Weihnachtssingen: War früher alles besser?

Der langjährige Union-Trainer Heinz Werner hatte am Sonntag Geburtstag und ist 80 Jahre alt geworden. Dazu gratulierte nicht nur Union selbst, sondern unter anderem auch Matthias Sammer (Bild/BZ). Was macht Heinz Werner eigentlich so? Die Frage beantwortet der Kurier: Er ist in China unterwegs und beobachtet dort den Aufbau von Fußballschulen.

Diskussion um das Weihnachtssingen

Ich muss mal eine Diskussion aufnehmen, die so in ihrer Art jedes Jahr aufkommt. Nämlich: Das Weihnachtssingen sei nicht mehr so wie früher. Der Tenor ist eigentlich immer gleich und ähnelt diesem Kommentar in einer Union-Facebookgruppe:

An alle die zum diesjährigen Weihnachtssingen wollten aber keine Karte/n bekommen haben. Ihr habt nüscht verpasst. Ich gehe seit einigen Jahren dorthin und muss leider sagen, dass ich es dieses Jahr nicht schön fand. Kann nicht einmal sagen, woran es genau lag.Wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Schade… Nächstes Jahr bleibe ich zu Hause, es ist nicht mehr wie früher, nur noch ein Event

In die gleiche Kerbe haut der Artikel “Einwurf: Weihnachtssingen ist nicht mehr das was es mal war“. Dessen Autor sagt, er sei zum Gegner des Weihnachtssingens geworden und führt als Argumente an:

  • auf der Eintrittskarte seien die Sponsoren zu prominent
  • es gebe zu viele Gewinnspiele für Karten zum Weihnachtssingen
  • höchstens 20 Prozent der Leute beim Weihnachtssingen gingen regelmäßig zu Union

Kurzum, das Weihnachtssingen sei nur noch eine Kommerzveranstaltung. Ich persönlich halte die ins Feld geführten Argumente für wenig tragbar, weil jedes Punktspiel eine größere Kommerzveranstaltung ist und wir uns alle für den Zirkus Profifußball entschieden haben, der genau das ist: Kommerz. Union hat seinen eigenen Weg gefunden, den Fußball für uns weiter in den Mittelpunkt zu rücken und deswegen nehmen wir den Kommerz nicht so stark war.

Und ganz ehrlich: Mich erinnert das Ganze an die Diskussion “Was bist’n Du für’n Unioner?”, in der es nur darum geht, wessen Geburtsort näher am Stadion liegt und wer früher zu Union gegangen ist und deshalb klar bestimmen darf, was Union ausmacht.

Natürlich ist das Weihnachtssingen anders als vor sechs oder zehn Jahren. Das Weihnachtssingen braucht jetzt Sponsoren, weil es sonst schlicht nicht mehr durchführbar wäre. Es ist eine Veranstaltung, die nach vielen Diskussionen im Verein und nach Befragung der Mitglieder in dem Rahmen stattfindet wie jetzt. Das Mitgliedervotum hat dazu geführt, dass die Eintrittsgelder dem Union-Nachwuchs zugute kommen. Das Mitgliedervotum hat dazu geführt, dass Mitglieder ein Vorkaufsrecht haben.

Das ist keine Kommerzveranstaltung. Und das ist kein Fußballspiel. Und zum Argument “Jetzt würden die Lieder nur noch lieblos heruntergerasselt”, kann ich nur einen Vergleich anbieten. Hört euch an, wie das Weihnachtssingen vor sechs Jahren klang und hört dann noch einmal bei AFTV rein, wie es dieses Jahr klang.

Ich glaube, dass sich manchmal ein Schleier der Erinnerung über Erlebnisse legt, der sie viel romantischer und größer macht, als sie in Wirklichkeit waren. Und außerdem glaube ich, dass es Union wirklich hervorragend gelungen ist, dass Weihnachtssingen trotz seines riesigen Wachstums zu bewahren.

Für alle Fußball-Romantiker, und ich bin auch einer, kann ich empfehlen, sich für das Benefiz-Spiel gegen Austria Salzburg am 30. Januar eine Eintrittskarte zu holen. Online geht das allerdings erst ab 30. Dezember, weil heute und am 29. Dezember im Maschinenraum des Online-Ticketshops geschraubt wird. Das Ticket-Office im Forsthaus macht gerade Weihnachtsferien und öffnet ab dem 4. Januar.

3 Gedanken zu „Weihnachtssingen: War früher alles besser?

  1. Dann sollen die Meckerköppe erklären wie man ein Weihnachtssingen mit 28.500 anders organisieren soll. Es ist nun mal so, dass diese Idee diesen Charme hat und Zehntausende anzieht – du kriegst diesen Geist nicht mehr in die Flasche. Also wer das so nicht will muss nicht mehr hingehen, sicherlich ein wenig wehmütig aber mit dem Stolz dass uns Unionern die Idee kam und sie in ganz Deutschland Schule macht. Manche Dinge vergehen einfach, lassen sich nicht festhalten, wie das Gefühl des Verliebtseins. Irgendwann ist man verheiratet. :-) Das ist dann eben anders aber nicht per se schlechter.

  2. Bei diesem Text des “Wiesengrund-Kurier” muss man wissen, das der Autor sagenhafte 16 (oder gar erst 15?) Jahre alt ist. Ich denke, somit erübrigt sich alles weitere antwortende Geschreibsel auf dessen vor lauter “Lebenserfahrung” strotzende Gemotze…

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