Union wurde von Hoffenheim mit den eigenen Waffen geschlagen

Ich tue mich schwer mit der 0:2-Niederlage gegen Hoffenheim. Nicht, weil ich nach der Heimspielserie von 4 Siegen in Folge plötzlich nicht mit mehr Niederlagen umgehen kann, sondern weil ich nicht weiß, wie ich sie einordnen soll. Beide Teams auf dem Platz schenkten sich nichts. Jeder Zweikampf wurde wie ein Finale geführt und um jeden Zentimeter auf dem Platz gerungen. Zahlreich waren vor allem die Gelben Karten. 8 Stück vergab Schiedsrichter Sören Storcks.

Torchancen gab es dagegen kaum. Wenn ich richtig mitgezählt habe, dann waren es 3 für jedes Team. Während Union seine Möglichkeiten vergab, war Hoffenheim effizient. Neben der Zweikampfhärte noch so ein Merkmal, das eigentlich zur Hinrunde von Urs Fischers Team gehört. Und so ist das Fazit nicht übertrieben, dass Union mit den eigenen Waffen geschlagen wurde.

Für mich ist diese Niederlage eine Mahnung daran, dass für Union nichts in Bundesliga einfach so passiert. Jeder einzelne Punkt muss hart erkämpft werden. Das Team benötigt auch Spielglück, was es in dieser Partie durch den von Christopher Lenz unhaltbar abgefälschten Schuss zum 0:1 für Hoffenheim nicht hatte.

1. FC Union Berlin – TSG 1899 Hoffenheim, Anzeigetafel mit 0:2-Endstand, 17.12. 2019, Foto: Matze Koch

Mir war wichtig, dass die Mannschaft zum Ende der Partie und nach Abpfiff nicht nur Anerkennung für einen starken Kampf im Spiel erhielt, sondern auch noch einmal für dieses Jahr und alle besonderen Erlebnisse, die sie uns beschert hat, gefeiert wurde.

Etwas kurios war eine Szene allerdings schon. Das Team war schon im Gehen, als es noch einmal zur Waldseite zurückgeholt wurde. Auf den Rängen wurden schon die Arme ausgestreckt, um ein letztes Mal in diesem Jahr zu Hause “Die Zeit ist nun gekommen” zu singen und damit die Mannschaft und den Aufstieg zu würdigen. Und zumindest zur Überraschung in meiner Bezugsgruppe wurde dann der Union-Walzer angestimmt. Das ist nicht schlimm, denn die das Wichtigste ist, dass die Mannschaft die Anerkennung bekommt, die sie verdient hat. Und vor allem wurde sie mit dem Ohrwurm des Stadtmeister-Liedes verabschiedet. Die neuen Capos benötigen Zeit, um sich einzugrooven. So war das beim Heimspiel gegen Köln angekündigt im Kurvenflyer angekündigt worden und diese Zeit sollen sie bekommen.

Stadtmeister, Berlins Nummer 1, Foto: Stefanie Fiebrig

Stadtmeister, Berlins Nummer 1, Foto: Stefanie Fiebrig

Hier sind die Spielberichte der Berliner Medien:

Falls ihr trotzdem noch einen handfesten Grund für die Niederlage sucht, dann hat ihn gerade am Frühstückstisch der kleine Jung-Unioner gegeben. Als er vom Ergebnis erfuhr, sagte er: “Das liegt an mir, ich habe gestern den Glückstanz vergessen.” Urs Fischer kann sich also die Spiel-Analyse sparen. 😂

Fotos vom Spiel gibt es bei unveu.de

Banner zum Abschied von Elli, Foto: Tobi/unveu.de

Banner zum Abschied von Elli, Foto: Tobi/unveu.de

Beim Spiel wurde sich von Elvira Hentschke verabschiedet, die seit 1988 für Union gearbeitet hat (früher als Mannschaftsbetreuerin, zuletzt im Fanshop) und nun in Rente geht. Alles Gute und bis hoffentlich bald im Stadion!

11 Gedanken zu „Union wurde von Hoffenheim mit den eigenen Waffen geschlagen

  1. Ich finde, ein Unentschieden wäre gerechter gewesen.
    Wie sagte Urs in der Pressekonferenz vor dem Spiel: “Glück muss man sich erarbeiten.” Das haben beide Mannschaften gemacht und nur bei einer ist es dann angekommen.
    So ein kleiner Dämpfer ist vielleicht auch gar nicht so schlecht, um die Erwartungshaltungen so mancher auf ein realistisches Niveau zu bringen.

  2. Ärgerlich, durch so eine abgefälschte Gurke zu verlieren. Aber letztlich hatten wir auch einfach zu wenige Torchancen, um uns beschweren zu können. Wichtiger ist das Spiel gegen Düsseldorf. Eine Niederlage dort wäre ein echter Dämpfer.

  3. Naja war aber auch schwierig mit den Torchancen, Hoffenheim hat zu 100% auf Defensive gesetzt, die sind ja grade in der ersten HZ keine zehn Meter rausgerückt und da ist es dann schwierig mal eine Lücke in der Abwehr zu finden. Eigentlich ein typisches null zu null Spiel.

  4. Ich bin Schuld an der Niederlage. Ich habe in der Halbzeitpause auf die Tabelle geguckt. Das ist bisher immer schiefgegangen. Tut mir leid.

  5. danke für die Analyse, gab es bisher die Begriffe die den Montag als Tag benutzen um etwas nicht Gelungenes zu benennen so ist es bei mir jetzt der Dienstag, ansonsten sollte jeder die immer sehr guten Rückblicke im Stadionheft lesen, da kann man sich erinnern wie schwer es für uns in vergangenen Jahren (Jahrzehnten) war und was für einen harten Weg wir gegangen sind und auch wem wir das zu verdanken haben das es uns überhaupt noch gibt und wir jetzt sogar in der Bundesliga spielen! Wir lernen weiter, wir werden auch Rückschläge erleben, ich finde das was wir bis jetzt geschafft haben schon sensationell und freue mich weiter auf JEDES Spiel, ich bin auch so froh dass die große Mehrheit das auch so begreift und trotz Niederlage die Mannschaft nach dem Spiel gefeiert hat! U.N.V.E.U.

  6. Hat hier jemand vielleicht ein gutes Foto von der Waldseiten-Tapete “Auge um Auge – Zahn um Zahn. Resiste Pueblo Chileno”?

  7. Kann es sein, dass wir bereits mehr als die von “Podcast”-Robert budgetierten Punkte für 34 Spieltage geholt haben? Würde mich freuen, wenn er mal wieder dabei ist und sein aktualisiertes Budget mitteilt (womöglich reicht der Alt-Unioner-Realismus noch nicht für 40 Punkte).

  8. Absolut korrekte Spieleinschätzung und ebenso löblich unsere neue Situation auf dem Podest zu erwähnen und sehr faire Worte dafür zu finden.

    Unterschreibe ich alles zu 100%

  9. mir fehlt einer wie PRÖMEL, der auch mal das unvorhersehbare versucht. und GUT ist eine schon ziemlich pauschale kategorie – das BESSERE ist des GUTEN feind, hat meine oma immer gesagt. fußball hat sie aber nie gemocht.

    EISERN

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