Union verkündet Millionengewinn

Dirk Zingler wirkt ausgeglichen, wenn er über die Zahlen des Vereins spricht, dem er nun schon seit neun Jahren als Präsident vorsteht. Dabei rückt er für die Mitgliederversammlung gar nicht den Millionengewinn in den Vordergrund, den der 1. FC Union im Geschäftsjahr 2012/13 erwirtschaftet hat, sondern vor allem die Zukunft des Klubs. Auch wenn sich der Präsident nicht komplett in die Karten schauen lassen möchte, so ist doch klar: Mit der Fertigstellung der neuen Haupttribüne ist Union noch lange nicht am Ende der Entwicklung angelangt. Es wird weitergebaut.

Foto: Koch

“Das war ein gutes Jahr”, sagt Zingler. Im Understatement ist Stolz herauszuhören. “Uns ist es gelungen, uns in allen Kennzahlen zu verbessern, die für Profivereine wichtig sind. Wir sind rundum zufrieden.”Ein kurzes Lächeln, dann folgt das Zahlenstakkato. Platz 7 in der letzten Zweitliga-Saison. Steigerung der Zuschauerzahlen von durchschnittlich 16.095 auf 17.061. Steigerung der Mitgliederzahlen von 10.014 auf 11.550. Steigerung der Sponsorenzahl von 238 auf 262. Gesamteinnahmen in der vergangenen Saison von 20,491 Millionen Euro. Erstmals in der Vereinsgeschichte durchbricht Union die Marke von 20 Millionen.

Union durchbricht 20-Millionen-Marke

Die Ausgaben liegen bei 19,311 Millionen Euro, so dass Zingler ein operatives Ergebnis von 1,18 Millionen Euro verkünden kann. Gewinn. Es ist neun Jahre her, da musste Union eine Liquiditätslücke von 1,461 Millionen Euro schließen oder der Verein hätte aufgehört zu existieren. So identitätsstiftend die Aktion “Bluten für Union” gewesen sein mag, eine Wiederholung möchte niemand mehr erleben. Auch nicht Dirk Zingler.

“Wir planen mit Gewinnen, weil wir damit Liquidität erzeugen und dann weiter in die Infrastruktur investieren wollen”, sagt der Präsident als er die Planzahlen für die aktuelle Saison bekanntgibt. Einnahmen von 24,517 Millionen Euro stehen in der Planung Ausgaben von 24,013 Millionen Euro gegenüber. Der Überschuss würde etwas mehr als 500.000 Euro betragen. Im Gegensatz zu den Jahren, als Union noch Luftschlösser und kein Stadion baute, ist das ein seriöser Ausblick. “Die Planungsansätze liegen bei 100 Prozent. Alle Verträge liegen vor”, so Zingler.

Nachwuchsleistungszentrum soll kommen

Die Vorhaben liegen auf der Hand. Das Fanhaus soll gebaut werden und auch das lange schon geplante Nachwuchsleistungszentrum (Kosten liegen inklusive Amateurstadion bei gut 5 Mio Euro. Davon 3 Mio aus Lottomitteln geplant). Dafür benötigt der Verein Geld, das er mit den Überschüssen zu erwirtschaften gedenkt. “Man ist nur frei in seinen Entscheidungen, wenn man eigene Mittel hat. Sonst entscheidet ein anderer.” Es ist nicht klar, ob sich Dirk Zingler diesen Spruch heimlich mit dem Lötkolben auf sein Stullenbrett zu Hause geschrieben hat. Aber er hat sich eingebrannt in die DNA von Union. In Zeiten, als immer wieder von Politikern in Berlin der Fußballstandort in Köpenick in Frage gestellt wurde. Es gebe ja noch andere Stadien in der Stadt.

Früher, erinnert Zingler, wurde das Geld von Investor Michael Kölmel (Kinowelt) bei Union für Brötchen ausgegeben. So illustriert der Präsident den Konsum. Heute zahlt der Verein seine Schulden Stück für Stück ab. Das 5 Millionen große Darlehen, das im Jahr 2025 fällig ist, wird regelmäßig getilgt. “Heute investieren wir in Werte”, sagt Zingler. Das illustriert der Ort am besten, in dem er sich befindet. Der Union-Präsident schaut aus dem Fenster der im Juli eingeweihten Haupttribüne auf den Rasen des Stadions an der Alten Försterei.

5 Gedanken zu „Union verkündet Millionengewinn

  1. Ist das schön.
    Wobei der Sprung auf 24Mio. Ausgaben heftig ist.
    Hängt das hauptsächlich mit Mietausgaben für die Tribüne zusammen?

  2. @gösta Zum Teil: Der Etat der Lizenzspielerabteilung steigt um eine Million Euro und die Abschreibungen bei sonstige betriebliche Ausgaben aufgrund der Abschreibungspflichten (Haupttribüne) auch. Ansonsten hast Du Recht: Die Mietkosten steigen.

  3. Na ja, ich meine damit ein paar Artikel auf Eurer Seite hier. Ich bin nicht unbedingt auf FB unterwegs, daher ging das an mir vorbei.

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