Die Hall of Fame des deutschen Fußballs ist vor allem eine Hall of Fame des westdeutschen Fußballs

Die Länderspielpause ist endgültig vorbei. Heute beginnt wieder die Zweite Liga. Für Union ist allerdings noch Zeit, erst am Montag geht es in Hamburg gegen den HSV. Das Wuhlesyndikat hat den kleinen Hinweis an alle Hamburg-Fahrer im Programm, sich einen Zehner mehr einzupacken. Es dürfte einen schönen Schal dafür geben.

Der Kurier weiß schon, wie Union gewinnen kann. Mit Kontern. Wir werden es sehen und uns diesen Artikel für Dienstagmorgen auf Wiedervorlage legen. Aber vielleicht lässt Trainer Urs Fischer vorher etwas blicken (ich glaube es allerdings nicht). Die Spieltagspressekonferenz mit ihm gibt es allerdings erst am Samstag um 12.30 Uhr.

Steven Skrzybski heiratet im Dezember in Berlin (BZ)

Ebenso wie der RBB gestern, schreibt auch die Bild (noch nicht online) heute über das Stadion. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Stadionausbau zum 100-jährigen Jubiläum des Fußballstandorts an der Alten Försterei vollendet ist, schätze ich nach den Aussagen von Dirk Thieme nicht sehr hoch ein. Zum einen weil die Baukosten aktuell gestiegen sind. Zum anderen, weil das Planungsrecht aktuell an noch zu vielen Wenns hängt (Stichwort Verkehr: Höhere Taktung der Bahnen, mehr Zugänge am S-Bahnhof, Bedarfshaltestellen, Straßenbahnwendeschleife). Hier ist Union abhängig von den Verkehrsbetrieben. Und selbst wenn die baulichen Maßnahmen möglich sind, braucht es auch mehr Züge (bei S-Bahn und Straßenbahn).

Auch nicht unwichtig: Heute um 11 Uhr startet der Vorverkauf für das Weihnachtssingen. Alle Details gibt es hier.

Auf den anderen Plätzen

Bereits am Samstag um 14 Uhr spielt die A-Jugend in Hamburg gegen den FC St. Pauli. Ein Erfolgserlebnis in der Liga wäre das, was die U19 nach 6 Niederlagen am Stück braucht. Der FC St. Pauli ist allerdings Tabellenführer.

Die B-Junioren spielen am Samstag um 14 Uhr in Hannover. Das erste Frauenteam am Sonntag um 13 Uhr gegen Blau-Weiß Hohen Neuendorf (Fritz-Lesch-Sportplatz). Und das zweite Frauenteam spielt Sonntag um 15 Uhr bei Borussia Pankow (Kunstrasenplatz Pichelswerder Straße).

Und sonst so?

Eine Jury aus 26 Journalisten (hier unten im Text findet ihr alle Namen) hat eine Gründungself für eine Hall of Fame des deutschen (Männer)Fußballs zusammengestellt. Das ganze soll im Fußballmuseum in Dortmund im nächsten Jahr Platz finden. Über die Namen kann man trefflich streiten oder nicht.

Ich möchte mich auch gar nicht darüber echauffieren, sondern nur die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass die Hall of Fame ebenso wenig wie das Fußballmuseum nicht die ganze deutsche Fußballgeschichte widerspiegelt (und erst recht nicht neutral, weil es vom DFB gegründet wurde). DDR-Fußball findet im Museum hinter einer Mauer statt und wird größtenteils problematisiert. Nach vielem hin und her durfte eine Woche lang im Erdgeschoss hinter einem kleinen Kunstrasenplatz und neben der Cafeteria eine Wanderausstellung zum Arbeiterfußball  gezeigt werden, der in der Weimarer Republik in Konkurrenz zum DFB stand. Das Museum ist auf Event und den großen Effekt hin ausgerichtet und erzählt vor allem gerne groß Heldengeschichten. Und da passt diese Hall of Fame perfekt hinein.

Ich habe meine Meinung schon an anderer Stelle auf der Facebook-Seite des Sportjournalisten Pit Gottschalk geäußert, der auch Teil der Jury war. Deshalb mache ich es mir und kopiere das einfach hier hinein:

Ich habe übrigens den Newsletter von Pit Gottschalk abonniert, der täglich einen kurzen Überblick über Fußballartikel und seine Meinung zu einem Themenschwerpunkt liefert. Ich bin gar nicht mal so oft mit ihm einer Meinung, aber ich schätze an dem Newsletter, dass er mir hilft, meine eigene Sichtweise zu überprüfen. Das gelingt ja eher selten, wenn ich mir immer nur das durchlesen würde, was meine Meinung bestätigt.

Ergebnis der Winterspende

Die Union-Stiftung hat das, wie ich finde, beeindruckende Ergebnis der Spendenaktion “Winter, mollig warm” auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht

Tippen nicht vergessen

Zuletzt wie immer der Hinweis: Vergesst nicht eure Tipps in der Twitterförsterei.

8 Gedanken zu „Die Hall of Fame des deutschen Fußballs ist vor allem eine Hall of Fame des westdeutschen Fußballs

  1. Den Begriff Wendeschleife möchte ich bemängeln, in Zeiten von Zweirichtungswagen bei der BVG Tram gib’s auch die Möglichkeit eines Stumpfgleises zum „wenden“! Siehe Haltestellen am „Pionierpark“

  2. Was will man von einer Liste erwarten die Journalisten wählen dürfen?
    Bei mind. 3 der 11 hätte ich trotz allem Respekts Bedenken (Beckenbauer, Rahn, Breitner)..
    Aber angeblich geht es um sportliche Leistungen. Den Einwurf mit fehlenden DDR-Spielern kann ich absolut nachvollziehen, da ist Sammer wohl derjenige für die “Ossiquote”.
    Und als 74 geborener vermisse ich Leute wie Schumacher oder den Litti in der Elf. Aber wie gesagt, Journalisten… ;-)

  3. So eine Elf aufzustellen ist doch immer problematisch. Wie will man denn Spieler ganz unterschiedlicher Zeiten und Spielsysteme vergleichen.
    Und mal ehrlich, der Ostfußball war doch auch deutlich schlechter als der Westfußball. Ich brauche auch keine Ossi-Quote. Der nächste kommt dann mit einer Frauen- und Behindertenquote.
    Natürlich gab es auch im Osten herausragende Spieler. Aber wollt ihr ernsthaft sagen, Ducke war besser als Rahn, Streich besser als Seeler? Wie gesagt, die kann man nicht wirklich vergleichen

  4. Es ist einfach nur traurig und auch entlarvend, dass selbst 30 Jahre nach der Wende immer noch so getan wird, als wenn 40 Jahre DDR nicht stattgefunden hätten… Da muss man sich über einige Entwicklungen nicht wundern.

    Davon abgesehen finde ich es schon ziemlich fragwürdig, für einen Zeitraum von über 100 Jahren 11 Spieler auszuwählen. Aus meiner Sicht objektiv einfach nicht möglich. Ich denke mit der Showeffekt ist eine stimmige Erklärung… passt zur heutigen Vermarktungsmaschine DFB.

    Die Sache mit dem MDR und seiner ganz eigenen Patina finde ich gut und ziemlich treffend. :-)))

  5. Eine Hall of Fame ist doch beliebig erweiterbar. Vielleicht sind die genannten nur der Anfang.
    Könntest Du eventuell herausbekommen, wo man diese Wanderausstellung noch sehen kann? Danke

  6. Ich kann aber auch keinen bei einer solchen Liste ernstnehmen, bei denen sportliche Kriterien eine Rolle spielten, der Beckenbauer und Breitner in Frage stellt und dafür Littbarski einfordert.

  7. Wo kommt denn die Verachtung für Journalisten her? Klar, man hätte auch Trainer wählen lassen können, weil die Spiele und Spieler oft anders sehen und bewerten. Oder alte Funktionäre, die als Kind noch Fritz Walter live im Stadion gesehen haben. Oder man macht eine große demokratische Fan-Abstimmung.
    Aber Journalisten haben die Aufgabe, Dinge von außen – im besten Fall mit etwas kritischer Distanz – zu beobachten und einzuordnen. Das passt doch eigentlich.

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