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Schalke soll an Sebastian Andersson interessiert sein – aber wie?

Sebastian Andersson Union

Ich habe mich sehr gewundert, als ich heute morgen im Kicker (Zusammenfassung online) gelesen habe, Schalke 04 sei an Sebastian Andersson interessiert. Denn gleichzeitig steht auch in den Schlagzeilen (etwa im Tagesspiegel), dass Schalke sich nach einer sportlich, moralisch und wirtschaftlich desaströsen Saison neu sortieren muss und ankündigt: „Wir werden massive Einsparungen vornehmen müssen.“

Sebastian Andersson Union
Sebastian Andersson könnte Unions begehrtester Spieler sein, Photo: Matze Koch

Trotzdem schreibt der Kicker, Schalke sei neben Newcastle die attraktivste Option für Andersson. Warum das so sein soll, steht da allerdings nicht. Und es ist auch nicht offensichtlich, auch wenn immerhin Clemens Tönnies von seinen Ämtern bei Schalke zurückgetreten ist, und Newcastle United, einer der angeblichen Interessenten aus England, vor einer drohenden Übernahme durch den Saudi-Arabischen Staatsfond steht.

Als weitere Interessenten nennt der Kicker West Bromwich Albion und Leeds, die beiden Mannschaften, die wahrscheinlich direkt in die Premier League aufsteigen werden. Das ist interessant, weil Anderssons Ausstiegsklausel (“im mittleren einstelligen Millionenbereich”) dem Bericht nach für England höher ist. Beide dürften – wenn Brexit die Dinge nicht verkompliziert – für Sebastian Andersson finanziell mindestens so attraktiv sein wie Schalke. Und sportlich sehe ich da kein klares Gefälle. Ich weiß nur, dass ich großen Spaß daran hätte, Sebastian Andersson unter Marcelo Bielsa spielen zu sehen. Weil ich mir das aber auch nicht so wirklich vorstellen kann, ist die Maßgabe eher erstmal: abwarten.

Was gibt es sonst neues für Union?

Der Kicker berichtet auch, dass der Beginn der neuen Saison für das Wochenende ab dem 11. September mit dem DFB-Pokal und dem Ligastart eine Woche später geplant ist.

In der Bild (nicht online) sagt Rafał Gikiewicz nochmal, dass er das Gefühl hatte, Union hätte sich mehr bemühen können, ihn zu halten. Der Kurier erwähnt, dass der Vertrag von Adidas als Ausrüster beginnt – etwas neues (Trikots zum Beispiel) gibt es da aber noch nicht.

Und der RBB blickt auf zwei Jahre von Urs Fischer als Trainer von Union zurück.

Die Sache mit den Dankesbekundungen von Werder Fans für Unions Hilfe mit dem Klassenerhalt ist etwas aus dem Ruder gelaufen. Und das nicht nur, weil Bremen erst noch die Relegation spielen muss (Felix Kroos ist nach dem Spiel übrigens bei DAZN in der post-show zu Gast). Sondern auch weil eine Crowdfunding-Aktion für Freibier für Union-Fans bis jetzt fast 12.000 Euro eingesammelt hat. Davon sollten zwar ‘nur’ 2200 Euro für das Bier verwendet werden, und der Überschuss an eine Tafel und eine Kampagne zur Unterstützung von Club-Kultur gespendet werden. Aber auch das ist doch etwa bizarr, und legt den Vorschlag nahe, das ganze Geld doch besseren Zwecken als Freibier zuzuführen.

Tusche im Webradio

Heute ist Torsten Mattuschka im Webradio Wir – Union vereint zu Gast. Wie immer kann man dort live zuhören und fragen stellen, oder das Gespräch später als Podcast nachhören.

Einmal Unioner Immer Unioner

Für Eroll Zejnullahu ist seine Saison in Jena maximal ungünstig gelaufen: Eroll war den allergrößten Teil der Saison über verletzt, und Jena ist immer weiter zurückgefallen, sodass der Abstieg schon lange feststeht. Seit gut zwei Wochen ist Eroll nun wieder fit und hat in Jenas letzten vier Spielen zum ersten Mal seit September wieder gespielt. Punkte gab es da aber auch kaum, stattdessen drei knappe Niederlagen – und gestern ein 2:2 gegen Unterhaching.

Dabei hat Eroll zunächst einen Elfmeter verschossen, dann aber Jenas erstes Tor vorbereitet – und das zweite unglaublich schön selber geschossen, mit einem Lauf über den halben Platz und einem Schuss aus 25 Metern, der krachend von der Unterkante der Latte im Tor einschlug. Es war Erolls erstes Tor in der Saison – es passt aber eben auch zu Jenas Saison, dass nach diesem Tor zum 2:0 mit einem Ausgleich in der Nachspielzeit wieder nur ein Unentschieden heraussprang.

14 Kommentare zu “Schalke soll an Sebastian Andersson interessiert sein – aber wie?

  1. @ Daniel: “Ich weiß nur, dass ich großen Spaß daran hätte, Sebastian Andersson unter Marcelo Bielsa spielen zu sehen.” Kannst du das für die Taktiklaien unter uns genauer erklären?

    • @Basti Marcelo Bielsa ist eben ein legendär interessanter Trainer, einerseits für seine Akribie und Detailversessenheit, andererseits auch für seinen Stil. Der besteht eigentlich vor allem aus radikalem Pressing und dann schnellem Kombinationsfußball. Insofern fände ich es spannend, wie er mit Sebastian Andersson umgeht, grade weil ich nicht so direkt eine Rolle für Seb da sehe. Deshalb glaube ich daran auch nicht so richtig…

  2. Ich hab den Eindruck, Eroll hat in den Jahren seit seinem Abschied von uns ganz schön Muskeln aufgebaut. :) Schade, dass ihm seine Verletzungsanfälligkeit immer im Weg stand. Der Eroll-Elfer übrigens hervorragend gehalten vom Ex-Unioner Steve Kroll.

  3. Eroll traf dabei gestern mit Steve Kroll im Tor der Hachinger auf einen weiteren Ex-Unioner.

    • @silvio und @Basti Das stimmt, danke für den Hinweis! Hatte bei mir nicht die richtige Klingel geläutet, als er den Elfmeter von Eroll sehr gut gehalten hat.

  4. Maria Draghi

    Bentford wird auch noch genannt. Nachvollziehbar; wenn man bedenkt, dass die einen dänischen Trainer haben und ein Drittel des Kaders aus Nordeuropäern besteht. Ich denke, Sebastian wird nach England gehen. Leider. Heißt für uns ca. 7 Mio. Ablöse und danach für Urs Fischer die Aufgabe, eine anderes Spielsystem zu finden.

  5. Wer zu Schalke wechselt sucht weder sportlichen Erfolg, noch einen inspirierenden Verein, noch eine seriöse Perspektive.
    Aber diese Nebensächlichkeiten gleicht der Charme von Gelsenkirchen natürlich wieder aus.
    Was soll da schon schiefgehen!

    (Aus Schalkes Perspektive wäre Andersons Ablöse und Gehalt aber möglicherweise schon eine Einsparung gegenüber anderen Spielern.)

  6. cuttertom

    Ich weiß nur, dass ich Sebastian Andersson unter Urs Fischer spielen sehen möchte.

  7. Ich für meinen Teil hätte großen Spaß daran, Sebastian Andersson unter Urs Fischer spielen zu sehen. 🙂

  8. Jetzt macht er auch die Bierdankesaktion der Werder Fans madig…wieder mal *kopfschüttel* über Daniel…

  9. Finde nicht, das die “Bieraktion” aus dem Ruder gelaufen ist. Genau das Gegenteil sehe ich und bei der Summe ist gerade das Kanalisieren in bestimmte Projekte super.

  10. Noch was aus der Kategorie Einmal Unioner Immer Unioner: mit Benny Kessel, Stephan Fürstner und Martin Kobylanski sind gestern gleich drei Ex-Unioner mit dem BTSV in die zweite Liga aufgestiegen. :)

  11. Grübel

    Ich finde die Kanalisierung der Bremer Bieraktion in diverse Projekte auch super, zu 100% wäre aber besser gewesen.
    Welcher Unioner will schon Bier aus Bremen…😉

  12. […] Zejnullahu steht mit seinem phantastischen Tor gegen Unterhaching zur Wahl beim Tor des Monats Juli. In der […]

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