Union will 2020 endlich das Planungsrecht für den Stadionausbau haben

Wir haben gestern über die Verbindung mancher Union-Ultras zur Fanszene von Borussia Mönchengladbach geschrieben. Aber Verbindungen zu Gladbach gibt es natürlich auch noch in anderen Varianten. Zum einen, wie in den Kommentaren erwähnt wurde, gibt es da auch die Gruppe Eiserne Fohlen.

Und außerdem haben vielleicht nicht wenige eine persönliche Beziehung wie diese hier:

Screenshot: @nusajaz

Das galt übrigens auch für meinen Vater (der aus geographischen Gründen nicht Unioner war), und in der Folge ein bisschen auch für mich. Auch deshalb wird es einer dieser Wow-Union-spielt-wirklich-in-der-Bundesliga-Momente, wenn Union am Samstag in eben dieser Liga zum Spiel gegen den VfL im Stadion an der Alten Försterei einlaufen wird.

Um das Spektakel, das davon vor allem am Schluss zu erwarten ist, geht es in der Kolumne von Andreas Baingo. Ebenfalls im Kurier geht es noch einmal um Christopher Lenz, der auf seinen Ex-Verein trifft. Der Kicker und Bild schreiben wie der RBB gestern über Christian Gentner, dessen Körper ihm signalisiert, dass es für das Aufhören noch zu früh ist. In der Donnerstagsausgabe des Kickers geht es darum, wie Manuel Schmiedebach und Felix Kroos gemeinsam den gesperrten Robert Andrich ersetzen können.

Die Hauptversammlung der Stadion-AG

Auf der Hauptversammlung der Stadion-AG hat Dirk Thieme, Präsidiumsmitglied des Vereins und Vorstandsvorsitzender der AG, angekündigt, dass es im kommenden Jahr Fortschritt bei den verspäteten Stadionplänen geben soll (BZ, Morgenpost). Ursprünglich wollte Union bereits jetzt Planungsrecht haben, aber dieses doch sehr ambitionierte Vorhaben scheiterte wohl vor allem am Verkehrskonzept. Der fertige Ausbau im Jubiläumsjahr 2020, in dem das Stadion an der Alten Försterei 100 Jahre alt wird, ist jedenfalls schon länger vom Tisch. Nun gibt es hoffentlich zum Jubiläum wenigstens das Planungsrecht. Wann dann gebaut wird, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Modell des Stadions an der Alten Försterei nach Ausbau, Bild: 1. FC Union Berlin

Modell des Stadions an der Alten Försterei nach Ausbau, Bild: 1. FC Union Berlin

Stadion-Erlebnis-Feedback

Seit einer Weile gibt es bei Union im Nachgang zu Spielen die Fragebögen für Feedback. Der Verein hat nun ein paar der dabei häufig gestellten Fragen beantwortet. Unter anderem diese:

    • Sind bestimmte Kleidermarken im Stadion An der Alten Försterei verboten?

Die Antwort des Vereins: “Laut der geltenden Stadionordnung sind Kleidungsstücke untersagt, ‘deren Herstellung, Vertrieb oder Zielgruppe nach allgemein anerkannter Auffassung einen rechtsextremen Bezug dokumentieren’. Das Ordnungspersonal ist diesbezüglich geschult. Sollten euch dennoch mal rechtsextreme Klamotten an Stadionbesuchern oder gar Ordnern auffallen, dann ist die Spieltagsumfrage der AG Faninteressen eine Möglichkeit, darauf hinzuweisen.”

    • Warum gibt es nicht mehr Abwechslung beim Cateringangebot?

Für weitere Angebote, so die Antwort, “fehlen Stellplätze für weitere Verkaufsstände und andererseits die Stromversorgung eben dieser.”

    • Kann ich meine Tasche/meinen Rucksack mit ins Stadion nehmen?

Laut der Antwort des Vereins gibt es “entgegen der in Berlin sonst üblichen Praxis” keine maximale Größe für Taschen, etwa A4-Format. Sperriges Gepäck (Reisetaschen oder -koffer) müssen allerdings abgegeben werden.

19 Gedanken zu „Union will 2020 endlich das Planungsrecht für den Stadionausbau haben

  1. Hmm, was den Stadionausbau betrifft hört sich das alles irgendwie nicht wirklich positiv an.

  2. zu den Freundschaften: ein sicher interessantes Thema, meine Erinnerung ist dass wir natürlich neben der Liebe zu Union immer geschaut haben wie es in der Bundesliga lief, so traf man dann auch Leute “von drüben” und es entwickeltten sich Kontakte und Präferenzen, ich freue mich auch jetzt wirklich (ja wirklich) gegen solche Vereine spielen zu können, nicht bei einem Testspiel oder Pokal (was auch schon super war), nein ein “normales” Punktspiel. zum Stadionausbau: @ Andreas: ja da wir alle ja sehen und lesen was mit diversen Bauvorhaben passiert oder nicht (Seelenbinder warscheinlich bis März 2020 zu, Bahnhof Schöneweide 2 Jahre im Verzug, Neubau Bahnhof Köpenick mindestens 4 Jahre Verzug, TVO im Verzug, von dem Flughafen da draußen möcjte ich gar nicht reden, da kommt einem die teilweise Eröffnung der Allendebrücke am 23.11. (wirklich??) schon wie ein Wunder vor), eine Sache die mich dabei umtreibt ist ob es nicht sinnvoll wäre wenigstens eine Zwischenlösung zu finden, 2012 im Zusammenhang mit dem Neubau der Haupttribüne war ja von einem Projekt die Rede die Kurven zuzubauen, warum das nicht aktiviert wird und was dagegen spricht weiß ich nicht, auch wäre es gut kurzfristig für mehr Toiletten zu sorgen, in allen Bereichen, besonders die Toilette am Sektor 4 (nur für Männer) ist viel zu klein.

  3. @Jens Otto – ” 2012 im Zusammenhang mit dem Neubau der Haupttribüne war ja von einem Projekt die Rede die Kurven zuzubauen, warum das nicht aktiviert wird und was dagegen spricht weiß ich nicht”
    Ähm, ich weiß nicht, wo du diese Erkenntnis her hast. Von offizieller Seite habe ich dazu nie etwas gehört und es spricht so einiges dagegen!

  4. @Jens Otto
    Zwischenlösungen haben glaube immer das Problem das sie auch mal ganz schnell zu “Dauerzwischenlösungen” werden, weil dann der eine oder andere der Meinung ist das es ja dann nicht mehr so eilt.
    Deine aufgezählten Beispiele sind alles öffentliche Bauvorhaben, da ist man ja nun dran gewöhnt das die dreimal so lange und zehnmal so teuer werden wie geplant.
    Der eigentliche Ausbau ist ja wahrscheinlich nicht das Problem, weil da sind ja nun Profis bei Union am Werk. Nur erst mal die Genehmigungen dafür zu bekommen dürfte wohl schwieriger als erwartet sein, und selbst wenn man die hat ist es ja in unserer Egomanen Gesellschaft immer noch möglich das zu blockieren (siehe Freiburg)

  5. @ Andreas: ja so meinte ich das auch, wir sind ja da auf andere angewiesen was die Verkehrssituation angeht, ich vergaß in der Aufzählung ja noch die geplante Endstelle für die Straßenbahn an der AF (wie im Mobilitätsplan des Senats und im Flächennutzungsplan vorgesehen) von möglichen S- bzw. Regionalbahnhalten im Bereich Spindlersfeld – Eichgestell (auch in den o.g. Plänen vorhanden) will ich mal gar nicht reden. Was der mögliche Ausbau der Kurven im Stadion angeht so wäre es ja eine Zwischenlösung die nur die derzeitige prekäre Lage etwas entschärfen würde, ausserdem frage ich mich bei dem derzeitigen Zuwachs an Mitgliedern ob der ursprüngliche Plan auf 37.000 Plätze zu erweitern dann nicht schon zu gering wäre, allerdings glaube ich dass wir bei 40.000 Plätzen an die Grenze des bei uns machbaren kommen, mehr Plätze wären aus meiner Sicht aus verschiedenen Gründen nicht gut.

  6. @ Jens Otto: Ja, ich hatte das glaube auch mal irgendwo gelesen das die 37000 das Maximum an diesen Standort sind.
    Im Übrigen ist das wohl gar nicht so Unklug sich da mit Wasserstandsmeldungen zurückzuhalten, wenn man bedenkt das die Verkehrssituation in den anderen Randbezirken genauso Besch… ist, könnte das sonst zu Begehrlichkeiten führen die nicht unbedingt hilfreich sind.

  7. ich Empfehle vielen gerne sich mehr mit Planungsrechten und Bauplänen zu beschäftigen. Der wird schnell merken, das viele Ämter nicht dumm sind, sondern einfach gewisse Dinge ihre Zeit brauchen. Zumal, wenn mehr als eine Partei betroffen ist bsp Straßenbau. Da kann es auch mal kommen das Kommune XY für die Straße verantwortlich ist, die Wasserleitungen darunter jedoch dem zuständigen Wasserwerk und die Schienen darüber der öpnv Firma. Und jeder der drei versucht Geld zu sparen. Da kann es schonmal Monaten dauern, bis geklärt ist, wer dafür verantwortlich ist, wer welche Kosten trägt. Dann ist auch das Klima wichtig. Im Winter mehr als 80 cm zu graben wird schwierig. Usw.

    Also so einfach sollte man sich das nicht vorstellen. Wenn ein Land, Bezirk, Senat oder was auch immer, bauen will, dann hat es die gleichen Bedingungen wie normale Menschen.

    Wer selber mal ein Haus baut, wird merken, das selbst für ein Gartenzaun ein dicker Hefter an Papieren und Anträgen benötigt wird. :P

  8. Kennt jemand Details zu diesem eher komplizierten Verkehrskonzept, dass dem Planungsrecht ja vorausgehen muss?

  9. Der letzte öffentliche Stand des Verkehrskonzepts wurde vor knapp einem Jahr im Zuge der frühz. Bürgerbeteiligung veröffentlicht. Das wird inzwischen jedoch weiterentwickelt worden sein.
    Die wesentlichen Fragen, die diese Untersuchung damals aufgeworfen hat, waren die nach den Stellplätzen für Besucher und die nach der Anbindung durch öffentliche Verkehrsträger (Straßenbahn/S-Bahn). Und hier kann ich Wuhleblut nur zustimmen. Notwendig ist ein Konsens zwischen verschiedenen Playern, der nicht flux erzielt werden kann.
    Man nehme das angedachte Parkhaus. Meines Wissens sollte es auf dem Parkplatzgelände des FEZ errichtet werden, wo bereits jetzt viele Unioner parken. Die Fläche gehört dem Verein ja nicht. Ohne FEZ und der dahinter stehenden, ich meine, Senatsinnenverwaltung gibts hier keine Lösung. Die haben sicherlich kein Bedarf am Parkhaus und möchten keine Unterhaltskosten tragen. Der FCU braucht das aber nur ca. 20 Mal im Jahr. Werden dann Flächen an den Verein abgegeben oder das über Baulasten gesichert? Muss die Zufahrt baulich angefasst werden (bezirkliches Straßenamt)? Ist eine zusätzliche Ampel oder Ampelschaltung notwendig, um aus beiden Richtung in die Zufahrtsstraße abbiegen zu können (Senatsverwaltung für Verkehr/Verkehrsleitstelle). Lange Rede ohne abschließende Aufzählung, kurzer Sinn. Ein Bauleitverfahren ist ein in wesentlichen Teil ein Abstimmungsprozess. Hier Enddaten zu nennen ist immer ein Blick in die Glaskugel.
    Positiv stimmt mich aber, dass ganz im Gegensatz zu Tante Hertha keine öffentliche Diskussion zu den Themen geführt, sondern einfach an Lösungen gearbeitet wird.

  10. Dass das nicht einfach ist ist klar, was den Standort des Parkhauses und der Straßenbahnwendeschleife angeht so war mir so als ob das auf einem dem Land Berlin gehörenden Grundstück zwischen Bahn, Str. An der Wuhlheide und Straße zum FEZ gebaut werden soll, im Flächennutzungsplan ist dort eine Fläche für einen Betriebshof vorgesehen. Das der Verein das ohne viel Tam-Tam in der Öffentlichkeit macht ist sicher gut ABER ohne öffentlichen Druck auf Senat, Bezirk und BVG sowie auch Deutsche Bahn/S-Bahn läuft leider auch nichts. Kann man gut am Thema TVO sehen, da sollte die DB Brücken planen und nun macht das der Senat, das auch weil die Bürger aus Biesdorf Druck machen (z B. Protest gestern in Biesdorf).

  11. Ergänzung: wie ernst zumindest die Verkehrssenatorin das nimmt kann man hier lesen: https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2019/07/union-berlin-alte-foersterei-verkehrskonzept.html – d.h. wie immer Lippenbekenntnisse des Senats (wie nach dem Aufstieg) nützen gar nichts wenn dann keine Taten folgen und später dann auch noch die Notwendigkeit angezweifelt wird, es gibt anscheinend einige in Politik und Verwaltung die daraus dass wir uns mit der Situation arrangiert haben (z.B. laufe ich meist, noch geht das obwohl ich schon ab und zu auch mit der Straßenbahn fahren wollen würde) ableiten dass keine Verbesserung nötig ist. Wobei es auch auf die Leute vor Ort ankommt, in letzter Zeit hat die BVG nicht nur Sicherheitsleute an die Haltestelle Alte Försterei geschickt sondern auch Leute der Betriebsleitung welche Anschprechpartner sind und auch mal in der Leitstelle anrufen ob und wann die nächste Bahn kommt, allerdings sind auch die gegen die Eingriffe der Polizei und die nur eingeschränkten Kapazitäten was Fahrer und/oder Fahrzeuge bzw. Infrastruktur angeht machtlos.

  12. @Jens Otto,
    Naja, der Verein will sein Stadion ausbauen. Also ist es am FCU als Vorhabenträger hier vernünftige Konzepte zu erarbeiten und mit den entsprechenden Stellen abzustimmen. Was man von Politik und Verwaltung erwarten kann ist, dass sie die Gespräche konstruktiv und lösungsorientiert führen. So herum wird ein Schuh draus.

  13. @ André: darf ich dich daran erinnern dass wir uns in Berlin befinden, da kann man über solche Formulierungen entweder lachen oder weinen: “Was man von Politik und Verwaltung erwarten kann ist, dass sie die Gespräche konstruktiv und lösungsorientiert führen. So herum wird ein Schuh draus.”, habe ja EINIGE Beispiele angeführt was Politik und Verwaltung zusammen mit BVG, DB etc. so in den letzten Jahren angerichtet (verbrochen) haben bzw. verhindert, wenn es nach mir ginge würden wir alles was nötig ist selbst bauen ohne auf jene Politik und Verwaltung zu warten, nur geht das leider nicht wie 2009 oder 2012/13.

  14. Ganz so defätistisch sehe ich das nicht. Als jmd der selbst in der Bauleitplanung arbeitet, kann ich Dir sagen, dass vielerorts sehr vernünftig gearbeitet wird. Die Verwaltung und die Berliner Politik ist halt der Pappkamerad, der gerne aufgestellt wird. Von privater Seite siehts aber leider oft nicht viel besser aus. Fehlende Projektsteuerung, zeitverzögerte Zuarbeit…
    Das die Stadionerweiterung nicht in 18 Monaten mit der Aufstellung eines B-Plans über die Bühne geht, war aus meiner beruflichen Sicht heraus absehbar.

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