Ein Knopfloch voller Tränen.

Ich bin ein Gewohnheitstier. Ich empfinde Schmerz, wenn Spieler gehen, die ich als zu meiner Mannschaft gehörig identifiziert habe. Deshalb ist der letzte Heimspieltag einer Saison für mich immer etwas mehr wehmütig als versöhnlich. Am letzten Heimspieltag werden die Spieler verabschiedet, die den Verein zur Sommerpause verlassen. Die Tradition des Verabschiedens gibt es bei Union noch nicht so lange. Gerade lange genug, um sie Tradition nennen zu dürfen. Es ist feierlich, es ist würdevoll, es ist zum Heulen. Ich werde noch sehr lange Ausschau halten nach Daniel Göhlert, Christoph Menz und Kilian Pruschke und einen Blick darauf haben, wo Patrick Zoundi, Marcel Höttecke, Stefan Gill mir künftig begegnen.

9 Gedanken zu „Ein Knopfloch voller Tränen.

  1. Komisch, ich habe das so oft schon erlebt, daß es mich nur noch bei bestimmten Spielern richtig bewegt, wenn sie gehen.

    Letztes Jahr war dies bei David Jarolim der Fall. Davor Frank Rost. Also doch irgendwie jedes Jahr einer dabei, den man so schnell nicht vergessen kann.

  2. @nedfuller das stimmt schon, ich differenziere auch. Gallegos hatte praktisch keine Chance – ist einmal aufgelaufen und danach von Verletzung zu Verletzung geschlittert. Tragisch, im Grunde. Marcel Höttecke wird sich seinerseits nicht so gerne an Union erinnern, weil´s die Geschichte eines Scheiterns ist. Das sind die leichteren Abschiede. Auf dem Radar behalte ich beide trotzdem, ob ich will oder nicht. Es war letztlich aber Christoph Menz, der unfassbar traurig war. Da hab ich einfach mitgeheult. Der wollte sich nach Abpfiff verdrücken, weil ihm das alles zuviel war. Das haben sie ihn nicht gelassen – das Team nicht, und das Publikum auch nicht. Am Ende konnte er fast schon wieder lachen, aber es war alles sehr anstrengend mit diesen ganzen Gefühlen.

    Es sind immer die, die schon so lange dabei sind – das ist bei euch drüben in Hamburg genau wie hier. Womöglich noch aus der vereinseigenen Jugendmannschaft. Das sind Menschen, an deren Leben man als Fan Anteil nimmt, ganz ohne Nützlichkeitserwägungen. Ich finde schön, dass es das gibt.

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  4. Ich hingegen frage mich gerade, ob du, Stefanie, gestern zu jener Gruppe Union-Fans gehörtest, denen wir Duisburger, an der Schönhauer Allee in die U-Bahn zusteigend, begegnet sind. Die Fototasche der gut gelaunten Frau war jedenfalls groß genug, um all die schönen Fotos oben später einzupacken.
    Das zufällige Begnen ohne Wissen würde dem Wochenende eine schöne zusätzliche erzählerische Möglichkeit geben. Wenn’s nicht so war, könnte ich es glatt erfinden. ;-)

  5. Genau! Die unser Blau-Weiß für Herthas Farben hielt, als ich kurz nachfragte, ob eure Tickets als Fahrscheine gelten. Was für ein romanhafter Zufall. Lege ich ab unter Schicksal. Und notiere das als Aufforderung beim nächsten Spiel der Zebras bei Union vorher mal nachzufragen, wie es um das gemeinsame Anreisen steht. ;-)

  6. Lieber Menz als Neuhaus. Schnief

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