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Markus Karls Signal: Es reicht nicht

Pruuuuust! Das war meine Reaktion heute morgen, als ich die Meldung von Bild und Kicker las, dass Markus Karl den 1. FC Union noch in der Winterpause für eine niedrige sechsstellige Summe verlassen würde. Ich musste mir noch einen Kaffee machen. Und ganz ehrlich, das war dabei mein geringstes Problem.


Foto: Koch
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2013: Christian Arbeit wird rasiert.

Daniel Stolpe (ehemaliger Hertha-Reporter bei der Berliner Morgenpost) hat drüben im hochgeschätzten Blog immerhertha.de eine wirklich großartige Jahresvorschau für 2013 geschrieben. Monat für Monat eine gnadenlose Vorhersage der Zukunft von Hertha BSC inklusive der Demission von Erfolgstrainer Jos Luhukay. Schön und gut. Aber was hat das mit dem 1. FC Union zu tun? Eine ganze Menge. Denn laut der Glaskugel von Daniel Stolpe schnappt sich der in die Bundesliga aufsteigende Rivale nicht nur einen ehemaligen Union-Sponsor (ich sage nur: Orange macht Putz!), sondern auch gleich noch Presse- und Stadionsprecher Christian Arbeit. Und zwar schon im April:

Bei Hertha wird die Nachfolge für den scheidenden Klubsprecher Peter Bohmbach vorgestellt. Auf dem Podium im Medienraum sitzt ein auffällig glatt rasierter Mann mit modischer Kurzhaarfrisur – es handelt sich, und das ist kaum zu glauben, um Christian Arbeit, bislang in gleicher Funktion beim 1. FC Union tätig. “Wir haben ihn und sein professionelles und zugleich sympathisches Wirken schon lange verfolgt und waren davon sehr angetan”, erklärt Präsident Werner Gegenbauer. “Als nun die Chance bestand, ihn für Hertha BSC zu gewinnen, war er unsere erste und einzige Wahl.”

Die ganze Jahresvorschau “Orange Revolution bei Hertha oder Die wunderbare Welt der erstklassigen Saubermänner”

Hangout zum DFL-Sicherheitspapier: Ohne Stimme, keine Stimmung

Malte Dutt von bolzplatzheld.de hat zum Talk über die beschlossenen Anträge des Konzepts “Sicheres Stadionerlebnis” eingeladen. Außer mir waren noch zu Gast:

Wir versuchen uns an einer Einordnung der verabschiedeten Anträge und betrachten den Prozess bis zur Liga-Vollversammlung am 12.12. Aus meiner Sicht ist die Runde ganz kurzweilig gewesen und angenehm unaufgeregt gewesen. Feedback dazu gerne in den Kommentaren.

Hauptversammlung der An der Alten Försterei Stadionbetriebs AG am 11. Dezember 2012

Schönen Gruß aus Berlin-Köpenick. Heute findet die erste Hauptversammlung der An der Alten Försterei Stadionbetriebs AG statt. Interessant ist vor allem, ob die Übertragung von Aktien an den Verein über die Bühne geht.

19.00 Uhr Union-Präsident Dirk Zingler (Aufsichtsratsvorsitzender der AG) hält eine kleine Vorrede und erklärt, dass die Veranstaltung im Gegensatz zu den gewohnten Mitgliederversammlungen sehr formal ablaufen muss.

19.05 Uhr Dirk Zingler setzt seine Brille auf: “Das ist wohl meine erste Versammlung mit Brille. Die Augen sind in den letzten acht Jahren nicht besser geworden.”

19.09 Uhr Dirk Thieme (Vorstandsvorsitzender der AG) berichtet über die Lage des Unternehmens. Zuerst gibt es eine Zusammenfassung der bisherigen Geschichte der Stadiongesellschaft. Die gesamte Aktienausgabe ist laut Thieme ein voller Erfolg. Von den 10.000 Aktien wurde 5446 Papiere durch 4141 Aktionäre gezeichnet.

19.18 Uhr Neben dem Bau der Haupttribüne hat die AG den neuen Trainingsplatz inklusive Rasenheizung neben dem Stadion gebaut. Zudem wurden auf dem Platz des Nachwuchsleistungszentrums Baumaßnahmen durchgeführt. Geschäftsfelder der AG: Miete, Technische Dienstleistung, Ticketing, Drittveranstaltungen.

19.21 Uhr Die AG hat Stand jetzt 21 feste Mitarbeiter. Thieme macht klar: “Wir sind ein zuverlässiger Partner für unseren Hauptmieter, dem 1. FC Union Berlin.”

19.22 Uhr Der Neubau der Haupttribüne ist im Zeitplan. Der Rohbau ist in der Endphase. Nach bisherigen Informationen werden die Fertigstellung und die Kosten im Plan liegen. Zwischenziel: Bis zum 1.2. (Heimspiel gegen Sandhausen) soll der Außenteil des Stadions vorzeitig in Betrieb genommen werden. Dafür müssen das Dach und die Sitzplätze fertig montiert werden. Einziger Gegner, man kennt das noch aus Vorwendezeiten, ist General Winter.

19.24 Uhr Dirk Thieme bedankt sich bei den einzelnen Mitarbeitern persönlich.

19.26 Uhr Oskar Kosche stellt jetzt die Zahlen vor. Als erstes gibt es auf einem Zeitstrahl die Chronologie der rechtlichen und wirtschaftlichen Vorgänge im Geschäftsjahr.

19.29 Uhr Knapp 15.000 Euro aus der Aktienzeichnung sind noch offen. Die AG bemüht sich, das Geld noch einzutreiben.

19.32 Uhr Die Umwandlungskosten: 216.500 Euro plus 235.400 Marketing = 451.900 Euro Gesamtkosten. Diese Kosten machen knapp 16 Prozent der erzielten Emission aus. Das Geld für die Umwandlung wurde aber aus dem laufenden Betrieb bezahlt. Die AG macht einen Gewinn bis 30.06.2012 von 6173,06 Euro.

19.36 Uhr Aufsichtsratschef Dirk Zingler berichtet für den Aufsichtsrat. Der Union-Präsident hat mit seiner Vorrede recht. Der Vortrag ist wahnsinnig trocken. Muss für Zingler auch anstrengend sein.


Foto: Koch

19.40 Uhr Sollte in den nächsten Jahren nichts aufregendes passieren, werden die zukünftigen Aktionärsversammlungen sicher weniger gut besucht sein als heute. Knapp 600 Aktionäre hatten sich für heute angemeldet. 468 haben den Weg ins verschneite Köpenick gefunden.

19.43 Uhr “Meine sehr verehrten Aktionärinnen und Aktionäre…” Zingler stockt, sagt danach: “An die Begrifflichkeiten muss ich mich erst gewöhnen. Mitglieder ist einfacher.”

19.46 Uhr Dirk Zingler eröffnet die Generaldebatte. Vorher wird die Anzahl der anwesenden Aktionäre benötigt. Von der Seite gibt es ein Zeichen, dass die Zahl erst in fünf Minuten fertig ist. Zingler pustet durch: “Was machen wir in fünf Minuten?” Doch die Rechtsanwältin gibt grünes Licht.

19.50 Uhr Kritische Nachfrage an den Vorstand: Wenn der Verein durch die Übertragung von Aktien von den bisherigen Gründungsaktionenären die Mehrheit übernimmt: “Wie kann sichergestellt werden, dass bei einer neuen Vereinsführung nicht doch der Name des Stadions angetastet wird?” Antwort von Dirk Thieme: “Ich kann als Vertreter der AG zu dem Rechtsgeschäft zwischen zwei Aktionären keine Stellung nehmen.” Jetzt verstehen wohl alle, dass sie als Aktionäre heute  nur darüber abstimmen, ob dieses Geschäft stattfindet oder nicht. Details wird es dazu erst auf der Mitgliederversammlung des 1. FC Union Berlin geben. Zur Beruhigung: In der Satzung der AG steht, dass für eine Veränderung des Stadionnamens eine 3/4-Mehrheit nötig ist.

19.51 Uhr Jetzt geht es an die Wildpinkler: Der Vorstand wird aufgefordert, endlich die sanitären Anlagen zu verbessern.

19.54 Uhr Nachfrage nach der Bonität der AG. Creditreform gibt 245 Punkte.

19.59 Uhr Jetzt wird es doch etwas emotional: Dirk Zingler erklärt noch einmal, was die Beweggründe der Übertragung der Aktien sind: “Wenn ich mir das Genick breche, fallen die Aktien in die Erbmasse. Und was meine Kinder damit machen, weiß ich dann nicht. Ich halte es für sinnvoller, wenn die Papiere dann beim Verein liegen.”

20.04 Uhr Eine Angstfrage wegen des Sicherheitskonzepts der DFL: Was ist das Stadion noch wert, wenn es nur noch aus Sitzplätzen besteht? Zingler antwortet: “Nach dem heutigen Kenntnisstand entscheidet über das hohe Gut Bestandsschutz für das Stadion das Bauamt Treptow-Köpenick. Deshalb gehen wir selbstbewusst nach Frankfurt.”

20.08 Uhr Präsenz: 8193 Stimmen sind im Saal durch Stimmrechtsvertretungen und Vollmachten. Die Tagesordnungspunkte 3 bis 8 werden jetzt abgestimmt.

20.10 Uhr TOP3 Übertragung des Bilanzgewinns von 6173,06 Euro auf Rechnung:
Nein: 4
Enthaltung:18
Ja:8171
macht 99,73% Zustimmung.

20.14 Uhr TOP4 Entlastung des Vorstandes. Der Vorstand darf nicht mitstimmen. Deshalb 8188 Stimmen.
Nein: 14
Enthaltung: 15
Ja: 8159
macht 99,65% Zustimmung.

20.18 Uhr TOP 5 Entlastung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat darf nicht mitstimmen. Deshalb 8165 Stimmen.
Nein: 13
Enthaltung: 14
Ja: 8138
macht 99,67% Zustimmung.

20.21 Uhr TOP 6 Beschlussfassung über Bestellung des Abschlussprüfers für 2012/2013. 8193 Stimmen.
Nein: 2
Enthaltung: 26
Ja: 8165
macht 99,66% Zustimmung.

20.27 Uhr Jetzt wird es interessant. Es geht um die Abstimmung über die Aktienübetragung an den Verein. Der einzig wirklich spannende Punkt, weil er die Aktionäre auch emotional bewegt. 8193 Stimmen.
Nein: 45
Enthaltung: 72
Ja: 8076
macht 98,57% Zustimmung.

Das ist mit Abstand das “schlechteste” Ergebnis heute Abend. Wären wir auf einem Parteitag könnte man daraus jetzt irgendwas ablesen. Sind wir aber nicht. Die Aktienübetragung an den Verein geht also aus Sicht der AG über die Bühne.

20.30 Uhr TOP8  Wahl des Aufsichtsrats. 8193 Stimmen.
Nein: 27
Enthaltung: 62
Ja: 8104
macht 98,91% Zustimmung

20.32 Uhr Der Duft von warmen Würstchen zieht durch die Ballsporthalle an der Hämmerlingstraße. Ich bekomme Hunger.

20.36 Uhr Das Licht geht an. Wir sind durch. Dirk Zingler bedankt sich. Ein letzter Satz: “Einmal im Leben möchte ich den Uli Hoeneß machen. Es gibt jetzt für alle Aktionäre Freibier, Bockwurst und Schrippen.”

Das Schweigen im Walde

Bilder in der Audio Slideshow von unveu.de und union-foto.de

Komisch war die Totenstille hier. Auf der Bank dachte ich, das ist wie früher, als ich auf dem Dorf gespielt habe. Aber geil war es nach den zwölf Minuten. Das ist wenigstens Fußball. Vorher war es ein bisschen arschlos.

Torsten Mattuschka ging es wie allen im Stadion an der Alten Försterei beim Zweitligaspiel gegen Bochum. Ein Gefühl wie früher bei Spielen im Berliner Pokal gegen Teams wie Norden-Nordwest Wedding vor einigen hundert Zuschauern. Jedes einzelne Wort auf dem Platz war zu hören. Jeder Ruf, jeder Schrei. Von den 14000 auf den Rängen hingegen kam nichts. Der Grund war die Aktion 12:12 Ohne Stimme keine Stimmung.

Beinahe körperliche Schmerzen verursachte dann das schnelle Tor nach etwas mehr als zwei Minuten. Ein reflexhafter Jubel. Mehr war nicht drin. Selbst Stadionsprecher Christian Arbeit schwieg. Umso gewaltiger dann der Ausbruch, als mit Ablauf der selbstauferlegten Schweigefrist das Tor mit gut zehnminütiger Verspätung nachgefeiert werden konnte.

Die Aktion wird beim nächsten Heimspiel am Freitag (7.12.) wiederholt. Torsten Mattuschka weiß jedenfalls, was auf ihn zukommt.

Gegen Kaiserslautern wird die Bude schön voll sein. Obwohl die ersten zwölf Minuten wieder katastrophal sein werden. Aber danach macht es umso mehr Spaß.

Anmerkung: Ich konnte den Ton leider nicht richtig auspegeln. Deshalb hat sich ein Rauschen auf die ersten 12.12 Minuten gelegt. Einfach nach Ablauf der Schweigefrist die Lautstärke hochziehen :)

Wie ich mir einmal ein altes Fußballspiel anschaute


Fangipfel in Berlin, November 2012

12.05 Uhr Union-Pressesprecher Christian Arbeit begrüßt die Teilnehmer des Fangipfels. Insgesamt sind über 250 Fanvertreter von 49 Vereinen anwesend. Erst einmal werden die Rahmenbedingungen der Berichterstattung geklärt. Liveberichterstattung ist nicht erwünscht, damit frei diskutiert werden kann. Deshalb gibt es diesen Beitrag erst nach Ende der Konferenz. Eingeladen waren die Fanvertreter der ersten drei Ligen, es sind aber auch Gruppen von Regionalligisten hier.

12.12 Uhr Der erste Beitrag kommt von Conny Laudamus: “Die aktuellen Entwicklungen im deutschen Vereinsfußballs”. Ausgangspunkt ist der Sicherheitsgipfel vom Juli, als 53 deutsche Profivereine auf Druck der Politik einen Verhaltenskodex unterschrieben haben. Davon ausgehend startete beim 1. FC Union eine Diskussion der organisierten Fans mit den Vereinsoffiziellen. Bewegung kommt in die Sache durch den Leak des DFL-Papiers “Sicheres Stadionerlebnis“, zu dem sich die einzelnen Vereine positionieren sollten.

12.23 Uhr Zusammenfassung der Fan-Kritik am angedachten Maßnahmenkatalog:

  • Mehr Strafen führen nicht zum gewünschten Erfolg. Verlängerung der Stadionverbote.
  • Kein Dialog mit den Fans.
  • Gegen Datenerfassung und – weitergabe
  • Erzwungener freiwilliger Fankodex mit vorgeschriebenen Inhalten. Bei Nichteinhaltung Sanktion.
  • Stehplätze als Druckmittel
  • Gegen pauschale Sanktionen

12.27 Uhr Schlusswort von Conny Laudamus: “Es geht um unseren Fußball. Deshalb wollen wir auch gefragt werden, wenn es uns betrifft.”

12.30 Uhr Christian Arbeit begrüßt auch die Vertreter von DFL und DFB.

12.34 Uhr Sig Zelt vom Eisernen Virus erläutert die Stellungnahme der DFL. Er sieht einen Fortschritt darin, dass es im Gegensatz zur Sicherheitskonferenz im Juli (ein Tag Vorlauf für interne Diskussionen für die Vereine) die Klubs beim Konzept “Sicheres Stadionerlebnis” genug Zeit für die Vereine gab, um eine Position zu finden. Mitte September kam das Konzept und bis 22.10. sollten Rückmeldungen aus den Klubs kommen. Am 12.12. war eigentlich eine Entscheidung geplant. In einer Stellungnahme vom 22.10. erklärt die DFL:

“Wir weisen noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei dem vorgestellten und versandten Entwurf weder um ein abschließendes Konzept noch um ein finales Arbeitsergebnis handelt. Es war ausdrücklich intendiert, dass die Mitglieder des Ligaverbandes im Rahmen individueller Entscheidungen das Gespräch mit Fangruppen und -vertreten suchen.”

12.44 Uhr Sig Zelt fordert, dass die Asymmetrie zwischen Verband, Vereinen und Fans aufgehoben wird und mehr auf die Belange der Fans geachtet wird.

12.51 Uhr Helge Meves zur Position von Politik und Polizei. Er kritisiert zunächst allgemein die Hysterie in der Berichterstattung als Nachgang zu Vorfällen. Zum Beispiel die Verknüpfung von Gewalt außerhalb des Stadions (Revierderby) mit der Situation in den Stadien.

13.01 Uhr Meves vergleicht Forderungen von innenpolitischen Hardlinern mit regierungsamtlichen Äußerungen. Ein Beispiel sind die Fanhäuser, die teilweise als Privilegien der Fans dargestellt werden, aber im Nationalen Konzept Sport und Sicherheit (pdf) als “unverzichtbar” dargestellt werden. Gleiches gilt für die Forderungen nach “Gesichts-Scannern”, die laut Bundesregierung (Antwort auf kleine Anfrage, pdf) aber gar nicht eingesetzt werden sollen. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern gäbe es eine Machbarkeitsstudie.

13.08 Uhr Meves weist darauf hin, dass die geplante Umsetzung des Konzepts “Sicheres Stadionerlebnis” zur nächsten Saison (2013/14) in den Bundestagswahlkampf platzt und mit einer Intensivierung der hysterischen Diskussion zu rechnen ist. Dazu bringt er ein Zitat von Bismarck: „Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.“

13.14 Uhr Jetzt ist erst einmal Mittagspause.

13.52 Uhr Andreas Rettig von der DFL (zukünftiger Geschäftsführer des Ligaverbandes) ist gefragt. Seine Statements:

“Ich wünsche mir von den Fans, dass die Loyalität gegenüber dem Fußball größer ist als die, Straftäter zu decken. Szenen wie gestern in Hannover sind beunruhigend. Aber ich möchte mich nicht der martialischen Sprache bedienen. Wir sollten auf dem Weg der verbalen Abrüstung sein.Da gehe ich gerne auch mit gutem Beispiel voran. Wichtiger ist es im Hintergrund in sachlichen Gesprächen und sachlich zu diskutieren. Das ist besser als von einem Superlativ zum nächsten zu rutschen. [...] Ich verstehe die Kritik der Fans. Der Wahrnehmungsfehler oder unser Fehler beim Transport der Botschaft  gemacht haben war: Es ist kein in Stein gemeißeltes Papier. Deswegen wünschen wir uns auch diesen Dialog der hier stattfindet. So werden wir sicherlich zu einem Konsens kommen, der gemeinsam auf den Weg gebracht wird.”

14.12 Uhr Mitten in den Fangipfel platzt eine Pressemeldung vom DFB: “Gedankenaustausch von DFB, Liga und GdP“. Damit nicht gleich Missverständnisse auftreten, entschuldigt sich der Verband gleich zu Beginn, dass sich die Parteien “zu einem turnusgemäßen und seit langem terminierten Gespräch in Frankfurt am Main getroffen” haben.

14.16 Uhr Außerplanmäßig richtet Andreas Rettig einige Worte an die Fanvertreter. Er findet, dass die Unterteilung in gute und schlechte Vereine nicht zielführend ist. Das geht auf den Anfang zurück, als gezeigt wurde, wie welche Vereine Stellung zum Sicherheitskonzept genommen haben.

14.20 Uhr Rettig: “Es kann nicht funktionieren, ein Konzept auf alle 36 Vereine überzustülpen. Was bei Union ideal funktioniert, kann nicht überall genauso funktionieren. Wir müssen die positiven Kräfte stärken und alles dafür unternehmen, damit der Fußball so bleibt wie wir ihn uns wünschen. Wir brauchen mehr Geld für Prävention. Gerade die Arbeit der Fanprojekte kommt mir zu kurz. Wir müssen alle dazulernen.”

14.26 Uhr Rettig fordert ein Bündnis für den Fußball.

14.27 Uhr Jürgen Paepke (DFL-Justiziar, hat am Sicherheitskonzept mitgearbeitet) spricht. Er möchte Missverständnisse aufklären. Ein Punkt sind “Ganzkörperkontrollen”. Diese würden sich im Konzept nicht finden. Die Kontrollen an den Stadien seien Klub-Sache und die DFL wollte lediglich die “infrastrukturellen Voraussetzungen” verbessern. Klingt ziemlich defensiv. Ein Gegensatz zu den offenen dialogsuchenden Worten von Rettig. Ist aber sicher auch nicht einfach, schließlich ist Rettig noch nicht im Amt.

14.37 Uhr Bei den Fanvertretern kommt die kleinteilige Argumentation von Paepke nicht gut an. Vor allem nicht die Verharmlosung, dass bei Kontrollen “auch einmal die Jacke ausgezogen werden muss.” Paepke schiebt die Verantwortung den Heimvereinen und den Sicherheitsbehörden zu.

14.43 Uhr Paepke räumt Fehler bei der Kommunikation über die Verbindlichkeit des Fankodex ein. Punkte wie Gewaltfreiheit, Antirassismus und Akzeptanz der Versammlungsordnung würden bei Dialog zwischen Verein und Fans sowieso drin stehen. Es sei wohl falsch gewesen, das so darzustellen, als würde ein Fankodex inhaltlich vorgeschrieben.

14.47 Uhr Sowohl Rettig als auch Paepke bekommen ziemlich Gegenwind. Kurios: Die Fanvertreter beschweren sich über angedachte Kollektivstrafen, während Paepke erklärt, es ginge um weniger Kollektivstrafen. Wäre jetzt der passende Zeitpunkt für eine Arbeitsgruppe

14.56 Uhr Jetzt spricht Sven Brux (Sicherheitsbeauftragter, FC St. Pauli). Thema: Sebstreflexion der Fans und Fanvertreter.

15.03 Uhr Brux stellt die berühmte Frage: “Wem gehört der Fußball?” Er warnt sowohl die Fans als auch die Verbandsvertreter vor einer Spirale von Aktionen und Reaktionen, an deren Ende Fußball einfach nur noch unattraktiv werde. 50 Euro für das billigste Ticket oder Stadionverbote, der Effekt sei derselbe. Die Leute würden ausgegrenzt. Er fordert zudem auch mehr Verantwortung vom Staat. Gemünzt ist das auf das Bestreben von Kommunen, sich aus der Fanarbeit zurückzuziehen.

15.10 Uhr Brux fordert mehr Fanvertreter. Nicht nur eine Forderung an den Verband, wie auch immer legitimierte Fans (Wahlen, Delegation o.ä.) aufzunehmen. Sondern auch ein Appell an die Fans, sich in Klubgremien wählen zu lassen oder entsprechende Gremien zu schaffen.

15.13 Uhr Stadionverbote. Brux muss die als Sicherheitsbeauftragter auch aussprechen. Sieht sich in einer Position zwischen Fans, Polizei und Verein. Er sieht eine mangelnde Akzeptanz von Stadionverboten. Das Problem sei, das sie nicht gezielt, sondern auch auf Verdacht und kollektiv ausgesprochen werden. Kernforderung: Erwiesene Schuld muss maßgeblich sein. Sein zweiter Punkt: 95% aller Delikte, die ein Stadionverbot nach sich ziehen, fänden außerhalb des Stadions statt. Seine Forderung: Eine komplette Neuordnung von Stadionverboten.

15.23 Uhr Brux ist sehr kritisch beim Thema Pyro. Er hält das für eine symbolhafte Diskussion. Das Problem sei die Haftung für den Veranstalter. Der Vergleich mit der Loveparade-Katastrophe von Duisburg klingt erst schief. Aber Brux sagt: “Am Ende muss einer den Kopf dafür hinhalten, wenn etwas schiefgeht.”

Andererseits sei es unerträglich, dass er Wunderkerzen verbieten muss und gleichzeitig zu Silvester ohne Hemmungen geballert wird. Aber in den engen Stadien sieht er kaum eine Grundlage für das Abbrennen von Pyro. Gleichzeitig kritisiert er den vorzeitigen Abbruch der Gespräche für eine Legalisierung von Pyro durch den DFB. Einen Versuch wäre es wert gewesen. Beim Scheitern des Versuches wäre klar gewesen, was durchführbar ist.

15.30 Uhr Jetzt bekommen auch die Ultras ihr Fett weg: “Ihr müsst offener werden gegenüber den anderen Stadionbesuchern.” Brux fordert, dass die Ultras nicht gegen die Mehrheit im Stadion agieren. Sehr pointiert zeigt er Gemeinsamkeiten im Verhalten von Ultras und Polizei. “Ihr nennt es Solidarität, wenn ihr jemanden nicht verpfeift. Aber bei der Polizei ist es plötzlich Korpsgeist.”


Foto: Stefanie Fiebrig

15.34 Uhr Letzte Forderung: “Macht mehr Öffentlichkeitsarbeit. Ich kann die Rainer Wendts echt nicht mehr sehen. Wenn die ihre Polemik ungestraft auf die Bildschirme bringen dürfen, dann müssen wir auch hin.” Auch die Medien bekommen die Leviten gelesen: “Polizeigewerkschafter sind keine Polizeivertreter, sondern Klientelpolitiker.”

15.36 Uhr Brux: “Das Sicherheitskonzept muss in die Tonne gekloppt werden. Am besten wäre es, noch einmal von vorne anzufangen. Resettaste drücken. Paritätisch besetzt und ohne Zeitdruck diskutieren. Der Fußball sollte einfach mal all seine Medienmacht benutzen und den Politikern sagen: Das stimmt einfach nicht, was ihr erzählt.” Sehr viel Beifall. Interessant, weil Brux wirklich allen hier den Spiegel vorgehalten hat.


Foto: Stefanie Fiebrig

15.45 Uhr Puh. Ganz schön straffes Programm. Geht schon wieder weiter. Thomas Matscheroth von der Fan- und Mitgliederabteilung des 1. FC Union spricht über die Einflussmöglichkeiten im Vereinsfußball. Er fordert die Fans auf, auch die Klubvertreter, die an Konzepten bei der DFL arbeiten auch einmal zu fragen, was sie dort machen.

16.00 Uhr Kaffeepause. Zeit, mal kurz abzuschalten. Das Medienaufkommen ist aber auch so groß, dass viele für kurze Interviews in Beschlag genommen werden.

16.33 Uhr Gerade ist der Sicherheitsbeauftragte des DFB, Hendrik Große Lefert, angekommen und wird gleich in Diskussionen verwickelt.


Foto: Stefanie Fiebrig

 

16.45 Uhr Union-Sprecher Christian Arbeit liest von Fanvertretern zusammengestellte Forderungen vor. Die sollen am Ende der Veranstaltung in Text gegossen werden. Ein paar Kernforderungen:

An die Klubs:

  • mehr soziale Verantwortung (Beispiel Ticketpreise)
  • mehr Mitspracherechte für Fans in den Vereinen (Schaffung von Gremien)
  • Arbeit an der Basis

An die Verbände:

  • Dialog auf Augenhöhe
  • Transparenz
  • Keine Stehplatzdiskussion

Politik

  • Mehr Versachlichung in der Debatte
  • Keine Verknüpfung von Wahlkampf und Diskussion

Polizei

  • Deeskalation
  • Kennzeichnungspflicht
  • Verpflichtende Schulungen für Polizisten

16.57 Uhr Jetzt gibt es Wortmeldungen von Fanvertretern verschiedener Klubs. Ganz persönlich finde ich es angenehm, wie unaufgeregt hier die Diskussion verläuft. Bin sehr gespannt, wie die Rückwirkung in den Fanszenen funktioniert. Hier wurde in Richtung Verband gefordert, den Fanvertretern dafür auch Zeit zu lassen.

17.07 Uhr Es werden jetzt Debattenbeiträge zusammengestellt und vorgetragen. Stichpunktartig:

  • Gewaltfreiheit: Distanzierung von Gewalt
  • Sicheres Stadionerlebnis: Vereine verantwortlich für Stadionsicherheit. Verbände sollen die Rahmenbedingungen dafür schaffen.
  • Dialog: Dialog findet im Verein statt. Verbände sind Interessensvertreter der Klubs. Mehr präventive Arbeit durch Vereine.
  • Verbände in Verantwortung für Kulturgut Fußball: Aufnahme von Fanvertretern in Verbände.
  • Fans, Vereine und Verbände bilden Solidargemeinschaft Fußball: Maßnahmen
  • Pyrotechnik: Diskussionsbedarf unabhängig vom Ergebnis
  • Keine Instrumentalisierung des Fußballs durch Politik

17.13 Uhr Diskussion über die einzelnen Punkte. Teilweise wird über einzelne Worte debattiert. Sicher der schwierigste Teil der Veranstaltung.

17.27 Uhr Es wird tatsächlich sehr kleinteilig. Es geht um die Reihenfolge der Punkte. Außerdem ist es natürlich unmöglich einen Katalog zu formulieren, der allen zu hundert Prozent zusagen wird. DFL-Justiziar Jürgen Paepke (l.) und DFB-Sicherheitsbeauftragter Hendrik Große Lefert (r.) verfolgen das Ganze intensiv.


Foto: Stefanie Fiebrig

 

17.46 Uhr Während die Diskussion weiter sehr kleinteilig läuft, müssen sich einige Fans schon verabschieden. Morgen ist schließlich wieder ein Arbeitstag und die Rückwege aus Berlin ziemlich lang.

18.20 Uhr Thomas Schneider (Leiter Fanangelegenheiten, DFL) ergreift das Wort. Er meint, dass es unglücklich sei, pauschal ein “Papier” abzulehnen. Denn das Konzept “Sicheres Stadionerlebnis” sei nicht fest, sondern es werde noch weiter diskutiert. Mit Fananwälten, mit Vereinsvertretern usw. Wenn jetzt vom Fangipfel gefordert werde, das Konzept, obwohl es noch nicht fertig ist, soll am 12.12. abgelehnt werden, gebe es keinen Handlungsspielraum mehr. Er würde sich aber vom Fangipfel auf einen Dialog verpflichten lassen.

18.26 Uhr Das ist die neue Zusammenarbeit von DFL und Fans: Thomas Schneider (l., Leiter Fanangelegenheiten, DFL) hilft jetzt ein wenig beim Ausformulieren. Union-Sprecher Christian Arbeit ist schon etwas übermüdet. Verständlich, er kam erst spät von der Pokalniederlage in Offenbach zurück.


Foto: Stefanie Fiebrig

 

18.36 Uhr Thomas Schneider erläutert kurz und knackig, was geht: “Den Knall haben wir gehört. Aber jetzt müsst ihr uns auch Zeit geben, das zu verarbeiten. Jetzt befinden wir uns in einem Meinungsbildungsprozess. Das ist wie auf einem Basar. Die Politik hat zehn Jahre gefordert. Zuerst haben wir im Fußball kurz gedacht: Ui, das müssen wir wohl machen. Inzwischen findet ein Umdenken statt. Auch durch die Einmischung der Fans.”

18.40 Uhr So, jetzt ist die Kuh vom Eis. Der Fangipfel hat sich auf ein Papier geeinigt. Sobald wir es haben, stellen wir es hier ein. Union lässt sich nicht lumpen und spendiert zum Abschluss Freibier.

19.08 Uhr Hier das Abschlussdokument. Zunächst nur fix als Foto (Klick zur Vergrößerung).:

  

19.22 Uhr Jetzt gibt es die Abschlusserklärung auch als PDF.

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Über das Verlesen vorgefertigter Erklärungen.

Man wolle gemeinsam “eine gute Saison erleben”, begann Sandhausens Kapitän Frank Löning seine Rede im heimischen Hartwaldstadion beim Spiel gegen den 1. FC Union und hatte zu diesem Zeitpunkt die Mehrheit des Publikums sicherlich noch auf seiner Seite. Der Text ging aber weiter.

Dabei haben wir alle – Spieler, Trainer, Fans, Clubs aber auch Sponsoren und Medien eine Vorbildfunktion. Millionen sehen an jedem Wochenende die Leistungen der Teams und sind fasziniert von der Stimmung in den Stadien. Dazu gehören Leidenschaft, Emotionen und Stehplätze. Als Kapitän des SV Sandhausen spreche ich für meine Mannschaft und unseren Klub. Helft mit, diese Werte, die die Bundesliga so einzigartig machen, zu erhalten. Es gibt aber auch Dinge, die in unseren Stadien nichts zu suchen haben. Wir stellen uns klar gegen Rassismus, gegen Diskriminierung, gegen Gewalt und auch gegen Böller, Rauchbomben und Bengalos. Unterstützt den Fußball mit fairen und legalen Mitteln! Damit helft Ihr uns. Wir zählen auf Euch und hoffen auf eine erfolgreiche Saison. Vielen Dank!

Schnell ließ sich feststellen, dass ein nahezu identischer Wortlaut über den gesamten Spieltag hinweg jeweils von den Kapitänen der Heimmannschaft der ersten drei Ligen verlesen wurde. Die Bezugnahme auf den Verhaltenskodex aus der Sicherheitskonferenz “Für Fußball. Gegen Gewalt.” ist offensichtlich. Ebenso offensichtlich ist die Tatsache, dass die DFL bestrebt bleibt, ohne Dialog an den Fans vorbei zu agieren, um ihre Wertvorstellungen durchzusetzen. Von oben herab, und unter Androhung von Zwang. Oder bin ich die einzige, die zwischen den Zeilen liest: “Stehplätze bleiben euch nur dann erhalten, wenn ihr gegen Pyrotechnik vorgeht”? Fühle nur ich mich gewissermaßen erpresst, obwohl ich niemals auch nur mit Streichhölzern oder Wunderkerzen hantiere? Soll ich Nebenmann und Nebenfrau verpetzen, um meinen Stehplatz zu erhalten? Wie um Himmelswillen kann man Rassismus und Pyrotechnik gleichsetzen?

Die Vereine sind in der Zwickmühle. Sie können so wie Sandhausen diese Erklärung verlesen, ernstgemeint oder emotionslos. Sie können sich einigermaßen sicher sein, dass im Stadion wenig davon zu verstehen sein wird, weil Fußballfans ihre eigene Meinung dazu vertreten. In Hamburg war das der Fall, in Frankfurt ebenso wie im Berliner Olympiastadion. Die Erklärung vereint die Fans auf eine Weise, die von der DFL so vermutlich nicht beabsichtigt war.

Es ist den Vereinen nicht verboten, eine eigene Erklärung abzusetzen. “Lasst uns auf Bengalos verzichten, damit wir immer alle zusammen stehen können” hieß es etwa in Frankfurt anlässlich des Ausschlusses eines Teils des Heimpublikums.

Man kann sich darüber streiten, wie sinnvoll es überhaupt ist, in den Minuten vor dem Anpfiff eines Fußballspiels derartige Erklärungen abzugeben. (So geschehen in unserer Küche.) Wahrscheinlich ist, dass sie ungehört verpuffen. Wo das nicht der Fall ist, wünsche ich mir von den Vereinen: Seid Vorbilder! Wenn ihr etwas sagen müsst, lasst es nichts haarsträubend Dummes sein. Fußballfans sind nicht nur überwiegend keine Verbrecher, sondern meistens auch keine Idioten.
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Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Nicht alles, was aus sportlicher Sicht sinnvoll erscheint, passt zu Union. Das Präsidium steht in der Gesamtverantwortung für den Verein und muss mehr berücksichtigen, als die Bedürfnisse einzelner Abteilungen. Es hat deshalb entschieden, dieses Spiel abzusagen.

Union-Präsident Dirk Zingler, 18. März 2011, 
zur Absage des Testspiels gegen RB Leipzig

Viel Beifall bekam Dirk Zingler für die Entscheidung ein im vorhinein gemeinschaftlich verabredetes Testspiel gegen RB Leipzig abzusagen. Der Retortenklub aus Sachsen verkörpert für die meisten Fußballfans so ziemlich all das, was unter dem Kampfbegriff “moderner Fußball” zusammengefasst wird. Nicht einmal eine Fusion der Klubs TSG Hoffenheim, VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen hätte das gebären können, was aus der rosa Hölle von Milliardär Dieter Mateschitz kommt.

Union-intern hatte das Ereignis noch eine andere Auswirkung. Der sowieso schon angeknockte Manager Christian Beeck durfte auf der offiziellen Website noch einen selbstkritischen Beitrag verfassen:

Die Entscheidung für dieses Testspiel ist nach rein sportlichen Motiven erfolgt. Es gibt natürlich auch andere Perspektiven dazu und es ist wichtig und richtig, diese ebenfalls zu berücksichtigen. Das nicht getan zu haben, war ein Fehler.

Christian Beeck, 18. März 2011

Zwei Monate später trennte sich Union im Unfrieden vom Manager, der mittlerweile beim FC Energie Cottbus arbeitet. Und mittlerweile ist viel Gras über die Sache gewachsen. Soviel, dass von der grundsätzlichen Haltung des 1. FC Union nicht mehr viel übrig ist. Gegen das Pflichtspiel der eigenen U23 gegen RB Leipzig in der Regionalliga (1:1) vor einer knappen Woche konnte sich der Verein nicht wehren. Ob er das gewollt hätte, steht auf einem anderen Blatt. Denn gestern Abend fand an der Alten Försterei ein an sich unbedeutendes Testspiel statt, wenn da nicht der Name des Gegners wäre: Union testete freundschaftlich seinen Nachwuchs gegen die U14 von RB Leipzig (6:0).

Das ist natürlich noch nicht die gleiche Wertigkeit wie ein Test der ersten Mannschaft. Aber die Frage sollte gestattet sein: Wie lange ist eigentlich die Halbwertzeit von grundsätzlichen Haltungen beim 1. FC Union?

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Quo vadis Textilvergehen?

Manchmal ist wichtig, sich von Dingen trennen zu können. Darum möchten wir mit diesem Artikel den Abschied einläuten.

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