Wir sollten von Benjamin Kessel nach seiner Verletzung keine Wunderdinge erwarten

Union hat gestern das Testspiel beim VfL Wolfsburg mit 3:1 gewonnen (auf AFTV gibt es einen sehr ausführlichen Zusammenschnitt). Doch das Ergebnis ist das eine, die kleinen Geschichten sind das andere. So konnte Simon Hedlund mit einer Torvorlage und diesem sehenswerten Treffer einiges an Selbstvertrauen tanken:

Ich erwarte vom schwedischen Angreifer eigentlich erst so richtig nach der Winterpause etwas. Einfach, weil er dann das erste Mal eine richtige Vorbereitung unter Jens Keller mitgemacht hat. Bis dahin sollte er sich an alles gewöhnt haben. Wenn es früher klappt, umso schöner.

Und wenn wir ganz ehrlich sind, gilt für Benjamin Kessel dasselbe. Der Rechtsverteidiger und Vizekapitän hat auch fast die komplette Vorbereitung im Sommer verpasst und muss sich erst wieder an die alte Form heran kämpfen. Gerne über Einsätze. Aber von ihm zu erwarten, dass er sofort wieder der alte ist und Christopher Trimmel während seiner Verletzungspause sofort ersetzen kann, wäre eindeutig zu viel verlangt. Auch wenn Kessel in Wolfsburg 90 Minuten spielen konnte. Aber das sind genau die Partien, die er jetzt benötigt.

Fussball, Herren, Saison 2016/2017, Testspiel, VfL Wolfsburg - 1. FC Union Berlin, Benjamin Kessel (1. FC Union) beim Einlauf der Teams, 09.11. 2016, Foto: Matthias Koch

Benjamin Kessel lief gegen Wolfsburg als Kapitän auf; Foto: Matze Koch

Und der letzte, der sich unglaublich freuen durfte, war Philipp Hosiner, der nach Vorlage von Christopher Quiring und Simon Hedlund zum zwischenzeitlichen 1:1 traf. Ich wünsche dem Österreicher, dass er auch in der Liga mehr Glück vor dem Tor hat.

Es gab natürlich noch mehr Spieler, denen dieser Test gut tat, wie Emanuel Pogatetz’ Nachricht zeigt:

Und vielleicht liegt hier das Problem, dass Union nach der Auflösung der U23-Mannschaft noch keinen adäquaten Ersatz für Spielpraxis gefunden hat für verletzte Spieler und diejenigen, die nicht so oft zum Zuge kommen. Die Testspiele in Länderspielpausen sind gut, aber reichen vermutlich nicht aus.

Hier die Medienberichte zum Test in Wolfsburg:

Die Länderspielabstellungen für Spieler, die dann nicht spielen (Eroll Zejnullahu für Kosovo und Kristian Pedersen für Dänemarks U21) beschäftigen Kurier und Morgenpost. Denn Eroll Zejnullahu geht so die dringend nötige Spielpraxis aus den Testspielen flöten und Kristian Pedersen die Zeit zur Regeneration, die andere Profis, die ständig spielen von Jens Keller bekommen.

Für das Trainerteam ist das ein Problem. Aber sie haben da auch keine gute Handhabe dagegen. Denn einerseits sind sie zu Abstellungen verpflichtet und andererseits ist das auch wichtig für die Spieler, die bei der Nationalmannschaft auf sich aufmerksam machen können. Da hilft letzten Endes nur reden. Mit den Nationalmannschafts-Trainern und den Spielern. Vielleicht finden sich so Kompromisse.

Jakob Busk war gestern übrigens noch in Erkner auf Schulbesuch:

Ein Gedanke zu „Wir sollten von Benjamin Kessel nach seiner Verletzung keine Wunderdinge erwarten

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