Bevor es ernst wird.

Wenn ich es irgend einrichten kann, gehe ich zum Trainingsauftakt. Trainingsauftakt ist wie kurz bevor am Weihnachtsbaum die Lichter angezündet werden. Der goldene Vorhang im Kino International. Die Vorband von den Pixis. Man bereitet sich auf Großes vor und weiß doch, dass noch ein bißchen Zeit ist bis dahin. Deshalb kuckt man erstmal in Ruhe Nickis, wer noch alles da ist und wie die neuen Jungs so aussehen. Wir müssen uns ja erst noch aneinander gewöhnen.

Zwei Trainingsstarts sind besser als gar keiner

Gestern ging das Training für die Mannschaft wieder los. Und wie das so ist, wenn der Trainingsstart in der Woche ist, sind halt nicht so viele da, denn 10 Uhr morgens ist halt Schule, Uni, Ausbildung, Arbeit. Da kann man natürlich trotzdem eine Geschichte daraus machen, wie BZ/Bild das tun, dass nur eine Person beim Trainingsauftakt ist. Und irgendwie kann sich Union wegen dieser Spitzfindigkeit selbst an die Nase fassen, weil sie in der Ankündigung für den Event am Sonnabend geschrieben haben: “Am Samstag, dem 24. Juni 2017 um 15:30 Uhr bittet Cheftrainer Jens Keller die Profis des 1. FC Union Berlin zum ersten Training nach der Sommerpause.”

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#TeamLeistner

Während ich heute noch herumschlawinern darf und mir ein langes Wochenende gönne, stehen für die Spieler heute die ersten Medizinchecks an. Ob wie früher bei Tusche an der Waage noch das falsche Gewicht aufgeschrieben werden darf, weiß ich nicht. Vielleicht lässt man die Waage die Daten mittlerweile lieber unbestechlich direkt an den Computer senden 😇

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Oh, es geht ja bald wieder los

Mein Bruder kam gestern nach dem 2:2 der A-Jugend in der Wuhlheide gegen den JFV Nordwest aus Oldenburg zu mir (mehr zur Aufstiegsrelegation in die A-Junioren-Bundesliga gibt es bei BZ und Kurier). “Kommste auch zum Trainingsauftakt?”, wollte er von mir wissen. Ich war etwas verwirrt. “Und biste auch in Seelow dabei?” Ich habe ihm einen Vogel gezeigt. Warum sollte ich mich so zeitig mit solchen Terminen zu beschäftigen. “Das ist doch noch ewig hin”, sagte ich ihm, um dann beim Blick auf den Kalender zu merken, dass Union sich schon ab Sonntag auf die neue Zweitliga-Saison vorbereitet.

Lutz Munack, Helmut Schulte und Sebastian Boenig beobachten das spiel 1. FC Union gegen JFV Nordwest U19 -A-Jugendliche - Relegationsspiel

Lutz Munack, Helmut Schulte und Sebastian Boenig beobachten das A-Jugend-Relegationsspiel, Foto: Hupe/union-foto.de

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Wenn die Welt noch in Ordnung ist.

Dieser eine Tag zu Beginn jeder Saison, an dem Fußball so gemütlich ist wie Plätzchenbacken. Neue Trikots ansehen, neue Rückennummern lernen, ein paar Worte von den Spielern hören, die wir noch nicht kennen. Und der einzige, der wirklich stinkesauer ist, wenn ihm mal ein Ball verrutscht, ist Michael Parensen. Ich freu mich auf die neue Spielzeit!

Hoffentlich sind die Trikots einigermaßen schnieke

Morgen ist Trainingsauftakt im Stadion an der Alten Försterei. 15 Uhr geht’s los. Wir werden sehr wahrscheinlich auch vorbeischauen. Allein schon deshalb, weil wir uns nichts entgehen lassen wollen. Aber wir wollen auch Kirschen pflücken. Das machen wir dann vorher.

Die Bild/BZ ist so freundlich uns Fragen zu beantworten. Wer bekommt welche Rückennummer, wo ist Sebastian Polter und was ist mit den neuen Trikots? Ja, was ist eigentlich mit den Trikots? Die werden nachher um 14 Uhr offiziell gezeigt. Live auf AFTV.

Einen Vergleich mit allen ehemaligen Trikots könnt ihr dann auf immerunioner.de ziehen.

Als Radiomedienpartner geht es übrigens mit Radioeins in die neue Saison. Die Reaktionen der Hörer sind gemischt:

Der Kurier hat dagegen eine Liste mit Wünschen für die neue Saison veröffentlicht. Wie zu Weihnachten. Aber wie das mit Weihnachten so ist: Nicht alle Wünsche werden erfüllt. Ich nehme einen gesunden Benny Köhler und eine sicher stehende Defensive. Das würde mir reichen. Die Verpflichtung von Sebastian Polter wäre so, als hätten mir meine Eltern ein Auto zum 18. Geburtstag geschenkt. Sensationell und ich würde mich wie Bolle freuen. Aber richtig damit rechnen? Nö.

Aus der Kategorie “Was macht eigentlich… ?” hätte ich heute Simon Henzler anzubieten, der in der Abstiegssaison 2003/04 zwei Mal zwischen den Pfosten stand:

Das war es von mir heute. Ich muss mit dem Textilvergehen-Team noch ein bisschen an der Choreo für den trainingsauftakt morgen arbeiten:

 

Für mehr Bodenhaftung.

Wir sind verwöhnt, bei Union. Ich dachte nicht, dass ich das einmal schreiben würde. Es geht uns gut, sportlich und finanziell. Wir sind so ungeheuer verwöhnt, dass wir uns beschweren, wenn unser Trainingsauftakt auf einem Fußballplatz stattfindet. Erinnert sich außer mir noch jemand an den Trainingsauftakt im Winter, Georgi Wasilev war eben wieder zurück? Wir standen auf Kunstrasen und fanden das in Ordnung. Wir waren froh, überhaupt einen Trainer zu haben. Und einen Kunstrasenplatz. Ich möchte nicht dorthin zurück.

Foto: Koch

Jetzt haben wir dieses schöne Stadion. Es müsste uns glücklich machen. Wir müssten die ganze Zeit besoffen sein vor Freude. Statt dessen streiten wir uns, seitdem es da ist, was darin sein darf und was nicht. Es ist etwas zu viel Stadion für nur 17 Heimspiele. Das Milchmädchen muss die Kosten nicht mal schriftlich addieren. Sollen wir einfach wieder Gras drüber wuchern lassen? Oder lieber Butterblumen?

Gegen den modernen Fußball

Ein paar von uns sind gegen den modernen Fußball, gegen Club Mate, gegen Prenzlauer Berg und können Jute nicht von Baumwolle unterscheiden. Als Zeichen dessen beschweren sie sich, wenn sie an einem ganz normalen Fußballplatz stehen, statt in einem modernen Zweitligastadion. Das wäre lustig, wenn es nicht so ernst gemeint wäre. Denn: Ich verstehe diejenigen, die Aktien gekauft haben, um mitbestimmen zu können. Ich habe das auch getan. Eine Aktie gekauft. Nicht: Mitbestimmt.

Mir ist auf meiner Aktie ein WM-Wohnzimmer gewachsen. Das war eine Überraschung. Ich hasse Überraschungen. Ich kucke am liebsten mit meinem Hausmeister Fußball, und zwar zuhause. Wir unterstützen die Berliner-Pilsner-Brauerei, Club100 und verschiedene Wurstfabrikanten. Finden wir gut, reicht uns. Und jetzt hab ich dieses Wohnzimmer. Ich hab´s mir nicht ausgesucht, es ist einfach da. Aber ey: Schicke Tapete! Ich vermute, wenn sie´s in vier Jahren in anderen Städten nachbauen, sind wir die ersten, die großfressig fragen: Und wer hat´s erfunden?

Ein Bier, ein Schnaps, ein paar auf´s Maul

Ich möchte dieses Stadion behalten. Ich möchte, dass es seinen Namen behält. Dies beides sind meine Werte. Denn Werte, das hört man in letzter Zeit überall, sind das, um was es geht. Schade, dass es so unmöglich scheint, sie konkret zu benennen. Ich würde mir Listen wünschen! 10 Dinge, die sich nicht verändern dürfen, während sich die ganze Welt verändert. Ich möchte nur dies unverändert lassen: Dass ich an Heimspieltagen ins Stadion An der Alten Försterei gehen kann, um dort Fußball zu sehen. Wenn der Weg dahin über Marketing führt, über ein WM-Wohnzimmer: Go for it! Ich werde damit zurecht kommen.

Was beim Stadionbau funktioniert hat, war die Idee, alle mitzunehmen. Das wird schwieriger, je größer dieses “alle” wird. Etwas ist aus dem Gleichgewicht geraten. Etwas ist kaputt in der Kommunikation. Wir beleidigen uns gegenseitig und sagen doch “Unionfamilie”. Es ist die Art von Familie, die Zickenschulze aus Bernau hat. Ein Bier, ein Schnaps, ein paar auf´s Maul. So möchte ich die Saison nicht beginnen.

Vielen Dank.

Aller Anfang ist leicht.

Saisonauftakt. Für Fans und Mannschaft der entspannteste Moment des gesamten Jahres.

Teve031 – Jetzt geht wieder alles von vorne los.

Zum offiziellen Trainingsauftakt prasselte die Sonne so kräftig von oben, dass die Würstchen schnell gewendet werden mussten, damit sie sich an der Kohleglut abkühlen konnten. Auch die zahlreichen Zuschauer beim Training, die Zahlen schwanken zwischen 1000 und 3000 Besuchern, suchten ihr Heil im Schatten der kleinen Haupttribüne. Kurzzeitig sorgten die Ordner für Verwirrung, als sie den Zuschauern die mitgebrachten Getränkeflaschen abnahmen. Dafür gab es dann eine wortreiche Entschuldigung von Vereinsseite, die das Malheur zum eigenen Bedauern erst spät bemerkte.

Torhüter beim Aufwärmen Trainingsauftakt 12.07.2010

Trotzdem war die Stimmung sowohl auf den Rängen als auch bei den einzeln vorgestellten Spielern und Mannschaftsbetreuern ausgelassen. Die drei Torhüter führten ihre Trikots in jeweils unterschiedlichen Farben vor. Dabei ragte der neuverpflichtete Marcel Höttecke von Dortmunds U23 nicht nur wegen des schwarzen Jerseys heraus. Seine Statur ließ ein breites Gemurmel bei den Anhängern erklingen.

Nach einem kurzen Aufwärmprogramm gab es ein Trainingsspiel zwischen roten und grünen Trikots. Während grün zunächst die bessere Figur machte und schnell 2:0 durch Tore von Jérôme Polenz Chinedu Ede (Danke für den hinweis im Kommentar) und John-Jairo Mosquera führte, zeigte die rotgewandete Mannschaft Steherqualitäten. Den Anschlusstreffer markierte Halil Savran und den Ausgleich der zunächst mit sich unzufrieden wirkende Karim Benyamina. Aber wirkliche Rückschlüsse konnte man aus dem Spiel nicht ziehen. Vielleicht nur den, dass, sollte die Mannschaft von Verletzungen verschont bleiben, das spielerische Element offensichtlich gestärkt wurde.

Pressesprecher Christian Arbeit interviewte beim Auslaufen die einzelnen Neuzugänge. Beim Doppel Ahmed Madouni und Santi Kolk mischte sich nach einer Bemerkung des Niederländers über die Trainingsmethoden Uwe Neuhaus ein.

Nach dem Spiel nahm sich Trainer Uwe Neuhaus etwas Zeit, um Stellung zu verschiedenen Themen zu geben.

Erster Eindruck von Santi Kolk

Er hat die Woche in Oberhof nicht mitmachen können, weil die Sache da noch nicht perfekt war. Wir wollen ihm ein bißchen Zeit geben, um sich einzufinden. Im Trainingsspiel war das nicht einfach, da er nicht wußte, was er machen soll. Er wollte der Rolle, die von ihm erwartet wird, gerecht werden. Aber man hat gesehen, dass das nicht nur auf ihn, sondern auch auf die anderen zutrifft, die hier auch mal wieder den Ball gesehen haben. Den einen oder anderen hat es gewundert, dass der Ball noch rund ist.

Einschätzung zu Halil Savran

So, wie ich ihn kennengelernt habe und wie er sich im Trainingslager und im heutigen Spiel gegeben hat, ist er von seinem Naturell her ein absoluter Kämpfertyp. Er beißt sich in die Aufgabe hinein, steckt nie auf und kann der Mannschaft durch seinen unbedingten Einsatzwillen sicherlich weiterhelfen. Er selbst ist ja aufgestiegen und weiß, dass es für ihn schwer wird. Aber er ist bereit, jede Aufgabe anzugehen und ich bin davon überzeugt, dass er jede Woche seine Chance suchen wird. Er wird immer wieder angreifen und die anderen Stürmer unter Druck setzen.

Ich weiß nicht, ob er am ersten Spieltag dabei sein wird oder am zweiten oder dritten. Aber auf eines ist Verlass: Auf seine Mentalität und seine Einstellung. Er steckt nie auf.

Das zweite Jahr ist das schwerste

Ist das so? – Es könnte sein, wenn man die Aufgabe nicht konzentriert genug angeht und sich auf der sicheren Seite wähnt. Das betrifft jeden einzelnen Spieler, aber auch den Trainerstab. Wenn wir in der täglichen Trainingsarbeit unsere Aufgaben vernachlässigen, dann kann das zweite Jahr nicht nur das schwierigste, sondern auch das letzte sein.

Aber dessen sind wir uns bewusst. Wir werden die Sache so angehen, dass wir die Mannschaft in die Pflicht nehmen, jeden Tag ordentlich und gründlich zu arbeiten. Und dann bin ich davon überzeugt, dass wir eine gute Saison spielen.

Das Derby gegen Hertha früh in der Saison

So gehe ich nicht an die Sache heran. Mir ist es egal, wann wir Hertha zu Hause hoffentlich schlagen. Wir dürfen die Saison nicht auf zwei Spiele reduzieren. Schon beim ersten Spiel in Aachen müssen alle Lampen glühen. So müssen wir in die Saison gehen. Wir dürfen nicht darauf warten, dass irgendwann Hertha kommt und dann irgendwann das Rückspiel. Da verpassen wir den Rest der Saison.

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avatar Christian Arbeit

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