Der Wechsel von Sebastian Polter zu Union hat sich für beide Seiten gelohnt

Ich weiß nicht, ob das Fahrsicherheitstraining, das einige Profis, Jens Keller und Busfahrer Sven Weinel gestern absolvierten, darauf vorbereiten soll, in den nächsten Wochen nicht ins Schlingern zu kommen. Aber vielleicht sollte ich auch einfach nicht von einer Sponsoren-Aktion auf die sportliche Situation schließen. Apropos schließen: Sebastian Polter hat gelernt, dass es besser ist, mit geschlossenen Fenstern durch eine Wassersäule zu fahren:

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Union verkündet Millionengewinn

Dirk Zingler wirkt ausgeglichen, wenn er über die Zahlen des Vereins spricht, dem er nun schon seit neun Jahren als Präsident vorsteht. Dabei rückt er für die Mitgliederversammlung gar nicht den Millionengewinn in den Vordergrund, den der 1. FC Union im Geschäftsjahr 2012/13 erwirtschaftet hat, sondern vor allem die Zukunft des Klubs. Auch wenn sich der Präsident nicht komplett in die Karten schauen lassen möchte, so ist doch klar: Mit der Fertigstellung der neuen Haupttribüne ist Union noch lange nicht am Ende der Entwicklung angelangt. Es wird weitergebaut.

Foto: Koch
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Sonnenschein auf meiner Sonnenbrille.

Kurz vor Beginn der neuen Spielzeit treffen sich Berliner Pressevertreter und Verein alljährlich einmal “im Guten”. Beim traditionellen Medien Kick Off gibt es üblicher Weise einen Ausblick auf die kommende Saison. Während in den Vorjahren auch schon einmal das Gefühl aufkam, ich stünde am Flughafen und erfahre beim Check-in, dass sich die Regeln für´s Handgepäck geändert haben, war ich dieses Jahr auf Veränderungen im Mediencontainer vorbereitet.

Die Bekanntgabe des Saisonziels, ein Fazit der Vorbereitung und der Ausblick auf den Punktspielstart standen auf dem Zettel. Als Gesprächspartner waren Dirk Zingler, Uwe Neuhaus und Nico Schäfer an Bord der Helgard.

“Wir fangen an zu bauen, wenn wir uns stabil genug fühlen, sportlich wie wirtschaftlich”, leitete ein mit der bisUherigen Entwicklung sichtlich zufriedener Dirk Zingler die Gesprächsrunde ein. Zugleich stellte er klar, dass die Erlöse aus den Transfers nicht in den Tribünenbau fließen. Der war ohne diese Zusatzeinnahmen geplant, und dabei bleibt es. Union rechnet mit einem Zuschauerschnitt von 15.000. Das ist weniger als im vergangenen Jahr. Dennoch wird der Etat von insgesamt 18 Millionen Euro in allen Bereichen erhöht. 8 Millionen darf die Lizenzspielermannschaft kosten. Der Nachwuchs bekommt 1,25. Möglich wird dies durch erhebliche gesteigerte Sponsorenzuwendungen, aber auch durch einen Zuwachs der Mitgliederzahlen. Und tatsächlich benennt Dirk Zingler das Saisonziel. Platz 5 bis 7 ist angestrebt. Verfestigen. Verbessern. Und irgendwann aufsteigen. “Das kann zwei, drei oder fünf Jahre dauern. Oder ein Jahr.”

Uwe Neuhaus blickt ebenfalls sehr erwartungsfroh in die Zukunft. “Realistisch, aber anspruchsvoll” nennt er das Saisonziel. Seine Startelf steht für Neuhaus auf acht Positionen fest. Den Mannschaftsrat, bestehend aus dem alten und neuen Kapitän Torsten Mattuschka, Patrick Kohlmann, Michael Parensen und Markus Karl hat er persönlich ausgewählt. Die Neuzugänge hätten sich menschlich-charakterlich einwandfrei integriert, die Verletzungen von Daniel Haas und Björn Kopplin bedauert er zwar, aber so etwas sei in der Vorbereitung “leider fast normal”. Großes Kopfzerbrechen bereiten sie ihm nicht.

Ob ein neuer Spieler kommt? Nico Schäfer bestätigt. Es ist ein klares Ja, keines mit Fragezeichen. Weil mehrere Optionen offen stünden, werde der Name erst zum Ende der Woche bekannt gegeben. “Das Geld für Chine geben wir dafür aber nicht aus”, dämpft Dirk Zingler allzu überzogene Erwartungen.

Natürlich bleiben auch die Fragen nach Hertha und dem Derby nicht aus. “Wir spielen mit einem Drittel des Etats von Hertha in der selben Liga”, wirft Dirk Zingler ein. “Hertha hat die besseren Voraussetzungen und Strukturen, aber sportlich können wir uns messen”, meint Uwe Neuhaus, der gerne Stadtmeister bliebe und nichts dagegen hätte, beide Spiele zu gewinnen. Dass Hertha das größere Berliner Wirtschaftsunternehmen ist, entlockt niemandem auch nur ein Schulterzucken. Hier sieht man sich nicht im Wettbewerb. Uwe Neuhaus betrachtet Hertha überdies als Aufstiegskandidaten.

Durch den Tribünenneubau entfällt ein Teil der Pressearbeitsplätze – das war abzusehen. Dass ab dem Herthaspiel ein provisorischer Arbeitsbereich für die schreibenden Journalisten zur Verfügung stehen soll, überrascht dagegen schon. Die Fernsehkameras werden nur während des Braunschweig-Spiels Richtung neue Tribüne schauen, danach ziehen sie ebenfalls um. Die Fotografen dagegen bleiben, wo sie immer waren. Keine neuen Regeln, kein neues Handgepäck. Glück gehabt. Danke!

Alles schon klar auf der Alm?

Betrachtet man die bisherige Bilanz des 1. FC Wundervoll auf der Bielefelder Alm, gibt es wenig Hoffnung auf Besserung. Und Besserung bedeutet momentan vor allem: kein Gegentor kassieren und wenn möglich gewinnen. Und wenn es so dreckig wie beim 1:0 gegen den FSV Frankfurt geschieht. Das waren bereits die Wünsche, die vor dem Spiel gegen Cottbus überall im Stadion zu hören waren.

Im direkten Vergleich zwischen beiden Klubs geht Union als klarer Underdog in das Spiel. Nach den Zahlen von Transfermarkt.de, wie auch immer die zustande gekommen sind, spielt in Bielfeld der günstigste gegen den teuersten Kader der zweiten Bundesliga. Aber auch nach den Vereinsetats ist die Richtung klar. Bielefeld greift mit 21 Millionen Euro die erste Liga an, während Union mit geplanten Ausgaben von 11,3 Millionen Euro den Klassenerhalt zu schaffen versucht. Daraus wird auch klar, warum Präsident Zingler davon spricht, Möglichkeiten zu schaffen, den Etat kontinuierlich zu erhöhen.

Der rein sportliche Vergleich hingegen sieht weniger eindeutig aus. Bielefeld steht mit lediglich vier Punkten mehr auf Rang drei. Beide Mannschaften haben bisher 24 Tore geschossen. Allerdings hat Union mit 22 neun Tore mehr zugelassen. Spannend wird sein, wer am Sonntag vorne stürmen und wer hinter den Spitzen spielen wird. Hüzeyfe Dogan schaut nach seiner fünften gelben Karte nur zu. Und ob der schmerzlich vermisste Mosquera wird spielen können, weiß wohl alleine Uwe Neuhaus. Spannend wird das Spiel allemal, da beide Mannschaften die gleiche Serie aufweisen können: Nur einen Punkt aus den letzten vier Spielen.