Bei Union brennt der … äh Papierkorb

Da Union erst am Sonntag spielt, fehlen so ein bisschen die Geschichten. Spieltagspressekonferenz ist erst morgen und da Union den DFB-Pokal immer boykottiert so früh verlässt, fehlen die besonderen Flutlichtspiele unter der Woche im Februar/März. Ich habe sehr, sehr neidisch gestern nach Bielefeld und Offenbach geschaut. Das sind sportliche Momente, die das kollektive Fangedächtnis prägen können. Ich sage nur Daniel Ernemann und Viertelfinale.

Um euch den fehlenden Nachrichtendruck zu demonstrieren, werfe ich eine Meldung aus dem Kurier-Newsticker hier hinein

Vor der Haupttribüne an der Alten Försterei brannte ein Abfall-Eimer wegen einer Zigaretten-Kippe. Aber bevor etwas schlimmeres passierte, löschte Unions Medienbeauftragter Matthias Marek den Behälter mit einer Tasse voll Wasser.

Letztlich sind die weiterhin vorherrschenden Themen die Kadergröße (zu klein) und die Gegentore (zu früh). Der Kurier schaut sich jetzt die Gesamtzahl der kassierten Treffer an und findet, dass der Zeitpunkt gar nicht so entscheidend in der Diskussion sei. 37 Gegentore seien einfach viel zu viele. Kaum vorstellbar, dass Union in dieser Saison mal dreckig 1:0 gewinnen könnte. Und diese Vermutung wird bestätigt, wenn ihr euch alle Punktspielergebnisse von Union anseht. Kein einziges Mal 1:0. Was nicht heißt, dass die Mannschaft nicht knapp gewinnen kann. Aber sie muss dann eben immer mindestens zwei Tore schießen. Der Arbeitsaufwand für die Angreifer ist einfach sehr hoch. Das sagten Spieler auch nach der Partie in Leipzig. Und ihr kennt den Spruch: Offense gewinnt Spiele, Defense gewinnt Titel.

Foto: Koch

Nicht helfen im Angriff darf Sören Brandy, der wegen seiner Schulterverletzung nächste Woche Montag operiert wird. Ich bin sehr glücklich, in der Bild/BZ zu lesen, dass ihm danach seine zweijährige Tochter beim Anziehen helfen kann. Ganz im Ernst: Wenigstens hat er damit etwas Ablenkung während der Reha. Nicht das schlechteste.

Und wer sich wie ich fragt, wann Mario Eggimann außer mit Motivationsbotschaften auf Facebook dem Team auch auf dem Platz helfen kann, der sollte diese Nachricht zur Kenntnis nehmen: Der Verteidiger knickte mit dem linken Sprunggelenk im Training um und musste in die Kabine humpeln. Gute Besserung.

Die Alte Försterei ist auch als Lernort eine gute Location, wie die gestrige Aktion im Rahmen der Reihe “Zeig Rassismus die Rote Karte” gezeigt hat. Dabei war auch die Staatsbeauftragte für Integration, Aydan Özoguz:

 

Etwas weiter weg aus Köpenick: Unions ehemaliger Torhüter Jan Glinker hat sich in Magdeburg ein Hobby zugelegt. Er fotografiert. Seine Bilder findet ihr auf einer extra Seite bei Facebook.

https://www.facebook.com/1441342136158034/photos/a.1441356856156562.1073741828.1441342136158034/1441356542823260/?type=1&permPage=1

Teve185 – Not safe for Forsthaus

Erst nach der Saison wollte Uwe Neuhaus eine Analyse machen. Das sagte er vor dem 2:3 beim KSC. Danach wurde mitgeteilt, dass Adam Nemec und Baris Özbek (Vertrag bis 2016) sich einen neuen Verein suchen sollen. Wir müssen über Management by Fear reden.

Uwe Neuhaus beim 2:3 in Karlsruhe. Rechts: Co-Trainer André HofschneiderFoto: Koch

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Liebe Mama

Ich kann mich nicht erinnern, wann die Luxusprobleme beim 1. FC Union Berlin je so zahlreich gewesen wären. Vor allem im Tor hatten wir seit den Zeiten von Sven Beuckert und Robert Wulnikowski wohl nie zwei Torhüter, die so nahe beieinander in Sachen Nummer 1 waren wie zur Zeit.

Mit der Verpflichtung von Daniel Haas, der vom Verein explizit als Nummer 1 geholt wurde, fand sich Jan Glinker zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre im direkten Konkurrenzkampf um die Vorherrschaft zwischen den Pfosten bei Union. Die Weichen, die der Verein, nicht nur aber nicht zuletzt auch mit der Verpflichtung von Haas, stellt, führen klar in Richtung erste Liga und Jan Glinker steht bei Uwe Neuhaus klar in den Top 5 der Spieler, die sich immer wieder beweisen müssen, ob sie diesen Weg mitgehen können.

In den Herzen seiner Fans ist Glinker sowieso gesetzt und die symbolische Vergabe der Nummer 1 an Daniel Haas ist für sie mehr als eine nüchterne Umstrukturierung. Wer mich kennt, weiß, dass ich all diesen Dingen eher nüchtern gegenüber stehe und die Vergabe von Rückennummern reichlich unaufgeregt hinnehme. Ich bin in erster Linie Unionfan, und auch wenn ich Namen wie Teixera, Beuckert, Baumgart und Vidolov nicht ungerührt hören kann, sind sie doch immer in erster Linie mit Union verbunden und nicht als Einzelspielerübermenschen in meine Erinnerungen gebrannt.

Und dann gibt es sie doch. Diese Momente, in denen selbst ein zynischer “Kein Spieler ist größer als der Verein”-Idealist wie ich milde lächelnd vor dem reinsten aller Fanboy-Bilder sitzt und sich freut, dass es da draußen Menschen gibt, die in Jan Glinker eben mehr sehen als den besten Uniontorhüter seit langem. Und das ist ok.

Jannes Arnold, 7 Jahre

Und wenn wir schon dabei sind, uns verfrühte Weihnachtsgeschenke zu wünschen: Ich hätte gerne eine problemlose, schnelle Genesung von Daniel Haas und eine Saison voll fruchtbarem Konkurrenzkampf im Uniontor zwischen Jan Glinker Fußballgott und Daniel Haas “Fußballgott to be”. Nur bitte keine Torwartrotation, ok Uwe?

Zwanzig.

Dass ein Torhüter verpflichtet werden würde, zeichnete sich zu Ende der letzten Saison ab. Das Verhältnis von 55 Toren zu 58 Gegentoren spricht eine deutliche Sprache. Marcel Höttecke, verletzungsbedingt immer wieder zurückgeworfen, war nicht die erwartet starke Konkurrenz. Den steinigen Weg, den er gegangen ist, wollte Uwe Neuhaus Daniel Haas offenbar ersparen. “Ich möchte auch auf der Torhüterposition in der nächsten Saison eine deutliche Weiterentwicklung sehen und bin überzeugt davon, dass er der richtige Mann dafür ist. Wir holen ihn als Nummer 1”, hieß es in der Pressemitteilung vom 15.5.2012 zu Haas´ Verpflichtung. So ist es nur konsequent, dass Daniel Haas auch die entsprechende Rückennummer trägt.

Uwe Neuhaus ist ein zielstrebiger und ambitionierter Trainer. “Immer weiter, ganz nach vorn” könnte gut seine persönliche Einlaufmelodie sein. Er hat bis hier her einen langen Atem bewiesen. Mit dem Tribünenneubau positioniert sich der Verein für die erste Liga. Die Verpflichtung eines erstligaerfahrenen Torhüters sendet dasselbe Signal. Soweit die professionelle Sicht der Dinge. Für einen Trainer muss sie die einzig maßgebliche sein.

Und dann gibt es Leute, die sehen das alles ganz anders.


Jannes Arnold, 7 Jahre

Was so herzig daherkommt, ist in Wahrheit das gesamte Drama des Vereinsfans, der sich vor die Aufgabe gestellt sieht, eine Mannschaft zu unterstützen, bei der jeder einzelne Spieler jederzeit durch einen anderen ersetzt werden kann. Dein Kapitän, dein Lieblingsstürmer und dein Torhüter. Ja, das ist so. Das nennt sich Profifußball.

Nein, Profifußball ist nicht nur für siebenjährige Jungs manchmal schwer zu akzeptieren. Ich bringe jetzt meine Trikots zum Beflocken. Es sind hoffentlich noch genügend Zweien und Nullen im Bestand.

Teve089 – Torwart werden ist wie Akkordeon lernen

Union schwimmt und Glinker fliegt. Zugegeben, das ist etwas reißerisch. Aber das 1:0 gegen den FC Energie Cottbus zeigte tatsächlich, dass die Mannschaft auf einer Erfolgswelle schwimmt. Oder wie Uwe Neuhaus gerne sagt: Man muss die richtigen Gegner zur richtigen Zeit bekommen. Und Jan Glinker? Der macht eine gute Figur nach der anderen. Schön anzusehen. Themen: Union schwimmt gerade oben, kann aber immer noch nicht das Spiel verhalten; Egil Olsen (Trainer der Nationalmannschaft Norwegens); Die Küchenpsychologie ist auf unserer Seite; Luxusprobleme: Karl sitzt auf der Bank; Berlin zieht, Paderborn nicht; Uwe Neuhaus vor der Vertragsverlängerung; Jan Glinker in Topform; Neuhaus über das Verhältnis der beiden Torhüter untereinander (Kicker vom 19.08.2011); Abstimmungsprobleme bei Union - Zwischen Waldseite und Gegengerade; Unsympathische Vereine: Irgendwann muss man Vorurteile mit der Realität abgleichen; Union Anfang der 90er war gruselig (PDF mit Bildern von Harald Hauswald aus der Wendezeit); Artikel von Johannes Schneider "Ihr seid keine Unioner" im Tagesspiegel und die Reaktionen darauf: "Verein, Heimat, Identität und der ganze Rest" vom Spielbeobachter und "Einer von denen" von Frédéric Valin

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Teve080 – State of the Union Address: Knie heilt nie

Länderspielpause. Cheftrainer Uwe Neuhaus möchte kein Zwischenfazit nach zehn Spieltagen ziehen. Dann übernehmen wir das eben. Dabei gibt es natürlich ganz viel Aua. Themen: Intro; Leo in Frankfurt: Jan Glinker hat es nicht gerufen, aber Christoph Menz hat es gehört; Unions Verletzte und ihre Krankheiten (Uwe Neuhaus über "Zipperlein hier, Zipperlein da",O-Ton: 10.48 Min); Wir beantworten die Frage: Liegt die Verletzungsmisere an Trainingsmethoden?; Uwe Neuhaus verrät einen Geheimtrick zur Vermeidung von Trainingsunfällen (O-Ton: 14:05 Min); Jérome Polenz geht es gut; Blitzturnier unter anderem mit "The Engineer" (Uwe Neuhaus erklärt den Modus, O-Ton: 26:19 Min); "Eins, zwei oder drei? - Ob Du wirklich richtig stehst, siehst Du wenn das Licht angeht!" - Wer wird der zweite Innenverteidiger neben Göhlert: Gill, Trapp oder Boné?; Saisonzwischenfazit: Der Trainer sagt nichts dazu. Wir schon; Drohnen zur Trainingsbeobachtung; Wer ist perspektivisch die Nummer zwei nach Jan Glinker?; Zuhause spielt Union auf. Warum klappt das nicht auch auswärts?; Sebastian rasiert sich erst, wenn Simon Terodde ein Pflichtspieltor schießt. Holst lässt grüßen; Eine Chance im Sturm: Savran oder Skrzybski?; Hertha wirft der BZ eine Falschmeldung vor (Es geht um den Artikel: "Herthas Ziel für die Winterpause: Keine Neueinkäufe"); Ludwig von AFTV ist ein Super-Typ

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Teve076 – Schuldig. Again. Menzenskinder!

Ach! Zehnsechzig München. Kein gutes Pflaster für Union. Wird Zeit, dass die Guten vom 1.FC Union in diesem Stadion gegen einen anderen Verein spielen. Denn gegen die Blauen gibt es nichts zu holen. Nichts. Nada. Ничего. Zu Gast sind Mathias und Robert. Wir diskutieren das Spiel und Menz wird als Schuldiger auserkoren. Wer Union schon eine Weile verfolgt, weiß dass darin vor allem Zuneigung steckt. Trotzdem hadern wir mit den null Punkten. Weitere Themen sind ein Testspieler (Platero), die Vertragsverlängerung von Ede und eine Trophäe für Christopher Quiring.

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Teve064 – Saisonziel erreicht. Alles muss raus.

Früher war mehr Lametta. Jedenfalls wurde dieses Mal der Klassenerhalt weniger euphorisch gefeiert als noch im letzten Jahr. Vielleicht lag es daran, dass vor der Partie gegen Ingolstadt schon der Verbleib in der 2.Liga feststand. Vielleicht aber auch daran, dass Union nie richtig im Abstiegskampf steckte, sondern sich die Saison über nur nie richtig von ganz unten befreit hat. Wir diskutieren anhand einer Äußerung von Chinedu Ede über die Bewertung der Saisonleistung von Union. Auslöser dafür war die Beschwerde von Uwe Neuhaus und Christian Beeck über eine Meinungsäußerung des freien Journalisten Matze Koch:
Doch insgesamt gesehen spielt die gesamte Mannschaft eine sehr bescheidene Saison.
Quelle: sports-kick.de
Ein dritter Schwerpunkt neben der Nachbetrachtung des Spiels ist ein Angebot, das gerade bei Union vielen sauer aufstößt. Bei Groupon wurden Tickets für das Match gegen Ingolstadt verramscht.

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Teve057 – Okee oder oh weh?

Das Heimspiel gegen Osnabrück würde ein Union zugeneigter Fußballfreund sicher anerkennend als "paderbornesk" bezeichnen. Wir unterhalten uns über das Auf und Ab des Spiels. Themenliste:
  • 00:00 min Wie war das Spiel? Hoch und runter, von links nach rechts.
  • 28:08 min Marcel Höttecke: Never ending Story - Die Torhüterposition
  • 42:09 min Daniel Göhlert: Ein Fehler ist gleich ein schlechtes Spiel?
  • 51:00 min Torsten Mattuschka: Wette auf die Zukunft.
  • 69:35 min Wo steht Union eigentlich?

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Teve055 – Medizin nach Noten

Über die Notenvergabe für die Spieler wird ebenso erbittert gestritten wie sie von anderer Seite belächelt und abgetan wird. Wir haben uns die drei großen Boulevardblätter Berlins (Bild, BZ und Berliner Kurier) genommen und versucht, die Noten und unsere Spieleranalyse miteinander zu vergleichen. Damit das nicht zu langweilig wird, haben wir das nur mit den statistischen Rausreißern nach oben und nach unten gemacht.

Völlig subjektiv hat Sebastian eine Kaderliste mit den entsprechenden Attributen wie gesperrt/verletzt/krank/aussortiert/usw. zusammengestellt. Die stimmt sicher nicht bis ins letzte Detail mit der Wirklichkeit überein, erklärt aber das Dilemma, in dem Uwe Neuhaus steckt. Eine beliebige Taktik lässt sich so jedenfalls nicht mehr umsetzen.

Das hat uns allerdings nicht davon abgehalten, unser gesammeltes Nichtwissen zusammenzulegen und für Uwe Neuhaus eine Derbytaktik zu entwerfen. Der Dank des Trainers wird uns sicher sein.

Themenliste:

02:34 Öffentliche Medienschelte oder wie mache ich einen Artikel bekannt?
16:10 Torwartdiskussion: Hat Union zwei beschädigte Torhüter?
42:47 Notenvergabe: Waren Stuff und Ede wirklich so gut und Younga, Thomik und Mosquera so schlecht?
75:10 Michael Parensen: Das Kreuz mit dem Knie
81:10 Spiel gegen Hertha: Wir basteln uns eine Taktik.

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