Der Fall Sebastian Polter: Das Ende einer Beziehung oder der Anfang vom Ende im Abstiegskampf?

Eigentlich wollte ich heute schreiben, was mir am Mittwoch Mut gemacht hat beim 1:1 von Union gegen Mainz trotz Unterzahl. Ich wollte schreiben, wie sich jeder für jeden in Zweikämpfe geworfen hat. Wie Bälle geblockt wurden. Da war eine Mannschaft als Einheit auf dem Platz. Das hat mich beeindruckt und das hätte ich heute gerne ausgeführt. Aber Union veröffentlichte gestern Nachmittag eine Mitteilung mit dem Titel: “Union verzichtet ab sofort auf Sebastian Polter”.

Sebastian Polters Jubel nach seinem Tor zum 2:1 gegen Kaiserslautern am 16.04. 2017, Foto: <a href="http://matzekoch.com/" target="_blank" rel="noopener">Matze Koch</a>

Sebastian Polters Jubel nach seinem Tor zum 2:1 gegen Kaiserslautern am 16.04. 2017, Foto: Matze Koch

Darin wird Präsident Dirk Zingler folgendermaßen zitiert: “Es gehört zu den elementaren Werten des 1. FC Union Berlin, dass wir Unioner eine solidarische Gemeinschaft bilden, in der wir füreinander und für unseren Verein einstehen. Sebastian tut das als einziger Spieler der gesamten Lizenzspielerabteilung mit Mannschaft, Trainer- und Betreuerteam leider nicht. Das ist für uns nicht nachvollziehbar und sehr enttäuschend.”

Es fällt mir schwer, eine ganz deutliche Meinung dazu zu haben. Das liegt schon am Thema. Es soll nach übereinstimmenden Medienberichten um den Gehaltsverzicht in der Coronakrise gehen, bei dem Sebastian Polter am Ende nicht in dem Maße verzichten wollte, wie das zwischen Mannschaftsrat und Verein ausgehandelt wurde. Bei dem ganzen Prozess ist Union nicht sehr transparent gewesen. Ist es ein Verzicht oder eine Stundung, wie beispielsweise die Bild schreibt? Auf wieviel sollte Polter verzichten und was hat der Angreifer selbst angeboten? Und ist es moralisch verwerflich, nicht auf Gehalt verzichten zu wollen, wie es dieser Kommentar im Kicker darstellt? Und wie freiwillig ist eigentlich so ein freiwilliger Verzicht?

Sebastian Polter vor der Haupttribüne des Stadions an der Alten Försterei, Foto: Matze Koch

Ich habe auf all das keine klaren Antworten. Zumindest wurde Trainer Urs Fischer jetzt davon befreit, diese Entscheidung treffen zu müssen. Denn dass so etwas das Potential hat, die Stimmung in einer Mannschaft zu belasten, ist klar. Nur trainiert Sebastian Polter weiter mit dem Team. Also ist mit Blick auf die Stimmung in der Kabine gar nicht so viel gewonnen. Ob Kaderzugehörigkeit für Polter prämienrelevant ist, weiß ich nicht. Und mir ist es ehrlich gesagt auch ein bisschen egal. Denn nun muss sich zeigen, wie sehr die Mannschaft eine Einheit ist. Ein Ziel gibt es nämlich noch, den Klassenerhalt.

Ob der Verzicht auf Sebastian Polter im Kampf um den Klassenerhalt ein Schritt Richtung Abgrund oder die Klärung eines gärenden Themas und damit das spektakuläre Ende einer Beziehung war, werden wir erst in ein paar Wochen wissen. Dass die Gehaltskürzungen nicht in der langen spielfreien Zeit geklärt werden konnten, spricht aber zumindest nicht für Union.

Das sind die Medienberichte zu dem Fall:

Steffi hat gestern mit MC für Radioeins die aktuelle Podcast-Episode Union am Ball aufgenommen. Da ging es allerdings noch um das Spiel gegen Mainz, weil die Mitteilung zu Sebastian Polter erst am Nachmittag kam. Deshalb gab es am Nachmittag noch einen Live-Einsatz von Steffi bei Radioeins.

Gegen Rassismus protestiert Anthony Ujah angesichts des Todes von George Floyd und anderer schwarzer Menschen, die in den letzten Wochen getötet wurden.

63 Gedanken zu „Der Fall Sebastian Polter: Das Ende einer Beziehung oder der Anfang vom Ende im Abstiegskampf?

  1. Pingback: Lage am Millerntor – 28.05.2020 – MillernTon

  2. Muss der Verein damit an die Öffentlichkeit gehen? Hätte man das nicht besser intern geregelt? Ich sehe berechtigte Interessen bei Sebastian und auch beim FCU. Aber dann so ein Ding draus zu machen, schadet uns zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt.

  3. Ich finde wie man mit Polter umgeht nicht in Ordnung,man sollte daran denken was er für den Verein getan hat. Es ist wie immer jetzt im Fußball es geht nur noch um Geld.Erinnern sollte man sich wie es war als er aus England zurück gekommen ist. Nicht vergessen EISERN UNION I

  4. Mich wundert vor allem der Zeitpunkt der Beurlaubung von Polter. Das Thema Gehaltsverzicht ist ja schon 2 Monate alt. Sieht aus, als wollte man ihm gerade jetzt bewusst eins auswischen.
    Davon abgesehen kann ich die Argumentation des Vereins durchaus nachvollziehen und wünsche mir, dass alle an einem Strang ziehen.

  5. @basti es war eben nicht so einfach geklärt. Das eine ist die Aushandlung zwischen Verein und Mannschaftsrat (dem Polter selbst angehörte) gewesen. Das andere die Unterzeichnung der einzelnen Verzichtserklärungen. Und hier hat laut Medienberichten Polter dem ausgehandelten Deal nicht zugestimmt.

  6. @Matze Jass
    Sieht irgendwie nach “Angriff ist die beste Verteidigung” aus. Bevor man womöglich selbst in die Defensive gerät…….

  7. @matze jass Ich finde es auch nicht gut, überlege aber, was die Alternative gewesen wäre? Polter nicht mehr zu berücksichtigen, nichts zu sagen und damit das Thema medial bei Urs Fischer abzuladen? Es weiter im Team gären zu lassen? Sehr schwierig. Es gibt Situationen, da gibt es einfach keine gute Option, sondern nur schlechte und weniger schlechte.

  8. Danke für den neuen Thread, ihr sympathischen Textilvergeher … Dann stelle ich meine Meinung hier noch mal ein, mit der Bitte den alten Kommentar zu löschen.

    Auch wenn ich mich mit meiner meinung ein wenig unsympathisch machen sollte. Mea Culpa.

    https://www.kicker.de/776402/artikel/_unsolidarisches_verhalten_union_berlin_verzichtet_auf_polter

    Union hat damals einen Vertrag mit ihm abgeschlossen, der ihnen später als zu hoch aufgestossen ist. Auch über das preis/Leistungsverhältnis kann man heute diskutieren. Den Vertrag habensie nicht verlängert, dieser läuft zum Saisonabschluss aus. Was mich stört: “Ihm wurde zur last gelegt”. Ich musste da beim Lesen an Otto Walkes denken. Ihm wurde zur Last gelegt, ich habe nicht an dem Ast gesägt …

    Ich komme um den Gedanken nicht herum, das hier wieder eine Union Ikone zerstört wurde, ja auch sich selbst. Union sollte damals nicht der 1. FC Mattuschka werden, dafür wurde Ecki Düwel verpflichtet. Union sollte nach dem Aufstieg auch nicht der 1. FC Polter sein. Gut.

    Warum kommt mir gerade jetzt das Lied in meinen Kopf: “Es gibt nur einen Dirk Zingler, es gibt nur einen Dirk Zingler.

    Damit unser Derbyheld Polti nicht ganz so gut weg kommt … vllt sind ihm zwei Damen ja auh ein wenig zu teuer. Eiserne Grüsse.

  9. Passt aber irgendwie alles. Man erinnere sich an den Unterhaltsstreit von Polter.

  10. Ps. Nach Glasl gibt es neun Konfliktstufen, hoffe wir sind nicht schon bei Stufe Neun. Ick möchte den Beteiligten mal etwas auf den Weg geben und Herrn Haller Gehör schenken: Professor Haller: Die Macht der Kränkung:
    https://www.youtube.com/watch?v=NwlKy68zNNs

    In diesem Sinne. Eisern Union.

  11. @ Sebastian: Danke fürs Aufdröseln. Da sieht man, wie komplex die Angelegenheit ist und wie leicht man angesichts dieser Feinheiten den Überblick verliert. Medial kriegt man halt vor allem mit: Polter will nicht verzichten. Der Ablauf des Ganzen verschwimmt dabei.
    Sollte Polter erst als Teil des Mannschaftsrats zugestimmt haben (oder wurde er nur überstimmt?), um danach eine Extrawurst zu wollen, wirft das kein gutes Licht auf ihn. Wie die internen Regelungen sind, wie mit Mannschaftsratsbeschlüssen umzugehen ist, weiß aber vermutlich niemand, oder? Und die rechtliche Seite ist wahrscheinlich noch mal eine andere.
    Ich denke auch, hier gab es für den Verein keine bessere unter vielen schlechten Lösungen.

  12. Nicht nur an Tusche was da passierte kann man erinnern, ich denke auch an Chrissi Q, Terrode ( den man sogar ablösefrei ziehen ließ, was ich bis heute nicht verstehe )und auch Härtel. Polti bekam ja keine Gelegenheit sich mal durchgängig in zwei drei Spielen hintereinander zu beweisen. Nicht gut zu so einem Zeitpunkt das auszutragen wo wir grade alle Kräfte bündeln sollten Mannschaft wie auch Verein und Fans ( wo die Meinungen auch sehr unterschiedlich ausfallen ).

  13. @basti Rechtlich ist es aus meiner Sicht relativ klar. Mit jedem Spieler muss einzeln eine Verzichtserklärung unterzeichnet werden. Damit es fair und zügig abläuft, verhandelt man mit dem Mannschaftsrat. Aber diese Verhandlung dürfte nicht rechtlich bindend sein.

  14. OK, dann stelle ich auch wie E.G. meinen späten gestrigen Kommentar noch mal ein, zumal zur Sache selbst heute früh auch nichts Neues zu erfahren war:

    Solidarität läßt sich nicht erzwingen. Das sollte die Vereinsspitze aus historisch-jüngerer Erfahrung wissen. Damit ist kein Urteil zu Polter gesprochen. Vorausgesetzt, die Mutmaßungen von Kicker/dpa stimmen so. Verzicht von Profis wäre in diieser Situation natürlich wünschenswert. Um 40 bzw. 33% wie bei Kurzarbeitern gehts bei ihnen eh nicht. Aber der Fall zeigt eben auch: einigen Spielern ist das eigene Konto näher als ein Zeichen an die Gemeinschaft. Oder Vereinsidentität über die Vertragslaufzeit hinaus. Siehe auch Gikiewicz. Kann man kritisieren. Aber so ist das Geschäft. Auch bei uns. Subotics sind im Profifußball die Ausnahme, nicht die Regel. Sollten auch Fußballromantiker (an)erkennen. Sein Urteil mag sich jeder selbst bilden.
    Immerhin erspart Corona im Fall Polter der Vereinsführung eine peinliche Verabschiedung vor voller Hütte. Keine Prognose wie die und die Reaktionen wohl ausfielen. Aber peinlich bliebe es.

  15. @e.g. Man kann es mutig nennen. Oder wissen, dass die Beziehung zwischen dem Autor und Dirk Zingler vielleicht nicht die engste auf dieser Welt ist …

  16. @ Sebastian
    Klar gibt es da kaum eine für alle glückliche Lösung. Aber was mich halt sehr stört, ist dieser Geschmack nach “Jetzt geben wir ihm noch einen Arschtritt zum Abschied.”. Irgendwie unwürdig. Weder Sebastian noch Dirk haben sich in dieser Angelegenheit Sympathiepunkte erspielt. Man kann nur hoffen, dass sich der mediale Wirbel nicht negativ auf das Team niederschlägt.

  17. @matze jass Das kann man so sehen. Man kann es auch so sehen, dass man eine Unruhe in der Mannschaft nach dem Motto “Wieso soll ich mich an eine Vereinbarung halten, wenn Sebastian Polter individuell eine Vereinbarung treffen möchte” beenden will. Ob das funktioniert? Wir werden es sehen.

  18. @ Sebastian Fiebig

    ja ich weiss …

    Ich gebe mal zu bedenken. Wenn zwei Narzisten aufeinander prallen, kann es keine wirkliche Lösung geben. (gemeint hier DZ auf der einen und Sebastian Polter auf der anderen). Ich mag es kontrovers zu diskutieren, das macht Union aus.

    Eiserne Grüsse.

  19. “Spieler, Trainer kommen und sie gehen…”

    Insofern man die Situation versucht möglichst einfach darzustellen, komme ich für mich darauf, dass Polti scheinbar in irgendeiner Form nicht zu einem Verzicht bereit war. Soweit ich weiß ist Polti einer der wenigen Spieler, die auch Vereinsmitglied sind, was ich nicht ganz unwichtig finde (bitte korrigiert mich, falls das falsch ist). Für mich persönlich ist ein wichtiger Bestandteil der Identität im Verein die Fähigkeit sich aufzuopfern und im Zweifel selbst auf etwas zu verzichten zum Wohle des Vereins. Das hat sich zuletzt auch wieder bei diversen Aktionen zur Unterstützung des Vereins gezeigt (Verzicht auf Rückerstattung von Tickets bspw.). Vor dem Hintergrund kann ich sogar nachvollziehen, wenn Zingler von Enttäuschung spricht. Aufgrund der spärlichen Kommunikation des Vereins in diesen Angelegenheiten ist es aber wie immer ziemlich schwierig sich ein klares Bild zu schaffen, leider.

  20. @E.G.
    Genau meine Meinung. Das Thema Mattuschka war mir auch sofort wieder präsent, nachdem ich schon vor Wochen die Sachen um Polter und Gikiewizc gelesen habe. Sebastian Polter u.v.a. haben uns in die 1. BL gespielt. Und wo sind sie in dieser Saison? Auf der Bank oder nicht mal im Auswechselkader. Und Polter war ein 100%-iger Torekandidat. Wenn er im Spiel war, hat man auf ein Tor nicht lange warten müssen. Aber was in dieser Saison mit ihm gemacht wurde, empört mich echt.
    Wieso soll er dann einen Verein unterstützen, der ihn sowieso in die Wüste schickt.

  21. was ich mir NULL vorstellen kann ist, dass es irgendeine gesetzliche handhabe gibt, die es dem verein möglich macht, einen spieler aus dem kader zu verbannen, weil er sich nicht an einen frei erfundenen moralkodex hält. ich werde das gefühl nicht los, dass man sich hier eines unbequemen, sich mit seiner bankrolle nicht zufrieden geben wollenden, spielers entledigt, und die diskussion ums gehalt nun stellvertretend herhalten muss. es ist das klassische ablenkungsmanöver, hinter dem du eine mehrheit versammelst. denn wer wollte etwas gegen den solidarischen union-geist sagen? es ist ein üblicher, wenig ruhmreicher vorgang, der keine gewinner kennt.

  22. @silberhacke Es ist umgekehrt: Es gibt kein Recht auf einen Kaderplatz. Allerdings ein Recht auf Training. Deshalb ist Sebastian Polter weiter im Mannschaftstraining.

  23. @ Sebastian Fiebrig

    Recht ist etwas verbrieftes … Das muss sich der Polti im Mannschafstraining jeden Tag erarbeiten. Nur, wenn er das schafft, darf er auch spielen und Tore schiessen.

    Eiserne Grüsse.

  24. @sebastian
    ich weiß. deshalb muss man das ganze ja derart moral-kodex-mäßig aufladen, um den polarisierenden effekt zu erreichen.

  25. @Betty “Aber was in dieser Saison mit ihm gemacht wurde, empört mich echt.”

    Schwierige Aussage, für die Aufstellung ist der Trainer verantwortlich, der muß ja meist auch als erster den Kopf hinhalten wenn es schief geht. Bis zum Ende der Vor-Corona-Saison stand Union mit 30 Punkten und einem relativ guten Torverhältnis weit von den Abstiegsplätzen entfernt, was so wohl die wenigsten vor der Saison erwartet hätten. Was will man ihm da jetzt vorwerfen ? Andersson oder Bülter raus und Polter rein ? Ujah und Becker hatten nun auch nicht sonderlich viel Spielzeit.

  26. es kann sich ja auch jeder mal fragen, wie freigiebig man selbst sich einer firma gegenüber geben würde, die einem den vertrag nicht verlängert (aus welchen gründen auch immer). da wird im verhandlungsverlauf so viel schmutzige wäsche gewaschen, dass die leine nicht mehr reicht, um sie zu trocknen – bei beiden parteien nicht.
    es gibt auch ein recht auf egoismus. und gerade bei stürmern ist egoismus nicht selten eine ausgeprägte eigenschaft.

  27. Ich kann mir gut vorstellen, dass eine Mehrheitsentscheidung -zB im Mannschaftsrat- am Anfang der Corona-Krise, die erst später verbindlich gemacht wird, dann zu erneuten Auseinandersetzungen führt.
    Entweder, weil sich bei einigen die Meinung geändert haben kann (die TV Gelder fliessen ja wieder) oder weil die anfangs Überstimmten dann ja nochmal entscheiden können – und bei Ablehnung die Mehrheitsentscheidung unterlaufen.
    Rein rechtlich kann ja eine Gruppe von Kollegen ja keinen gültigen und ausgehandelten Vertrag verändern.

    Aber Solidarität passiert freiwillig und/oder aus einer Verpflichtung heraus. Letztere hat man auch als Teil einer Gruppe, auch wenn der Einzelne das anders sehen kann, aber dann stellt sich eben die Frage nach der Vereinbarkeit mit der Gruppe.

    Ich kann das Geschmäckle eines “Soli-Zwangs” aus Sicht eines Einzelnen verstehen, aber in diesem Fall wirkt es angesichts der Situation doch etwas irritierend wenn der Topverdiener mit sicherlich einigem angesparten Vermögen und Besitz auf seine ~100k€/Monat besteht während Union-Vollzeitmitarbeiter mit 60-67% eines (unter)durchschnittlichen Angestelltengehalts auskommen müssen und davon die weiterhin bei 100% stehenden Mietkosten (neben anderen) bewältigen muss.

    Ich wäre gespannt die Sicht von Polter zu hören oder zu lesen.
    Rein sportlich ist der Ausfall vermutlich nicht so gravierend, so keine anderen Stürmer ausfallen. Polters Beschwerden über Nichtberücksichtigung in der Startelf und vor allem die Forderung, mal 2-3 Spiele durchzuspielen ist angesichts des großen Kaders und der bekannten und offen genannten Trainerphilosophie dahinter, und nicht zuletzt der eigenen Leistungen bei den Einsätzen auch nicht sehr mannschaftsdienlich.

  28. Schade, dass es so enden muss…

    Ich kann den Verein verstehen, aber auch Polter.

    Welcher Angestellte verzichtet schon gerne freiwillig auf Gehalt. Besonders wenn der Vertrag in einem Monat ausläuft und man vor einer ungewissen Zukunft steht?!

    Auf der anderen Seite war er Bestandteil des Mannschaftsrates, welcher mit dem Verein für die Spieler dieses Modell verhandelt hat. Ich stelle mir vor, dass der Betriebsrat in einer wirtschaftlich prekären Situation, für die Angestellten mit der Firma einen 3-monatigen Gehaltsverzicht von 20% aushandelt. Anschließend sagt, aber ein Betriebsratsmitglied “Nein da mache ich nicht mit”. Da würde in der Firma aber der Baum brennen. Aus der Sicht blieb dem Verein auch nicht viel anderes übrig als so zu handeln, um die Situation intern zu beruhigen und einzudämmen.

  29. Sportlich muss sich zeigen ob das ein Fehler war oder nicht. Da Union sich aber nicht ausschließlich über Ergebnisse definiert muss man ein unsolidarisches Verhalten als solches benennen und wenn ein Polter sich über den Verein stellt ist die Antwort gegeben wie man dies zu bewerten hat. Ob der Autor nun mit DZ ein gutes Verhältnis hat ist hierbei unerheblich, die Verdienste dieses Mannes und die Werte die er mit verkörpert sind größer als die von Hr. Polter. In Krisenzeiten zeigt sich der wahre Charakter und bei Polter wird klar das den großen Worten keine Taten folgen. Die beiden Interviews von Polter auf Grund seiner Situation waren ein Egotrip wie er nicht unüblich ist in der Branche. Union will sich einiges versuchen zu bewahren was bei anderen Vereinen/Unternehmen hingegen nicht mehr so abläuft. Das mag nicht immer gelingen, in dem Fall erhält Polter das Geld was ihm wichtiger ist als Union. Polter ist ein Profi der hier großes geleistet hat. Ein Unioner ist er für mich nicht und war es dann wohl auch nur für die eigene Image-Bildung bzw. solange alles so läuft wie geplant. Ein Platz als Reservist und mit weniger Geld vertragen sich da wohl nicht mit den eigenen Ansprüchen und Werten. Ersteres kann ich nachvollziehen, der Weg zur Presse ist da dennoch eher kontraproduktiv. Zweiteres führt dann zu einer Werte-Debatte wo Polter eben verdammt schlecht aussieht.

  30. @ Matze

    Ich möchte ihn spielen sehen, mit der Wut im Bauch. Nochmals, eiserne Grüsse.

  31. Ujjujuj, was wird hier gleich wieder gemutmaßt und gegenseitig unterstellt.
    Sebastian Polter wollte/konnte, als einer der Top-Verdiener im Verein, nicht auf Teile seines Gehalts verzichten, um sich, wie (lt. Presse) alle anderen Angestellten des Vereins solidarisch zu zeigen. Er hat weiterhin seinen Job bis Vertragsende, bekommt sein Gehalt (evtl. abgesehen von verhandelten Spieltags-Prämien) bis Vertragsende und kann am Mannschaftstraining teilnehmen. Der Verein hat gestern kommuniziert, dass Polter auf Grund seines Verhaltens, nicht mehr zu Spieltagskader gehören wird, was das gute Recht des Vereins ist, da es, soweit ich weiß, seitens des Spielers keinen Rechtsanspruch auf einen Spieltagskaderplatz gibt. In den kommenden Tagen und Wochen braucht man, im Kampf um die wichtigen Punkte für den Klassenerhalt, eine Mannschaft die füreinander einsteht und geschlossen auftritt. Das o.g. Vorgehen von Polter und das Zeichen welches er damit gesetzt hat, war hierfür nicht sehr hilfreich auch wenn auch dieses unbestritten sein gutes Recht ist und er nun mit den entsprechenden Konsequenzen leben muss. U.N.V.E.U.

  32. ok, was wissen wir wirklich?
    “Es gehört zu den elementaren Werten des 1. FC Union Berlin, dass wir Unioner eine solidarische Gemeinschaft bilden, in der wir füreinander und für unseren Verein einstehen. Sebastian tut das als einziger Spieler der gesamten Lizenzspielerabteilung mit Mannschaft, Trainer- und Betreuerteam leider nicht.”
    aha.
    wir wissen weiterhin nichts.
    is vielleicht das beste.

    eisern

  33. Es wurde hier schon fast alles gesagt. Nur nochmal die Fakten und die beiden Sachverhaltsalternativen kurz zusammengefasst:

    Sebastian Polter wurde weder beurlaubt, noch suspendiert. Sein Arbeitsvertrag läuft bis zum vereinbarten Ende (wohl der 30.06.) weiter. Die Klubführung hat allerdings entschieden, dass er bis zum Vertragsende nicht mehr zum Spieltagskader gehören und keine Pflichtspiele für Union absolvieren wird, so dass er definitiv keine variablen leistungsbezogenen Vergütungsansprüche mehr haben kann (Einsatzprämien, Punktprämien etc.).

    Variante 1:

    Sollte der Mannschaftsrat stellvertretend für den Profikader einen Gehaltsverzicht verhandelt haben, ist das zwar nicht automatisch verbindlich für alle Spieler, da jeder Spieler das Recht hat, Änderungen seines Arbeitsvertrags selbst zu vereinbaren. Allerdings wäre es schon seltsam, wenn Sebastian Polter als Mitglied des Mannschaftsrats den Gehaltsverzicht zunächst mitgetragen haben sollte, sich aber hinterher diesen Änderungen verweigert, indem er -bezogen auf sein Arbeitsverhältnis- nicht zugestimmt hat. Dieses Verhalten wäre widersprüchlich und ich könnte die Entscheidung der Klubführung verstehen, weil man das den anderen Spielern auch nicht vernünftig erklären könnte.

    Ich halte diese Variante für die Wahrscheinlichere, da die Situation offenbar jetzt erst aktuell wurde und eskaliert ist.

    Variante 2.

    Sollte er allerdings bereits während der Verhandlungen zwischen Klubführung und Mannschaftsrat signalisiert haben, dass er diesen Deal auf keinen Fall mittragen wird, wäre das zwar möglicherweise unsolidarisch, aber absolut legitim.

    Polter für diesen Fall, dass er den Gehaltsverzicht von Anfang nicht akzeptiert hat, nun mit dem sportlichen Aus bei Union zu bestrafen, wäre aus meiner Sicht moralisch verwerflicher als Polters Haltung.

    Dabei halte ich es für völlig unerheblich, warum er den Gehaltsverzicht ablehnt (vermutlich wegen der Gesamtsituation, dem nahenden Ende seiner Zeit bei Union und seiner persönlichen ungewissen Zukunft).

    Möglicherweise spielten aber doch noch weitere Faktoren eine Rolle, die wir nciht kennen…

  34. @ silberhacke

    ok, was wissen wir wirklich: Dass ist ja das schöne an Union … Ich mag das. DZ und seinen Ohrmuschelfüsterer … Naja. Eiserne Grüsse.

  35. Ich persoenlich freue mich, dass der Verein nicht drauf wartet, dass Sebastian wieder mit Aussagen wie “Ich bin nicht der andere Spieler!” an die Medien gehen kann. Es wirkt fuer mich eher wie ein “Angriff ist die beste Verteidigung” und wie auch Mattuschka und andere vor ihm hilft sein Status (der seit oben genannter Aussage und seinem Assiverhalten auf der Aufstiegsfeier fuer mich ohnehin stark relativiert wurde) auch nicht. Wenn du eine Grenze ueberschreitest, trag die Konsequenzen.

    Es geht fuer mich nicht um den Gehaltsverzicht an sich.
    Aber zu sagen er ist Publikumsliebling und sich in einem Licht zu baden, dann aber nicht bereit zu sein unsere Werte mit zu tragen… Schlechtes Bild.

    Aussagen wie “es kann sich ja auch jeder mal fragen, wie freigiebig man selbst sich einer firma gegenüber geben würde, die einem den vertrag nicht verlängert” sind zwar stimmig, allerdings hinkt der Vergleich doch stark, wenn ich vorab ewige Treue und den Job als Herzensangelegenheit beschreibe, oder?

    Nehmt mal eure Brille ab und kommt da an, wo man sieht das Proleten wie Torsten und Keller IHR Ding machen. Nichts anderes. Guckt euch doch mal die Zahlen an und entscheidet dann, warum Torsten gehen musste.
    Weil bei 80% Elfmetertoren usw, braucht man nicht von einem Topstuermer sprechen. Und ebenso wie bei Mattuschka kommt bei mir eher das Bild des beleidigten Angestellten auf, der seinen Platz nicht sieht beziehungsweise, bei dem Selbstwahrnehmung und Realität ein Stueck auseinander liegen.

    Nein zum Personenkult bei Union.

    Das man das uU auch anders haette Regeln koennen steht hierbei ausser Frage.
    Aber erneut wirkt es eher wie ein Absichern bevor jemand wie Seb (der das in den letzten Monaten ja oefter getan hat) die Medien nutzt um ein Bild zu kreieren, dass ihn gut aussehen laesst und den Verein eben nicht.

  36. Mal wieder Spekulatiusküche Union, weil eben nicht alles nach draußen, in die Öffentlichkeit gelangen soll. An die Gehaltsverzichtsklage alleine glaube ich nicht wirklich. Wird ‘ne Kombination eskalierter Tatsachen sein. Ich glaube eher der aktuelle Auslöser lag im letzten Spiel. Warum sonst kam Polti in den Spieltagskader und nun gleich Ausschluß aus diesem. Zu mehr Speku…. laß ich mich nicht hinreißen. Ich denke es ist Tatsache jetzt, wir sollten es dabei beruhen lassen. Für mich war, ist und bleibt Polti ein Großer der Unioner Familie, eben einmal Unioner immer Unioner. Bleiben wir EISERN beim Ziel Mission Klassenerhalt ⚽ Kämpfen und Siegen u.n.v.E.U. 🏐

  37. Dein Kommentar wartet auf Freischaltung …

    Das macht ihr aber nicht wirklich …

  38. @E.G. Kommentare mit mehreren Links werden automatisch in die Freischalteschleife geschickt, um Spam zu vermeiden. Das hat nichts mit den jeweiligen Autoren zu tun.

  39. Wir wollen Typen…. da ist einer. Eigensinn, ein wenig selbstverliebt, egozentrisch. Ein richtiger Stürmer eben. Nur irgendwann ist das fehl am Platz. Union ist doch viel mehr als die Profimannschaft. Es ist auch das Nachwuchsleistungszentrum, wo Wochenende für Wochenende und 5x am Abend in der Woche, Aufwand getrieben wird. Mit den Gehältern dort wird man sicher nicht wohlhabend. Ein Großteil macht das auch ehrenamtlich. Alle waren in Kurzarbeit… Es ist dieser Widerspruch, der es schwer erträglich macht: Union ist ein Unternehmen mit Verträgen die einzuhalten sind. Verstehe ich. Union ist ein Produkt, mit dem man sich sonnen kann. Verstehe ich auch. Union ist aber auch ein Gefühl. Das kann man sehen, wenn unsere 12jährigen Jungs irgendwo in NRW ihren Kreis machen und ganz laut ….. Und niemals vergessen… rufen. Wenn einem das alles Wichtig ist, schei… man auch mal auf einen Vertrag und auf das was da so vorgefallen ist.

  40. pressekonferent geschaut, statements von verein und polters anwälten gelesen. fischer will sich nur sportlich äußern und ist froh, sich darauf beschränken zu können. arbeit führt aus, was auch zingler verlautbaren lässt und die enttäuschung über polters move wird plastisch und nachvollziehbar. das schreiben von polters anwälten behauptet, beide seiten hätten sich nicht annähern wollen, was wohl faktisch richtig ist, wo man aber auch begreift, dass polter wesentlich weniger abzugeben bereit war.
    in mir setzt jetzt auch sowas wie ernüchterung ein.
    danke, sebastian polter, alles gute.
    mein herz aber gehört dem verein.
    ende.

    unveu

  41. Eben, die milch ist vergossen …

    Wenn zwei Narzisten sich begegnen … Wir haben 31 Punkte. Freu mich euch alle mal wieder an der AF in der ersten Bundesliga begegnen zu dürfen.

    Eiserne Grüsse.

  42. Eben, die Milch ist vergossen …

    Wenn zwei Narzisten sich begegnen … Wir haben 31 Punkte. Freu mich euch alle mal wieder an der AF in der ersten Bundesliga wieder zu sehen.

    Eiserne Grüsse.

  43. Nun ist aber wirklich gut. Bitte keine Doppel Meinungen. ich mag keine Doppelmoral. Eiserne Grüsse.

  44. Personalie Sebastian Polter: Erklärung des Union Präsidiums … Nunkriege ich aber wirklich das grosse Kotzen …

  45. Wow. Der grosse Vorsitzende hat gesprochen. Nicht mit mir, Herr Zingler.

  46. Doppelter Kommentar wurde entdeckt. Es sieht stark danach aus, dass du das schon einmal geschrieben hast.

    Wow. Der grosse Vorsitzende hat gesprochen. Nicht mit mir, Herr Zingler.

  47. Hier mal ein schöneres Thema:
    Podcast Phrasenmäher Interview mit Christian Gentner (1/2)

  48. Nun fange ich an sauer zu werden. Wollt ihr mir meine buddhistische Lebbensphilosophie nehmen … Immerhin 45 Jahre Union!

    Nochmals, eiserne Grüsse.

  49. Polters anwaltliche Erklärung klingt nicht gut. “Wirtschaftlich entgegenkommen” bedeutet nur, dass er einen Teilverzicht aufs Gehalt nicht komplett verweigert hat, aber -sonst wäre es kein Konflikt- auch nicht in dem Maße akzeptierte wie alle anderen. Damit hat er eigentlich die offizelle Aussage von Union bestätigt.

    Dann noch “helfen” zu wollen klingt in dem Zusammenhang dann nach Händeklatschen auf’m Balkon…

    Schade schade schade.

  50. E.G. sagte am 29. Mai 2020 um 16:49 :
    Dein Kommentar wartet auf Freischaltung.
    Schade schade schade …

  51. @E.G. Ein bisschen Erwartungsmanagement: Ich arbeite tatsächlich tagsüber und kann entsprechend nicht innerhalb von wenigen Minuten schauen, ob ein Kommentar in Freigabeschleife hängt. Und eigentlich geht es bei den Kommentaren darum, sich mit anderen auszutauschen, andere Meinungen zu lesen oder inhaltlich ein Thema voranzubringen mit eigenem Wissen. Ob da teilweise mehrere kurze Kommentare hintereinander, wie in einem Chat, für andere gewinnbringend zu lesen sind? Ich muss sagen, dass ich bisher die Kommentare hier immer sehr gerne gelesen habe und mich das wirklich weiterbringt. Wäre schön, wenn dieser konstruktive, gerne kontroverse Austausch hier bestehen bleibt.

  52. @ Sebastian Fiebrig

    … dieser konstruktive, gerne auch kontroverse Austausch hier muss bestehen bleiben. Dank dir habe ich dieses Lied gefunden. Danke dafür …
    https://www.youtube.com/watch?v=pBLJNe8hsKE

    Das sind wirklich Eiserne Grüsse, weil die junge Frau könnte mit ihren schönen blauen Augen auch meine Tochter sein. Eiserne Grüsse.

  53. Wenn ein Fachanwalt namens und im Auftrag des Mannschaftsrats, zu dem Polter gehörte, die Vereinbarung über den Gehaltsverzicht vorbereitet hat, war es ein „No Go“ von Polter, Wochen danach mit seinem eigenen Anwalt noch einmal einen „Gegenvorschlag“ vorzulegen (das hätte ihm sein Anwalt aber eigentlich auch sagen müssen).

    Alles richtig gemacht, El Presidente!

    Eisern.

    #MitallerGewaltKlassenerhalt

  54. @ Icke

    hatte zwar nicht’s mit Absinth zu tun und Ja, es wirkt heute auch auf mich wie ADS.
    Hatte auch mit dem zeitversetzten Ankommen meiner Kommentare zu tun.

    ich bitte das Textilvergehen Team meine Kommentare zum Fall Sebastian Polter hier zu löschen. Es ist ausdrücklich mein Wunsch.

    Eiserne Grüsse.

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