut nach dem 4:0 gegen Dynamo im Nachholspiel. Ich freue mich für Uwe Neuhaus, der damit bewiesen hat, dass er als Trainer nicht darauf reduziert werden sollte, Mannschaften aus der 3. Liga in die Zweite Liga zu führen. Und ich freue mich für Marcel Hartel, der nun das zweite Mal in zwei Jahren in die Bundesliga aufsteigt und jetzt hoffentlich auch mit Erstligaspielen dafür belohnt wird.

Union hat in der Fernsehgeld-Tabelle nicht viel zu gewinnen

Nach dem Spiel in Köln ist in dieser Woche so schnell wie nur selten vor dem Spiel gegen Paderborn, das schon morgen Abend im leeren Stadion an der Alten Försterei stattfindet. Dort kann der gefühlten Entscheidung über den Klassenerhalt nach dem Sieg in Köln so schnell die rechnerische Bestätigung folgen. Der Prognose von GoalImpact zufolge würde Union nur in ungefähr einem von tausend Fällen in den letzten drei Spielen noch auf Platz 16 rutschen, dagegen ist es gar nicht unwahrscheinlich, noch auf Platz 13 oder höher zu kommen.

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Eine Studie bezeichnet Union als “existenzbedroht”, steht aber selbst auf wackeliger Zahlenbasis und befürwortet Investoren

Gestern hat diese Zusammenfassung einer Bundesligastudie der Handelshochschule Leipzig (pdf) für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Denn sie hat 3 Bundesligisten und 3 Zweitligisten in ihrer Existenz als gefährdet dargestellt. Grundsätzlich wird dort die mangelnde finanzielle Transparenz, die fehlende Unabhängigkeit der Mitglieder in Aufsichtsräten und eine zu geringe Diversifizierung der Erlöse der Clubs der Bundesliga und Zweiten Liga festgestellt. Dadurch, dass der 1. FC Union als in seiner Existenz bedroht gesehen wird, schickt uns diese Studie erst einmal ein Signal, dass wir uns mit ihr beschäftigen sollten. Allerdings ist sie im Gegensatz zu anderen Forschungsarbeiten der Hochschule (und dem allgemeinen wissenschaftlichen Vorgehen) nicht frei zugänglich (dafür gibt es hier eine Präsentation als pdf, die aber eben nur eine Präsentation ohne konkrete Zahlen und keine Untersuchung ist). Aber wir haben eine Anfrage geschickt, dass wir sie gerne zugeschickt haben wollen.

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#396 – Dann muss Micha Parensen böse kucken

Der 1. FC Union spielt 1:1 in Paderborn und wir finden es in Ordnung so, auch wenn mehr drin gewesen wäre. Dafür wurde der Eisbein-Fluch besiegt und wir sprechen außerdem über "Miteinander reden statt übereinander" und ein Pokalspiel, das nicht stattfand.

Michael Parensen kann auf dem Spielfeld sehr überzeugend sein, Foto: Matze Koch

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Wie viele Punkte holt Union noch bis Weihnachten und was bedeutet das?

Ich bin ein großer Freund von Diskussionen, in denen wir etwas herumspinnen können. So wie beim Thema Traum-Bundesliga, bei dem es darum geht, sich eine Bundesliga zusammenzuspinnen, die wir persönlich attraktiv finden. Also ohne Mannschaften wie Leverkusen, Hoffenheim, Wolfsburg oder Leipzig.

Ganz ähnlich dazu hat Mathias Bunkus vom Kurier über die mögliche Punkt-Ausbeute von Union in den verbleibenden 3 Partien dieses Jahr nachgedacht und was sie bedeuten würde.

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Paderborn könnte Union zu einem Formationswechsel zwingen

Steffen Baumgart ist ein besonderer Unioner, dessen Platz im kollektiven Gedächtnis zu recht ein ganz anderer ist, als es die Daten seiner Union-Karriere vermuten lassen würden: zwei Jahre als Spieler, in einer Zeit, die mit dem Abstieg aus der zweiten Liga endete. Aber schon dass er in diesen zwei Jahren 68 Mal für den Verein spielte, und dabei 23 Tore schoss, deutet an, dass er dabei Eindruck hinterlassen hat. Aber vor allem ist es so, wie die Seite immerunioner.de es beschreibt: “Mit seiner aggressiven und laufintensiven Spielweise wurde er in den Augen vieler Fans zum einzigen Lichtblick dieser Mannschaft auserkoren und erhielt in seinen beiden Spielzeiten die Auszeichnung: ‘Unioner des Jahres’.”

Paderborn 1. FC Union

Steffen Baumgart steht auch 15 Jahre nach seiner Zeit hier als Spieler für Union.

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Das Spiel gegen Paderborn ist das mit Abstand schwerste in der Bundesliga

Im Spielbericht zum 2:0 gegen Köln auf der immer empfehlenswerten Seite fcub.de heißt es:

“Nach meinem Gefühl haben wir in der aktuellen Liga ja gegen den 1. FC Köln die meisten Spiele in der Vergangenheit gehabt. Stimmt aber gar nicht. Es ist Fortuna Düsseldorf, mit großen Abstand sogar. Und dann kommt sogar noch Paderborn vor Köln. Aber trotzdem wehte irgendwie ein Hauch von 2. Liga am Sonntag durch das Stadion An der Alten Försterei, was aber eben zum Glück vor allem am Gegner lag.”

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Das Textilvergehen Tor des Monats für April 2019

Vor einem Monat haben wir unsere neue Rubrik “Textilvergehen-Tor-des-Monats” ins Leben gerufen, zu der wir im Podcast die Idee hatten. Darin wollen wir unter anderem herausfinden, ob wenn Daniel die Kandidaten auswählt, darin irgendwann auch vor allem Fallrückzieher und Fernschüsse vorkommen. Aber auch einfach, was für schöne Tore so fallen. Nun, nachdem der April vorbei ist, ist es Zeit für die zweite Ausgabe.

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