Simon Hedlund kocht auch nur mit Wasser

Die Pressekonferenz von André Hofschneider war eine dieser Situationen, in denen zwei für so eine Veranstaltung recht wichtige Dinge durchaus auseinandergingen. Nämlich was einerseits die meisten Journalisten interessierte, und andererseits worüber Trainer Hofschneider reden konnte oder wollte. Denn im Raum stand groß – wenn auch nur metaphorisch – Dirk Zingler und sein Interview zwei Tage zuvor. Aus diesem leiteten sich sowohl für die aktuelle Situation als auch die Bewertung von Hofschneiders Arbeit insgesamt viele Fragen ab, die der Trainer höchstens ausweichend beantwortete.

Dass Hofschneider sich nicht in der Position sah, Zinglers Aussagen zu widersprechen, zeigt sich neben der eigentlichen Pressekonferenz auch im Interview mit dem RBB. Wie Christopher Trimmel an gleicher Stelle widerspricht er Zinglers Diagnose aber auch nicht.

Der Kurier dagegen lässt Stephan Fürstner zu Wort kommen, für den es nach einer schwierigen und einer guten Saison bei Union in dieser Spielzeit auch persönlich nicht optimal läuft.

Spiel-Plan: “Nach einem Null-Null ist alles vorstellbar”

Dass Regensburg sehr direkten Fußball spielt, haben wir hier gestern schon angesprochen. Auch für André Hofschneider ist dies das wesentliche Charakteristikum der Mannschaft, der man die Rasenballsport-Vergangenheit ihres Trainers deutlich ansehe. Dem (nicht-Vorhandensein) flachen Spielaufbaus entsprechend sei von Union in diesem Spiel voraussichtlich auch wenig Pressing gefragt. Um so mehr wird man lange Bälle verteidigen müssen. Wenn es also, wie Hofschneider sagte, es “in dieser Saison noch Spiele geben wird, in denen Toni uns mit Sicherheit weiterhelfen können wird,” dann dürfte dieses dazu gehören.

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Toni Leistner hat sportliche Argumente, gegen Regensburg zu spielen, Photo: Matze Koch

Mit welcher offensiven Ordnung und welchem Personal Union gegen Regensburg spielen wird ist nach Spielen, in denen laut Hofschneider das Kernproblem war, ‘einfach keine Tore zu schießen, Chancen waren ja da,” interessant zu sehen sein. Simon Hedlund – über den die Mannschaft und wir in Folge eines Mannschaftsabend mit skandinavischem Essen erfuhren, dass er gut Wasser, aber sonst nicht viel kochen kann (BZ/Bild) – ist weiterhin angeschlagen und wird wohl nicht spielen. Auf die Frage, ob eine Reihe mit Gogia, Hartel und Skrzybski hinter Hosiner vorstellbar oder zu offensiv wäre, meinte Hofschneider, nach einem Null-zu-Null sei alles vorstellbar. Gerade diese Variante verlangt aber auch nicht allzu viel Vorstellungskraft. Schließlich kam sie gegen Düsseldorf und Braunschweig schon zum Einsatz (dann freilich mit Polter statt Hosiner in der Spitze).

A propos Marcel Hartel: Er steht trotz einer auch persönlich nicht so guten Phase im Aufgebot der U21.

Karten für das Spiel gegen Regensburg zu verschenken

Unser Leser und Hörer Knut und der Jungunioner schaffen es morgen früh nicht zum Spiel gegen Regensburg. Deshalb haben wir eine Erwachsenenkarte und eine Kinderkarte zu verschenken. Schreibt einfach hier unter dem Artikel in den Kommentaren, wenn ihr sie wollt und denkt daran, dass ihr eure richtige E-Mail-Adresse angebt. Dann schicken wir euch die Karten per Mail zu. Es gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

‘Vielleicht kann Unruhe auch positiv Dinge aufbrechen’

Anlässlich seiner Vertragsverlängerung hat Michael Parensen, der eigentlich PaRENsen heißt, ein Interview im Vereinsfernsehen gegeben. In dem Gespräch spricht Parensen unter anderem darüber, wie er die Unruhe ob der aktuellen sportlichen Situation sieht. Die sei entstanden, weil Mannschaft, Verein und Umfeld scheinbar erwartet hätten, dass die Entwicklung, “ein sportlich sehr ambitionierter Verein zu werden,” nicht so linear mit einem Schritt nach dem anderen nach vorn verlaufen sei. Um diesen Prozess – den Parensen sich immer von und für Union gewünscht habe – fortzusetzen, solle Union “sich darauf besinnen, wer wir einfach sind und was wir einfach wollen. Ich glaube, das hat Union in den letzten Jahren stark gemacht und das dürfen wir einfach nicht verlieren, egal wo wir spielen, egal in welcher Liga wir spielen, egal wie erfolgreich wir spielen.”

Außerdem spricht Parensen gewohnt eloquent über Verletzungen, sein fußballerisches Profil und Pläne für den Rest seiner Karriere und die Zeit darüber hinaus.

Ein anderer länger verletzter Innenverteidiger ist dagegen auf Heimaturlaub. Und Christoph Schößwendter macht schon mal einen Vorschlag, was Fabian Schönheim statt Fußball spielen machen könnte:

Und sonst so

Der frühere Bochumer Trainer Gertjan Verbeek ist für seine ‘direkte, manchmal unbequeme Art’ bekannt. In der WAZ hat Verbeek (inzwischen Trainer und Sportdirektor beim FC Twente in Enschede) nun ein langes Interview gegeben, in dem er über seine Probleme in Bochum und Nürnberg sowie den deutschen und niederländischen Fußball spricht. Beim Lesen des Interviews wird klar, warum es vielleicht nicht ganz einfach ist, mit Verbeek zusammenzuarbeiten, bekommt man aber vor allem einen sehr offenen Einblick in die Geschehnisse zum Beispiel bei einem Verein, der den Aufstieg als Ziel ausgibt, dessen Mannschaft sich aber auch in den Augen des eigenen Trainers als nicht gut genug dazu erweist und der nun gegen den Abstieg spielt.

Und herausgegeben von der Bundeszentrale für Politische Bildung erscheint heute ein Band, der sich mit Fanszenen und Fankultur befasst. Das Buch wird am 21.3. um 19 Uhr in einer Podiumsdiskussion in der Zentrale der BpB am Checkpoint Charlie mit den Autoren und aktiven Fanvertretern geleitet von Christoph Biermann vorgestellt.

4 Gedanken zu „Simon Hedlund kocht auch nur mit Wasser

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