Die Diskussion über Unions Test-Idee macht wenig Fortschritte

Seit Union am Freitag seine Ideen für ein volles Stadion in der neuen Saison mit Tests für alle Fans vorgestellt hat, wird darüber viel geredet, und werden längst nicht nur gute Argumente ausgetauscht. Inhaltlich hat sich in dieser Diskussion nicht viel bewegt – vielleicht auch ein bisschen, weil Union zu seiner Idee, die eben kein fertiges Konzept ist, sondern noch viele Leerstellen hat, wenig ergänzende Informationen oder Überlegungen kommuniziert hat.

Corona-Tests Stadion

Dass niemand mehr Lust auf ein leeres Stadion hat, versteht sich von selbst, Photo: Matze Koch


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Berliner Derby in Coronazeiten ist wie Vollgas bei angezogener Handbremse

Die häufigste Frage, die mir in den letzten Tagen gestellt wurde, lautete: “Wo schaust du das Derby?” Ich zuckte darauf meist mit den Schultern, denn ich habe mir darüber einfach keine Gedanken gemacht. Ins Stadion dürfen wir nicht und gemeinsame Party zum Schauen fallen aus. Immerhin ist seit gestern klar, dass das Berlin-Derby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin überhaupt übertragen wird. Sowohl Dazn als auch Amazon übertragen. Sehr wahrscheinlich höre ich mir allerdings die Reportage für Sehbehinderte von Tobias und Philipp auf AFTV an. Hier gab es einmal einen kleinen Clip über die Arbeit der beiden Reporter.

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Man kann die Mitgliederzahlen von Union und Hertha vergleichen, erfährt dabei aber wenig

Im Rest der Bundesliga gab es gestern ein paar Ergebnisse, die ein ‘huch’ auslösen, wenn man sie liest. Aber:

Auffällig ist in den letzten Wochen aber ja schon, dass es viele gute Ergebnisse für Auswärtsmannschaften gibt. Und auch, dass dank der vielen Unionerinnen und Unioner dort die Atmosphäre in Wolfsburg wohl nicht sehr Auswärtsspiel-haft sein wird, spricht dafür. Die Gefahr, Wolfsburg wirklich mit der Wuhlheide zu verwechseln und das Spiel für ein Heimspiel für Union zu halten, ist schließlich minimal.

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Unions neuer Hauptsponsor ist eine bemerkenswert instinktlose Entscheidung

Sportsponsoring ist auf dem Papier für Unternehmen eine seltsame Investition. Eine Ausgabe ohne direkten Mehrwert und unklaren Möglichkeiten, daraus Gewinn zu generieren. Das Versprechen, was hinter Werbung im Allgemeinen und Sportsponsoring im Speziellen steht, ist, neben der reinen Werbefläche zur Präsentation des Firmenlogos, natürlich das Aufladen des Firmennamens mit positiven Emotionen. Die Telekom bezahlt in der Allianz-Arena Mitarbeitern die Eintrittskarte in guter Lage, damit diese sich in Form eines Telekom-Logos kamerafreundlich ins Stadion setzen und so in allen Einstellungen von Strafraumszenen (also auch Toren) gut im Bild sind.

All diese Zusammenhänge sind kein Geheimnis und der Imagetransfer von positiven Emotionen auf den jeweiligen Sponsor ist Teil des Deals, den man als Sportverein eingeht. Gerade Vereine wie Union existieren dabei in einem besonderen Spannungsfeld: Zum Einen agieren sie nach allen Regeln des Marktes als Unternehmen in einem hochkompetitiven Umfeld, zum Anderen erfüllen sie, auch nach einem durch die Vereinssatzung festgehaltenen Selbstverständnis, durchaus soziale Aufgaben. In diesem Spannungsfeld sollte sich auch die Entscheidung bewegen, wem man die beschriebene Bühne eines Hauptsponsors gibt.

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Sebastian Polter sieht keine Angst bei Union

Nachdem gestern schon Rafal Gikiewicz mit eindringlichen Appellen an die Mannschaft und einer ambitionierten Einstellung zitiert wurde (BZ), ist es heute im Kurier vor dem Spiel des 1. FC Union gegen den HSV Sebastian Polter, der einer angriffslustigen Attitüde Ausdruck verleiht.

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Die Polizei-Zahlen zur Gewalt im Fußball helfen den Vereinen in ihrer Arbeit nicht weiter

Ich freue mich sehr auf das Spiel gegen Paderborn am Samstag, auch wenn mir durch die Länderspielpause irgendwie mein Gefühl für die Form der Mannschaft von Urs Fischer abhanden gekommen ist. Aber vielleicht lässt der Trainer heute auf der Pressekonferenz um 12.30 Uhr (live auf AFTV) mal etwas blicken. Zum Beispiel, ob er gegen Paderborn Suleiman Abdullahi ins Sturmzentrum stellt und damit Paderborns Kontertaktik mit einer eigenen schnellen Umschaltvariante beantwortet.

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It doesn’t matter where you’re from, really. It’s where you’re at.

Simon Hedlund smiles, stretches his left arm out along the back of the sofa and crosses his legs broadly. He sinks back into it like it is quicksand. Sebastian Andersson is sat next to him, his back perceptibly straighter, leaning slightly forward, his knees together. It’s a small sofa, their legs don’t touch but they are close. He’s in his civvies, Hedlund in his tracksuit. They keep smiling. They may not be, of course, but they look relaxed and happy and like they are having fun. “It’s English weather,” says Hedlund, which it is. There is drizzle in the air, and it made things a damn sight more pleasant during the training session they’ve just finished.

Simon Hedlund after being signed in 2016, Foto: Matze Koch

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Wenn ein Spiel über Kampf und Willen definiert wird, dann das gegen den FCK

Heute um 12.30 Uhr gibt es die seltene Disziplin des Parallel-Pressekonferenzens zu bestaunen, wenn zeitgleich Union-Trainer André Hofschneider und FCK-Trainer Michael Frontzeck vor die Medien treten. Beim FCK wird es sicher darum gehen, die Hoffnung auf den Klassenerhalt aufrechtzuerhalten. Dabei trennen die Mannschaft bereits 6 Punkte vom Relegationsplatz. Trotzdem ist die Zuversicht zurückgekehrt, die Benny Kessel in der BZ/Bild auch demonstrativ zur Schau stellt. Woher die kommt? Kaiserslautern ist es gelungen, wieder Spiele zu gewinnen. Sie sind in der Hälfte der vergangenen 6 Spiele als Sieger vom Platz gegangen. Wenn wir uns den für Union interessanten Zeitraum seit dem Trainerwechsel von Jens Keller zu André Hofschneider anschauen, dann hat der FCK seit dem 17. Spieltag 11 und Union lediglich 8 Punkte geholt.

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Sebastian Polters Vorliebe für Bauarbeiter-Frühstück

Warum diese leicht teilbaren Zitate auf Fotos zwar super sind, wenn man viele Menschen erreichen möchte, aber vielleicht manchmal ohne Kontext herkommen und deshalb missverständlich sind, hat Union gestern bewiesen. Auf die Frage nach der Serie gegen Fürth (noch nie ein Heimspiel gegen die Spielvereinigung seit dem Wiederaufstieg 2009 gewonnen), antwortete Jens Keller in der Pressekonferenz (AFTV) folgendes:

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Zahlen, die hinterfragt werden sollten

Für ein bisschen Aufregung hat gestern dieser Text des Kuriers gesorgt, der seltsam unkritisch einfach die Zahlen der Berliner Polizei aus ihrer in “Szenekunde Sport” umbenannten Datei übernimmt. Da kann man jetzt Lügenpresse schreien und behaupten vom Kurier sei nie jemand bei Auswärts- oder Heimspielen dabei, wie ich es in Kommentaren auf Facebook gelesen habe. Oder man kann einmal tief durchatmen, sich einfach fragen, ob die Leute in einer Redaktion nicht miteinander sprechen. Da hätte ein Gespräch mit Sportkollegen durchaus geholfen, zu dem Schluss zu kommen, dass ein kritischer Umgang mit den Darstellungen der Polizei angebracht ist. Erinnert sei hier an die Vorkommnisse rund um das Spiel gegen Austria Salzburg (Morgenpost), bei dem die Darstellungen der Polizei erst durch Videomaterial von Union komplett korrigiert wurden.

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